Frage von lindgren, 50

Verkaufen oder behalten, wie entscheide ich richtig?

Guten Morgen! Ich stehe vor einer Entscheidung,die ich treffen muss. Und das fällt mir etwas schwer. Vielleicht könnt ihr mir Rat geben.

Ich besitze ein Eigenheim, welches ich selbst mit meiner Familie bewohne. Die Einliegerwohnung in meinem Haus ist an meine Tochter vermietet.

Hinzu besitze ich ein weiteres Haus mit 2 Wohnungen. Diese 2 Wohnungen werden in Kürze unbewohnt sein. Ein schönes gepflegtes Grundstück (360 qm) plus Pergola und überdachter Freisitz, wie auch eine mit Kletterpflanzen überdachte Terrasse sind vorhanden. Leider sind in diesem Haus 2 verschiedene Heizungen, also eine Ölheizung und eine Elektroheizung. Die eine Wohnung ist sehr gut gepflegt, die andere müsste noch hergerichtet werden. Parkettböden. Baujahr 1956. Neu verputzt und gestrichen, Keller ist tipptop. Innen alles Eiche, Treppenhaus, Geländer sowie auch die Böden. Sehr gut gepflegt.

Um eine einheitliche Heizung einzubauen und den Vorbau zur Haustüre abzuschließen (ist derzeit offen), müsste ich um die 35.000 Euro investieren. Dabei wären auch neue Stromleitungen in der einen Wohnung und die Renovierung eines Badezimmers.

Dagegen steht der Verkauf dieser Immobilie. Marktwert ist bei 125.000 Euro.

Längerfristig gesehen - was wäre die bessere Möglichkeit. Vermieten (und vielleicht Probleme mit den Mietern bekommen) oder eben der Verkauf. Der Mietspiegel hier liegt bei 6 Euro der Quadratmeter. Die Wohnungen sind jeweils 83 m2 groß. (3 Zimmer plus Küche und Bad, Terrasse oder Balkon).

Danke für jeden Rat.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sonja66, 50

Guten Morgen :-)

Also schon allein, dass du die Frage stellst, lässt für mich darauf deuten, dass du dir, wie du ja auch selbst schreibst, unsicher bist, aber eigentlich unsicher bist, die Immobilie zu behalten, weniger unsicher, sie zu verkaufen.

Bei Entscheidungen grundsätzlich finde ich den ersten aufsteigenden Gedanken dazu äußerst wertvoll, hilfreich, aufschlußreich und nachgehenswert. Vielleicht ja kannst du dich entsinnen oder dies wiederholen, wenn du willst.

Meiner Ansicht nach müsstest du in was investieren, bist jedoch nicht bereit dazu. Vielleicht solltest du dir diesen Widerwillen einfach zugestehen, erlauben und ihm vertrauen.

Wie alles im Leben so hat wohl auch der Besitz einer Immobilie zwei Seiten, Vor- und Nachteile. Bist du noch bereit dazu, die Nachteile davon zu akzeptieren? Ich finde eher weniger. Mir scheint es, als wäre dir alles eher Ballast, was ich persönlich völlig normal finde.

Anders gesehen, wer weiß, ob du die Immobilie zügig verkauft bekommst, so müsstest du eh noch Zeit damit verbringen, womöglich andere Entscheidungen treffen....

Was bewegte dich damals zum Kauf? Welche Motivation lag dahinter? Stehst du da heute auch noch dazu? Oder änderten sich deine Gedanken darüber, was ja durchaus normal ist?
Sollte sie dir mal Sicherheit geben? Die du vielleicht gar nicht mehr sooo brauchst?

Längerfristig wäre meiner Meinung nach der Verkauf die bessere Möglichkeit für dich, weil du dann freier wärst und ich davon ausgehe, dass dir das angenehm wäre.

Antwort
von lohne, 38

Ich würde Haus behalten und in den sauren Apfel beißen und die Heizungen erneuern (günstiger Kredit über KFW ca. 1%). Was willst mit dem Geld aus dem Verkauf anfangen, Zinsen bringt das nicht. Du kannst offensichtlich eine Miete von rd. € 1.000 erzielen. Also rechnet sich die Investition doch.

Antwort
von Taimanka, 49

ich weiß nicht wie alt du bist und was du dir noch an "möglichem Stress" mit zukünftigen Mietern zumuten möchtest. Das wäre für mich die erste Frage, bevor ich ans rechnen gehe. Anders gesagt, ich würde eher das Geld für den Verkauf jetzt mitnehmen und Ruhe haben, ... und so etwas für meine Gesundheit tun 😊. Die Erfahrungsgrundlage für eine solche Entscheidung kennst nur Du.

solltest du dich dann für den Ausbau und somit die Investitionen entscheiden, hast du natürlich ein gesichertes (Neben-) Einkommen. hier stehen natürlich von Zeit zu Zeit auch neue Investitionen an. wenn du Spaß hast in der Rolle des Vermieters und Eigentumbesitzers, mit allem was dazugehört, würde ich das Ding weiterfahren und renovieren. 

