Frage von vanigold, 74

Verletzung der Schweigepflicht, ja oder nein?

Hallo,

meine Frage bezieht sich auf einen konkreten Fall:

Mein (leiblicher) Vater war letztens bei einem seiner Ärzte (alternative Behandlungen, aber mit Approbation und allem drum und dran). Da der Arzt meinte, ihm liege etwas auf dem Herzen, hat er von einem aktuellen Krankheitsfall erzählt, der mir wiederfahren ist, mit vielen Details über meine Krankenakte und mein Leben generell. Außerdem hat er ihm ein Foto gezeigt von mir, da der Arzt anscheinend schon vom Bild des Gesichts erkennen können soll, was mit einem Patienten nicht stimmt.

Der Arzt hat nun meinem Vater eine komplette Diagnose anhand meiner privaten Krankengeschichte und dieses Fotos gestellt, sowie eine konkrete medikamentöse Behandlung empfohlen und aufgeschrieben (mit direkten, frei erhältlichen Präparaten und Dosierung). Welche Organe OK seien, welche nicht, was kaputt sei, und so weiter.

Mit 24 bin ich natürlich schon lange volljährig und vollmündig. Das alles geschah ohne mein Wissen und keineswegs mit meinem (nachhineinigen) Einverständnis. Abgesehen davon, dass das eine Perversion und ein großer Vertrauensbruch von seiten meines Vaters ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein approbatierter (wenn auch offensichtlich schwachmatischer) Arzt die Berechtigung hat, solche Diagnosen zu stellen, erst recht nicht von Volljährigen ohne deren Wissen und diese weiterzugeben.

Mich würde nun also brennend interessieren:

War das überhaupt legal?

Danke im Voraus für alle Antworten!

Antwort
von BenniXYZ, 9

War legal, dein Vater wollte doch von dir erzählen und eine Diagnose hören. Was kann der Doktor dafür? Ob sie stimmt oder nicht ist auch völlig Banane, deinem leiblichen Vater scheint es gereicht zu haben. Patient zufrieden, Doktor auch. An dich hat in der Realität keiner von Beiden gedacht. Vielleicht kannst du darüber stehen. "Es iss wie es iss"


Antwort
von Anni478, 54

Wenn der Arzt deinem Vater gegenüber keinen Zweifel daran gelassen hat, dass es sich bei der betreffenden Person um dich handelt, auch wenn er keinen Namen nannte, es aber durch das Foto zweifelsfrei belegt wurde, liegt eine Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht vor. Dazu gehört also alles, was du deinem Arzt anvertraut hast, zusätzlich Aufzeichnungen und Untersuchungsbefunde, die dich betreffen.

Ein Arzt ist nur in besonderen Ausnahmefällen dazu berechtigt, seine Schweigepflicht zu brechen, z.B. bei meldepflichtigen Infektionskrankheiten, dann aber auch nicht an Familienangehörige, sondern an die Behörden oder die Meldung von Berufsunfällen an die Unfallversicherung etc.

Mir schein leider, dass einige Ärzte das heute nicht mehr so genau nehmen mit der ärztlichen Schweigepflicht, vermutlich weil der Patient aus Unwissenheit keine Klage anstrebt aufgrund der "Geringfügigkeit".

Kommentar von AalFred2 ,

Die ganzen Daten hat der Vater geliefert. Da sit nichts mit Schweigpflichtverletzung.

Kommentar von Anni478 ,

Achsoo, sorry, habe das ja total falsch verstanden. Ich dachte, der Arzt hätte die Krankengeschichte erzählt. Dann nehme ich alles zurück!

Antwort
von Biberchen, 62

dein Vater hat ihn darum gebeten, also wenn, dann hat dein Vater sich nicht korrekt verhalten, aber eine Verletzung der Schweigepflicht sehe ich hier nicht zumindest nicht durch den Arzt.

Antwort
von Liesche, 74

Hier liegt doch keine Verletzung der Schweigepflicht vor!

Kommentar von user8787 ,

Das sehe ich auch so. 

Allerdings irretiert mich das angebliche Verhalten des Arztes. Diagnosen stellen ohne persönliche Anwesenheit / persönliches kennen lernen halte ich für sehr...seltsam. 

Ein Arzt weiß das er das nicht darf....

Antwort
von holgerholger, 9

Dein Vater hat ja keine Schweigepflicht. Der Arzt, der anhand eines Fotos eine Diagnose einschliesslich medikation stellt, ist vielleicht größenwahnsinnig, hat aber Dir gegenüber keine Schweigepflicht, da Du ja nicht seine Patientin bist.

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