Frage von stepper187, 39

Vermieter erhöht massiv Miete bzw Nebenkostenvorauszahlung?

Hallo,

in dem Mehrfamilienhaus wo ich und meine Freundin wohne gibt es 9 Wohnungen die 2015 von ungefähr 15 - 16 Personen bewohnt worden sind.

Da jede Wohnung kein einzelnen Wasserzähler hat wird der gesamt Wasserverbrauch genommen und anteilig auf die Wohnungsgrösse u.gerechnet. ist natürlich Quatsch und ab 2016 wird es anteilig auf die Personen gerechnet was natürlich mehr Sinn ergibt.

Die Nebenkosten bei Wasserverbrauch vom kompletten Haus betrug 4338 € . Wenn ich bei 16 Personen ausgehe und den Literpreis Wasser von 0,2 Cent zu Grunde lege komme ich auf einen monatlichen Wasserverbrauch von ca. 11 Kubik pro Person. Durchschnittlich verbraucht ein Einzelbewohner 3,6 Kubik.

Und jetzt kommts. Aussem Haus gibts ein Wasserhahn für den Hausmeister. Dieser ging defekt und es plätscherte in voller Stufe das Wasser mehrere Tage lang.

Also ist der defekte Wasserhahn vom Hausmeister nun Schuld wieso hier teilweise die Miete bis zu 90€ gestiegen ist und jede Partei durchschnittlich 350€ nachzahlen muss.

Was soll ich jetzt tun?

Antwort
von Genesis82, 32

Warum ist es Quatsch, nach Quadratmetern abzurechnen? Ich sehe es eher als Quatsch, nach Personen abzurechnen. Denn bei jedem Ein- und Auszug müsste die Vorauszahlung geändert werden, das macht es für Vermieter und Mieter nicht leichter. Nach Quadratmetern abzurechnen ist üblich und nicht zu beanstanden.

Zurück zu deiner Frage: Wurde der Vermieter denn umgehend über den defekten Wasserhahn informiert? Da es keine einzelnen Wasseruhren gibt, kann natürlich auch niemand nachvollziehen, wieviel Wasser dort tatsächlich ungenutzt ausgelaufen ist. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass innerhalb von ein paar Tagen so viel Wasser durchgelaufen ist, dass jede der 9 Wohnungen nun eine um bis zu 90 Euro höhere Nebenkostenvorauszahlung leisten muss. Auch die Nachzahlung von durchschnittlich 350 Euro würde bedeuten, dass zusätzliche Wasserkosten mit Abwassergebühren von über 3.000 Euro angefallen sind. Ich habe eben mal die Kosten bei meinem Versorger im Internet nachgelesen. Ein m³ Wasser kostet mit Entsorgung 3,71 Euro. Wenn man von einer Durchflussmenge von ca. 50m³ pro Tag an diesem einen voll aufgedrehten Wasserhahn ausgeht, dann müsste er 16 Tage durchgehend geöffnet gewesen sein, damit die Summe von 3.000 Euro angefallen wäre.

Was du jetzt tun kannst? Der erste Schritt sollte sein, dass du die Nebenkostenabrechnung des Vorjahres mit der aktuellen vergleichst - und zwar Posten für Posten. Du musst herausfinden, woher die höheren Nebenkosten kommen (Preiserhöhungen nicht vergessen). Erst wenn feststeht, dass das Wasser der Hauptverursacher ist, kannst du dir den nächsten Schritt überlegen.

Kommentar von stepper187 ,

Habe nachgelesen. Der Wasserverbrauch also Kosten haben sich mehr als verdoppelt. Kosten der Gartenpflege hat sich ebenso verdoppelt !!!!!

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Mietrecht, Vermieter, ..., 20

Vermieter erhöht massiv Miete bzw Nebenkostenvorauszahlung?

Das ist eine Erhöhung der Nebenkostenvorauszahlung und keine Mieterhöhung.

Der Vermieter darf bzw. muss die Nebenkostenvorauszahlungen anhand der letzten Nebenkostenabrechnung erhöhen oder senken.

