Frage von anil1994, 29

Verlängertes Studium?

hey, gibts hier noch leute unter uns die studieren aber auch so denken wie ich? Ich bin jetzt im fünften Semester und die Regelstudienzeit beträgt 6. Wenn ich weiterhin so studiere wie jetzt, brauche ich aber um die 10 alleine für den Bachelor :D Ich genieße mein Leben einfach und gehe das ganze sehr entspannt an. Ich meine, ob ich nun 2 Jahre später mit dem Beruf anfange oder früher macht ja keinen Unterschied... Das einzige Problem ist, dass die Eltern so einen Druck machen.

Was denkt ihr darüber?

Antwort
von ArnoldBentheim, 29

Im Grunde, aber doch mit einem erheblichen Unterschied, stimme ich dir zu. Der Unterschied ist der, dass die Studienzeit, wenn man sie mit Ernst bestreitet, keine Zeit des Herumgammelns sein sollte!

Studium, wie es heute modifiziert ist, sollte kein schulischer Wissenserwerb mit anderen Mitteln sein! Studium dient dazu, erwachsen zu werden, selbständig - ein für die Studienzeit zentraler Begriff! - Interessen, auch und nicht zuletzt in den gewählten Studienfächern, zu entwickeln und zu verfolgen, über den Tellerrand der eigenen Studienfächer hinauszublicken, sich auf den Erwerb von durchdachtem, dauerhaft angeeignetem Wissen, notwendigen, für das Leben erlernten Fertigkeiten und Fähigkeiten zu konzentrieren. Dafür aber braucht der junge Mensch Zeit, sehr viel Zeit!

Von Klausur zu Klausur zu eilen, aus kurzen Lehrbüchern den Klausurstoff zu pauken und dann wieder rasch zu vergessen, ist kein Studium, sondern staatlich verordnete Verblödung einer zukünftigen sog. "Elite", die auf rasche berufliche Eingliederung trainiert und auf reibungsloses Funktionieren im Berufsleben dressiert wird. Viele der heutigen Studenten bemerken diese fachliche wie menschliche Qualitätseinbuße heutiger Studiengänge nicht, weil sie keinen Vergleich kennen. "Bachelor" - allein mit einer wohlklingenden Titulatur von der Prüfungskommission Gnaden ausgestattet, ist ein junger Mensch noch lange nicht reif, weder beruflich noch menschlich, auch wenn ihm dieser Eindruck vermittelt wird. Nach 3 Jahren Studium hat er allenfalls das angekratzt und daran geschnuppert, was ihn zu einer besonders befähigten Stütze der Gesellschaft machen könnte. Mühsam wird er das unbedingt Nötige im zeitlich dicht gedrängten, für private Interessen und Fortbildung wenig Raum lassenden Berufsleben nachlernen müssen - oder ggf. scheitern. Mit Glück kann er als Fachidiot bestehen und Karriere machen. Aber wo bleiben umfassend gebildete, die Gegenwart kritisch beurteilende, nicht nur ihren engen beruflichen Bereich sehende, die Zukunft mit Ideen gestaltende Angehörige der nachwachsenden Generation?

Ich übertreibe? Die heutige Studentengeneration ist zunehmend unpolitisch, scheut Verantwortung, ist fixiert auf moderne Medien und materiellen Erfolg. Geistige Interessen - Fehlanzeige. Bachelorstudenten, einst wegen des raschen Abschlusses von den Arbeitgebern gefordert, werden heute von denselben Arbeitgebern als eigentlich noch nicht berufsreif bezeichnet, kurz: für wenig zu gebrauchen. Das kann die studentische Internetgeneration alles in seriösen Medien nachlesen.

Was tut not? Eigentlich ist es ganz einfach: Qualität statt Quantität!

