Frage von Sunis, 44

Verkehr für YouTube-Show filmen?

Morgen,

Aus Amerika gibt es den Trend bei Motorradfahrern, eine Art rollenden Videoblog zu drehen. YouTube ein Walterrific filmen dabei mit einer Helmkamera den Verkehr und erzählen verschiedenes.

Meine Frage: Ich will sowas mit meinem Auto machen. Aber wäre das legal? Ich meine ich Filme ja im öffentlichen Raum und nicht spezifische Leute, es geht eher um mein Auto und die Tätigkeit des Fahrens.

Muss ich eventuell die Kennzeichnen und Gesichter undeutlich machen?

Antwort
von claushilbig, 15

Kommt etwas auf den Zusammenhang an: Solange Du die Aufnahmen nicht "missbrauchst", z. B. für private Fahndungsaufrufe verwendest, brauchst Du die Kennzeichen nicht unkenntlich zu machen. Hierdurch werden nämlich keine Persönlichkeitsrechte verletzt, da (außer für die Polizei) aus dem Kennzeichen kein Rückschluss auf die Person möglich ist.

s. http://www.mimikama.at/allgemein/mssen-kfz-kennzeichen-im-netz-verpixelt-werden/

Bei Aufnahmen, die Du nach dem Motto "Schaut euch mal an, wie bescheuert dieser Vollhonk vor mir fährt", währe es m. E. sehr grenzwertig. Ich denke, da wäre verpixeln sinnvoll.

Gesichter sollte man sicherheitshalber immer unkenntlich machen, denke ich, auch wenn es gesetzlich vielleicht nicht immer notwendig wäre.

Antwort
von siggibayr, 11

Web-Cams sind Videokameras, deren Bilder meist über das Internet einer nicht bestimmbaren Anzahl von Personen zugänglich gemacht werden. Solange die Bilder so unscharf sind, dass eine Indentifizierbarkeit der eventuell mit abgebildeten Personen ausgeschlossen werden kann bzw. keine personenbezogenenen Daten wie z.B. ein fremdes Kfz- Kennzeichen erfasst und übermittelt werden, sind diese Kameras datenschutzrechtlich unbedenklich. Andernfalls gibt es zwischenzeitlich verschiedene Rechtsprechungen, die einen Verstoß nach dem Bundesdatenschutzgesetz (§6b Abs. 2 BDSG) bzw. § 22 Kunsturhebergesetz bejahen.

(VG Ansbach, Urteil vom 12.08.2014 / Düsseldorfer Kreis mit Beschlüssen aus 2013 und 2014/ LG Heilbronn, Urteil vom 03.02.2015).

Antwort
von Exquisa, 38

Das darf man in Deutschland generell gar nicht. Frage doch einfach mal bei der Polizeidienststelle nach. So würde ich das zumindest machen...Dann macht man nix verkehrt...

Kommentar von alexbeckphoto ,

Frage doch einfach mal bei der Polizeidienststelle nach.

bei rechtlichen Dingen die Polizei fragen? ganz schlechte Idee! Da kannst du genau so gut einen Metzger fragen.

Da ist man bei einem (Fach-) Anwalt wesentlich besser aufgehoben!

Kommentar von Exquisa ,

Schmarn. Die Polizei kann Dir mitteilen ob das überhaupt erlaubt ist...

Kommentar von negotio ,

Wie andere auch geschrieben haben, ist die Polizei keine Rechtsberatung. Deren Aufgabe ist es potentielle Rechtsverstöße aufzunehmen und zu bearbeiten. Ihnen steht nach dem Opportunitätsprinzip noch nicht mal die Entscheidung zu, ob sie in einer Sache ermitteln wollen oder nicht. Des weiteren betrifft diese Frage eher das Zivil- als das Strafrecht.

Antwort
von negotio, 44

Also die Aufnahmen zu veröffentlichen, wenn Kennzeichen oder Gesichter erkennbar sind, ist wegen dem Recht am eigenen Bild problematisch.

Wenn niemand persönlich identifizierbar ist, sollte das erlaubt sein. Das könnte man mit GoogleStreetview vergleichen. So ist es gestattet Menschen auch ohne deren explizite Zustimmung in der Öffentlichkeit zu fotografieren, wenn diese nicht erkennbar nicht (z.B. Fußgängerzone, Großveranstaltung)

Kommentar von Lkwfahrer1003 ,

GoogleStreetview

Google hat eine Internetseite bei der du der Veröffentlichung widersprechen kannst ........

https://maps.google.com/intl/de/help/maps/streetview/privacy.html

Kommentar von negotio ,

Der Link ist gut. Ich denke dort wird klar um was es geht. Personen und Kfz-Zeichen müssen unkenntlich sein. In Bezug auf Gebäude ist die Sachlage insoweit bei Google StreetView anders, da der Dienst über die Adreßsuche weitere Daten zur Verfügung stellt und damit datenschutzrechtlich bedenklich ist. Schließlich kann ich über die Adresse gezielt das Umfeld einer Person durchleuten. Diese Interaktionsmöglichkeit bietet ein Video nicht.
Wenn jeder bei Fotos und Videos immer ein Einspruchsrecht hätte, wären Bilder in Zeitungen (z.B. von Demos) genauso unmöglich, wie die Übertragung von öffentlichen Konzerten oder Fußballspielen.

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