Frage von gharfbck, 47

Verschiede Fragen bezüglich erster eigener Wohnung / eigenem Wohnen?

Ich fange zum 1.Oktober an zu studieren und muss dafür in die Nähe der Uni ziehen, jedoch fehlt mir (logischerweise) je Erfahrung dazu. Die Wohnung habe ich schon, sie ist nur noch nicht bewohnt.

Die erste Frage die sich mir aufdrängt : Wie hoch wird mein Stromverbrauch sein ? Heizung ist zwar in der Warmmiete drin, warmes Wasser geht jedoch allein über Strom. Die Wohnung hat 20 m² und wenn ich mich nicht irre Fluoreszenzlampen. Könnte mir jemand helfen, den Verbrauch abzuschätzen? Denn je nach Verbrauch sind verschiedene Stromtarife günstiger.

Die zweite Frage, wenn sie auch weniger mit Wohnungen zu tun hat : Wie viel Geld sollte ich auf der hohen Kante haben? Wie viel Geld sollte ich für den Fall, das etwas unerwartetes passiert auf der Seite haben (wahrscheinlich höchster Bafög-Satz + 200€ von Seiten der Eltern; 300 € warmmiete)

Danke im Vorraus schonmal

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Funfroc, 14

Hallo,

dein Stromverbrauch hängt vor allem davon ab, welche Verbraucher du so anschließt... Kühlschrank, Waschmaschiene, Mikrowelle, PC/Laptop, Fernseher usw.

Allein beim Kühlschrank können zwischen einzelnen Modellen gern mal 100 oder 200 kw/h pro Jahr Differenz sein. Kochst du häufig oder isst du in der Mensa? Zockst du die halbe Nacht an einem hochgetunten Gaming-PC?

Dir wirklich zu sagen, was du verbrauchst, wird anhand solcher Unwegbarkeiten sehr schwierig.

Wir kommen als 2-Personen Haushalt in 70m² mit ca. 2100 kw/h Jahresverbrauch hin. Andere verbrauchen in ähnlicher Konstellation aber auch gerne mal 3500.

Wie viel Geld man auf der hohen Kante haben sollte, ist genauso schwer zu beantworten. 

Am besten ist das eigentlich mit einer Abschreibungsregel zu treffen. Welche Gegenstände besitzt du und zu welchem Wert hast du Sie gekauft. Dann legst man für jeden Gegenstand fest, wie lange man ihn denkt, diesen noch einsetzen zu können.

Also als Beispiel: Auto 5 Jahre, Kühlschrank 7 Jahre, Fernseher 5 Jahre, Handy 2 Jahre. Der Einfachheit halber dann eine lineare Abschreibung.

Dein Auto willst du 5 Jahre nutzen. Es ist beim kauf auch schon etwas älter gewesen und hat dich 3000 € gekostet. Ein Jahr ist seit dem Kauf vergangen. Der Wert mindert sich also um 1/5, bzw 600€. Diese 600€ sollte man nun theoretisch schon zurückgelegt haben.

Gleiches für alle anderen Geräte / Gegenstände, die du unbedingt brauchst und bei Defekt schnellstmöglich ersetzt werden müssen. Theoretisch könnte man Geräte mit Garantie außer acht lassen... würde ich aber nicht empfehlen.

Die Summe wäre die im Besten Fall vorhandene Rücklage.

LG, Chris

Antwort
von jodelblumenberg, 12

Geh es ruhig an. Melde dich beim örtlichen Stromversorger an, die haben Vergleichsdaten, um deine voraussichtlichen Verbrauch zu schätzen- danach wird dann dein monatlicher Abschlag ermittelt. Hast du weniger verbraucht, dann bekommst du bei der nächsten Abrechnung dein Geld zurück- da kann man dann immernoch den Stromanbieter wechseln, sollte es sich lohnen. Dein Verbrauch hängt ja weder von deinen Quadratmetern ab, noch ausschließlich von der Beleuchtung. Da läuft der Kühlschrank( groß, klein, alt neu), eine Waschmaschine vielleicht, ganz bestimmt ein Computer nebst Bilddschirm oder ein Laptop, Mikrowelle, Herd. Wie oft duschst/badest du? Wäschst du dir kalt oder lieber mit warmen Wasser die Hände... das alles beeinflußt deinen Energieverbrauch, es kann also hier keiner wirklich verläßliche Angaben  machen.

Was du dir auf "die hohe Kante" legst, sollte dir nicht fehlen, also lieber jeden Monat mal 20€ und dann zusätzlich, was übrig bleibt, da kommt auch mit der Zeit was zusammen. Im Notfall stehen dir doch sicher deine Eltern zur Seite- in der Anfangszeit. Die Frage ist, welchen Notfall du absichern willst. Mir persönlich ist erst wohl, wenn ich weiß, es ist genug da, um ein kaputtes Gerät zu ersetzen, also etwa 500 bis 1000€. In deinem Fall könntest du sowas natürlich auch gebraucht ersetzen, da reichen sicher auch 200€ für Notfälle.

