Frage von dkjbfdkjbfkjeu, 41

Verschreiben Psychiater Benzos ohne den Patienten persönlich zu kennen?

Ich bin bald 16 Jahre und habe seit 2013 die Schule, wegen stark ausgeprägter Sozialphobie, nicht mehr besucht. Ich war zwei mal in einer stationären Therapie. Dort wurde durch Psychotherapie versucht meine Angst zu reduzieren. Es bringt allerdings alles nichts. Ich gehe weiterhin nicht in die Schule oder aus dem Haus. Um präziser zu sein, habe ich seit 2013, abgesehen von den Psychologen und meiner Mutter, mit niemanden mehr gesprochen, da ich das Haus nicht verlasse. Ich bin sozial komplett isoliert und ignoriere alle meine Freunde.

Ich möchte allerdings etwas ändern. Die Tipps der Klinik helfen allerdings nicht. Kein Stück. Es hilft mir nicht immer einen Schritt weiter in Richtung zum Briefkasten zu laufen...

Ich denke, dass die einzige Lösung derzeit angstlösende Psychopharmaka ist.

Leider verlasse ich mein Haus nicht und kann es auch nicht. Höchstens mit Hilfe der Polizei wie bei meinem Zwangseinweisungen. Vorher passiert da nichts.

Könnte z.B. meine Mutter zu einem Psychiater gehen und meine Situation schildern und erwarten, dass er etwas macht, ohne mich persönlich zu kennen? Sie könnte ja auch meine Diagnosen und Abschlussberichte der Klinik vorzeigen...

Habt ihr sonst noch Vorschläge? (NIcht zwingend Psychopharmaka, einfach normale Tipps.)

Antwort
von Iatros, 15

Wie bereits geschrieben wurde ist der persönliche Kontakt nötig. Einen Hausbesuch könnte man sicher arrangieren. Auch könnte Deine Mutter dabei sein - oder zumindest im Haus, vielleicht fällt es Dir dann leichter.

Man darf Psychopharmaka weder beschönigen, noch verteufeln. Es ist oftmals als Übergangslösung richtig und nötig. Durch die therapeutische Intervention sollst Du lernen ohne diese auszukommen und sie wieder langsam absetzen. Auch in Bezug auf die Abhängigkeit gibt es verschiedene Präparate. Als Ferndiagnose kann man hier aber nichts sagen.

Mal ganz anders gedacht - Du könntest als ersten Kontakt auch das, was Dir auf dem Herzen liegt aufzeichnen und das dem Arzt senden. So ist er beim ersten Direktkontakt schon sensibilisiert und Dir macht es vielleicht ein besseres Gefühl. Auch könntest Du Dich beim ersten Termin mit dem Rücken zu ihm setzen. Du bist nun so lange Jahre aus dem sozialen Kontakt raus, da kann man am Anfang auch mal einen ungewöhnlichen Weg gehen. Später wird es dann verhaltenstherapeutische Übungen geben.

Auf jeden Fall finde ich es toll, dass Du an Deiner Situation was ändern willst. Und auch wenn es im Moment eine große Hürde für Dich darstellt das anzugehen, denkst Du doch immer wieder darüber nach. Das ist ein sehr guter Schritt. Wie sage ich so oft - es sind nicht die Tatsachen, die uns Angst machen, sondern das, was unsere Gedanken daraus machen. Gib Dir selbst den Raum, den Du am Anfang brauchst und trau Dich !

Antwort
von Seanna, 22

Keine Chance!

Hausbesuch wäre möglich, aber auch da würde man erst mal auf Antidepressiva einstellen und weiterhin Therapie versuchen.

Wenn nicht sogar aufgrund der Schwere eine stationäre Psychotherapie durchführen.

Benzodiazepine sind Akutmedikamente und keine Smarties! Auch keine Dauermedikation oder Zaubermittel. Sie machen extrem schnell abhängig und dann hat man ein noch größeres Problem als Ängste.

Antwort
von Lichtpflicht, 18

Vollkommen unmöglich! Da könnte ja jeder hinlaufen und sich alles abholen, was er will. Zudem sind Benzos definitiv nicht der richtige Weg. Sie helfen nicht, da sie dich nur ruhigstellen, die Ursache der Angst jedoch nicht beseitigen, und extrem abhängig machen!

Du wirst mit anderen Menschen agieren müssen. Das ist übrigens auch das einzige, was dauerhaft hilft: Du musst dich mit deiner Angst so lange und brutal konfrontieren, bis dein Gehirn umgelernt hat. Also rausgehen und mit Leuten reden. Und wenn du nicht rausgehen kannst.... Deine Mutter kann mal einen Haufen Leute einladen, am besten jeden Tag.

Klingt grauenhaft, aber nichts an anderen Menschen ist schlimm und bedrohlich, wie du hoffentlich kognitiv weißt.

Vielleicht musst du dringend noch einmal eingewiesen werden, und brauchst Medikamente (was anderes als Benzos).

Kommentar von dkjbfdkjbfkjeu ,

Ja, mal sehen...

Werde sehr wahrscheinlich bald wieder eingewiesen... Maximal 2 Wochen gibt der Richter mir noch, denke ich.

Antwort
von Coza0310, 24

Der Psychiater könnte einen Hausbesuch bei dir machen. Ohne persönliche Kenntniss geht es nicht. 

Kommentar von dkjbfdkjbfkjeu ,

Schade, dass es nur persönlich geht... Dann fällt diese Lösung wohl auch weg, weil es geht mir nicht darum das Haus zu verlassen sondern mit Menschen zu interagieren... Naja, trotzdem danke :)

Antwort
von brido, 21

Benzos wären das Flasche, sie machen abhängig und verstärken die Angst mittelfristig. Antidepressiva würden helfen (+Verhaltenstherapie). Ohne Besuch bei einem Psychiater geht aber gar nichts. 

Kommentar von dkjbfdkjbfkjeu ,

Meinst du wirklich? Wofür sind Benzos dann, wenn nicht für Angst?

Kommentar von Seanna ,

Gegen akute Zustände, ganz sicher aber nicht prophylaktisch oder gar als Dauermedikation!

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