Frage von elisa38, 120

Vermieter fordert Miete über den Kündigundstermin hinaus. Ist er im Recht?

Im Januar 2016 habe ich meine Wohnung gekündigt und bin bereits ausgezogen. Im Mietvertrag steht, die Wohnung ist erstmals zum 30.09.16 kündbar. Der Vermieter verlangt, dass ich die Miete bis Januar 2017 zahle. Ist er im Recht? elisa38

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 31

"Die ordentliche Kündigung dieses Vertrages ist erstmalig zum 30.09.2016 möglich."

Allein dieser Satz begründet die Rechtswirksamkeit eines Kündigungsverzichtes nicht. Kündigungsverzicht im Mietvertrag muss für Mieter und Vermieter gelten. Die Formulierung " Mindestmietdauer" ist im BGB nicht zu finden, also rechtsunwirksam.

Ich vermute aber, dass du nicht den vollen Wortlaut aus deinem MV gepostet hast. Bitte überprüfe, ob in deinem Vertrag ein gegenseitiger Kündigungsverzicht für die Dauer eines konkreten Zeitraumes vereinbart wurde.

Falls tatsächlich ein gegenseitiger Kündigungsverzicht vereinbart wurde, endet deine Mietzahlungspflicht am 3. Werktag des Septembers 2016 für September 2016.

Nun könnte es durchaus sein, dass dein unbefristeter Mietvertrag von dir zurecht zum 31.03. oder 30.04.2016 gekündigt wurde. Dann solltest du die Mietwohnung unter Zeugen zur Rückgabe protokollieren, Fotos mit Datum anfertigen und die Schlüssel sowie Kopie des Protokolls nachweisbar an den Vermieter übergeben.

Der Vermieter hat mit der freiwilligen Bestätigung deiner Kündigung klargestellt, dass dein Mietverhältnis am 30.09.16 nach seiner Sichtweise endet. Daher ist eine Mietforderung bis Januar 2017 völlig undenkbar, denn bei 

Kommentar von Gerhart ,

(Fortsetzung) ... ordentlicher Kündigung  zwischen dem 01. und 05.10.16 würde das Mietverhältnis am 31.12.2016 enden. 

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 40

Die Kündigung ist entsprechend zum 30. September und nicht ab September (wie fälschlicherweise durch andere User geschrieben) rechtlich in Ordnung.

Bis zum 30.9. musst du aber tatsächlich Miete Zahlen. Nicht, wie vom Vermieter gefordert,  bis Januar 2017.


Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 40

Der Vermieter verlangt, dass ich die Miete bis Januar 2017 zahle. Ist er im Recht?

Aufgrund der fehlerhaften Formulierung der Klausel zur Kündigung, ist eine Kündigung zum 30.September möglich.

Der Vermieter hätte schreiben müssen:

"Die ordentliche Kündigung dieses Vertrages ist erstmalig ab 30.09.2016 möglich." 

Da er ... zum geschrieben hat, bedeutet das eben: zu dem Datum.

Zudumzumzum der Vermieter ist.  :-)

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 51

Im Mietvertrag steht, die Wohnung ist erstmals zum 30.09.16 kündbar.

Genauer Wortlaut der Vertragsklausel bitte.

Der Vermieter verlangt, dass ich die Miete bis Januar 2017 zahle.

Warum?

Auch hier bitte den exakten Wortlaut der Vertragsklausel.

Kommentar von elisa38 ,

"Die ordentliche Kündigung dieses Vertrages ist erstmalig zum 30.09.2016 möglich." "Die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate". Erst auf Nachfrage von mir, wieso diese Wohnung nicht im Portfolio erscheint, obwohl mir dies in der Kündigungsbestätigung vom 11.01. 16 mitgeteilt wurde, bekam ich die Aussage, dass die Kündigung erst am 30.09.16 möglich ist und erst dann die 3 monatige Frist beginnt.

Kommentar von TrudiMeier ,

ist erstmalig zum 30.09.2016 möglich."

Bedeutet, wenn du bis zum 3. Werktag im Juli kündigst, kündigst du zum 30.09.16.

Wäre die Kündigung tatsächlich erst am 30.09.16 möglich, dann müsste da stehen:

...."ist erstmalig ab dem 30.09.16 möglich..." ....und dann beginnt ab dann auch die Kündigungsfrist.

Dumm gelaufen für den Vermieter!  Dein Vertrag endet am 30.09.und du musst natürlich danach keine Miete mehr zahlen.

Kommentar von anitari ,

Typischer Fall von mangelhaften Kenntnissen der deutschen Sprache;-) Der Vermieter kennt hier nicht die Bedeutung des Wortes zum. Vielleicht sollte man ihm einen Duden schenken.

Davon abgesehen, bei Kündigung erst am oder ab dem 30.09. würde der Vertrag am 31.12. und nicht am 31.01. enden. Rechnen kann der Vermieter also auch nicht.

Kommentar von TrudiMeier ,

Aber man kanns doch mal versuchen, vielleicht merkt der Mieter es ja nicht.......  :-))

Antwort
von TrudiMeier, 47

Bitte poste einmal den genauen Wortlaut des Kündigungsverzichtes. Davon ist abhängig, ob der Vermieter im Recht ist.

Antwort
von Studi1988, 75

Wenn im Mietvertrag eine Mindestmietdauer bis 30.09.2016 vereinbart wurde, dann ja. Dann kannst Du den Vertrag vorher gar nicht kündigen.

Gab es denn trotzdem eine Wohnungsübergabe nachdem Du ausgezogen bist? Oder hast Du die Schlüssel noch?

Kommentar von elisa38 ,

Der Vermieter hat die Kündigung bestätigt zum 30.09.16, eine angebotene Begehung aber noch nicht vorgenommen.

Kommentar von Studi1988 ,

Dazu ist er auch vor dem 30.09.2016 nicht verpflichtet. Der Vertrag ist ja bis zu diesem Termin noch gültig. Du bist also weiterhin Mieter und musst auch zahlen.

Aber vielleicht kannst Du Dich mit ihm einigen, dass er schon jetzt nach einem Nachmieter sucht und Du zumindest etwas früher aus dem Vertrag rauskommst. Vielleicht kannst Du auch nach Nachmietern suchen.

Ansonsten kannst Du Deinen Vermieter auch fragen, ob Du die Wohnung bis zum 30.09. untervermieten darfst.

Kommentar von Studi1988 ,

Entschuldige, ich hab mich oben total verlesen... Nein, nach dem 30.09. darf er keine Mietzahlungen mehr fordern! Der Vertrag endet auch nach seiner Bestätigung am 30.09.

Antwort
von Kreidler51, 56

Nein darf er nicht nur bis zum 30.O9.2016. Hast du Strom, Gas, Heizung und Wasser abgemelden bei den Stadtwerken und sind die Daten festgehalten.

Antwort
von Plattenspeeler, 47

Wenn er sie nicht vorher wieder vermietet, darf er das leider. zumindestens bis zum 30.09.


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