Frage von tubaauditiva, 69

Vermietete Eigentumswohnung geeignet zum Steuernsparen?

Hallo, ich habe eine Frage zum Steuernsparen mittels vermieteter Eigentumswohnung:

Wie sind hier die Relationen? Wie hoch müsste die Jahresnettokaltmiete sein, damit sich dies lohnt?

Antwort
von archibaldesel, 46

Nein! Du kannst zwar zusätzliche Kosten steuerlich geltend machen, aber dafür sind die Mieteinnahmen steuerpflichtig. Das Finanzamt achtet darauf, dass du grundsätzlich eine "Gewinnerzielungsabsicht" verfolgst. Das heißt, dass die steuerpflichtigen Einnahmen die steuermindernden Ausgaben übersteigen.

Am Ende zahlst du durch vermietetes Eigentum nicht weniger sondern mehr Steuern. Aber du nimmst auch mehr ein.

Antwort
von christl10, 36

Ich habe 2 Eigentumswohnungen vermietet und muss Steuern nachzahlen. Also nix da mit Steuern sparen. 

Antwort
von ladyell, 43

Steuern sparen würde ich nicht sagen, du kannst halt die Schuldungszinsen absezten und alles was sonst Reparaturmäßig anfllt auch.

Kommentar von kevin1905 ,

Auch die Betriebskosten können als Ausgaben berücksichtigt werden. Genauso wie die Vorauszahlungen auf die diese durch den Mieter als Einnahmen zu erfassen sind.

Kommentar von ladyell ,

Was meinst du mit Betriebskosten? Wasser, Heizung usw.? Das muss der Mieter doch sowieso zaheln.

Kommentar von kevin1905 ,

Der Mieter zahlt an den Vermieter und nicht direkt an den Versorger.

Alles was beim Vermieter an Geld ankommt (zufließt) ist in der Anlage V als Einnahmen zu erfassen (§§ 11, 21 EStG).

Alles was der Vermieter auslegt, an die Versorger etc. sind Werbungskosten (§ 9 EStG).

Ob etwas umlagefähig ist, spielt aus steuerlicher Sicht KEINE Rolle.

Kommentar von ladyell ,

Ahhhh :) wieder schlauer

Antwort
von wiki01, 40

Wassn für Steuern willst du sparen? Um Steuern zu sparen, musst du erst einmal ein verwertbares Steueraufkommen haben. Ansonsten gehen die Mieteinnahmen voll in dein zu versteuerndes Gesamteinkommen. 

Die Möglichkeiten, Investitionen an einem Bau steuerlich geltend machen zu können, sind bei einer Eigentumswohnung eher gering, denn größere Kosten werden auf die Besitzer aufgeteilt. Unter dem Strich - aus eigener Erfahrung, kannst du die Steuern, die du auf die Mieteinnahme abzuführen hast, kaum durch andere Aufwendungen ausgleichen.

Antwort
von kevin1905, 30

Der Denkansatz ist Schwachsinn.

Wenn die Höhe der Werbungskosten die vereinnnahmte Bruttowarmmiete übersteigt, sind die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung negativ.

Gibt es andere Einkünfte (außer aus Kapitalvermögen) so werden diese verrechnet und das zu versteuernde Einkommen sinkt. Gibt es keine anderen Einkünfte entsteht ein Verlustvortrag.

Es gibt aber keine Steuersätze über 45% zzgl. Soli und ggf. KiSt..

Bedeutet erhöhe ich meine Ausgaben (Werbungskosten) um 1.000,- €, zahle ich dadurch maximal 450,- € weniger Steuern. Habe aber effektiv immer noch 550,- € weniger in der Tasche oder auf dem Konto.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

tja, ich kenne viele Menschen, die ihr Geld lieber der Bank oder für (steuerlichen ...) Schwachsinn ausgeben bevor sie das Geld dem Finanzamt geben ....

dass sie damit unter Strich schlechter dastehen wollen sie nie glauben ...

Kommentar von kevin1905 ,

Das finanzieller Analphabetismus in Deutschland ein bisschen Volkskrankheit ist merken wir beide glaube ich in unseren jeweiligen Berufen in gewisser Regelmäßigkeit.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ich habe einem Mandanten, der in eine PV-Anlage investiert hat, zwei Berechnungen gefertigt ...

Kaufpreis damals ca. 75.000 € (netto), Finanzierungskonditionen hatte ich aus einer ähnlichen Finanzierung vorliegen ...

Ergebnis:

mit Darlehen wird die Steuerschuld geringer ... allerdings sind auf 15 Jahre 44.000 Zinsen zu zahlen

ohne Darlehen auf die 15 Jahre 10.000 € Mehrsteuern ......

mein Mandant hat Variante 2 vorgezogen .....

am Stammtisch wurde er als Idiot beschimpft, er MUSS Schulden machen fürs Finanzamt ...

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Einem Mandanten erklärte ich, dass die Veräußerung seines sich in seinem Betriebsvermögen befindlichen PKW seinen Gewinn erhöhen würde, soweit der Kaufpreis (Umsatzsteuer jetzt mal außer Acht gelassen) den Buchwert des PKW übersteigt. Darauf die Antwort: Alles klar, dann muss ich also schauen, dass ich den PKW zu einem möglichst niedrigen Preis veräußere. Darauf mein Vorschlag: Am besten wäre es, wenn Sie mir das Auto schenken. Dann hat´s klick gemacht.

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