Verlieren Ärzte ihren Ruf?

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8 Antworten

Der Arztberuf befindet sich in einer Zwitterposition, die aufgrund diverser ungünstiger Umstände und Strukturen entstanden ist.

Einerseits sind Ärzte überwiegend Menschen, die anderen tatsächlich helfen wollen. Andererseits sabotieren Ärzte ihre eigene Hilfsbereitschaft bereits dadurch, daß sie es zulassen, mit Patienten überflutet zu werden und sich daneben noch selbst mit einer Unmenge an Vorschriftenwahrung zu überlasten.

Dadurch entstehen zwangsläufig jede Menge gefährliche Unterlassungen und Fehlbehandlungen, und auch gute Ärzte können durch solche Strukturen schnell zu einer öffentlichen Gefahr werden, also zum Gegenteil dessen, was man sich als Patient erhofft.

Aus dem Gesamtbild entsteht dann auch eine Zwittermeinung. Der Arzt, den man sich nach viel Mühe ausgewählt hat und bei dem man bleibt, hält man überwiegend für gut, aber das Ärztesystem insgesamt hält man aufgrund aller bisherigen Erfahrungen und aufgenommener Informationen für grottenschlecht.

Das Ganze führt in den meisten Fällen dazu, daß hier nicht mehr differenziert wird, sondern daß stattdessen die Meinung über das Ärztesystem auf einzelne Ärzte übertragen und somit personifiziert wird.

Das Ergebnis ist dann tatsächlich, daß Ärzte ihren ehemals recht guten Ruf verloren haben. Erheblich verstärkend wirkt dann noch mit, daß tatsächlich die Ärzteschaft zunehmend von solchen "Ärzten" unterwandert werden, die sich immer weniger durch Fachwissen und gute medizinische Fähigkeiten auszeichnen, dafür aber umso mehr durch psychologische Nötigungstricks und Abzocketricks.

Eine weitere Rolle spielt bei vielen Menschen die persönliche Erfahrung mit der Behandlung persönlicher und manchmal ungewöhnlicher Leiden.

Die Medienlandschaft ist gespickt mit immer neuen Berichten über neue Erkenntnisse, Heilmethoden und auch besonders befähigten Ärzten, die erfolgreich einen schwierigen Problemfall gelöst haben.

Solche Berichte sind überwiegend entweder Spekulationsblasen oder total verzerrte Meinungswidergaben und haben nur wenig mit Tatsachen zu tun.

Das Patientenerleben ist dann, daß man als Patient zwar die Medienmeldungen wahrnimmt, gleichzeitig aber auch erkennt, daß man persönlich zu den "Ausnahmen" gehört, die niemals einen Arzt finden, der zumindest ein wenig den an ihn gestellten Hoffnungen genügt. Und so ergeht es anscheinend inzwischen wohl schon mehr als einem Drittel der Patienten.

Zuletzt existiert auch noch in jedem Menschen das unbewußte Wissen, daß kein Arzt davon leben kann, daß alle Menschen nur noch gesund sind.

Das objektiv betrachtete (statistische) Gesamtbild über den Ruf der Ärzte ist tatsächlich ebenfalls verzerrt. Nimmt man den Durchschnitt des stetigen Aufsuchens der Ärzte als Kriterium für entgegen gebrachtes Vertrauen, dann zeichnet sich trotz aller Mängel statistisch ein noch recht positives Bild ab.

Hält man dem aber die gesetzlichen Zwänge gegenüber, durch die man keine andere Wahl hat, als entweder auf helfende Medikamente zu verzichten oder um einen Arzt nur wegen des notwendigen Rezepts aufzusuchen, dann läßt sich auch ohne weitere wesentliche Grundkenntnisse abschätzen, wie gut besucht Arztpraxen noch wären, wenn jeder auch ohne Rezept die gewünschten Medikamente erhalten könnte.

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Früher (80er, 90er usw.) gab es die "sozialen Netzwerke" noch kaum, jedenfalls nicht in diesem Umfang.

