Frage von dennchla, 106

Vermieter aktzeptiert Mietminderung nicht aufgrund der Witterung - ist diese Aussage vom Vermieter rechtens?

Hallo. Bei mir sind seid 3 Monaten Wände im Wohnzimmer Nass /Feucht. Es sind Stockflecken und Tropfen zu sehen.

Da es im November /Dezember erkannt wurde (auch vom Vermieter). Habe ich eine Mietminderung beantragt. Von den aufgeführten Mängeln waren alle in Kenntnis gesetzt!

Die Mietminderung wird zurückgewiesen, da es Witterungsbedingt wohl nicht möglich war den Schaden zu beheben.

Ist diese aussage vom Vermieter rechtens?

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Antwort
von ChristianLE, 50

Eine Mietminderung ist nicht immer zwingend ein Druckmittel, um den Vermieter zum Tätigwerden zu zwingen, so dass die Argumentation deines Vermieters falsch ist.

Die Sache mit der Mietminderung ist völlig banal:

Nach § 536 BGB ist nur eine angemessene/geminderte Miete zu zahlen, wenn die Tauglichkeit der Wohnung gemindert ist.

Es geht hierbei nicht um die Frage des Verschuldens!

Oder anders: Wenn die Wohnung nicht voll nutzbar ist, wird eben nicht die volle Miete gezahlt.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 65

Wenn die Nässe von außen kommt, also weil die verputzte Fassade beschädigt ist, hat der Vermieter recht. Putz ausbessern oder gar flächig neu verputzen geht auch mit modernen Materialien nur, wenn es durchgängig mehr als 5°C Außentemperatur hat. Selbst wenn es derzeit untertags wärmer wird, nachts fällt die Temperatur doch wieder ab.

Eine Beeinträchtigung ist dennoch vorhanden und führt zu berechtigter Mietminderung. Vielleicht wäre die Nässe nicht aufgetreten, wenn die Schäden noch vor dem Winter behoben worden wären.

Was anderes ist es aber, wenn die Nässe nur dadurch entsteht, weil ihr nicht oder nicht ausreichend lüftet.

Kommentar von dennchla ,

Die Aussenwand ist undicht, dadurch drückt der Wind regen ins die Mauer - bis zu mir ins Wohnzimmer.

Kommentar von bwhoch2 ,

Der Vermieter hat die Wohnung in ordentlichem Zustand zu erhalten. Tut er das nicht, ist die Miete gemindert. Man muss das nicht erst beantragen. Wenn es nun dauert, bis zur Behebung, dann wird der Vermieter das hinnehmen müssen, dass er bis dahin nicht die volle Miete bekommt.

Um wieviel mindert ihr die Miete? Habt ihr Euch vor der Minderung schlau gemacht?

Kommentar von DerHans ,

Wenn der Mangel zeitweise NICHT behoben werden kann, ist das ja gerade die Rechtfertigung der Mietminderung. 

Dass man z.B. für Außenputz die richtige Witterung abwarten muss, ist ja verständlich.

Dafür muss der Mieter aber für die mangelhafte Mietsache nicht den vollen Preis zahlen.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Mietrecht, Vermieter, 7

Da es im November /Dezember erkannt wurde (auch vom Vermieter). Habe ich eine Mietminderung beantragt. Von den aufgeführten Mängeln waren alle in Kenntnis gesetzt!

Man muss den Vermieter nicht um Erlaubnis fragen bzw. eine Mietminderung beantragen.

Ab Kenntnissetzung der Mängel an den Vermieter darf man angemessen die Miete mindern.

Antwort
von DerHans, 28

Das ist doch Unsinn. Wieso soll es witterungsbedingt nicht möglich sein, einen Schaden zu beheben?

Allerdings kannst du die Mietminderung nicht willkürlich vornehmen. da solltest du schon Rat von einem Fachanwalt in Anspruch nehmen.

Antwort
von Andretta, 39

Nein, die Aussage von Vermieter ist nicht rechtens. 

Mietminderung muss man nicht beantragen, man nimmt sie vor. Natürlich ist es aber nett, wenn man den Vermieter im Vorfeld informiert. 

Darauf achten muss man allerdings, dass die Höhe angemessen ist.  Hierzu gibt es keine verbindlichen Vorgaben, die Höhe richtet sich allein nach herrschender Meinung bzw. herrschendem Recht. Das meint, man orientiert sich an Urteilen, die in jüngster Zeit hierzu gefällt worden sind. 

Die Mietminderung findet ihre Berechtigung allein in dem Umstand, dass die Mietsache nicht mehr dem ihr ursprünglich beigemessenen Wert entspricht. Dabei ist es vollkommen egal, ob der Vermieter selbst den Schaden bzw. die Dauer des Schadens zu verantworten hat oder nicht. 

Lediglich bei durch den Mieter selbstverschuldeten Schäden an der Mietsache sieht es ein bisschen anders aus. Aber das scheint bei Dir ja nicht der Fall zu sein. 

Grundsätzlich empfehle ich, Mietminderungen nur mit Begleitung einer kompetenten Mieterberatung oder eines Fachanwaltes für Mietrecht vorzunehmen. 

Viel Erfolg ☺

Antwort
von DarthMario72, 16

Mietminderung "beantragt" man nicht, sondern man setzt es um oder lässt es eben bleiben.

Wenn ein Schaden witterungsbedingt nicht behoben werden kann, ist das das Problem des Vermieters. Bei Mietminderung kommt es im Übrigen nicht auf ein Verschulden des Vermieters an.

Antwort
von schelm1, 20

Sofern die Mietminderung rechtzeitig angekündigt wurde und der gerügte Mangel, aus welchen Gründen auch immer, fortbesteht, besteht auch der Grund für die Minderung weiterhin. Wegen des Wetters muß sich der Vermieter unmittelbar an "Petrus" wenden!

Kommentar von Gerhart ,

Mit der nachweislichen Meldung eines Mangels an den Vermieter beginnt die Mietminderung, auszuführen bei der der Meldung folgenden nächsten Mietzahlung und zwar taggenau. Es bedarf niemals einer Ankündigung der Mietminderung.

Kommentar von schelm1 ,

Mitteilung = Ankündigung?!? Gelegenheit zur Beseitigung des Mangels vor Beginn einer möglichen ersten verkürzten Zahlung?

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 35

Mietminderung beantragt man nicht, man nimmt sie selbst vor.

Antwort
von bikerin99, 40

Erkundige dich beim Mieterschutz.

Kommentar von dennchla ,

Ja. Da bin ich schon bei, haben demnächst einen Termin.

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