Frage von bibi0803, 10

Verhaltensauffälligkeit Hannoveraner-Stute. Hat jemand eine weiter Idee zwecks Untersuchungen?

Hallo zusammen,

ich beobachte seit langer Zeit immer mehr werdende Verhaltsauffälligkeiten bei meiner 14 jährigen Hannoveraner-Stute. Bevor ich mit dem eigentlichen Problem beginne, vorab folgende Infos:

  • die Stute ist seit 14 Jahren in meinem Besitz, ich habe sie als Fohlen gekauft
  • die Zähne sind gemacht
  • die Augen sind untersucht worden
  • ich habe ein Blutbild machen lassen (wg. Mineralien). Hier war nur der Zink/Selen-Wert leicht verändert, aber nicht dramatisch.
  • die Osteopathin war regelmäßig da
  • ich habe sie vor 3 Jahren auf Barhuf umgestellt
  • seit 2 Jahren lebst sie in einem Aktiv- und Bewegungsstall
  • sie bekommt nur Heu und kein Kraftfutter (gg. eine Hand voll Hafer nach der leichten Arbeit)

Diese Infos vorab, da oft diese Fragen als erstes gestellt werden ;-)

So, nun aber zum Thema: ich habe meine Stute 4 jährig langsam angeritten. Wir waren 9 jähring auf einem guten A-Niveau (mich drängt nichts). Meine Stute war nie der Fels in der Brandung, machte mal den einen oder anderen Hüpfer zur Seite, aber alles zu händelt. Seit Ende 2011 stelle ich eine schleichen - vermehrte - Veränderung fest. Sie ist sehr schnell Unruhig - fast panisch/ sieht Gespenster -. Erschrickt heftig wenn nur ein Vogel auf dem Zaun des Reitplatzes landet und geht dann durch. Dieses Verhalten hat sich im Laufe der Jahre verschlimmert. Mittlerweile kann ich sie kaum noch vom Paddock zum Roundpen führen ohne mich nicht in Gefahr zu bringen, ich reite sie aus Sicherheitsgründen auch nicht mehr. Auch lässt sie seit 1 Jahr den Hufschmied nicht mehr an ihre Füße. Auch hat sich ihre Hufqualität sehr zum schlechten verändert, sehr brüchig und weich. Auch ihr Verhalten in der Herde hat sich veändert. Sie war sonst immer im oberen 1/4 der Herde. Seit einiger Zeit versteckt sie sogar hinter einem Jährling und hat Angst vor einem 4 jährigen.

Dieses Verhalten tritt nicht nur bei mir auf, auch bei anderen Personen. Welche die sie vom Hof kennt und unabhängige - fremde Leute.

Wie ihr sehr habe ich schon einige Versuche gestartet eine Diagnose zu erzielen, bislang ohne Erfolg. Ich hoffe nun auf Hinweise, was ich sonst noch an Untersuchungen machen kann.......ich bin für alles offen.....und für jeden Tipp dankbar

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Experten fragen

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 3

Mensch, das tut mir Leid. Was für eine blöde Situation. Wenn ich ehrlich bin, hab ich auch nicht wirklich einen Geistesblitz und kenne ich kein Pferd, das sich ohne einschneidendes Negativerlebnis so gewandelt hat.

Aber gedanklich gehen meine Vermutungen in drei Richtungen:

Einmal kann es durchaus sein, dass Du durch unbeabsichtigtes Verhalten ihre Schreckhaftigkeit begünstigt und verstärkt hast. Was ich damit meine, sind unbewusste Ängste und Vorausahnungen des Reiters, die sich auf ein Pferd übertragen. So unter dem Motto: "Oh, ein Vogel - gleich springt sie wieder weg!" und dann springt das Pferd tatsächlich weg, weil es spürt, dass der Reiter beunruhigt ist. Sowas geht dann schnell in einen regelrechtes Kreislauf über und verstärkt sich mit der Zeit, wenn man Pech hat, immer mehr. Hier würde ich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Und die andere Vermutung ins Blaue hinein ist etwas, wofür mich sicherlich der eine oder andere Offen- und Aktivstall-Anhänger verbal steinigen wird, denn ich kenne durchaus Pferde, die mit der idealsten aller Haltungsweisen nicht glücklich sind. Die zwar ausgedehnte Weidezeiten mögen, aber eben auch ihr sicheres Refugium über Nacht in der eigenen Box. Futter und Tränke, Heu und Stroh ohne Rangordnungen beachten zu müssen und einfach Ruhe zum Seele baumeln lassen zu haben. Ohne Dein Pferd zu kennen, kann ich Dir natürlich nicht sagen, ob das bei ihr zutrifft oder nicht. Aber vielleicht kannst Du Dich erinnern, was sich im Leben Deines Pferdes geändert hat, parallel zu ihrem immer auffälliger werdenden Verhalten.