Beispiel:

Der Mieter muss für den letzten Abrechnungszeitraum 240 € nachzahlen, dann müssen die monatlichen Vorauszahlungen um 1/12 = 20 € erhöht werden. 

Bei einem Guthaben entsprechend gesenkt werden.

Antwort
von Blacksnow87, 39

Ich würde da mal rechtlich nachfragen..
Und sich mit den mitmietern zusammen setzen...

Geht ja gar ned! Allein schon wie das abgerechnet wird🤔 hab ich ja noch nie gehört so etwas

Kommentar von anitari ,

Ohne Zähler ist die Art der Abrechnung schon zulässig.

Kommentar von Blacksnow87 ,

das glaub ich dir auch.. hab des nur noch nie gehört..

Antwort
von wilees, 17

Und einer Nebenkostenabrechnung kann man auch widersprechen. Ein hoher Wasserverbrauch durch einen Leitungsschaden geht nicht zu Lasten der Mieter. Und dieser Verlust läßt sich gut abschätzen, wenn man die Vergleichswerte der Vorjahre heranzieht.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 34

und den Literpreis Wasser von 0,2 Cent zu Grunde lege

0,2 Cent?  Du meinst wohl 0,02 €.

Woher hast Du den Preis?

Bei mir kostet ein Liter Wasser 0,05 €, ohne Grundgebühr.

Kommentar von albatros ,

Da hast du dich vertan. Nach deiner Angabe würde dir der m³ Wasser 50 EUR kosten! (1L 0,05 EUR, 10 L 0,5 EUR, 100 L 5 EUR, 1000 L (= 1m³) 50 EUR.. Es stimmt also mit den 0,2 EC je Liter, oder? (2 EUR/m³).>>> 0,002 EUR x 1000 L = 2,00 EUR/L

Antwort
von Petz1900, 33

Dein Fehler ist es, dass du nur den Wasserpreis rechnest.

Für jeden verbrauchten m³ Wasser musst du aber auch Abwasser bezahlen, das ist wesentlich teurer als das eigentliche Wasser.

Antwort
von Mignon4, 37

Eine Mieterhöhung ist das nicht, sondern "nur" die Erhöhung der Nebenkosten.

Vergleicht mal den Wasserverbrauch der letzten 3 Jahre unter Berücksichtigung der jeweils in den Rechnungen genannten Zeiträume. Falls ihr darüber keine Unterlagen vorliegen habt, fordert die Rechnungen vom Wasserlieferanten vom Vermieter an. Auch die Wasserrechnung für den jetzt berechneten Zeitraum.

Anhand dieses Vergleichs könnt ihr feststellen, wie der Wasserverbrauch normalerweise gewesen ist. Weicht eure jetzige Rechnung von den durchschnittlichen Wasserverbrauchswerten der letzten 3 Jahre signifikant ab, dann solltet ihr den Vermieter darauf ansprechen und ggf. die Nebenkostenabrechnung entsprechend kürzen.

Empfehlenswert ist es, wenn ihr euch vom Mieterschutzbund beraten laßt!

Kommentar von Petz1900 ,

Nebenkostenabrechnung kürzen ?
Das ist doch mehr als gerecht, wenn nach Personen abgerechnet wird, da wäre ich ganz ganz vorsichtig mit dem Nichtbezahlen der Nebenkosten. Das kann ganz schnell eine Kündigung nach sich ziehen.

Kommentar von Mignon4 ,

Wenn die Nebenkosten strittig sind, ist das kein Kündigungsgrund. Es ist die Pflicht und Aufgabe des Vermieters, die Nebenkosten lückenlos nachzuweisen. Strittig ist der Verbrauch. Über die Abrechnung pro Person habe ich nichts geschrieben.

Außerdem habe ich geschrieben, dass der Vermieter nach dem Vergleich mit den vorangegangenen Jahren auf die Diskrepanz angesprochen werden soll und dass der Fragesteller sich vom Mieterschutzbund beraten lassen soll.


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