Frage von 3nC0r, 92

Verklage ICH meinen Vater?

Hallo zusammen,

ich habe ein Problem und bräuchte dringen ein paar Infos von einem Juristen oder ähnlichem. Als Info vor ab. Ich bin aktuell 17 Jahre alt und meine Eltern leben seit ein paar Jahren getrennt. Alles hat angefangen als meine Eltern sich neuen Lebenspartnern zuwendeten. Mein Vater fand recht schnell eine neue Partnerin und heiratete allerdings komme ich mit ihr nicht zurecht. Sie hat ein ganz andere Vorstellung vom Leben als die "Familie" aus der ich kam. Mein Vater veränderte sich seit den letzten (ca.) 5 Jahren auch in diese Richtung. Ich lebte bisher (da meine Eltern nicht sehr weit auseinander wohnen) in einem Wöchentlichen Wechsel-Modell in dem Ich eine Woche bei meiner Mutter und anschließend eine Woche bei meinem Vater lebte. Mittlerweile kam ich mit meinem Vater und deren Frau überhaupt nicht mehr zurecht. Wir Stritten uns permanent und es ist fast nicht mehr möglich ein normales Gespräch zu führen. So entschied ich mich vor ca einem Jahr das Wechsel-Modell so umzustellen, dass ich 2 Wochen bei meiner Mutter wohne und eine Woche bei meinem Vater. Jetzt kommen wir zu meiner eigentlichen Frage. Da meine Mutter durch die längere Zeit in der ich bei ihr bin höhere Kosten hat und mein Vater in keinster Weiße etwas vom Kindergeld an sie abgeben möchte kommt es nun zu einer gerichtlichen Verhandlung. Soweit so gut, nur das bisher alles meine Mutter in diesem Bereich geregelt hat und meine Mutter mir immer gesagt hat, dass soll mich nicht belasten, dass sind Themen die nur wir als Eltern zu klären haben. Jetzt Plötzlich kommt mein Vater auf mich zu und sagt mir er würde sich nicht länger von mir verarschen lassen und ich fragte daraufhin was den los sei, antwortete er mir ICH würde ihn verklagen. Im ersten Moment wusste ich gar nicht was ich plötzlich mit der Sache zu tun habe und überlegte. Erstens bin ich unter 18 Jahren und kann eigentlich niemanden selbständig verklagen und zweitens habe ich nie irgendwas, irgendwo unterschrieben oder ausgefüllt. Davon abgesehen sagte er mir auch noch ich hätte eine Gerichtliche Vorladung, die aber zu meiner Mutter geschickt wurde, obwohl mein Wohnsitz bei meinem Vater ist. Ich verstehe die ganze Sache nicht und bitte um einen Rat.

Ich würde mich freuen wenn mir jemand sagen würde in wie weit ich jetzt in dieser Sache von der ich oberflächlich wusste mit drin stecke...

Ich komm schon kaum auf andere Gedanken.

Gruß und bitte um Antworten

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Antwort
von teafferman, 19

Ok. 

Nein, wie schon erklärt:

Deine Mutter verklagt Deinen Vater in Deinem Namen. Denn Du hast ja entschieden, bei ihr länger zu sein als bei Deinem Vater. 

Nun wurde also die Einladung zur Anhörung vor dem Familiengericht an die Adresse Deiner Mutter geschickt. 

Hier wird das Familiengericht sich gedacht haben:

Aha. Bisher war es ein Wechselmodell. Nun ist das Kind über 16 Jahre alt. Und ab dem Alter hat es Anspruch auf rechtliches Gehör. Und eine gehörige Portion Mitspracherecht bezüglich seines Aufenthalts. 

Da also die Mutter klagt - in Deinem Namen - wird davon ausgegangen, dass für Dich das bisherige Wechselmodell bitte Geschichte ist. Deshalb ging die Einladung zur Anhörung an Deine Mutter. 

Dein Vater wurde auch verständigt. Offensichtlich in der Woche, in welcher Du bei ihm wohnst. Er ist also gleich mal auf Dich los. Unfein. 

Nun magst Du entscheiden: 

Möchtest Du da immer noch jeweils für eine Woche hin? Oder möchtest Du eine andere Lösung? 

Denke in Ruhe darüber nach. 

Setze Dich bestenfalls mit Papier und Stift hin und schreibe die positiven und die negativen Seiten pro Wohnort für Dich auf. Diese Liste kannst Du dann vor dem Familiengericht als Hilfe nutzen. 

Dem Familiengericht geht es ausschließlich um Dein Wohl. Hat es zu gehen. 

Du kannst Dich auch hier beraten lassen

https://www.nummergegenkummer.de/

Antwort
von DFgen, 27

Du selbst hast zwar Anspruch auf Unterhalt, diesen kann aber bis zu deiner Volljährigkeit nur ein Elternteil für dich vom anderen "in Vertretung für dich" einfordern.

Du bist aber bereits in einem Alter, da du selbst auch vor Gericht zur Sache befragt werden kannst....

Gerichtliche Vorladung, die aber zu meiner Mutter geschickt wurde, obwohl mein Wohnsitz bei meinem Vater ist.

Das sog. "Wechselmodell" beruht darauf, dass sich die Eltern einig sind und beide jeweils "Betreuungsunterhalt" und "Barunterhalt" für das Kind leisten, also keiner Unterhaltsforderungen an den anderen stellt...

Ansonsten leistet der Elternteil, bei dem das Kind wohnt - und polizeilich gemeldet ist - den Betreuungsunterhalt, und kann vom anderen Elternteil (bei dem das Kind nicht gemeldet ist) Barunterhalt einfordern... Theoretisch könnte hier also nur der Vater von der Mutter Unterhalt fordern...

Antwort
von Midgarden, 47

Deine Mutter wird versuchen, Dein Recht auf Unterhalt einzuklagen, deshalb bist Du der Kläger, vertreten durch Deine Mutter

Antwort
von shannaragm, 17

Das ist eine ziemlich dreckige Schlammschlacht in der du da drin bist. Das habe ich vor ein paar Jahren ( von meinem 11-18 Lebensjahr) auch mit machen müssen. 

Ja, DU verklagst deinen Vater vertreten durch deine Mutter. Das muss so sein. Und sobald du 18 wirst musst du alleine (evtl. Mit Anwalt) weiter prozessieren. Lass dir bitte von deinen Vater nicht einreden du etwas Unrechtes tust. Er ist derjenige der etwas falsch macht. Er hat für deinen Unterhalt zu sorgen. Schlimmstenfalls bis du 30 bist.

Halt die Ohren steif. Du schaffst das!

Kommentar von Menuett ,

Bis zum Ende der ersten abgeschlossenen Berufsausbildung, und diese muß zügig erreicht werden.

Sonst verfällt der Anspruch.

Kommentar von shannaragm ,

Das stimmt leider nicht.

Ich (28) habe gerade einen Antrag auf BAföG gestellt. Die Zuständige Stelle verlangt nun von mir, dass ich meine Eltern auf Unterhalt verklage, wenn die sich weigern mir Unterhalt zu zahlen. Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder und trotzdem müssen meine Eltern für mich zahlen.

Antwort
von Menuett, 15

Deine Mutter kann Unterhalt nur in Deinem Namen erklagen.

Das ist bei allen Kindern unter 18 so und völlig normal.

Dein Vater ist hier der A..., der weiß das garantiert und will Dich gegen Deine Mutter aufwiegeln.


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