Frage von MelissaH92, 76

Vermieter händigt Haustürschlüssel nicht aus!?

Hallo,

Mein Freund konnte 3 Monatsmieten nicht zahlen, nun hatte er mit dem Vermieter gesprochen und versucht nun die Miete zu Zahlen. Da der Vermieter vor kurzem das Haustürschloss gewechselt hat, kommt mein Freund nun nicht mehr in die Wohnung es sei er klingelt bei Nachbarn! Da er auch mal spät nach hause kommt, kann er schlecht noch so Spät bei ihnen Klingeln. Bis die Miete nicht gezahlt wurde, bekommt er auch kein Haustürschlüssel.

Ist das Erlaubt?

MFG

Melissa

PS: Die Kündigung hat er schon erhalten

Antwort
von bwhoch2, 8

Erlaubt? Ist es erlaubt, drei Monate keine Miete zu zahlen?

Dein Freund erhielt vermutlich eine fristlose Kündigung. Fristlos heißt, ohne Frist! Dein Freund darf die Wohnung nicht mehr nutzen. Andererseits darf der Vermieter nicht in die Wohnung Deines Freundes und das, nehme ich an, wird er auch nicht tun.

Die fristlose Kündigung wegen Mietrückstand ist zu "heilen" durch sofortige Zahlung aller Rückstände.

Will Dein Freund wieder in die Wohnung, müßte er zu einem Rechtsanwalt gehen und von diesem eine einstweilige Verfügung bei Gericht erwirken. Das wird er aber vermutlich nicht schaffen. Also bleibt ihm nur eines: Dich oder andere Freunde, Bekannte, Verwandte anzupumpen, um den Rückstand so schnell wie möglich ausgleichen zu können.

Wieso kommt man eigentlich auf die Idee, den Vermieter als Bank missbrauchen zu können, wenn das Geld nicht  mehr für die Miete langt?

Dein Freund hätte bereits im ersten Monat, wo er nicht zahlen konnte, die Wohnung aufgeben können. Nun wird er eben dazu gezwungen.

Antwort
von konzato1, 35

Nein, offiziell das darf der Vermieter nicht. "Die Wohnung ist unverletzlich" oder so was ähnliches......

Da ich aber Mietschuldner verachte, bekommst du von mir keinen Tip, wo er sich hinwenden kann.

Da aber die Mietschulden auch mit der Kündigung nicht verschwinden, sollte dein Freund trotzdem ganz schnell die Miete zahlen. Dann kann er problemlos seine Sachen packen und in seine neue Wohnung ziehen.

Antwort
von schelm1, 12

Er sollte den Rückstand ausgleichen und den Vermieter auffordern, ihm unverzüglich wieder den Zugang ins Haus zu ermöglichen!

Antwort
von albatros, 25

Das ist unzulässiger Besitzentzug und unzulässige Eigenmacht.  Der Mieter darf die Miete mindern.

Antwort
von troublemaker200, 8

wenn Dein Freund keine Miete zahlt, begeht er Vertragsbruch.
"Versuchen" die Miete zu zahlen, reicht da auch nicht. Er MUSS zahlen.

Allerdings darf der VM ihm nicht den Zugang zu seiner Wohnung verwehren.

Antwort
von KeinNonsens, 20

Sobald ein Mieter 3 Monate im Rückstand ist kann der Vermieter eine Räumungsklage veranlassen, aber er darf dem Mieter trotzdem nicht den Zugang zu seiner Wohnung verwehren, bis diese Klage auch rechtsgültig ist!

Dein Freund darf bspw. die Polizei rufen, einen Schlüsseldienst bestellen (oder auch beides), um sein Zugangsrecht ins Haus wieder herzustellen!

Das wird dann im Übrigen sofort vor Ort entschieden; Ein Anwalt ist hier nicht nötig!

MfG

P.S.: Allerdings sollte Dein Freund seine Miete künftig ganz schnell bezahlen, denn ansonsten sitzt er auf der Straße und sein Hausstand landet auf dem Sperrmüll! 3 Monate sind nämlich die Obergrenze, danach kann der Vermieter räumen lassen!


Kommentar von Vanelle ,
Dein Freund darf bspw. die Polizei rufen, einen Schlüsseldienst bestellen (oder auch beides), um sein Zugangsrecht ins Haus wieder herzustellen!

Von wegen "KeinNonsens" :-(

Man darf ein Unrecht nicht durch ein anderes Unrecht aufheben.

Weder wird die Polizei noch Schlüsseldienst sich in die Nesseln setzen.

