Frage von MinEcRafTCreep, 88

Verletzung am Sportgerät in Offener Ganztagsschule - Rechtens?

Hallo! Ich habe eine Frage an die Schul-Juristen unter euch :)

Mein kleiner Bruder hat sich heute einen dummen Armbruch in der Schule zugezogen.

Das ganze passierte im Rahmen einer Offenen Ganztagsschule, die Schüler waren in der Turnhalle, in der Sportgeräte rumstanden (gestapelte Hochsprungmatten) Die Schüler springen auf den Matten herum und schubsten sich gegenseitig. Mein Bruder wurde geschubst und hat sich den Oberarm gebrochen, muss mehrfach operiert werden, vielleicht verliert er das Gefühl im ganzen Arm.

Meiner Meinung nach ist folgendes an der Sache falsch:

  1. Die Aufsichtsperson war nicht autorisiert die Schüler im Umgang mit Sportgeräten zu beaufsichtigen.

  2. Die Aufsichtsperson muss die Handlung (umschubsen auf gestapelten Matten) sofort unterbinden, da die Handlung ein direktes Verletzungsrisiko mit sich bringt. JEDER Sportlehrer mit einer entsprechenden Ausbildung hätte das Risiko erkannt, und so ist die fehlende Qualifikation der Aufsichtsperson und ihr Nichthandeln mit der Auslöser für die Verletzung.

Somit hat die Aufsichtsperson grob fahrlässig gehandelt und trägt mit Schuld an der Verletzung meines Bruders. Lohnt es sich die Schule auf Schmerzensgeld zu verklagen? Wie sind da die Chancen?

Antwort
von MaryAngel91, 54

Ich kann dir nur soviel sagen, dass die Schule wegen des Sportunfalls für die Kosten aufkommen muss. Schmerzensgeld hab ich leider keine Ahnung, kann dich zwar verstehen aber es kann gut sein das man da nicht weit mit kommt.

(Beispielsweiße haftet ein Arzt auch nur selten für eine Fehldiagnose.... Zweimal am eigeben Laib zu spüren bekommen.^^')


Aber wegen des Anwalts... Ihr könnt euch doch ein Termin für ein Beratungsgespräch machen und da mal nachfragen. Dieses Gespräch kostet meines Wissens nach nicht so viel und wird euch, wenn ihr es wirklich genau wissen wollt, wohl am besten helfen! :)

Alles Gute für deinen Bruder! ♥ Er darf nur nicht aufgeben! Das ist zwar nicht alles aber wer sich selbst aufgibt hat schon sogut wie verloren.


Kommentar von MinEcRafTCreep ,

Danke 😊

Wird schon wieder werden, da muss er jetzt durch. Krankenhaus und alles zahlt die Schule ja.

Antwort
von blackforestlady, 28

Wenn Du schon über zwanzig bist, dann ist Dein kleiner Bruder wohl schon dreizehn oder vierzehn. Daher sollte man in dem Alter schon wissen, was man machen darf oder nicht. Wenn es in der Freizeit passiert wäre, dann hättest Du wohl Deine Mutter die Schuld gegeben oder wie. Die Schule wird für die Behandlung aufkommen, mehr nicht. Schmerzensgeld für was für Schüler die sich nicht benehmen können, gibt es nicht. 

Antwort
von kgsbus, 31

Jeder Schüler ist gesetzlich versichert (Gemeindeunfallversicherung) und wird dadurch optimal betreut, Die Kosten trägt also nicht die Versicherung der Eltern,

Sollten die Schäden so groß sein, dass eine Beeinträchtigung zurückbleibt, gibt es eine Rente.

Eine OGS ist Teil der Schule. Die Kräfte haben daher eine Aufsichtspflicht. Diese kann aber nicht alle Vorfälle "sehen" -> Pausen zum Beispiel: Hunderte Kinder spielen , zwei oder drei Kräfte sind dabei.

Daher muss das Kind nur wissen wo es Hilfe bekommt,

Das Kind verliert seine Versicherung nie, auch wenn es falsche Dinge tut, weil es noch nicht mündig ist.

Ob die Aufsicht falsch gehandelt hat, kann nur durch eine Analyse geklärt werden (Schule - OGS - Schulamt).

Die Eltern können eine Anwalt befragen (Rechtschutzversicherung ?).

Der Staat haftet für die Kräfte, nur bei Vorsatz kann eine eigene Beteiligung zur Strafe führen.

In der Regel wird es kein Schmerzensgeld geben; da müsste der Täter (Mitschüler) haften. Er ist unmündig - also käme die Haftpflichtversicherung dieser Eltern zum Zug.

Wichtig ist: der Bruder wird optimal versorgt und wird wohl keine Schäden behalten. Die anderen Sachen sind zu prüfen.

