Frage von Umineko, 38

Verrauschte Bilder trotz 20.4 Megapixel?

Hallo, meine neue Kamera ist eine Bridge-Kamera, die Sony HX400V. Ich habe mehrere Bilder mit ihr geschossen und mir fiel auf, dass die Bilder,sobald man sie sich am PC näher anschaut, im Detail dann sobald man ranscrollt verrauscht und krüsselig sind. Das überrascht mich, denn ISO wert halte ich immer sehr gering. Hab es dann mit veränderung der Blende versucht. Etwas besser, aber immer noch verrauscht. Ich habe Bilder mit einer DSLR gemacht, die eine Ecke weniger Megapixel hat (12) und die Bilder sind beim scrollen gestochen scharf. Ich kann da bis hin zur Nasenspitze bei einem Portrait scrollen-scharf.
Habt ihr eine Idee,was ich falsch gemacht haben könnte? Ist es vielleicht der Sensor der Kamera? Bin leider nicht so der Profi auf dem Gebiet Danke euch schon mal für eure Hilfe im Voraus

Expertenantwort
von IXXIac, Community-Experte für Fotografie & Kamera, 5

Hallo

- dass Bild ist verrauscht weil der Sensor 20MP hat und auch noch hinter einem Supermagadupperdoppelsuper-Zoom sitzt
- die Megapixel des Sensor haben zwar etwas mit der Schärfe und Auflösung zu tun sind aber primär wie auch das Zoomverhältniss ein "Marketingkonstrukt" der einfachen Wahrheiten (MEHR ist immer Besser vor allem wenn es noch billig verkauft wird)
- die 1/2,3" Sensorgrösse (bzw das ehemalige Super 8 Filmformat) unterliegt optischen Grundsatz-Bedingungen (Nyquistgrenze). Man kann maximal eine reale Auflösung von durchschnittlich 6MP erreichen, mit lichtstarken Optiken (Nikon P300/310, IXUS, Pentax Q) gehen auch in der Bildmitte Spitzenwerte bis 10MP. Ergo die Kamerahersteller "blasen" die reale Auflösung per Bildprozessing auf und das geht immer besser je mehr Rechenleistung der Prozessor hat (Der Bionz Prozessor macht das ja Super, der hat massive Rechenpower). Das Aufblasen kann man auch nachträglich am Computer machen und sogar qualitativ besser weil der Computer das nicht in Millisekunden erledigen muss und damit durch mehrstapelige Fraktalelementrechnung mehr Details erhalten bzw "Konstruieren" kann (Aber dazu braucht man ein TIFF/DNG/RAW).
- bei 1/2,3" Sensoren ist die Beugungsgrenze bei etwa Blende 2.8. Anderst gesagt was bis Blende 2.8 nicht "Scharf" ist wird durch abblenden nicht mehr schärfer und ab 5.6 wird es dann unscharf. Insofern sind Superzooms mit Lichtstärken jenseits 5.6 oder auch noch 5.9 eigentlich "Unsinn" aber auch in dem Fall wird das "unscharfe" Bild einfach so lange Interpoliert bis es scharf genug ist.
- 99% der Kameras am Markt benutzen einen Sensor hinter einem Bayer RGGB Filter. Das heisst von den aktuell 20MP sind 10MP für Grün, 5MP für Rot und 5MP für Blau. Das ergibt durch Interpolation eine geringere Auflösung (In etwa die Quadratwurzel, also 14MP). Das Hauptargument der Hersteller dass die 20MP auch "volle" 20MP sind ist die Linienauflösung anderst gesagt mit wievielen Bauklötzchen man eine diagonale oder schräge Linie auflösen kann (Treppenstufeneffekt). Aber diese Linien bzw deren Kontrastkanten sind aus dem RGGB Muster "errechnet"

Nun ja die Bildqualität der Sonys mit dem Sensor werden in denn Test als gut beschrieben weil die vielen Megapickel und das Bildprozessing genau denn "Visal Noise" Messwert der diversen Testmagazine optimiert. Solange man das Bild nicht vergrössert/cropt ist es auch brauchbar zumindest bei Tageslicht.

