Frage von joneshilft, 124

Vermieter verlangt Heizungskosten für von mir nicht regulierbare Heizung ist das erlaubt?

Mein Vermieter wohnt unter mir. Von unten kann sie unsere Heizung steuern und wir haben keinerlei Zugriff auf die Regulierung. Im Sommer heizt sie manchmal volle Pulle und wenn sie im Winter wegfährt frieren wir. Es gibt zwar noch zusätzliche Heizkörper, allerdingsreichen die nicht aus. Wir bekamen nun eine völlig überhöhte Rechnung. Kann ich mich da irgendwie wehren, was sagt ds Mietrecht? Ich finde es total unverschämt, dass wir für ihre Heizlaunen viel zu viel zahlen.

Antwort
von fazula11, 16

Der Vermieter ist verpflichtet, mindestens während der üblichen Heizperiode vom 01. Oktober bis zum 30.April die Zentralheizung in Gang zu halten. Ausserhalb der  Heizperiode trifft den Vermieter eine Heizpflicht, spätestens dann , wenn die Innentemperatur in der Wohnung bei geschlossenen Fenster und Türen unter 17 Grad Celsius fällt und mit einer Besserung in den folgenden Stunden nicht zu rechnen ist. 

Liegt die Raumtemperatur, was vor allem Übergangszeit häufiger vorkommt, zwischen 17-20 Grad Celsius , kann der Mieter verpflichtet sein, eine eigene Quelle einzusetzen, wenn zu erwarten ist , dass die niedrigen Temperaturen nur kurzfristig , also maximal zwei Tage auftreten. 

Ansonsten hat der Mieter einen Anspruch auf Beheizung der Wohnung. 

Ist der Vermieter zum Heizen verpflichtet, so hat er nach DIN 4701, dafür zu sorgen, dass folgende Temperaturen in den Räumen erreicht werden können. 

-Wohn, Schlafzimmer,  Küche             20 Grad Celsius                     -Badezimmer, Duschraum                    22 Grad Celsius                                               -Flur, Diele usw.                                     15 Grad Celsius 

Die entsprechende Heiligung hat der Vermieter von 6.00Uhr morgens bis mindestens 23.00Uhr Abends zur Verfügung zu stellen.  Kürzere Zeiten, die in einem Formular Mietvertrag stehen, etwa eine  Beheizung nur bis 22.00 Uhr ist unzulässig. 

Liegt eine nicht regulierbare Überheizung der Mietwohnung vor, kann der Mieter ebenfalls berechtigt sein die Miete zu mindern, denn Überheizung Räume können ebenso einen Mangel darstellen wie zu kalte. 

Kommen auf den Mieter unerwartet hohe Heizkosten zu, die sehr weit über den  normalerweise anfallenden Kosten liege, ist der Vermieter verpflichtet, denn Mieter darauf hinzuweisen, anderseits kann der Mieter berechtigt sein , die Miete um den Anteil überhöhter Heizkosten mindern. 

Wenn nämlich Vermieter und Mieter zusammen in einem Mehrfamilienhaus leben,  müssen  die Heizkosten nicht vebrauchsabhängig abgerechnet abgerechnet werden. 

Wenn sich der Vermieter an diese Vorschriften nicht halten sollte, kann der Mieter laut Heizkosten Verordnung sogar den Heizkostenanteil , der in den Nebenkosten Abrechnung aufgeführt wird, um 15% kürzen.

Laut der Heizkosten Verordnung kann ein Mieter, die auf ihn einfallenden Kosten kürzen, wenn der Vermieter nicht Verbrauchsmässig abgerechnet hat. Bei einer Abrechnung , die nicht vom Verbrauch abhängt, hat der das Recht, den Anteil des Gesamtsaldos der Heiz- und Warmwasserkosten der auf ihn fällt , um 15% zu kürzen.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 54

Auch wenn 100 Kommentatoren nur posten, dass du dich an einen Anwalt wenden sollst, was du bestimmt auch schon in Erwägung gezogen hast, so darf ich hier behaupten, dass dieser Mietvertrag in Bezug auf Heizkosten gegen die Heizkostenverordnung verstößt.

Der Rechnung solltest du sofort widersprechen und im Gegenzug unter Fristsetzung die Installation von Heizungsmesseinrichtungen, die deiner Kontrolle unterliegen, vom Vermieter fordern. Sollte sich der Vermieter uneinsichtig zeigen, kannst du vorab schon einmal mit einer Instandsetzungsklage drohen, die aber durch einen Fachanwalt für Mietrecht n der Endkonseqenz zu veranlassen wäre.

Der Vermieter könnte nun mit einer Zahlungsklage kontern, aber dieser Klage dürfte kein Erfolg beschieden sein.

Abschließend noch eine Frage : Handelt es sich um ein Zweifamilienhaus?

Kommentar von malour ,

Und genau aus den Gründen sollte man sich lieber juristisch Vertreten lassen.

Kommentar von Gerhart ,

Es soll Vermieter geben, die einsichtig sich nach Fehlern dann doch an die Gesetze halten. Wozu soll dann der Anwalt Geld einstecken?? Das käme in 2. Linie in Frage.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 24

Gibt es Heizkostenverteiler an den Heizkörpern oder einen Wärmemengenzähler für die Wohnung? Nach welchem Maßstab wird der Verbrauch erfasst bzw. abgerechnet?

