Frage von AnyBody345, 59

Versicherung bei Unfall auf Firmenparkplatz?

Hallo lebe Community,

Ich befinde mich derzeit auf einer etwas längeren Dienstreise in Toulouse/Frankreich. Am 13/10/2016 um ca. 0:45 fuhr ich mir einem Kollegen über den großflächigen Firmenparkplatz, da es wie aus Eimern schüttete wollte ich ihn noch zu seinem Auto bringen. Das Areal war mir gänzlich unbekannt.

Ich fuhr geradewegs ungebremst in einen ca. 1,5m tiefen Graben der sich mitten auf dem riesen Parkplatz befindet. Der Parkplatz ist schlecht beleuchtet , der Graben ist nicht markiert, beschildert oder bezaunt . Dazu kam , das die Seite von der ich kam , etwas höher liegt als die Fläche hinter dem Graben. Ich und mein Beifahrer haben den Graben absolut nicht gesehen. Zusätzlich gibt es einen Augenzeugen der etwa 15 Meter entfernt parkte und auch sah, daß ich ungebremst in den graben fuhr.

Fakten: - Schlechtes Wetter - Schlechte Beleuchtung - Keine Sicherheitsmaßnahmen - Zulässige Höchstgeschwindigkeit 40 Km/h , Geschwindigkeit vor dem Aufprall ca. 20 Km/h bedingt durch Starkregen. - Keine Verletzungen abgesehen von leichten Genick und Kopfschmerzen. - Keine Betriebsflüssigkeiten ausgetreten.

  • Fahrzeug (Golf 3) für mich ein wirtschaftlicher Totalschaden, da der Rahmen auf der Beifahrerseite verzogen ist.
  • Fahrzeug geborgen durch ADAC Auslandsschutz.

Ich bin auf das Auto angewiesen, allein schon um damit zur Arbeit zu gelangen. Viele französische Kollegen Sprachen mich darauf an , an den Arbeitgeber heranzutreten und diesen für den Schaden voll oder zumindest anteilig aufkommen zu lassen.

Frage: Wie stehen meine Chancen , da es ja Betriebsgelände ist. An wen wende ich mich zu erst?

Vielen Dank fürs lesen und liebe Grüße

Anybody

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von emib5, 37

Wenn es in Frankreich war, gilt hier wohl französisches Recht.

Wenn es in F so etwas wie die Verkehrssicherungspflicht hier in D gibt, dann ist da evtl. etwas zu machen. Aber alles nur in F und nach französischem Recht.

Antwort
von suzisorglos, 25

Da ja weder der Graben, noch die Firma, die den Parkplatz unterhält, den Unfall verursacht haben, dürfte wohl der Fahrer - trotz aller beschriebenen widrigen Umstände - in der Verantwortung bleiben. Bei schlechter Sicht auf unbekanntem Terrain war - wie der Unfall zeigt - die Geschwindigkeit von 20 km/h noch zu hoch. Dafür spricht jedenfalls, dass das Ende der Fahrbahn und das sich anschließende Hindernis zu spät erkannt wurden.

Somit handelt es sich um einen selbstverschuldeten Unfall, den die Vollkaskoversicherung regulieren kann. Es fehlt jedenfalls an einem Rechtsgrund, um den Arbeitgeber für die Kosten aufkommen zu lassen. Wenn er dies aus Menschenfreundlichkeit und Liebe zu seinen Mitarbeitern dennoch tun will, kann ihn natürlich niemand daran hindern...

Kommentar von AnyBody345 ,

Da hast du wohl recht . Es ist trotzdem echt mies ein Parkplatz mit einer Kapazität um die 3000 Fahrzeuge komplett asphaltiert mit einem Graben zu versehen , der sogar am Tage aus dem Auto sehr schwer bzw. Später zu erkennen ist . Ich kann leider keine Fotos hier anhängen, denn ich habe das ganze heute mal aus der Sicht des Fahrers bei Tage fotografiert. Ca. 15 Meter vor dem graben kannst du gerade mal so erahnen das da ein Hindernis kommt.

Antwort
von Apolon, 14

Die Schadensursache ist etwas unklar.

Gab es z.B. ein Schild das an der Einfahrt stand " Benutzung auf eigene Gefahr"?

Oder war es ein unbefestigter Parkplatz?

Außerdem ist es schon eigenartig, bzw. meiner Meinung nach grob fahrlässig, dass man auf einem fremden Parkplatz bei einem Starkregen, bei schlechter Beleuchtung in der Nacht herumdüst mit einer Geschwindigkeit von 20 Km/H?

Da wäre eine Schrittgeschwindigkeit sinnvoll gewesen!

Man muss sich vorstellen, was gewesen wäre wenn an dieser Stelle ein Kind gestanden hätte!

Kommentar von AnyBody345 ,

ein solches Schild steht da nicht. Der Parkplatz insgesamt ist umzäunt und hinein kommt man nur mit einem Chip/Ausweis. Es ist ein komplett asphaltierter Parkplatz , mit eben diesem graben. Größenordnung ca. 3000 Fahrzeuge.

Antwort
von Throner, 30

Na, da sehe ich Probleme den (deutschen) AG dazu zu bringen, sich finanziell zu beteiligen.

Den französischen AG wirst Du vermutlich nicht zum Schadensersatz ranziehen können. Dein deutscher AG wird vermutlich auch etwas dagegen haben, weil er mit den Franzosen Geschäfte machen will und keine gerichtliche Auseinandersetzung in Frankreich gebrauchen kann.

Kommentar von AnyBody345 ,

Es ist ein und der selber Arbeitgeber.

Kommentar von AnyBody345 ,

Ich bin quasi nur zur Unterstützung hier her entsendet. Nur das es eben hier unter französischer Verwaltung steht und in Deutschland unter deutscher Verwaltung.

Kommentar von Throner ,

Es gilt gleichwohl französisches Recht. Ist die Frage zu klären, ob es auch in Frankreich sowas wie Vekehrssicherungspflicht gibt. Es ist ja wohl unstrittig, dass Du den Unfall zumindest fahrlässig verursacht hast.

Kommentar von Throner ,

Im Prinzip kann Dir nur ein französischer Anwalt helfen.

Kommentar von Nightstick ,

Wenn der Fragesteller einem Verkehrsclub angehört (z.B. dem ADAC), sollte er sich an die dortige Rechtsberatung wenden - ansonsten an einen Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Die hier gegebennen Antworten sind in diesem speziellen Fall m.E. nur bedingt verwendungtsfähig.

Kommentar von AnyBody345 ,

Danke für die Antwort :)

Antwort
von bruno75015, 43

ich würde es bei der Firma versuchen. Wenn sie schlecht gesichert haben, besteht ggf. eine Mitschuld.

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