Frage von ralfneumann1977, 202

Verpflegungsmehraufwand Steuerlich absetzen erlaubt?

Guten Tag,

Mein Arbeitgeber sitzt in Ratingen. Der Kunde für den ich eingesetzt werde sitzt in Düsseldorf. (dieser ist aber nicht vom meinem Arbeitgeber als Erste Tätigkeitsstätte vertraglich bestimmt,ich kann also jederzeit woanders eingesetzt werden)

Kann ich jetzt bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden von meinem Wohnort bis zum Kunden, den Verpflegungsmehraufwand von 12€ Pro Tag absetzen?

Hier noch ein Link: https://blog.fastbill.com/verpflegungsmehraufwand/

Danke und Gruß Ralf

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DerSchopenhauer, 93

Die Zuordnung (ist an keine Form gebunden) durch den Arbeitgeber zu einer Tätigkeitsstätte muss auf Dauer angelegt sein (Prognose). Die typischen Fälle einer dauerhaften Zuordnung sind:

die unbefristete Zuordnung des Arbeitnehmers zu einer bestimmten betrieblichen Einrichtung oder Kunden

oder

die Zuordnung für die Dauer des gesamten – befristeten oder unbefristeten – Dienstverhältnisses

oder

die Zuordnung über einen Zeitraum von 48 Monaten hinaus.

Das ist zu prüfen - liegt keiner der dauerhaften Fälle vor, dann kann Verpflegungsaufwand geltend gemacht werden, da es sich dann nicht um eine erste Tätigkeitsstätte handelt (max. 3 Monate).

Kommentar von ralfneumann1977 ,

hi DerSchopenhauer


Danke für deine Antwort

Also ich fahre in alle Regel von Zuhause aus direkt zum Kunden, alldings kommt es ab und zu auch vor, dass ich Arbeitsmaterialien aus Ratingen holen muss. Beginnt die 3 Monatsangabe dann jedes mal von neuem?

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Nein - Neubeginn der 3-Monatsfrist: wenn die Unterbrechnung der Tätigkeit bei demselben Kunden mindestens 4 Wochen dauert...

In Deinem Fall endet die Tätigkeit bei dem Kunden ja nicht, nur weil Du gelegentlich vorher Materialien in Deiner Firma holst und von dort aus zum selben Kunden fährst..

Kommentar von MenschMitPlan ,

Die Prüfung ist doch an der Stelle noch nicht zu Ende? Mangelt es an einer Zuordnung durch den Arbeitgeber ist noch § 9 Abs. 4 Satz 4 EStG zu prüfen. Und diese Merkmale sind doch erfüllt (arbeitstägliches Tätigwerden). Also erste Tätgkeitsstätte, kein VMA.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Das Entscheidende bei der ersten Tätigkeitsstätte ist das Merkmal DAUERHAFT


"...ist nach § 9 Absatz 4 Satz 4 EStG von einer ersten Tätigkeitsstätte an der betrieblichen Einrichtung auszugehen, an der der Arbeitnehmer typischerweise arbeitstäglich oder je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder mindestens ein Drittel seiner vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit dauerhaft (vgl. Rz. 13 ff.) tätig werden soll."

BMF-Schreiben: IV C 5 - S 2353/14/10002

Diese dauerhafte Absicht ist zu prüfen - dazu wissen wir aber nichts, um das zu beurteilen...

Antwort
von Nightlover70, 121

Ja, das sollte gehen.
Im schlimmsten Fall wird es nicht anerkannt, da das FA unterstellt, dass der Kunde doch Deine erste Tätigkeitsstelle ist.
Führe auf jeden Fall genau Buch darüber wann Du jeweils am Einsatzort bist und wann Du dort wieder weggefahren bist. Dokumentiere am besten ebenfalls Deine Fahrtzeiten.

Kommentar von ralfneumann1977 ,

Hi Danke für deine Antwort. Ähm eine Frage: würde das überhaupt eine Rolle spielen, weil sowie ich das verstehe spielt es überhaupt keine rolle ob der Kunde jetzt als erste Tätigkeitsstelle deklariert wird oder nicht?

Kommentar von Nightlover70 ,

Wenn es die erste Tätigkeitsstelle ist, gilt der Kunde quasi als Arbeitsplatz und somit würde auch keine Anspruch darauf bestehen Verpflegungsmehraufwand in Ansatz zu bringen. Sonst könnte ja jeder der Vollzeit arbeitet diese machen.

Kommentar von ralfneumann1977 ,

Genau! So scheint es aber zu sein. Einzige Voraussetzung ist, dass man länger als 8 Stunden von Zuhause weg gewesen ist.

Hab hier mal ein Sreenshot aus dem Programm Wiso dazu gemacht:

https://cloud.web.de/ngcloud/external?locale=de&guestToken=MQ29tm6uSSmleU3c_...

Kommentar von Nightlover70 ,

Du hast den Screenshot nicht richtig gelesen. Da steht doch (sogar fett gedruckt): bei Abwesenheit von zu Hause und der ersten Tätigkeitsstelle.
(Findest Du oberhalb der Tabelle)

Kommentar von ralfneumann1977 ,

Achso also das würde bedeuten: Das wenn ich erst nach Ratingen fahren würde und danach zum Kunden in Düsseldorf und diese Zeit mehr als 8 Stunden beträgt ist die Pauschale gerechtfertigt?

Kommentar von Nightlover70 ,

Dann auf jeden Fall.

Kommentar von ralfneumann1977 ,

Jetzt wird es nochmal etwas komplizierter, weshalb ich nochmal eine Frage habe. (Hab noch ein Dokument angehangen)

https://cloud.web.de/ngcloud/external?locale=de&guestToken=MQ29tm6uSSmleU3c_...

Ich war vom 01.04.2014 bis zum 01.07.2015 bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt. (immer befristete Arbeitsverträge) Diese Zeitarbeitsfirma hat mich an einen Kunden "verliehen", dieser Kunde hat mich dann wiederum bei seinem Kunden eingesetzt. Am 01.07.15 hat mich der Kunde an den ich verliehen wurde unbefristet eingestellt, arbeiten tu ich aber immernoch beim selben Kunden meines jetzigen Arbeitgebers.

Die Frage ist jetzt, da ich gelsen habe das man nie länger als 48 Monate bei einem Kunde sein darf. (damit dieser nicht automatisch zur ersten tätigkeitsstätte wird).

Wie das gerechnet wird? :-D

Kommentar von BarbaraHo ,

Solange du nicht über Ratingen gefahren bist, zählt die Zeit von und nach zu Hause. Direkter Weg, keine "Umwege" (einkaufen, Freunde treffen oder so). Aber auch nur, solange du keine erste Tätigkeitsstätte anfährst. Dreimonatsregelung beachten!

Kommentar von ralfneumann1977 ,

Okay das bedeutet also, dass ich dann maximal 3 Monate als Verpflegungsaufwand angeben kann. (Da in der Regel nie über Ratingen gefahren bin)

Wie ist das aber, wenn ich innerhalb von 3 Monaten einen Tag wieder über Ratingen gefahren bin ?

Und/Oder mal für 2-3 Tage im Monat für einen Tag in Ratingen gearbeitet habe?

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