Verliert man den Spaß am Videospiele spielen, wenn man selbst Videospielentwickler ist?

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5 Antworten

Jain. Ein wenig schon, weil man auch mal vom Bildschirm weg muss. Und weil man sich mit dem Thema mehr beschäftigt, ist man auch automatisch kritischer. Aber solange man genügend Ausgleich hat (Sport etc) ist das eigentlich kein Problem.

Ich kenne wenige Entwickler, die nicht selbst leidenschaftlich gerne zocken. Und selbst die spielen trotzdem hin und wieder. Teilweise auch Konkurrenzprodukte. Es gibt nen Grund, warum die Leute in der Industrie sind(Geld ist es schließlich nicht) - und wenn der geht, geht man meist selbst auch aus der Branche.

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Ich denke, das ist bei vielen Leuten sehr sehr unterschiedlich.

Deshalb kann ich nur von mir sprechen, und bei mir war es definitiv so.

Im Gegensatz zu den meisten wollte ich ganz am Anfang aber keine Spiele, sondern Computerviren schreiben. :)

Irgendwann ist man dann auf einem Level, auf dem man äußerst zufrieden ist, wenn sein Proof-Of-Concept einfach nur läuft und funktioniert.

Irgendwann wollte ich dann tatsächlich auch mal ein Jump'n'Run schreiben, was auch relativ gut funktioniert hat. Allerdings habe ich mich dabei mit der "Engine" zufrieden gegeben, und mich nicht sonderlich stark um hübsche Assets gekümmert.

Im Nachhinein gesehen, war es mir wohl hauptsächlich wichtig, etwas zu lernen und das auch mit etwas Praxis zu verknüpfen.

Früher hatte ich noch gespielt und hatte dabei immer einen Fimmel für die Hintergrundmusik, 3D-Objekte und 2D-Texturen. Irgendwann habe ich dann selbst Maps gebaut und Mods geschrieben und das eigentliche Spielen geriet total in den Hintergrund.

Inzwischen kaufe ich mir zwar ab und zu mal ein Spiel, aber ehrlich gesagt interessieren mich zu 90% die Soundtracks. Meistens sieht das so aus, dass ich das Spiel installiere, die Sound-Dateien reverse und exportiere und danach befriedigt bin.

Bei Spielen wie zum Beispiel "Mirrors Edge", oder Indies wie "Bit Trip Runner" bzw. "Rochard" war es sehr komfortabel, dass der Soundtrack gleich mitgeliefert wurde, oder bei der Unreal Reihe liegen die Sounddaten ja neuerdings als OGG-Dateien vor. Die alten UMX-Module musste man ja immer konvertieren ... aber egal.

Wenn mich wirklich ein Spiel etwas interessiert, gucke ich fast ausschließlich "Lets Plays", anstatt selber zu spielen. Denn das geht auch mal zwischendurch für 5 bis 10 Minuten. Bis man hingegen selbst in ein Spiel eingetaucht ist, vergeht immer eine Weile, und dann möchte man auch nicht schon nach einer Viertel Stunde wieder raus.

Und wenn ich mir schon Spiele angucke, sind mir Gegner und Handlung fast völlig egal. Ich gucke mir die ganzen Assets in aller Ruhe an, und frage mich eher, wie irgendwelche Shader funktionieren, oder irgendwelche Dinge programmiert wurden.

Wie gesagt, alles gesagte trifft nur auf mich persönlich zu. Viele Leute werden dir genau das Gegenteil erzählen.

Allerdings muss ich mal sagen, dass früher noch regelmäßigen Mailkontakt mit CliffyB hatte. Das war damals der Chefentwickler der Unreal-Engine und obwohl der Code damals noch Verschlusssache bzw. Betriebsgeheimnis war, hat er mir einige Snippets geschickt, und wir haben per Mail über Verbesserungen diskutiert. Der ist echt sehr sehr sympathisch!

Bei unserer Konversation ging es fast ausschließlich um Low-Level Optimierungen der Engine und zu 99% nur technische Details. Das war noch gaaaanz in der Anfangsphase von "Unreal II" und Features wie das damals ganz neue Terrain und Gesichtsrigging erhielten gerade Einzug in die Engine.

Auch wenn es nur Technisches ging, war sowohl CliffyB, als auch ich immer davon beeindruckt, was die Künstler damit für tolle Dinge erstellt hatten.

Seitdem habe ich aber nichts mehr mit der Unreal-Engine zu tun, und vermutlich steckt heutzutage jeder Schüler tiefer in dieser Materie, der ein 30 Minütiges Tutorial durchgearbeitet hat. Ob meine damaligen Verbesserungen immer noch in der Engine vorhanden sind, weiß ich gar nicht.

Und ob das ganze heutzutage noch so locker gehandhabt werden würde, bezweifle ich. Aber damals war das Internet noch "gut", es gab IRC und die intelligenten Leute beachteten die Netiquette in den NewsGroups. Später kamen dann die weniger technikaffinen ICQ Nutzer mit ihren AOL-Accounts hinzu und irgendwann war es völlig undenkbar, dass jemand Firmeninterne Quelltexte mit anonymen Bekanntschaften aus dem Internet teilen würde. Heutzutage wäre das völlig ausgeschlossen!

Fazit: Ja, ich habe die Lust am Spielen verloren, aber ich das heißt nicht, dass ich Spiele nicht zu schätzen weiß, im Gegenteil, mein Respekt ist mit der Zeit gewachsen. Ich betrachte Computer-Games nicht mehr als "Spielzeug", sondern zu 100% als "Kunst".

Assets, vor allem Soundtracks, und Engine-Hacks haben es mir aber mehr angetan, als das Gameplay an sich. Und für zwischendurch reichen mir "Lets Plays" auf Youtube.

Alles in allem finde ich heutzutage das "Programmieren" an sich, viel viel spannender als jedes Spiel! :)

Disclaimer: Ich betone noch einmal, dass es sich um meine persönliche Meinung handelt! Andere Leute werden völlig anderer Meinung sein! :)

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Definitiv nicht!
Der wird ja wohl kaum nur seineneigenen Games zocken^^

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Kommentar von sepki
10.10.2016, 19:17

Sehr viele Entwickler werden wohl gar nichts zocken können, vor lauter Überstunden.

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Wenn man Koch in einem Restaurant ist, verliert man dann die Lust am Essen?

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Wahrscheinlich kommt sogar noch mehr Spaß dazu würde ich sagen

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