wj2000 am 08.07.2008 um 0:41 Uhr
Am 3. Oktober 1990 hörte nach knapp 41 Jahren die Deutsche Demokratische Republik auf zu existieren.
Inzwischen warnen Historiker und Soziologen: Das andere Deutschland gerät in Vergessenheit. Damit würde die Gefahr größer, dass ein verzerrtes Bild von der Vergangenheit entsteht – zwischen romantischer Ostalgie und einseitiger Dämonisierung. Verschwimmt die Erinnerung an die DDR wirklich?
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jede Erinnerung verschwimmt, bleibt aber für immer und ewig doch noch erhalten, wenn auch "verschwommen" !
komische Auswahl :-(
Ich bin im Westen aufgewachsen, die Grenze ist in meinem Kopf noch immer!!!!! Ihr werdet nie dort hinkommen, dort ist der Feind. Das ist hinter der Grenze,...., DAS IST RUSSLAND, gaanz gefährlich!!!!!. Das ist meine Kindheit, ich begreife erst gaaanz langsam, das es DIE Grenze nicht mehr gibt. Zusammenrücken ist auch nicht einfach L.G.
andreas48 am 8. Juli 2008 00:49 eine nette Antwort..Däumchen..
pippi60 am 8. Juli 2008 01:00 Habe eben über PN geantwortet. Im Westen sitzt der Klassenfeind, die wollen immer nur Böses das habe ich fast 30 Jahre lang gehört. Es wäre ein guter Thread im Forum.
wim50 am 8. Juli 2008 03:05 Nimm mirs nicht übel, aber wenn das kein verzerrtes Weltbild ist. Kein Wunder, wenn man diese GRENZE nicht aus dem Kopf bekommt.
wim50 am 8. Juli 2008 03:10 Und das, obwohl doch bekannt ist, dass jeder Wessi die Welt viel besser kennt als so ein Ossi.
wj2000 am 10. Juli 2008 09:54 Meinst Du?
JoGerman am 10. August 2008 23:10 @wim50: Ja, da ist er wieder, der arrogante Wessi. Wenn du die Welt besser kennst, dann sag mir doch mal, wie die Supermärkte in der DDR hießen?