Was nie verkehrt ist: in der ersten Zeit ein Haushaltsbuch führen, damit du einen Überblick gewinnst über Einnahmen/ Ausgaben. Gerade die Fixkosten sollte man nicht unterschätzen...

Antwort
von Malheur, 7

Deinen Stromverbrauch kannst du in etwa ausrechnen. Schau mal hier beispielsweise (es gibt viele Stromanbieter, da musst du mal recherchieren; aber mit denen habe ich nur gute Erfahrungen gemacht; ist auch nicht nennenswert teurer als nicht normaler Strom):

https://www.naturstrom.de/

Dort ist ein kleiner Rechner, wo du die Personen im Haushalt auswählen kannst. Dort werden 1500 kWh angegeben. Das ist ein geschätzer Verbrauch.
Als ich alleine wohnte, waren es vielleicht 1000 kWh für 35 qm. Das hängt immer davon ab, was du für Geräte im Haus hast, was für Lampen und wie lange du das alles benutzt.
Wie bei dem Beispiel mit dem Rechner oben dort aufgelistet, würdest du pauschal für 1500 kWh ca. 42 Euro im Monat zahlen, wenn du dort neu bist. Jedes Jahr wird das allerdings angepasst, sodass, wenn du weniger verbrauchst, einen geringeren Abschlag (also das, was du monatlich zahlst) zahlst.

Die Kosten für Heizung hängen davon ab, wodurch deine Heizung warm wird. Also mit Gas-Durchlauferhitzer oder über sonstige zentrale Warmwasserversorgung. Wenn du Gas hast, dann wird das meist über einen separten Anbieter abgerechnet und wenn nicht, wird das auf deine Kaltmiete aufgeschlagen, was dann unter anderem zur Warmmiete gehört. Dafür bekommst du in der Regel jährlich eine Betriebskostenabrechnung (manche Vermieter vergessen das auch, weil die ungern Geld zurückzahlen, also schön nachhaken!), wo du dann nachzahlst (wenn du mehr verbrauchst, als der Vermieter vorberechnet hat) oder eben etwas zurück bekommst. Wenn du nun nicht gerade 5 Kühlschränke und 10 Waschmaschinen am Tag laufen lässt, ist es nicht selten so, dass man eher kleine zweistellige Beträge nachzahlt oder wiederbekommst. Das ist aber überall unterschiedlich.

Bei 20 qm wirst du eigentlich nicht viel heizen müssen. Das kommt auch auf deine Fenster und dein Wärmebedürfnis an.

Prinzipiell musst du aber keine Angst vor hohen Folgekosten haben. Dein Vermieter wird dir sagen, was du bezahlen musst.

Zur hohen Kante: Meine Faustregel ist etwa Warmmiete*3. Also, wenn deine Warmmiete 400 Euro beträgt, ist es nicht schlecht mind. 1200 Euro für den Notfall zu haben, sodass du, falls irgendwas passiert, den Monat noch gut überrunden und deine Miete zahlen kannst. Da sollte man auch etwas Disziplin haben, diese Betrag nicht auszugeben. Es geht schließlich um dein Zuhause.

Antwort
von wilees, 14

Kleiner Tipp für "Anfänger" - mach Dir die Mühe und lies mindestens einmal monatlich Deinen Stromzähler ab. Dann erlebst Du keine böse Überraschung bei der Jahresendabrechnung. Selbiges gilt für die Wasseruhr. Und beim Duschen über einen Durchlauferhitzer sollte man nicht zu den "Langzeitduschern" gehören.

Antwort
von Joergi666, 15

sehr verständlich deine Fragen, pauschal aber leider nicht zu beantworten. Gerade die verbrauchsabhängigen Kosten können nach meiner Erfahrung stark variieren (entsprechend je nach eigenem Verhalten)- insofern dürften auch die anderweitigen Nebenkosten wie Heizung und Wasser noch schwer für dich zu kalkulieren sein, denn du bezahlst ja wahrscheinlich nur eine Pauschale und dann wird einmal im Jahr nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet. 20qm ist natürlich extrem wenig, dennoch kalkuliere eher etwas höher und freue dich ggf. über eine Nachzahlung- besser wie anders herum. Nach meiner Erfahung sind die Durchschnittswerte der Vergleichsrechner auch eher etwas höher wie etwas niedriger, sollten also einen ganz guten Anhaltspunkt bieten. Und Rücklagen sind natürlich immer gut- einen festen Betrag auszumachen erscheint mir aber schwierig.

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