Frage von JenniferDarlene, 130

Welche Verpflichtung habe ich nach fristloser Kündigung dem Vermieter gegenüber?

Hallo ihr Lieben,

Ich habe am 04.12.2015 eine fristlose Kündigung von meiner Vermieter per Post erhalten und aus privaten Gründen dankend angenommen. Die Räumungszeit bis zum 12.12.2015 ist zwar knapp, aber möglich für mich. Jedoch behauptet mein Vermieter jetzt, dass ich die Miete weiter bezahlen muss bis er einen neuen Mieter für die Wohnung gefunden hat. Der ursprüngliche Mietvertrag war für min. 24 Monate angelegt, wobei ich jetzt erst 16 Monate dort wohne. Ich bin überzeugt davon, dass diese Regelung im Vertrag jedoch entfällt, da die fristlose Kündigung ja von ihm selbst kam und nicht von mir.

Kennt sich damit jemand aus...? würde mich sehr über schnelle klare Anworten und Meinungen dazu freuen. :)

lg Jenny

Antwort
von imager761, 106

Jedoch behauptet mein Vermieter jetzt, dass ich die Miete weiter bezahlen muss bis er einen neuen Mieter für die Wohnung gefunden hat.

Stimmt, da hat er Recht: Wer durch vertragsbrüchiges Verhalten die Mieteinnahmeerwartungen nicht erfüllt, schuldet diesen Mietausfallschaden  ersetzt.

Daher hast du diesen Schadensersatz längstens bis zur frühstmöglichen Kündigungsmöglichkeit nach 24 bzw. 27 Monaten Mindestmietdauer entweder in Höhe der Differenz der Miete deines Nachmiters oder eben in der Höhe der mit dir vereinbarte Miete voll zu ersetzen, wenn erst nach diesem Termin ein neuer Mietvertrag mit einem Nachmieter geschlossen würde :-O

Denn nach der notwendigen fristlosen Kündigung und deinem Auszug steht dem VM nicht sofort einen neuer Mieter zur Verfügung oder können die Räume nicht gleich zu den gleichen Bedingungen vermietet werden.

Die Schadensersatzpflicht bis zur frühstmöglichen Kündigungsmöglichkeit bestünde solange wie du nicht beweisen könntest, dass der VM keinerlei Bemühungen anstellt, einen akzeptablen Nachmieter zu suchen, was kaum gelingen dürfte.

G imager761

Antwort
von Nemisis2010, 113

Tatsächlich kann der Vermieter auch über die Beendigung des Mietverhältnisses hinaus, hier einen Mietausfallschaden geltend machen. Entscheidend dürfte hier insbesondere sein, ob der fristlose Kündigungsgrund berechtigt war, z.B. Mietrückstände oder ein anderer grober Vertragsverstoß Deinerseits vorlag oder eben nicht vorlag.

http://www.haufe.de/immobilien/verwalterpraxis/kuendigungsfolgeschaden-miete_ide...

Antwort
von DarthMario72, 94

Jedoch behauptet mein Vermieter jetzt, dass ich die Miete weiter bezahlen muss bis er einen neuen Mieter für die Wohnung gefunden hat.

Da behauptet er richtig. Denn die fristlose Kündigung kommt ja normalerweise nicht aus heiterem Himmel, sondern wegen einer massiven Vertragsverletzung. Wenn der Vermieter also von dir Schadenersatz in Höhe der ihm entgangenen Miete fordert, dürfte er damit gute Chancen haben. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, ab dem eine ordentliche Kündigung deinerseits hätte wirksam werden können.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 54

Eine fristlose und außerordentliche Kündigung ist nicht anzunehmen. Ihr kann auch nicht widersprochen werden. Nach Erhalt dieser Kündigung heißt es Koffer packen und fristgerecht ausziehen. Danach wäre die Mietsache an den Vermieter herauszugeben. Ist der Kündigungsgrund nicht genannt oder nicht so schwerwiegend, dass sich daraus keine fristlose Kündigung ergeben kann, dann bleibe in de Wohnung und warte die Klage auf Räumung und Herausgabe der Wohnung ab. Hier würde über deine Meinung hinsichtlich der Unwirksamkeit der Kündigung entschieden werden.