Und dann gibt es auch medizinische Gründe. Zysten an Eierstöcken können zum Beispiel krasse Wesensveränderungen hervorrufen, weil der Hormonhaushalt unter Umständen komplett durcheinander kommt. Und dann kommt mir auch eine Erkrankung durch den Bornavirus in den Sinn, bei dem es auch zu krassen Wesensveränderungen kommen kann - typische Symptomen sollen hierbei sein Apathie, Ängstlichkeit, Schläfrigkeit, Energieverlust, Appetitverlust, Zwangsbewegungen, manchmal Panik und auch Aggressionen. Das ist eine durch Zecken hervorgerufene Erkrankung. Folgenden Link habe ich dazu anzubieten:

http://www.bornavirusinfektion.de/bornavirus-tier/pferde/erfahrungsberichte/

Aber natürlich kann es auch etwas total anderes sein. Ich hoffe, dass Du den Grund herausfindest und es für Dich und Dein Pferd auch wieder schöne Zeiten geben wird.

Kommentar von bibi0803 ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Da war tatsächlich auch meine erste Handlung, als ihre Schreckhaftigkeit aus dem Nichts heraus auftrat, dass ICH der Auslöser sein könnte und ich ihr Unsicherheit gegenüber ausstrahle. Ich habe mir dann Hilfe von Trainerin in jede Richtung geholt (klassisch, Bodenarbeit, Horsemanship.....usw) und sie auch von Anderen (!!Immer unter meiner Aufsicht) reiten lassen...immer das Gleiche....

Meine Entscheidung sie von der Box in den Aktivstall umzusiedeln kam daher, dass sie ihre Ängstlichkeit auch in der Box entwickelt hat. Sobald sie dann auf der Weide bei ihren Mädels in der Herde war, tangierte sie der größte Sturm und das stärkste Gewitter nicht :-). In der Box "eingesperrt" war sie gelegentlich bis oft sehr Unruhig bei besonderen Ereignissen/Wetterlagen. Ich gebe dir aber auch Recht, dass eine Gruppenhaltung im Offen- oder Aktivstall definitiv NICHT für jedes Pferd geeignet ist. Ich hatte bis letzten Mai zwei Pferde, meine Senioren-Stute noch, die keinesfalls im Offenstall glücklich war. Sie habe ich wieder in die Box mit tgl. viel Weidegang gestellt und Madame war happy.

Auch danke für den Link über den Bornavirus. Eine mir unbekannte Infektion. Spannend, danke

Kommentar von Sallyvita ,

Gerne, ich drück Dir ganz fest die Daumen!

Kommentar von WesternCalimero ,

@bibi0803 : Wie Sallyvita vermute auch ich, daß es am Umgang liegt.

Du schreibst, daß Du dir schon Hilfe von Trainern und anderen Personen geholt hast. - Das habe ich nur all zu oft schon gehört -

Leider sind auch die "Horsemanship-Trainer" nicht generell in der Lage ein Problempferd zu arbeiten. Das liegt schlichtweg daran, daß beim heutigen Horsemanship weitgehend nur Dinge gelernt und nachgemacht werden. Mit den allermeisten Pferden ist Horsemanship ja auch einfach.......

Deine Schilderung, daß sie draußen bei den "Mädels" nicht mehr panisch reagiert, zeigt deutlich, daß sie das Vertrauen in den Menschen nicht mehr hat - warum auch immer. Vertrauen aufzubauen bedeutet aber nicht mit dem Pferd irgendwelche "Spielchen" zu machen, sondern in jeder Sekunde Präsent zu sein, dem Pferd einen klaren Rahmen zu geben und diesen auch durchzusetzen. Nur mit diesem klaren und recht engen Rahmen (in dem sich das Pferd bewegen darf) bei 100%-iger Präsenz deinerseits wird das Pferd wieder lernen Dir genauso zu vertrauen wie der Herde.