Das ganze hätte man durch das lesen diverser Tests und runterladen des dortigen Originalmaterials schon vor dem Kauf selber prüfen/sehen können oder durch einen eigenen Test in einem Laden ermitteln (SD Karte kann man ja zur Not im Laden kaufen u. mitnehmen)

Wobei ich es mal so Sage; es gibt wohl Bildprozessoren welche standardisierte Testbedingungen erkennen und dann in denn Püfmodus schalten. Das ist so wie wenn ein modernes Auto erkennt dass es auf dem Rollenprüfstand steht und jetzt die Abgase denn gesetzlichen Testwerten entsprechen müssen. Die moderne Kamera erkennt dass sie auf einem Stativ steht und das Bild Bestandteile eines USAF Targets oder einem anderen genormten Prüfbestandteil im Bild auftaucht (Ist ja in etwa so was wie die Gesichtserkennung) Deswegen sind Bilder von Testtargets tückisch und eigene Testsituationen wie es zb die CT (Heise) macht oder selbst geschossen "Testbilder" von Gras, Hecken, Baumkronen sind "realistischer" bzw oft so eben "unrealistisch" (Matscheffekt, Wachseffekt)

Es gibt auch Kameras welche trotz kleinem Sensor relativ gute Bildergebnisse liefern bzw gut genug für Fineprints in A3+. Das reicht auch locker für Fotoreportage in Zeitungen und Zeitschriften (Online sowieso). Diese Kameras erkennt man daran das diese die kleinsten Zahlen bei Zoomverhältniss und Megapixel haben. Im Bereich von Prosummer Bridges bis um 400€ sind das;

- Fuji X S1 (2/3" 16MP aber diagonales EX Bayer Muster mit Weisspunkt)
- Lumix FZ200 (1/2,3" 12MP)
- Nikon P7800 (1/1,7" 12MP)
- Olympus Stylus 1 (1/1,7" 12MP)

Die letztern 3 Kameras haben auch noch eine ordentliche Lichtstärke mit Freistellpotential und ein brauchbares Bokeh.

Die Bildqualität bei Schönwettermotiven kann durchaus "DSLR-Qualität" erreichen zumindest wenn die DSLR mit denn billigen Kit Eimern bestückt wurden.

Und wer Bilddateien mit mehr als 100% Qualität (also zum Cropen bzw mit Layoutreserve) will/braucht kauft sich am besten eine Voll oder Mittelformat mit mindestens 36MP und die dazu nötigen Festbrennweiten.

Eine Kompaktkamera taugt nicht zum Cropen deswegen werden ja die Zooms verbaut wo man dann das Bild bei der Motiverstellung (Fotografieren) gleich auf denn benötigten Bildauschnitt einstellt. Dann "passt" die Qualität so lange man eben nicht mehr als 100% Ansichten am Monitor macht und wenn man es "ausdruckt" ist es an denn billigen Tintenpissern der Amateuren meist eh egal weil der Drucker bei A4 in "300DPI "Einstellung reale 2-3MP Auflösung auf das Papier bringt und den Matsch und die Treppenstufen des JPEG gar nicht auflösen kann.

Natürlich,,, wer sich diese JPEG auf einem 30000€ EIZO Duravision ansieht erkennt sofort diverse "Schwachstellen" aber das gilt auch für DSLR Bilder mit einem Kit Zoom. Und wer die Kohle hat sich so einen Monitor zu leisten der kauft sich dann eben eine Sony RX1 oder Leica Q als Taschenkamera. Bei denn Kameras kann man dann auf 400-800% cropen

Kommentar von IXXIac ,

Hallo

- www.heise.de/preisvergleich/eizo-duravision-fdh3601-schwarz-fdh3601-bk-a903864.h...

nun ja die Duravison sind jetzt günstiger zu bekommen aber die benötigte Grafikhardware des Computers kostet auch nochmal 2000€ aufwärts

Antwort
von Airbus380, 26

Diese winzigen Sensoren rauschen nun mal. Bei geringer Betrachtungsgroeße und bei kleinen Drucken faellt das nicht so auf. Aber wenn man in das Bild reinzoomt, gar auf 100% und dann auf dunklere Stellen achtet, vielleicht gar noch nachtraeglich aufhellt, dann sieht man das ganze Ausmaß des Dramas. ;-)

Die Pixelchen (Lichtsammler) sind ja auch um ein Vielfaches kleiner als bei einer "ordentlichen" Kamera und deshalb muessen die elektrischen Signale um so mehr verstaerkt werden, je kleiner die Pixel sind und auch um so hoeher die ISO-Einstellung ist.