Über einen Gerichtsbeschluss kann man den Vermieter "zwingen", den Zugang zu ermöglichen, unabhängig von ansonsten anstehen Verfahren gegen den Mieter.

Kommentar von Genesis82 ,

Das sehe ich anders. Solange der Mieter noch Besitzer (nicht zu verwechseln mit Eigentümer) der Mietsache ist, selbst wenn eine Kündigung oder ein Gerichtsverfahren läuft, hat er auch uneingeschränkten Zugang zu seiner Wohnung.

Kommentar von KeinNonsens ,

Liebe/r Vanelle,

ja über einen Gerichtsbeschluss ist einiges möglich, doch hier hat der Vermieter ohne Beschluss gehandelt und sein Recht eigenwillig in die Hand genommen, und dies kommt einer "Selbstjustiz" gleich, welche ebenfalls strafbar ist!

Kennst Du den Spruch: "Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei paar Schuhe?"

Fakt ist, daß das Gesetz nicht immer logisch nachvollziehbar ist, doch in dem Fall schon. Denn der Vermieter handelt hier, ohne Rechtsgrundlage, da er diese zuerst über den bürokratischen Wege geltend machen müsste.

Das bedeutet; ...schriftlich Abmahnen, dann Androhung der Zwangsräumung, dann Zwangsräumung beantragen! Aber, dass ist TEUER!

Ergo versucht der Vermieter hier Selbstjustiz walten zu lassen (mittels Einschüchterung), was ihm aber noch viel teurer zu stehen kommen könnte! 

Warum also hier streiten?

Für den Vermieter sieht es nicht gut aus, denn er könnte vom Mieter übelst verklagt werden!

So ein Bisschen kenne ich mich mit dem "Rechtskram" aus, glaube mir! ;)

MfG

P.S.: "Ich empfehle dem Vermieter einen Rechtsbeistand!"

P.P.S.: "Lasse mich mal Raten; ...der Vermieter bist Du selbst?" ;)


Antwort
von JillTuck2010, 50

Wann hat er die Kündigung erhalten? Wenn das auch schon drei Monate her ist, sehe ich in dem Verhalten des Vermieters kein Problem.

Kommentar von MelissaH92 ,

Nein, erste diese Woche.

Kommentar von JillTuck2010 ,

Dein Freund hat, wenn es keine schwerwiegenden Gründe gibt, die dagegen sprechen, eine Kündigungsfrist von drei Monaten. In dieser Zeit hat ihm der Vermieter auch weiterhin den uneingeschränkten Zugang zur Wohnung (und damit automatisch dem Haus) zu gewähren.

Kommentar von MelissaH92 ,

Vielen Dank, hast du einen Paragraphen dafür? Wenn der Vermieter ihn doch nicht rausrücken sollte, an wen kann er sich dann wenden?

Kommentar von JillTuck2010 ,

Mein Bruder hat Ahnung davon, den kann ich allerdings erst morgen erreichen. Schau dann vielleicht nochmal hier vorbei. Aus dem Kopf würde ich aber sagen, entweder § 573c Abs. 1 S. 1 BGB oder §130 BGB. Wenn der Vermieter den Schlüssel noch immer nicht rausgibt, wäre ein Anwalt eine Möglichkeit, aber das könnte teuer werden, auch wenn es wohl relativ schnell geht. Wenn dein Freund ein halbwegs gutes Verhältnis zu den Nachbarn hat, kann er sich aber vielleicht auch bei einem von denen einen Ersatzschlüssel leihen. Notfalls könnte er sich den Schlüssel auch leihen und nachmachen lassen. Das würde ich aber, auch wenn es recht günstig ist, aus Prinzip schon nicht machen, einfach, weil er im Recht ist und dafür kein Geld ausgeben sollte.

Kommentar von bwhoch2 ,

Ich nehme doch an, dass hier eine fristlose Kündigung ausgesprochen wurde.

Antwort
von wilees, 42

Ein Haustürschlüssel darf ihm nicht verweigert werden.

Kommentar von MelissaH92 ,

Gibt es einen bestimmten Paragraphen?

Kommentar von wilees ,

Dafür bedarf es keines §§. Noch ist er Mieter dieser Wohnung und hat Anrecht auf freien Zugang zu dieser. Und zwar Tag und Nacht. Und wenn er 30 mal am Tag rein und raus möchte. Nur dies würde wohl kaum ein Nachbar mitmachen. Wenn es kein Zentralschlüssel ist, braucht er doch nur einen Nachbarn bitten seinen Hausschlüssel auszuleihen. Dann kann er sich binnen einer halben Stunde einen nachmachen lassen. Für ca. 8 Euro kannst Du das Problem aus der Welt schaffen.

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