weil ich dort fast 50 Jahre gelebt und gearbeitet habe und diese Erinnerungen und Gedanken gerne weitergebe und mich gegen meist sehr einseitige Darstellungen des angeblichen so trüben und grauen Alltages der DDR vehement wehre..
und ich kenne dies auch von vielen anderen auch..
wj2000 am 8. Juli 2008 00:47 Da gebe ich Dir recht. Vieles wird verdreht dargestellt oder falsch gesagt.
gertrude2 am 8. Juli 2008 00:53 irgendwie widersprecht ihr euch. die frage ist, ob das bild von der ddr mit der zeit verschwimmt bzw verzehrt dargestellt wird. ja es stimmt, weil die wenigsten, die geschichte kennen
isedinger am 8. Juli 2008 00:54 Genau Wolfgang!, weil sie nicht wissen oder wissen wollen wie es war.
gertrude2 am 8. Juli 2008 00:56 danke isedinger....endlich versteht mich jemand.
wj2000 am 8. Juli 2008 00:57 Ich habe selbst 38 Jahre im real existierenden Sozialismus in der DDR gelebt und auch nicht schlecht und ich werde jeden offen meine ehrliche Meinung bzw. die wahre Darstellung sagen.
gertrude2 am 8. Juli 2008 01:02 darum geht es nicht...mit der zeit werden diese geschichten wie die stille post und somit ist die version dieser geschichte meist verzehrt. mir ist schon klar, dass du die wahrheit weitergeben wirst, aber nach uns gibt es immer noch eine welt
wj2000 am 8. Juli 2008 01:05 Richtig, deswegen sollte wir Wert legen das alles richtig in die Geschichtsbücher kommt.
JoGerman am 10. August 2008 23:12 @andreas48: Fast 50 Jahre? Die DDR gab es doch nur 40 Jahre (1949 - 1989)
Masoud53 am 26. Oktober 2008 16:20 Du sprichst mir aus der Seele.Es war ja auch unsere Heimat und es wurde auch sehr viel für uns getan.Eine so gute Berufsausbildung mit allen Möglichkeiten zur kostenlosen Qwalifizierung und einigen Auslandseinsätzen hätte ich hier nie bekommen.Hier gilt nur Geld,Geld und mit Ellenbogen andere beiseite schieben.Und der Clou ist dann noch,dass alle Westdeutschen mir die DDR erklären und wie alles hat kommen müssen und ausserdem,können wir noch froh sein hier su sein.....,leider gehen mir auch viele Einzelheiten des DDR Alltags verloren,da man ja qwasi in einem fremden Land lebt,sich adaptiert und oft gut zu kämpfen hat.LG
Warum sollte sie verschwimmen. Man merkt ja noch heute die Unterschiede. Ich habe festgestellt (auch wenn mich einige jetzt steinigen), dass einige Ossis noch immer die Haltung "immer an der Wand lang" oder "ja keine eigene Meinung" oder "immer nur Sprechblasen von sich geben, ist sicherer" haben. Wie gesagt, nicht alle, aber einige.
wj2000 am 8. Juli 2008 00:46 Das gibt es bei den Wessis auch!
nicht so ausgeprägt.
andreas48 am 8. Juli 2008 00:48 doch und noch wesentlich besser..
andreas48 am 8. Juli 2008 00:47 man sollte ja nach knapp 19 Jahren den begriff Ossi außerhalb des rennens nehmen..und wen ich dann anfange von der Hochmütigkeit des Wessis zu erzählen springen andere auf die Palme.. und Sprechblasen habe ich meist bei anderen kennengelernt ud kein direktes und einfaches Geradeheraus..
habe ich meist bei anderen kennengelernt Was meinst Du?
wj2000 am 8. Juli 2008 00:49 Am schlimmsten sind die Wossis habe ich festgestellt. Die haben alles verdreht dargestellt.
andreas48 am 8. Juli 2008 00:51 LOL aber es stimmt..
wj2000 am 8. Juli 2008 00:52 Das geht auch bei vielen nicht so schnell von heute auf morgen.
andreas48 am 8. Juli 2008 00:55 ich erinnere mich noch an 1990, wo man den gelernten DDR-Bürgern klarmachen wollte, dass sie dumm wie Bohnenstroh sind (keine Verallgemeinrung soll das sein) und man ihnen jetzt das Arbeiten beibringen muss, Führerscheine sollten lt. einem bayrischen Politiker nochmals gemacht werden und von den blühenden Landschaften rede ich gar nicht erst und wieviele haben die sogenannte Treuhand abgezockt und sich einen goldenen A.rsch verdient..diese meine ich..
isedinger am 8. Juli 2008 01:08 Andreas, unter vorgehaltener Hand ist es heute noch nicht viel anders und dafür schäme ich mich als Wessi.
wj2000 am 8. Juli 2008 01:14 Dafür brauchst du Dich nicht zu schämen. Die so rangehen würde ich vorschlagen, die sollen sich mal die Geschichte der DDR richtig durchlesen. Es wurden viele Sachen geschaffen, die jetzt fleißig überall genutzt werden wo man sagen könnte "Made in GDR"

Ich habe sie fast 30 Jahre erlebt und sage: Jederzeit wieder!
isedinger am 8. Juli 2008 01:06 Ich wäre dabei!