Nun willst du vermutlich fristgerecht ausziehen, damit würde die Kündigung umgesetzt und von dir in ihrem Inhalt anerkannt. Die Konsequenz: du schuldest dem Vermieter Entschädigung für die nun unvermietete Wohnung bis zum Einzug eines neuen Mieters oder bis zum Ende der Befristung des MV.

Es kann aber hier auch ein gegenseitige Kündigungsauschluss für mindestens 24 Monate vorliegen. Dein Kommentar ist nicht eindeutig.

Antwort
von gutefrage2311, 97

Wenn er dich Kündigt, dann ist Ende, lass dir von dem Vogel keinen Druck machen. Wenn du gekündigt hättest, dann hättest du diese Kündigung zu Verantworten und dich an den Vertrag halten müssen. Er Kündigt dir aber Fristlos, also hebt er die Fristen selber auf, wenn er dich auffordert zu Zahlen, geb es einem Anwalt weiter, dieser wird nur die Stirn runzeln und Grinsen.

Kommentar von wolfram0815 ,

Mieterschutzbund reicht auch. Ist vielleicht günstiger

Kommentar von gutefrage2311 ,

Stimmt, hab ich gar nicht dran Gedacht.....Däumchen.

Kommentar von DarthMario72 ,

wenn er dich auffordert zu Zahlen, geb es einem Anwalt weiter, dieser wird nur die Stirn runzeln und Grinsen.

Das bezweifle ich mal.

Kommentar von imager761 ,

Wenn er dich Kündigt, dann ist Ende, lass dir von dem Vogel keinen Druck machen.

Unsinn: "Der Vogel" kann Mietausfallschaden bis zum frühstmöglichen Kündigungstermin des M geltend machen, wenn er keinen akzetablen Nachmieter fände :-O

Mach du dir mal keinen Druck, weiter zu reden wie dir der Schnabel gewachsen ist, auch wenn das dem Fragesteller überhaupt nicht hilft.

geb es einem Anwalt weiter, dieser wird nur die Stirn runzeln und Grinsen.

Bestimmt wir er das: Mit solchen unbedarften Mandanten verdient er gutes Geld. Das zahlt zwar sein Mandant, aber was kümmert ih  das?

Kommentar von Genesis82 ,

Deine Antwort ist komplett falsch - sorry. Eine fristlose Kündigung ist eine Konsequenz einer schweren Vertragsverletzung seitens des Mieters. Der gekündigte Mieter hat dementsprechend die entstehenden Mehrkosten zu ersetzen. Das heißt: Bis ein neuer Mieter einzieht (bzw. maximal bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine ordentliche Kündigung wirksam geworden wäre) ist weiterhin die Miete zu bezahlen, allerdings muss der Vermieter auch nachweisen können, dass er sich um einen neuen Mieter bemüht. Kann der Vermieter bei einer Neuvermietung nur eine geringere Miete erzielen als bisher, dann ist der gekündigte Mieter auch für die Differenz schadenersatzpflichtig.

Kommentar von bwhoch2 ,

Dem ist noch hinzu zu fügen, dass die 24 Monate Mindestmietdauer ggf. anzusetzen sind, also ab jetzt noch 8 Monate. Falls die vertragliche Befristung ihren Grund darin hatte, dass ab dem 25. Monat ein bestimmter Verwendungszweck geplant ist, an dem sich jetzt auch nichts ändert, wird es schwierig, zwischendrin noch einen Mieter zu finden.Insofern schränkt sich auch die Anforderung ein, dass der Vermieter sich um einen Nachmieter bemühen muss.

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