Kommentar von lindgren ,

Je länger ich darüber nachdenke und mit meiner Familie spreche, wie auch mit meinen Freunden, umso mehr habe ich das Gefühl, ich sollte es verkaufen. Ich bin 50 Jahre alt und für mich wäre es Ballast. Man muss sich darum kümmern, hinzu Steuern und Reparaturen, die immer mal anfallen können. Man weiß nie, was für Leute ich da als Mieter bekomme. Meine Kinder haben kein Interesse an diesen Wohnungen.

Kommentar von KaeteK ,

Du hast eine Familie und wenn du schon 50 bist, dann kannst du diese "Last" an deine Kinder übergeben. Sie erben eh irgendwann und ich finde, für eine Haus mit 2 Wohnungen, wären mir 125 T € zu wenig -  vor allem wenn man weiter denkt... und man möchte auch für die Kinder eine Absicherung. Was du hast, hast du. Verkaufen kannst du später immer noch, aber dann kannst du auch mehr verlangen. lg

Kommentar von Taimanka ,

@lindgren

ich kann gut nachvollziehen, dass du dich mit dieser Situation beschäftigst und überlegst. Ich persönlich denke, dass, wenn du diese Gedanken schon hast, zu dem Kind/er großgezogen hast, quasi Deine Aufgaben mehr als erfüllt hast, es Zeit ist, an dich zu denken. Die Lebensmitte ist überschritten und es gibt bestimmt das eine oder andere, wo dein Herz mehr Freude dran hat,  als Heizungen einbauen zu lassen und sich langfristig energetisch und thematisch der ganzen Sache zu verpflichten, zumal du ja schon ein Eigenheim hast.

unter diesem Aspekt würde ich das Geld nehmen, die Immobilie abstoßen und gucken, was das Leben noch schönes für mich bereithält, natürlich neben dem Alltagsleben, welches zu bewältigen ist, auch ohne zweites Haus.

ich habe gestern diesen Artikel gelesen, er war als Frage hier gepostet, auch wenn er nicht ganz auf deine Situation passt, vielleicht magst du ihn lesen und verstehst, was ich dir sagen möchte:

 https://www.gutefrage.net/frage/halloich-suche-unbedingt-einen-artikel-aus-der-s...

Kommentar von railan ,

So wie du jetzt schreibst, hast du dich doch innerlich schon entschieden.

Ich bin in einer ähnlichen Situation und überlege immer wieder meine Immobilien abzustoßen. Was dann aber tun mit dem Geld? Liegt es auf der Bank rum, bringt es kaum Zinsen und man weiß nicht was bald passiert. Die typischen Ängste älterer Leute...

In der Anfangsfrage fehlten wichtige Dinge wie dein Alter und die Gesamtsituation, Lage der Immobilie (steigt der Wert oder fällt er eher), wie ist der Wohnungsmarkt in der Gegend - die eine Antwort bzw. einen Rat schwierig machten.

Jetzt rate ich zum Verkauf. Allerdings würde ich überlegen, ob eine vorherige Sanierung nicht einen erheblich besseren Verkaufserlös bringen würde.

Antwort
von KaeteK, 38

Ich finde, so eine Immobilie ist eine gute Geldanlage. Gerade auch, weil wir in unserem Land einen Wohnraummangel haben und die Wohnungen, wenn die mal gerichtet sind, sich gut vermieten lassen. Zudem hast du Kinder, die irgendwann ausziehen und dann froh sind, wenn sie sich nicht lange nach einer Wohnung umsehen müssen. Sicher, eine Vermietung ist immer ein Risiko, aber was ist kein Risiko?

Auch denke ich, bei der Lage in unserem Land, wäre mir der "Spatz in der Hand lieber,als eine Taube auf dem Dach". denn ich vermute, dass es unserem Land nicht mehr lange so gut geht und der Euro an Wert verliert.

lg

Kommentar von lindgren ,

Das ist auch ein Aspekt, den ich mir mal durch den Kopf gehen lassen muss. Ich werde mir mal Zeit lassen mit der Entscheidung.

Danke!

Antwort
von chvoyage, 17

In Zeiten der totalen Überschuldung mit Planungen zur Abschaffung des Bargeldes, in Zeiten wo der Begriff Betongold einen Sinn bekommen hat, sollte man sich überlegen zu verkaufen.

Wenn Du die Mieteinkünfte gänzlich für die geplante Investition aufwenden würdest, dann dauert das ca. 3 Jahre und die Investition ist über die Miete wieder in der Kasse.

Entscheidend ist natürlich die Lage der Immobilie. Durch den erstaunlichen geäußerten Verkaufspreis scheint die Lage nicht die beste zu sein.

Wenn die Lage schelcht ist liegt der Verkauf näher, wenn die Lage besser ist liegt das Behalten näher.

Auch im Alter ist ein "Zubrot" nicht zu unterschätzen.

Der Verkaufspreis erscheint niedrig, weil er nur ca. den 10 fachen Jahresmietwert abbildet.

Kommentar von lindgren ,

Es ist ein kleines Dorf mitten in Oberfranken. Da sind die Preise nicht hoch. Für uns ist das der normale Preis. Wunderschöne Landschaft etc. aber die nächste Großstadt (Nürnberg) ist 100 km entfernt.

Kommentar von chvoyage ,

dann ist die Vermietung wahrscheinlich eher schwierig zu sehen oder?

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