Antwort
von migebuff, 24

Warum "trotz" 20 Megapixel? Eben wegen der 20 Megapixel. Je mehr davon auf die gleiche Fläche gequetscht werden, desto schlechter wird das Rauschverhalten.

Das Ding hat einen winzigen 1/2,3-Zoll-Sensor verbaut, das ist gerademal Smartphone-Niveau, die Sensorfläche ist 30mal kleiner als bei einer Kleinbild-Dslr. Das muss zwangsläufig rauschen.

Antwort
von heikobo, 2

Der Sensor ist viel kleiner und das einzelne megapuxel auch noch viel kleiner ,da ja mehr auf dem kleineren Sensor untergebracht werden müssen. Eine Rolle spielt auch die lichtstärke des objektives und Qualität der optischen Linsen

Antwort
von FoxundFixy, 24

Da ist wohl jemand den Werbefuzzies der Fotoindustrie auf dem Leim gegangen,die den Eindruck vermitteln,je mehr MP umso besser.

Dem ist nicht so. Je größer der Sensor ( Fläche ,nicht Megapixel) ,desto weniger rauscht er. Deswegen hat die 12MP DSLR auch bessere Fotos gemacht

Antwort
von unpolished, 21

Liegt denn wahrscheinlich an dir und deinen Einstellungen, bzw. dass du bei schlechten Lichtverhältnissen fotografierst. 

Denn wenn ich mir hier Beispielbilder anschaue, dann ist da nichts verrauscht! 

http://www.cameralabs.com/reviews/Sony\_Cyber-shot\_HX400V/sample\_images.shtml

http://www.photographyblog.com/reviews/sony\_cybershot\_dsc\_hx400v\_review/samp...

Kommentar von migebuff ,

Schau dir die Bild doch mal in voller Auflösung an, nicht nur diese kleinen 640*480-Webansichten.

https://www.flickr.com/photos/cameralabs/14219676812/sizes/o/

Kommentar von unpolished ,

Digga, ich habe jetzt nicht 100 Bilder durchgeschaut. Die Bilder die ich mir anschaute waren völlig OK. Auch weiß ich, wie man Bilder größer macht. Bin nämlich selber bei Flickr und stelle dort meine Bilder Online. Musst mich hier also nicht belehren! 

Kommentar von FoxundFixy ,

Die Fotos sind nicht nicht nur Matsche ,sondern haben auch heftige Verzerrungen in den Randbereichen.

Katastrophal

Kommentar von migebuff ,

ich habe jetzt nicht 100 Bilder durchgeschaut

Nunja, ich auch nicht. Das erste Bild aus deinem ersten Link hat schon voll und ganz gereicht.

Antwort
von christl10, 20

Das kommt davon wenn man sich eine billiges Produkt anschafft. Für 300€ kannst Du nicht veil erwarten, das ist Smartphoneniveau. Eine Bridgekamera ist somit das billigste und schlechteste was man sich anschaffen kann. Sie blenden mit viel MP und sehr viel Zomm bei schlechter Bildqualität. Viele wissen immernoch nicht, daß viel MP vichts zu heisen hat. 10MP können viel besser sein als das doppelte. Viel Zoom ist zwar erfreulich geht aber zu Lasten der Bidqualität. Lass Dich das nächste mal besser beraten oder informiere Dich besser bevor Du so ein Mist kaufst und Dich dann über das Bildrauschen beschwerst. 

Antwort
von Skinman, 15

Die sind nicht trotz, sondern wegen der Megapixel verrauscht.

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