Wir erinnern uns immer noch genau an das Positive und Negative, was wir erlebt haben. Ich lebe gerne in der heutigen Zeit, aber ich möchte diese Jahre nicht missen (Okay, mir ist auch kaum was Böses widerfahren, sonst würde ich sicher anders reden)
also ich bin noch jung und hab aktiv von der ddr nix erlebt aber trotzdem ahb ich mich viel mit der ddr naus einander gesetzt weil ichs einfahc interessant finde desshalb denk ich das das nicht so schnell in vergessen heit geraten wird und weil man das normalerweise auch im geschichts-unterricht druchnimtt^^

Der Großteil hatte nie eine andere Erinnerung an die DDR als die verklärte oder die dämonisierte.
Ich für meinen Teil habe immer nur von der dämonisierten Version gehört, selber habe ich die DDR nie erlebt, wie soll ich mich also an sie erinnern? Dass wir die Wahrheit auf den Tisch gelegt bekommen, dafür sorgen ja selbstredend die Wissenschaftler in gut bezahlten Dokumentationen und hoffnungslos überteuerten Sachbüchern.
LG
Wieselchen
wj2000 am 8. Juli 2008 00:54 ... die teilweise nicht richtig dargestellt werden.
Wieselchen1 am 8. Juli 2008 00:57 Das ist ja das, was ich meine. Jeder hat seine eigenen Erinnerungen, Wolfgang. Die einen haben es am eigenen Leib erfahren, die anderen kennen die Hintergründe und der Rest "erinnert" sich durch Bücher und Dokumentationen.
LG
Wieselchen
wj2000 am 8. Juli 2008 00:59 Und dadurch wird es weiter verschwimmen!!!!
Wieselchen1 am 8. Juli 2008 01:04 Nein, da die Meinung in den Köpfen schon feststeht, war es niemals klar.
LG
Wieselchen

Gerade in der heutigen Zeit werden bspw. Erinnerungen an soziale Absicherungen wieder präsent.

...die Erinnerung schwindet nicht mehr und nicht weniger wie bei allen anderen Ereignissen auch (und seien sie von noch so historischer Bedeutung). Und zwar in dem Maße, je mehr Jahre vergehen, und je weniger Zeitzeugen es noch gibt...

Es ist leider war, allerdings nur auf den größten Teil junger Leute bezogen, die 1989 noch nicht geboren waren oder noch ein kleines Kind. Vor etwa einem halben Jahr befragte eine große deutsche Tageszeitung Jugendliche nach der DDR, zeigten ihnen auch ein Foto von Erich Honecker, dem letzten langjährigen Präsidenten des Landes - fast keiner erkannte ihn bzw. seinen Namen. Das Wissen um die DDR geht bei den Menschen bis etwa 25 Jahren stark auseinander; viele denken an ein Paradies mit beschränkten Freiheiten, manche an eine blutrünstige Diktatur oder, und das leider auch viele ältere Leute aus der ehemaligen BRD, die Bürger der DDR wären dumm und faul gewesen und halbwegs mit Keule und Bärenfell rumgelaufen. Deshalb halte ich es für sehr, sehr wichtig, unsere jüngeren Menschen mit allen objektiven Tatsachen, positiv wie negativ, vertraut zu machen.

Die Linkspartei wird uns ewig daran erinnern.
andreas48 am 8. Juli 2008 00:44 Sorry...aber das ist nun überhaupt keine Antwort auf die Gute Frage von Wolfgang
MarcSu am 8. Juli 2008 00:47 Dann kennst Du die Politik der Linken nicht und die Seilschaften aus der früheren DDR.
andreas48 am 8. Juli 2008 00:49 es geht nicht um die Politik der Linken sondern um das Geschichtsbild der DDR..Frage richtig lesen..
MarcSu am 8. Juli 2008 00:55 Aus dieser Frage läßt sich viel herauslesen und gelernte Dialektiker können das besonders.
wj2000 am 8. Juli 2008 00:50 In der DDR sagt man Seilschaften und in der BRD sagt man Geschäftsbeziehungen.
JoGerman am 10. August 2008 23:20 Nicht zu vergessen, Frau Merkel auch.

generation doof wird es wahrscheinlich nicht weiter geben
wj2000 am 8. Juli 2008 00:46 Glaub ich doch!
Nein, sie wird verklärt.

Aber nicht mehr oder weniger als andere Erinnerungen.

