Frage von dilos, 69

Vermögensverwaltung oder gewerbliche Tätigkeit?

Einen schönen guten Abend,

ich habe eine Frage zu einem speziellen Thema. Welche Tätigkeit liegt vor, wenn eine KG ein Apartment- Haus betreibt welches durchschnittlich jeweils für 10 Wochen vermietet werden kann und das auch nur für ausländische Gäste wie z.B. Studierende. In diesem Apartment werden aber ebenfalls Dienstleistungen erbracht wie z.B. Empfangsservice Frühstück etc.

Eigentlich ist es eine gewerbliche Tätigkeit meiner Meinung nach jedoch bin ich mir nicht sicher und kann dies nicht deutlich begründen.

Wäre für jede Hilfe dankbar..

LG :)

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Antwort
von DerHans, 69

Das ist selbstverständlich eine gewerbliche Tätigkeit aus dem Hotel- und Gaststättenbereich.

Kommentar von dilos ,

Danke für die schnelle Antwort, gehört es also somit auch in die Einkunftsart Gewerbe oder  eher Vermietung?

Kommentar von DerHans ,

Das ist eine Gewerbe. Vermietung von Wohnraum wäre ja mehrwertsteuerfrei.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

was hat die Umsatzsteuer mit der gewerblichen Tätigkeit zu tun?

und Wohnraumvermietung kann durchaus USt-Pflichtig sein ...

siehe Hotels

Kommentar von dilos ,

Der Meinung war ich auch.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

was an "gewerblicher Tätigkeit" ist unverständlich?

Kommentar von dilos ,

Gewerblich ja nur musste ich das begründen, da ich auch Vermögensverwaltung als Auswahl hatte. Da ja Dienstleistungen angeboten werden, war ich auch entschlossen, dass gewerbliche Tätigkeit korrekt ist. Nur muss ich nun die Einkunftsart festlegen und konnte mich nicht entscheiden. Gewerbliche Tätigkeit oder Vermietung Verpachtung..... 

Kommentar von RudiRatlos67 ,

mit Vermietung/Verpachtung ist ehr die langfristig angelegte Vermietung gemeint. kurzfristig ist es nach meinem Verständnis ehr eine Dienstleistung

Antwort
von Geochelone, 27

Die Vermietung von Wohn- oder Geschäftsräumen auf lange Zeit ist "Verwaltung eigenen Vermögens" und damit kein Gewerbe. Da diese KG aber regelmäßig kurzfristige Verträge schließt und gewerbliche Nebenleistungen erbringt, ist diese Tätigkeit eindeutig ein Beherbergungsbetrieb und damit Gewerbe.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 26

Wenn mir solchen Dinge eindeutig wären, dann hätte ich vielleicht doch meine Steuerberaterprüfung abgelegt.

Trotzdem: Für mich ist - vorbehaltlich die Uni ist Vollhafterin - das eine reine Vermögensverwaltung. Die KG wendet sich nämlich nicht an die Allgemeinheit aller Studierenden in den Welt, sondern an die bei ihr eingeschriebenen StudentInnen.

Gewerblichkeit setzt die Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr voraus § 15 (2) EStG. Scheint hier aber nicht der Fall zu sein.

Ob da Dienstleistungen oder Handel stattfinden ist egal. Im HGB haben wir diese starke Abgrenzung ja auch nicht mehr. Dem Steuerrecht war das m.E. schon immer egal.

Gewinnerzielungsabsicht ist bei allen Einkunftsarten gefordert. Ist also auch keine Besonderheit - jedenfalls nicht in dem Zusammenhang.

Die Rechtsform der KG spielt hier in der Betrachtung aber eine Doppelrolle. Einmal ist sie Personengesellschaft und die sind im Grundsatz in der Lage sämtliche Einkünfte zu erzielen. So auch die aus Vermietung und Verpachtung.

Dabei steht mir § 15 (1) Nr. 2 EStG zum Teil im Widerspruch. Da steht nämlich für die KG, dass Vergütungen für die Tätigkeit, für Darlehen und die Überlassung von Wirtschaftsgütern Einkünfte aus Gewerbebetrieb darstellen. Der Gesetzgeber zählt den Gewinn aber nicht mit auf.

Zusammenfassend wäre meine Entscheidung Einkünfte nach § 21 EStG weil § 15 (2) nicht erfüllt wird.

Dabei dürfte meine eingangs gemachte Angabe, dass die Uni Vollhafterin sein muss egal sein.

P.S. Die Lösung von Deinem Prof würde mich wirklich interessieren! Wäre schön, wenn Du die hier mal dranhängen könntest.

Kommentar von Geochelone ,

Als alter Gewerberechtler muss ich mal wieder darauf hinweisen, dass es sich nicht nach dem EStG richtet, was Gewerbe ist oder nicht, sondern nach der GewO ! Wenn man sich auf das EStG verlässt, kann man dennoch einen Bußgeldbescheid vom Gewerbeamt bekommen, weil für die das EStG nicht maßgeblich ist !

Und nach der Schilderung handelt es sich hier um einen Beherbergungsbetrieb, der als Gewerbe anzumelden ist, egal, ob das Grundstück (Vermögen) ein eigenes ist oder nicht.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Aber gerade das Gewerberecht hebt doch auf die allgemeine Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr ab. Bei einer Betriebsaufgabe kann es ja passieren, man findet keinen Käufer. Nur einen Pächter. Dann war es das mit der Betriebsaufgabe und die Einkünfte würden gewerblich bleiben. Aber nach GewO müsste doch eine Abmeldung erfolgen. Das sehe ich hier für die Gewerbeanmeldung in dieser Aufgabe ähnlich, wenn ich diesmal auch steuerlich zu einer anderen Lesart komme.

Kommentar von Geochelone ,

Bei einer Betriebsaufgabe kann es ja passieren, man findet keinen Käufer. Nur einen Pächter.

Wenn man den Beherbergungsbetrieb aufgibt und das Objekt verpachtet, muss man abmelden und der Pächter muss neu anmelden. Aber eine Betriebsaufgabe war doch m.E. in der Frage nicht gegeben, oder?

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Das ist richtig, es ging mir nur um die Analogie. Und genau wie der Verpächter nach der gescheiterten Veräußerung nicht am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt, tut es hier die KG in meinen Augen auch nicht.

Antwort
von berndkleve, 7

Wenn solche hotelähnlichen Zusatzleistungen erbracht werden, wird es steuerlich grundsätzlich als gewerblich eingestuft.

Mußt du mal googeln nach dem BfH Urteil.

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