MfG

Arnold

Antwort
von TUrabbIT, 28

Ich bin im 6.Semester und werde nach meinem derzeitigen Plan den Bachelorabschluss nach 8 Semestern machen. Dafür muss ich mich jedoch jetzt stark ranhalten, denn ich möchte noch ggf den Master ranhängen. Eine Überschreitung um 2 Semester ist noch vertragbar und eher die Regel als die Ausnahme in diesem Studiengang dazu habe ich auch noch lange nebenbei gearbeitet.

Es ist so, du musst dich nicht an der Regelzeit festklammern, doch solltest du die Zeit auch nutzen. Das heißt entweder sehr gute Noten oder Zusatzqualifikationen wie Berufserfahrung, Sprachen oder Lebenserfahrung (Freiwilligen Engagement, Ehrenamt, Verantwortung in Fachschaftsrat oder in der Fakultät übernehmen etc.).
Bei 2 Semestern und einem anspruchsvollen Studiengang(Naturwissenschaften, Technisch etc.) fragt keiner groß.
Aber bei 4 Semestern solltest du besser was vorzuweisen haben.

Antwort
von emib5, 29

Deine möglichen zukünftiger Arbeitgeber werden sich auch für Deine Studiendauer interessieren. Und wenn Du keine vernünftigen Gründe für eine lange Studiendauer anführen kannst, dann wirst Du bei den Jobs mit mehreren geeigneten Bewerbern wahrscheinlich eher nicht in die engere Wahl  kommen.

Antwort
von tevau, 23

Kommt darauf an. Wenn Du dick geerbt hast und Dein Studium nur aus intellektuellem Interesse oder als Zeitvertreib betreibst, dann kannst Du solange studieren wie Du willst. Das gleiche gilt, wenn Du danach eine sichere Existenz als Selbständiger haben wirst.

Wenn Du aber später darauf angewiesen bist, das Dir andere eine Job geben und Du das Studium betreibst, um Dir damit die Voraussetzung für einen ansprechenden Lebensstandard zu schaffen, dann musst Du natürlich ein bisschen aufpassen, was diese anderen denn verlangen.

Je länger man die Regelstudienzeit überschreitet, umso erklärungsbedürftiger ist das. Wenn man also nebenbei mehr arbeiten musste (oder wegen des Studienbezugs des Jobs wollte), ist das OK. Bis zu einem gewissen Grad wäre auch eine Weltreise OK, oder auch eine Auszeit für ein Entwicklungshilfeprojekt in Ecuador. Auch die Pflege eines behinderten Verwandten kannst Du positiv darstellen.

Aber wenn der Eindruck entsteht, dass Du irgendwie nichts zustandebringst, kein Ziel verfolgen kannst, und es zuwenig schaffst, Dich selbst zu motivieren oder zu disziplinieren, spricht das natürlich nicht für Dich.

Denn die Denke ist: Wenn ein Bewerber das Genießen des Lebens wichtiger findest als das Studium, wirst er es voraussichtlich auch wichtiger finden als den Job. Und nichts ist unangenehmer für Arbeitgeber (und auch für Kollegen) als Mitarbeiter, die den Job eigentlich gar nicht wollen.     

Also 2 Zusatzjahre allein für den Bachelor sind schon wirklich erklärungsbedürftig, aber natürlich noch nicht das Aus. Aber Du solltest Dich jetzt wirklich ranhalten. Willst Du den Master machen? Dann versuche, die 2 Jahre nicht noch weiter ansteigen zu lassen.

Antwort
von FooBar1, 17

Wenn du arbeitest und kein Problem mit dem Rausschmiss hast. Ist doch prima. Außer, dass du natürlich viel mehr in einem spannenderen Job später verdienst.

Wenn du auf kosten deiner Eltern lebst ist es ziemlich unfair das du auf ihre Kosten Party machst

Antwort
von schreiberhans, 23

Ob du dann auch einen Job bekommst hängt auch davon wie lange du studiert hast und das macht dann schon einen unterschied zwischen 6 und 10 Semester

Wenn du nicht mal nebenbei arbeiten gehst und nur Geld von deinen Eltern bekommst ist das nicht so prickelnd aber jedem das seine

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