Verlieren Demenzkranke das Interesse an ihren sozialen Kontakten?

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4 Antworten

Es ist schwer zu sagen ob es schon eine beginnende Demenz ist oder nicht. 

Er kann sich noch allein versorgen und geht regelmäßig raus, er hat also noch seinen geregelten Tagesablauf. Das spricht eigentlich eher gegen eine beginnende Demenz.

Das er sich nicht mehr so genau erinnern kann das er etwas schon erzählt hat zeigt das sein Kurzzeitgedächtnis nachlässt. Das ist in diesem Alter ein Stück weit auch normal, und es wäre ja auch eine Erklärung warum er nicht anruft. Vielleicht denkt er er hat schon angerufen oder er hat vergessen das er es noch machen wollte.

Beobachte sein verhalten weiter und sprich auch mal mit den anderen Personen mit denen er noch Kontakt hat darüber wie sie die Situation einschätzen. 

Im Zweifel könnt ihr euch auch mal mit seinem Arzt in Verbindung setzen und mit ihm über eure Sorgen und Bedenken sprechen.

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er sagt er wisse nicht mehr was vor 30 Jahren war

Ich weiß oft nicht mal mehr was vor 3 Tagen war und leide nicht unter Demenz.

Ich finde, nichts von dem was du beschreibst, bezogen auf das Alter, ungewöhnlich sondern ist ein normaler Verlauf. Wenn man älter ist wird man eben auch träger, zieht sich eher zurück, man ist müder, die Bewegungen fallen schwerer. Jemand der beispielsweise 20 Jahre alt ist und aufgrund einer schweren Erkrankung berentet wird wird nach wenigen Jahren dieselben "Symptome" aufweisen wie ein alter Mensch der nicht mehr gefordert ist

"Was aber seit Monaten auffällt ist, daß er sich kaum noch von sich aus meldet obwohl er absolut nichts zu tun hat." Genau darin liegt ja eines der Probleme - er hat nichts zu tun und es fehlen Strukturen.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß einem geistig gesunden Menschen diese minimalen Kontakte genug sind

Es gibt Menschen jeden Alters die leben komplett ohne Kontakte und sind glücklich damit.

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Kommentar von Winkler123
29.02.2016, 05:34

Ich weiß auch nicht mehr was vor 3 Tagen war, aber es ist auch schwieriger mit dem Kurzzeitgedächtnis sagen Psychologen.

Es geht um erhebliche Dinge. Es ist zB nicht mehr normal einen Partner den man zB vor 30 Jahren mal hatte in die Zeit vor 20 Jahren einzusortieren ...

Es gibt Leute die komplett ohne Kontakte leben, aber ich bezweifle das sie damit glücklich sind. Der Mensch ist als soziales Wesen angelegt.

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Ich kenn es nur von Leuten die schon extrem drin sind, dass sie einfach sich eben nichts lange merken können aber dabei auch wenig Aufmerksamkeit und Konzentration haben. Da längeren sozialen Kontakt pflegen ist sicher einfach sehr schwer und man hat nichts davon, wenn man sich nicht erinnert quasi.

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Also ich persönlich stimme deinen Befürchtungen zu, aus  eigenen Erfahrungen mit alten Verwandten, Bekannten.

Gerade das sehr stark nachlassende Kurzzeitgedächtnis (bei Kontakten mit nur 3 Personen sollte man wissen, ob und wem man was erzählt hat) und die fehlende Pflege sozialer Beziehungen sind eindeutige Anzeichen beginnender Demenz.

Vielleicht würde es helfen, seinen Tag stärker zu strukturieren, z.B. in seinem Kalender groß und dick eintragen, wann ein Telefonanruf zu tätigen ist. Gegensteuern kann man auch mit viel Bewegung, Wandern, Tanzen. Dazu müßte er sich viellleicht einer Gruppe anschließen, was in diesem Alter dann aber auch schwer zu erreichen ist, wenn er nur noch wenige Kontakte hat.

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