Frage von hooo123, 31

Verschwörungstheorien- muss das sein?

Mir fällt es in letzter Zeit wieder häufiger auf.

Wenn ich mir auf Youtube diverse rechts angehauchte Meinungsvlogs ansehe (ihr wisst schon, die vielen kleinen Kanäle mit einer drei- bis vierstelligen Zahl an Abonnenten, und die mir den lieben langen Tag an tausend verschiedenen Beispielen erklären, warum Ausländer und andere Kulturen schlechter als wir sind, warum Merkel wegmuss, die EU abgeschafft gehört, die USA an allem Schuld sind und dass Russland ein tolles Land ist), gibt es da Leute in der Kommentarsektion, die maßlos übertreiben. Wirklich.

Spätestens wenn ich an dem Punkt bin, wo ich dem Redner zuhöre und eine Aussage von ihm finde, der auch ich ansatzweise zustimmen kann, brauche ich nur einen Blick auf diese Kommentare zu werfen und alles kommt mir wieder hoch.

Im Moment sind zum Beispiel wieder die Theorien von der "Umvolkung Deutschlands" ganz beliebt, wie mir scheint. Naheliegend wegen den Flüchtlingen. Diese Menschen bombardieren einen mit seitenlangen Texten, wenn man nur eine Frage, bestehen aus drei Wörtern, schreibt. Sobald man mit Fakten kommt, mit denen sie logischerweise überhaupt nichts anfangen können, ist man wiederum Mainstream, nicht zur Diskussion fähig oder sonstwie geistig umgepolt. Aber kann man es überhaupt als Mainstream begreifen, ein Auge auf die Faktenlage zu haben und in welcher Weise wollen sich solche Verschwörungstheoretiker von der Masse abheben? Indem sie irgendwelchen Hetzern glauben?

Die Verschwörungstheoretiker haben jedenfalls erkannt, dass ihnen niemand glaubt, wenn sie nicht ebenfalls "Fakten" liefern oder zumindest irgendetwas, was danach aussieht. Deshalb bekommt man in Antworten zigtausend Links zu dieser und jener Website, mit Kommentaren wie "informier dich doch mal über das" und "google am besten mal dies". In Google findet man dann die alles andere als seriösen Quellen, die am allermeisten durch Verallgemeinerungen und verschwurbeltes Vokabular auffallen, auf die sich die Youtube-Kommentierer beziehen. Diese Quellen wiederum verweisen auf irgendwelche Bücher, Gesetze, Verträge, irgendetwas, was ziemlich alt ist (Zeitraum so ca. 1918-1945) und was sich auf jeden Fall niemand mehr durchlesen will. Wenn man das aber dennoch tut, erkennt man, dass diese Primärquellen die Thesen unserer Verschwörungstheoretiker gar nicht stützen oder auch, dass die Autoren von so manchen Büchern selbst richtig kranke Hunde waren.

Das hier ist zwar nur eine Ratgeberplattform, aber gebt mir doch mal allgemein Feedback, was ihr von den sogenannten "Verschwörungstheorien" haltet. Um es in Fragen zu formulieren: habt ihr auch das Gefühl, dass die Zahl der Verschwörungstheoretiker wieder zunimmt und seht ihr so etwas im allgemeinen als Bedrohung an? Es ist klar, dass sich manche Menschen einfache Erklärungen für ihre Fragen suchen. Aber wie kann es sein, dass diese ihre ihre neu gewonnene, nicht mainstreamhafte "Meinung", die nicht auf Tatsachen beruht, mit solcher Vehemenz und Lautstärke vertreten?

Antwort
von Roach5, 16

Dinge anzuzweifeln und sich zu fragen, ob die Information, die man bekommt, auch wirklich der Wahrheit entspricht, oder doch (sowohl kleine als auch große) Dinge auslässt, liegt in der Natur des intelligenten Menschen, sonst wären wir ja Maschinen.