Antwort
von casala, 47

pillepalle - was willst du da implementieren?

 aufsichtsperson eingesetzt, also auch autorisiert.  logisch?

gegen dummheit und übermut ist kaum ein kraut gewachsen. wenn die kids also übertrieben haben, soll erst mal die mangelhafte aufsicht nachgewiesen werden. zu spät eingegriffen zu haben ist längst kein nachlässigkeitsbeweis. eher kann man da die nicht ausreichende beaufsichtigung beanstanden (wenn überhaupt).

die chancen sehe ich deshalb gegen O.

Kommentar von MinEcRafTCreep ,

Die Verletzung ist durch die matte so schlimm geworden. Die matte ist ein Sportgerät, meiner Meinung nach dürfen Schüler nicht einfach Sportgeräte benutzen wie sie wollen. 

Ein Sportlehrer wurde ja auch schon bestraft weil sich Schüler beim Hürdenlauf verletzt haben. 

Kommentar von casala ,

gestapelte matten sind keineswegs sportgeräte und sicherlich nicht zur benutzung gedacht (könnte eigendlich jedes kind wissen).

und abgestelltes gerät muß KEINESWEGS durch einen SPORTLEHRER gesichert werden.

 der hürdenlauf unterliegt deshalb auch ganz anderer bewertungskriterien.

Antwort
von FailGamerPRO, 56

Auch wenn es ein Spirtunfällen War, kannst du den Sportlehrer auf jeden Fall anzeigen und Schmerzensgeld verlangen. Tut mir leid für dein Bruder.

Kommentar von MinEcRafTCreep ,

Die Sache ist die: 

Es war ja nicht mal ein richtiger Sportlehrer/Lehrer dabei in der Turnhalle, nur so eine Angestellte von der Mittagsbetreuung. 

Ich denke nicht, dass die mit den Schülern Sportgeräte nutzen darf. 

=> Schmerzensgeld Ja oder?

Geld ist zwar nicht alles, aber doch einiges. 

Antwort
von kevin1905, 47

Konkrete fallbegzogene juristische Beratung darf nur durch Rechtsanwälte und nicht unentgeltlich erfolgen.

Stell die Frage auf frag-einen-anwalt.de oder suche direkt einen in deiner Nähe auf.

Kommentar von MinEcRafTCreep ,

Die Frage ist ja, ob es sich lohnt sich einen Rechtsanwalt zu holen ;-)  Und HEY, es gibt hier immerhin gf-punkte für die Antworten :D

Kommentar von kevin1905 ,

Hier liegt das Problem.

Bewertungen von Aufsichtspflichtverletzung sind recht schwierig. Eine Einschätzung ohne juristischen Fachrat halte ich für nahezu ausgeschlossen.

Antwort
von stylerin2009, 47

Nee denke weniger, dass er da was kriegt.. ich arbeite selber an solchen Schulen und da bekam niemand für solche Fälle Schmerzensgeld.

Kommentar von MinEcRafTCreep ,

Aber die Benutzung von Sportgeräten ist doch nur unter Aufsicht von qualifizierten Sportlehrern erlaubt? Und die Schule/die Aufsicht haftet ja für ihre Schüler 

Kommentar von casala ,

gestapelte matten sind keineswegs sportgeräte und sicherlich nicht zur benutzung gedacht (könnte eigendlich jedes kind wissen).

und abgestelltes gerät muß KEINESWEGS durch einen SPORTLEHRER gesichert werden. wo lebst du denn?

Kommentar von MinEcRafTCreep ,

Ich leb in Bayern und du? 

Also hätte da ein paar Wurfspeere gestanden und die Kinder sich damit verletzt hätte die Aufsicht auch keine Schuld daran? 

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Haftung und Schmerzensgeld ist zweierlei. In diesem Fall kommt auf jeden Fall noch die gesetzliche Unfallversicherung mit ins Spiel

Auf dem direkten Weg zur schule,  in der schule und auf dem direkten Rückweg ist jeder Schüler durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt.  Das bedeutet,  die ges. Unfallversicherung wird für die behandlungskosten aufkommen,  und evtl. falls der Arm dauerhaft geschädigt bleibt,  auch eine Verletztenrente zahlen. Auch wird der Versicherungsträger eine evtl. vorliegende Verschuldungshaftung prüfen und gegenüber der Haftpflichtversicherung der schule geltend machen. ein Schmerzensgeld kann dagegen nur ein von deinem Bruder oder seinen Eltern beauftragter Anwalt einfordern und wahrscheinlich gerichtlich erstreiten müssen.

Rechtlicher Anspruch besteht dagegen zunächst mal nur auf Erstattung der Behandlungs- und reha Kosten,  sowie evtl. Auf eine Verletztenrente. Die gesetzliche Unfallversicherung wird alle Kosten übernehmen um deinen Bruder so schnell wie möglich,  so genesen wie möglich zu rehabilitieren um möglichst alle dauerhaften Einschränkungen zu vermeiden für die sie ansonsten evtl. eine lebenslange Rente zahlen müsste.

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