Da nur du und die Vermieterin in einem Zweifamilienhaus wohnen, ist die Heizkostenverordnung nicht zwingend anzuwenden. Es kann mietvertraglich vereinbart die Anwendung ausgeshlossen werden. Keineswegs gilt die Ausnahme in solcher Mieter-Vermieterkonstellation automatisch.

Bei völligem Fehlen von Thermostatventilen bzw. anderen Möglichkeiten der Regulierung der Heizung und damit der Möglichkeit, die Heizkosten zu beeinflussen, darf die Miete gemindert werden. Allerdings finde ich bisher nirgendwo einen Hinweis, mit welcher Quote. Wer weiß da mehr?

Antwort
von BigLittle, 36

Ob die Heizung von Dir regulierbar ist oder nicht ist erst einmal vollkommen egal. Denn der Vermieter ist verpflichtet dafür zu sorgen, daß Deine Wohnräume auf Mindesttemperaturen zu heizen sind. Diesen Mangel müßt Ihr natürlich ziemlich zeitnah dem Vermieter anzeigen. Am besten immer schriftlich per Einschreiben, damit der Termin der Mängelanzeige nachvollziehbar und beweisbar ist. Ihr müßt, wenn die Räume nur sporadisch nicht beheizt wurden das natürlich festhalten, damit die Ausfälle bewiesen werden können. Die Kosten für die Heizung werdet Ihr zahlen müssen, aber für die Zeit, die die Wohnräume nicht auf Temperatur zu bringen waren, könnt Ihr grundsätzlich die Miete mindern. Aber auf keinen Fall dürft Ihr die Miete willkürlich mindern. Entscheidend ist auch, wann dem Vermieter der Mangel bekannt gemacht wurde. Erst nach dem Zeitpunkt kann man die Miete mindern. Den Baulichen Mangel, den die nicht regulierbare Heizung darstellt, müßt Ihr auch dem Vermieter anzeigen und er muß ihn umgehend abstellen. Aber das größte Problem, daß Ihr in dem Fall haben werdet, ist die Beweisbarkeit und das Mietrecht mit seinen vielen Fallstricken. Aus diesem Grunde solltet Ihr Euch dringend die Hilfe eines Fachanwaltes suchen! Solltet Ihr Euch keinen Anwalt leisten können, dann gibt es die Möglichkeit, daß Ihr Euch beim Amtsgericht einen Beratungsschein holt, mit dem Ihr Euch dann einen Anwalt nach Eurer Wahl mit der Beratung und Vertretung beauftragen könnt. Bedenkt auch, daß Ihr vielleicht noch länger in der Wohnung wohnen bleiben wollt. Aus diesem Grund empfehle ich trotz aller Auseinandersetzung, den guten Ton nicht.  Viel Glück und Erfolg!


Antwort
von malour, 41

Ich denke nicht. Doch da kann dir der Mieterschutzbund bessere Auskunft geben oder ein Anwalt für Mietrecht.

Antwort
von DerHans, 37

Die Nebenkostenabrechnung muss natürlich nachvollziehbar sein.

Aber wenn der Vermieter das nach Lust und Laune macht, solltet ihr euch lieber eine andere Wohnung suchen.

Antwort
von rimila86, 55

Ihr hättet viel früher Einspruch einlegen müssen, nicht erst, wenn die Rechnung da ist.in Zukunft könnt ihr es aber besser machen und den Vermieter jetzt sofort darauf ansprechen und alles mit ihm klären 

Kommentar von malour ,

Gegen die Rechnung selber kannst du erst Einspruch erheben wenn du sie hast. Gegen diese Praxis einer nicht seperat ablesbaren Heizung hätte er gleich etwas unternehmen müssen. Andererseits heißt das nicht , das man nicht noch den den Versuch unternehmen kann , sich dagegen zu wehren, Das kann aber nur ein Jurist klären.

Kommentar von rimila86 ,

Ich meine mit Einspruch natürlich von Anfang an die Sachlage bezüglich der Heizkosten klären und nicht erst, wenn das Jahr um ist und die Rechnung da ist. Sie hätten viel früher daran denken sollen, dass wahrscheinlich sie die kosten übernehmen müssen, obwohl sie nicht dafür verantwortlich sind. Da war das Wort Einspruch nicht richtig gewählt. 

Kommentar von Gerhart ,

Der Fragesteller hat bereits eine Rechnung erhalten, wie aus seinem Kommentar deutlich wird. Die Konstruktion des Mietvertrages lässt noch andere Fehler vermuten. Warum bekommt der Mieter eine Heizkostenrechnung im Februar 2016, auf welchen Zeitraum bezieht sich die Rechnung? Wie werden die anderen Betriebskosten abrechnet, welcher Umlageschlüssel wurde im MV vereinbart? Du hast vermutlich keine Ahnung in der Sache - deshalb schreist du hier nach dem "Juristen". 

Antwort
von meini77, 47

das ist ein ziemlich spezieller Fall, da die Regulierung nicht von Dir vorgenommen werden kann.

Du solltest hier einen Anwalt für Mietrecht oder den Mieterverein kontaktieren.

Antwort
von Simko, 22

Wer mietet sich unter derart dubiosen, im Mietvertrag nicht geregelten Randbedingungen ein?

So naiv und blauäugig kann man doch eigentlich nicht sein!

Antwort
von rommy2011, 32

mieterverein - rechtsanwalt nur die können hier helfen

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