Und nun kann sich jeder, auch Unqualifizierte, äussern und seinen Shitstorm über den Arzt ausleeren, in dessen HNO-Praxis die Kleinen nicht herumtoben durften (Beispiel).

Natürlich gibt es auch "schwarze Schafe" unter den Ärzten und die werden nun auch gebrandmarkt, aber im Grossen und Ganzen haben Ärzte noch immer einen guten Ruf.

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Ich schon seit bestimmt zwei Jahren nicht mehr. Ich habe eine Arztodyssee hinter mir, wurde von einem zum anderen geschickt. Sinnlose Doppeluntersuchungen, obwohl ich immer alle Ergebnisse vorlegt habe, lange, lange Wartezeiten, um dann in 5 Minuten abgefertigt zu werden und zum nächsten Arzt überwiesen wurde.

Zum Teil wurde mir nicht mal richtig zugehört oder es wurde mir einfach nicht geglaubt.

Der beste Arzt war meine letzten Internistin. Ihre Aussage: "Frau ........., es wurde alles untersucht, was man untersuchen kann. Die Humanmedizin kann Ihnen nicht helfen, ich gebe Ihnen die Telefonnummer meiner Homöopathin". Eine Lumbalpunktion wollten sie kürzlich machen. Meine Internistin meinte dazu nur: "Man kann einen Menschen, der ohnehin schon starke Schmerzen hat, auch quälen und die Medikamente, die Sie bekommen haben, vergiften sie nur!"

Das denke ich schon lange, ich habe sie Freitag entsorgt!! Jetzt habe ich nur noch an zwei Stellen Schmerzen, statt noch 5 zusätzliche Beschwerden.

lg Lilo

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für mich sind ärzte menschen die mir im krankheitsfall helfen können -  da gibt es leider welche die ich mag und andere die ich nicht ausstehen kann weil sie eben dermaßen arrogant und überheblch rüberkommen - denen sag ich das dann auch. aber ein hohes ansehen haben die in meinen augen nicht , ich habe respekt vor ihnen und ihrem wissen, mehr aber auch nciht

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Ich habe Ärzte noch nie für was Besseres gehalten und mir fällt Spontan auch nur meine Oma ein, die so drauf war. Außerdem finde ich das sehr albern: nur weil es in einer Soap so abläuft, genießen Ärzte kein besonderes Ansehen. 

Dass das auch nur Menschen sind und viele von ihnen Charakterschweine, oder überfordert sind ist jetzt auch keine große Neuigkeit.

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Problem ist das es immerwieder Menschen gibt die denken sie sind geil und werden artzt und machen geld damit....
Das sind die die du gerade beschrieben hast... aver das os nur ein kleiner teil ..

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"Früher" sind die Menschen auch nicht wegen jedem Pieps zum Arzt gerannt, das wurde erst mal selber kuriert. "Früher" war man sogar froh, wenn der Arzt dann meinte, man solle Tee trinken und erst mal abwarten. Heute gilt ein Arzt nichts, wenn er nicht sofort was verschreibt.

"Früher" konnte man den Arzt mit Naturalien bezahlen, oder man konnte sich einen Besuche eben nicht leisten....

"Früher" kam ein Arzt mit einem Warte- und einem Sprech- und Behandlungszimmer aus, heute braucht er ein ganzes Haus und am besten modernste Geräte, das macht die Praxiseinrichtugn viel teurer. Das Studium zum Spezielaisten ist auch länger als das früher. Dazu viel mehr Personal, und "Krieg" mit den Krankenkassen.

Seit jeder kv ist, gehen viel mehr Menschen zum Arzt, der "Halbgott" ist heutzutage eher die KK, der Arzt deren Diener....

Heute sind die Tierärzte die Halbgötter in weiß. Noch....

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Kommentar von Knutschpalme
04.10.2016, 12:18

Wenn man das so liest könnte man fast meinen, dass eine moderne Ausstattung etwas schlechtes wäre. Lmao

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Welchen Ruf?

Wer macht so einen Hype um Ärzte?

Ärzte sind Dienstleister – so wie mein Pizzabote.

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