Frage von Burgernator, 76

Vermieter erlaubt Miete abzuwohnen?

Als es feststand das wir ausziehen, wollte unser Vermieter (privat) verkaufen, weil er alt ist und in einem anderen Bundesland wohnt und kein Bock mehr auf das hin und her hatte. Wir haben gekündigt und sind ab dem 29. Februar raus aus dem Mietverhältnis. Umgezogen sind wir schon im Januar. Wir sollten zwei mal Miete bezahlen, für Januar und Februar und haben mit dem Vermieter besprochen, dass er die Kaution einbehalten darf und wir für die Monate dann nichts mehr zahlen müssen, da wir (so steht es im Mietvertrag) bei Einzug renoviert, bzw. saniert haben und bei Auszug (so steht es im Mietvertrag) nichts machen müssen. Es geht uns auch gar nicht ums renovieren oder sanieren, denn die Wohnung befindet sich in einem sauberen und heilen Zustand. Aber nun sagt der Immobilienmakler, dass der Vermieter jetzt doch die Miete will, weil er sich das anschnacken lassen hat und er uns droht, sonst rechtliche Schritte zu gehen, da es rechtlich nicht erlaubt sei. Wir haben gegoogelt und es ist so. Aber wie ist es denn, wenn der Vermieter einem es erlaubt hat? Kann und jetzt was passieren? LG

Antwort
von bwhoch2, 14

und haben mit dem Vermieter besprochen, dass er die Kaution einbehalten
darf und wir für die Monate dann nichts mehr zahlen müssen

Das bedeutet für mich, das ist das Ergebnis einer Besprechung (telefonisch?), für das es keinen schriftlichen Beleg gibt. Vielleicht war es am Telefon Eure Meinung, aber der Vermieter war sich nicht sicher und jetzt ist er sich sicher, dass er die Miete noch verlangen kann.

Ihr könnt es schriftlich nicht belegen und wenn der Vermieter von Euch jetzt die Miete verlangt (nicht der Makler, jedoch der Makler dann, wenn er bevollmächtigt  ist) müßt ihr die Miete incl. der Nebenkostenvorauszahlungen auch überweisen.

Wenn ihr 2 Monatskaltmieten als Kaution hinterlegt habt, reicht das in zwei relativ kalten Wintermonaten nicht aus, um auch noch die Heizkosten, die in dieser Zeit angefallen sind, abzudecken, geschweige denn alle übrigen Kosten, die ebenfalls entstanden sind.

Würde sich der Vermieter darauf einlassen, was ihr ihm vorgeschlagen habt, müßte er womöglich irgendwann im nächsten Jahr, wenn er die Betriebskostenabrechnung macht, feststellen, dass ihr weder willens noch in der Lage seid, die fällige Nachzahlung noch zu löhnen.

Von irgendwelchen Schäden oder Mängeln, die sich erst bei der Übergabe der Wohnung oder, weil versteckt, erst in einem Zeitraum von 6 Monaten nach der Übergabe heraus stellen, will ich hier gar nicht groß schreiben, denn angeblich ist ja alles in Ordnung.

Fazit: Gab es nur eine mündliche Absprache, habt ihr die Miete noch zu zahlen, ob es Euch passt oder nicht. Der Vermieter kann auch jetzt noch mit Hilfe eines Mahnbescheids bis hin zu einem Vollstreckungsbescheid die Miete eintreiben, auch wenn ihr längst ausgezogen seid. Das wird nur unnötig teuer.

Antwort
von anitari, 29

aber vorhin kam dann der Anruf vom Immobilienmakler, der gesagt hat ...

Der Makler ist nicht Euer Vertragspartner.

Da könnte ja jeder anrufen und behaupten er sei der Makler.

Rechtlich müßt Ihr bis zum Ende des Mietverhältnisses Miete und Nebenkosten zahlen.

Rechtlich gesehen kann und darf der Vermieter vor Ende des Mietverhältnisses die Kaution nicht antasten.

Antwort
von TrudiMeier, 33

Wo kein Kläger da kein Richter. Aber es ist tatsächlich so, dass die Kaution nicht abgewohnt werden darf. Ist die Wohnung denn schon abgenommen und für o k befunden worden? Was ist mit einer möglichen Nebenkostennachzahlung?

Ich nehme ehrlich gesagt auch mal an, dass ihr euren Vermieter bequatscht habt, weil wenig Gegenwehr zu erwarten war. Böse Absicht will ich euch damit aber nicht unterstellen, es war halt einfacher für euch.  Nachweisbar ist der Deal ja, aber halt nicht erlaubt. Aber drei Wochen vor Ende des Mietverhältnisses noch Zirkus zu machen halte ich für leicht übertrieben. Vorausgesetzt, die Wohnung ist bereits abgenommen.

Kommentar von Burgernator ,

Das ist ja das Problem. Wir sollten im Februar dann einfach die Schlüssel zur Tante bringen und gut ist, aber vorhin kam dann der Anruf vom Immobilienmakler, der gesagt hat, dass der Vermieter ihn gebeten hat, dass mit uns abzuklären und wie gesagt auch gedroht hat..

Kommentar von TrudiMeier ,

Das behauptet der Makler.  Hat er euch denn eine schriftliche Vollmacht dazu vorgelegt?  Hat er nicht - er hat ja angerufen. Insofern würde ich mich auf eine Verhandlung mit dem Makler gar nicht erst einlassen. Schließlich ist dein Vertragspartner der Vermieter, nicht der Makler.  Also entweder mit dem Vermieter persönlich sprechen oder vom Makler eine schriftliche Vollmacht verlangen.

Der Makler hat die Wohnung zu verkaufen / vermieten und ist nicht dazu da, Mieten einzutreiben.

Antwort
von Dotter1981, 41

Wenn ihr mit dem Vermiter eine Vereinbahrung getroffen habt, dann gilt die natürlich. Der Vermieter hat natürlich das Recht auf Miete zu verzichten, und ihr habt natürlich das Recht dafür dem Vermieter die Kaution zu schenken. Und mündlich geschlossene Verträge - in dem Fall eine Nebenabsprache zum Mietvertrag - gelten.

Kommentar von bwhoch2 ,

Diese Absprache müßte aber bewiesen werden und das ist oft schwierig.

Kommentar von Dotter1981 ,

Gibt es einen Zeugen? Dafür müsste auch reichen, wenn ihr als Paar gemeinsam bei dem Gespräch mit dem Vermieter gewesen seid.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Vermieter, Wohnung, 23

Alles eine Frage des Beweises.

Was Euch passieren kann?

Das Ihr die  Miete zahlen müsst und wenn Ihr das nicht macht, kann der Vermieter einen Mahnbescheid erstellen lassen.

Antwort
von albatros, 10

Wenn's der Vermieter gestattet, ist es in Ordnung. Verboten ist es jedenfalls nicht, man kann es durchaus vereinbaren.

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