LG Calimero

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 6

Auch mein erster Gedanke war leider, dass etwas im Gehirn oder mit den Nerven/ Reizleitung nicht stimmen könnte ( Tumor...?).

Aber der nächste eben auch " nur" Hormonelle Probleme. Aber da hätte wahrschienlich der Tierazt schon nach geschaut ?

Oder Probleme mit dem Nackenband? Setzt ja auch beim Kopf an.

Dass es an Dir liegt,  kann ich mir bei der oben beschriebenne Biographie jedenfalls kaum vorstellen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Diagnose und Behandlung, was auch immer es sein mag!

Kommentar von Dahika ,

Ich habe leider an Borna gedacht.

Kommentar von Urlewas ,

Ich las, da hätte man mittlerweile Heilungschancen bis zu 90 Prozent.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 4

ich würde vorschlagen, das pferd auf dummkoller zu testen (kreuztfeld jakob krankheit), bzw. überlegen, ob in dem entsprechenden zeitraum vor 5 oder 6 jahren irgendwas vorgefallen ist, was zu einer zerebralen veränderung  geführt haben könnte - kabbelei, unfall, kopf anstossen, sturz... untersuchung auf parasiten, die das gehirn befallen können.

ich hoffe, dass ich falsch liege, aber das wäre das, was ich jetzt noch weiter veranlassen würde.

Antwort
von sukueh, 3

Ich habe mal gehört, dass sich teilweise "gynäkologische Probleme" bei Stuten auch auf ihr Verhalten auswirken sollen.

Nachdem sie ja sonst gesundheitlich abgecheckt worden ist, wäre das vielleicht noch mal ein Punkt, an dem man ansetzen könnte ?

Kommentar von Feuerherz2007 ,

Ja, das wäre auch noch ein Ansatzpunkt im Rahmen der Untersuchung.

Antwort
von Weymez, 5

Hey.. 


Hast du mal eine haaranalyse / bioresonanz machen lassen?  


Ich habe das bei meinem Wallach machen lassen da er sehr stark "stimmungsschwankungen" hat...  Und das Blutbild auch in Ordnung war und sonst auch alles gut war...  

Antwort
von Isildur, 4

Hallo,

wie steht es denn mit ihrem Gehör? Würde auch dazu passen, dass sie auf Unwetter in de rBox hefitger reagiert als draußen. Chronische Schmerzen können auch rapide Verhaltensveränderungen auslösen. Zysten an den Eierstöcken? Tumore die den Hormonhaushalt beeinflussen?

Ich würde auf jeden Fall mal die Eiserstöcke untersuchen lassen. Brüchige Hufe, auffälliges Verhalten und Co könnte passen

Ich drück euch die Daumen

Antwort
von bibi0803, 1

Hallo zusammen! Mittlerweile habe ich noch einige Untersuchungen durchführen lassen

- die Hormonwerte sind alle super 

- die Blutergebnisse auch (wegen Mineralien usw.)

Was nun beim röntgen der Hinterbeine rausgenommen ist ist, dass meine Stute an beiden Beinen Spat hat. Dazu rechts noch starke Arthrose im Kniegelenk. Leider schon sehr fortgeschritten. Aufgrund der Symptome in beiden Beiden hat sie keine sichtbare Lahmheit gezeigt. 

Die Tierärztin schlussfolgert dass aufgrund der Schmerzen auch ihre Aufmerksamkeit stark gesteigert ist. Außerdem kommt noch hinzu, dass sie im linken Auge große Traubenkörner und eine leichte Veränderung der Netzhaut hat. Alles in Kombination wird mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Verhalten erklären

Antwort
von Feuerherz2007, 6

Ich hätte sofort an die Augen gedacht, denn wenn sie damit ein Problem hat, wird sie unsicher. Ich kann aufgrund der bereits durchgeführten Untersuchungen leider auch nichts anderes finden. Es wird dir nichts anderes übrig bleiben, einen wirklich erfahrenen Tierarzt speziell für Pferde zu kontaktieren, der nochmals den Kopf untersucht, auch das Gehör. Viel Glück und alles Gute!

Kommentar von bibi0803 ,

ja, an eine Untersuchung des Kopfes in Klinik wäre noch eine Möglichkeit um neurologische Schäden auszuschließen oder schlimmstenfalls zu diagnostizieren :-(

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