Das Problem liegt darin, dass viele Leute diese Tatsache nutzen -oder eher missbrauchen- um schwache oder aus der Nase gezogenen Argumente zu verteidigen. Die eigenen Ansichten sind nicht mehr lächerlich, sondern man ist erleuchteter als alle anderen, und der Pöbel ist eine Masse aus verblendeten Schafen. Wenn man es (wie auch immer) geschafft hat, sich in diese Gedankenlage zu bringen, gibt es auch kein zurück mehr. Der Schaden ist ja schon entstanden, man glaubt, etwas ist die Wahrheit, und alle noch so logischen Gegenargumente sind dann eine "Verschwörung", man muss ihnen also keinen Glauben mehr schenken. Aus dieser Lage herauszukommen ist ohne Hilfe beinahe unmöglich und führt bei vielen Menschen zu psychischen Problemen. Es sollte naheliegend sein, dass Verschwörungstheorien und Paranoia stark zusammenhängen.

Ein kleines Beispiel: Die Mondlandung. Es werden alle wissenschaftlichen Argumente für eine Plausibilität der Mondlandungen ignoriert (Verschwörung des Staates, das Problem ist: Wer soll denn sonst die Mondlandungen filmen außer der Astronauten, die als NASA-Angestellte für die Regierung arbeiten), und es scheint viel plausibler, dass zehntausende Menschen bestochen werden, um zu kaltkrieglichen Propagandazwecken die USA als größere Nation darzustellen.

Der Haken an der ganzen Sache: zehntausende Menschen jahrzehntelang dazu zu bringen, das Maul zu halten, ist wohl fast so aufwendig wie "einfach" wirklich Leute auf den Mond zu schicken, und politisch viel riskanter. Was wäre eine größere Pleite für die USA, eine gescheiterte Mondlandung oder eine gescheiterte Verschwörung?

Letztenendes sollte man sich nicht sonderlich über Verschwörungstheoretiker aufregen. Bei sehr vielen Menschen spielt da eine Krankheit mit, und ein noch größerer Teil der Verschwörungstheoretiker befindet sich in einer Art Falle zur Lebenseinstellung, aus der sie nicht herauskommen.

Geh mal auf /r/amibeingdetained. Was du da siehst sind keine Verschwörungstheoretiker, aber solche, die es werden könnten, und es zeigt die mentale Einstellung, von der ich oben geschrieben habe. Dort sieht man Menschen, die Polizisten mit Absicht provozieren, und teilweise in sehr agressivem Ton die Verfassung falsch interpretieren beziehungsweise sich auf nicht mehr geltende Gesetze stützen, und folglicherweise schnell festgenommen werden, weil sich amerikanische Polizisten nicht gerne verarschen lassen. Wenn die Person dann festgenommen wird, lag das nicht am absolut asozialen und destruktiven Verhalten des festgenommenen, sondern es war natürlich der Staat, der die einfachen kleinen Leute unterdrücken will. Solange man Ausreden hat, hinter denen man sich verstecken kann, passieren solche krankhaften Dinge.

Nimmt die Anzahl an Verschwörungstheoretikern zu? Ja, durch das Internet gibt es mehr Informationen, darunter auch falsche Informationen. Diese falschen Informationen helfen dabei, Leute fehlzuleiten. Wenn du zu jedem Thema 100 verschiedene Meinungen hörst, von denen nur wenige seriös oder gut recherchiert sind, wie hoch ist dann überhaupt die Chance, dass du die richtigen Informationen erhältst?

LG

Kommentar von GoodFella2306 ,

Danke, eine ausgezeichnete Antwort!

Antwort
von Jann558, 14

Nabend:)

Ich muss dazu sagen das es ein haufen Leute sind die denken das sie sich auskennen aber selber nicht definieren können was das Asylrecht und sonst der gleichen ist. Es ist mir ziemlich Logisch das soeine Plattform wie YT genutzt wird um die verdummung der Medien und "Seriöse" sender ausleben zu können. Wenn du wirklich was dazu wissen möchtest denn Melde dich Privat bei mir ich Informiere mich bevor ich mich äußere:)

keine sorge es kommen keine Links 

Liebe grüße, Jann:)

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