JoGerman am 10. August 2008 23:23 Kann man mit 11 Jahren so eine weitreichende Frage schon beantworten?

LEIDER eigentlich sollte die Mauer nichtmal weg sein! Und jetzt schwindet schon die erinnering an das Regiem

Natürlich verschwimmt es ein wenig, weil die, die es erlebt haben irgend wann sterben. Aber das muß nicht heißen, das es in Vergessenheit gerät.

Sie verschwimmt genauso viel und sowenig wie die Erinnerungen an andere Zeiten -- es gab und gibt immer Leute, die verschiedene Sachen (un-) gern im Gedächtnis behalten...
kuntzkids am 8. Juli 2008 00:59 Hier haben sich einige Antworten überschnitten.
Fazit: mehrere GF'ler - ein Gedanke...

Im Grossen und Ganzen wird das für die Zukunft nicht der Fall sein. Genau jene Historiker und Soziologen werden über Generationen für das "wahre" Bild sorgen. Dieses Schwarz-Weiss-Denken besitzt m.E. doch eher die betroffene Generation, nämlich Menschen, die die DDR live erlebt haben und jetzt vergleichen: geht´s mir heute besser oder schlechter als zu DDR-Zeiten? Und je nach individueller Antwort wird das Vergangene hochstilisiert, oder eben nieder gemacht. Aber wie gesagt, ich denke das betrifft nur diese Generation.
wj2000 am 10. Juli 2008 10:01 Das sehe ich anders! Wenn es nicht richtig in die Geschichtsbücher kommt, können auch keine klaren Vorstellungen erzeugt werden.
aline1507 am 18. Juli 2008 23:16 In Geschichtsbüchern stehen meist Tatsachen, keine subjektiven Erfahrungsberichte. Insofern denke ich schon, dass man sich auch später ein Bild machen kann.

wir erleben jetzt ein ähnliches phänomen in bezug auf die ddr, wie es unsere eltern und großeltern mit dem kaiserreich hatten: denen, die es noch "live" erlebt haben, ist es imm noch gegenwärtig, der nächsten generation wirds etwas verschwommener mir ist die ddr noch sehr gegenwärtig obwohl ich wirklich ein "lupenreiner"wessi bin.natürlich sind nazi-reich und ddr überhaupt nicht vergleichbar, aber mit zunehmendem abstand wird (leider) oft viel zuviel positiv verklärt- was wohl die tränen der wehmut machen.
solange man noch überall die grässlichen Ruinen der ehemaligen Schweinestall- Kolchosen in der Landschaft sieht, verschwimmt nichts.
Und in Berlin klagen hinter dem Reichstag die Gedenkkreuze der Mauertoten an. Hoffentlich als Warnung für immer.
Fehler wurden und werden von beiden Seiten gemacht.
Es wird nicht mehr versucht ehrlich daran zu denken - es wird nur noch verdrängt oder der Kopf einfacher nur noch in den Sand gesteckt.
Bzw. nur nach dem gesucht, was man finden will.
Wobei die Fehler aus dem Westen als weltweit einzigartige Chancen, um globale Vorteile in Gemeinsamkeit daraus zu machen, dilettantisch zum Nachteil von Europa und der künftigen Generationen Gottsjämmerlich und unfähig haarsträubend vertan wurden.
Im Westen, dort ist die Globale Erfahrung, von dort kam das Geld, dort wurde die blamable Regie geführt !
Ich weis wovon ich schreibe.
So wie ich die Wiedervereinigung erlebt habe, hat dies kein Mensch weltweit erlebt.

es scheint an der viel zitierten "deutschen gründlichkeit zu liegen, dass alles, was nicht zum zeitgeist oder der eigenen meinung passt, "mit sumpf und stiel" zu vernichten oder auszurotten ist: schade: der palast der republik ist nun nur noch geschichte. Ob spätere generationen auch (wie beim berliner stadtschloß) über eine "neu-errichtung" nachdenken werden?