Verhalten der katholischen Kirche im Dritten Reich?

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6 Antworten

Das ist ein sehr komplexes und sehr finsteres Thema, Kirche und Papst haben sich da kaum mit Ruhm beckleckert, nur einzelne Pfarrer haben was gegen das NS-Regime unternommen. Die Kirche an sich hat sogar nach dem Krieg den Naziverbrechern auf der Flucht geholfen ins Ausland zu kommen
(Rattenroute) und man hat den Katholik Adolf Hitler nie
exkommuniziert...

Klassiker zum Thema wären die Bücher:

"Mit Gott und den Faschisten" - Karl Heinz Deschner

"Persilscheine und falsche Pässe. Wie die Kirchen den Nazis halfen." - Ernst Klee

Da gibt es auch jede Menge zu im Internet...

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Kommentar von waldfrosch64
22.01.2016, 17:39

Dieser  Herrr Deschner hat ja vieles studiert und wohl kaum einen Abschluss in Historscher Geschichte .Oder doch ?

 Ein bekannter Kirchenhasser  mehr nicht .

Wie steht den Herr Deschner zu den aktuellen Gräuel wie etwa der Abtreibung ? 

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*** re Kap. 33 S. 237-238  
“ 
6 Die Kirche hat durch ihre Einmischung in die Politik unsagbares Leid über die Menschheit gebracht. Betrachten wir z. B., wie es möglich war, daß Hitler in Deutschland an die Macht kam — unangenehme Tatsachen, die einige am liebsten aus den Geschichtsbüchern ausmerzen würden. Im Mai 1924 hatte die Nationalsozialistische Partei 32 Sitze im deutschen Reichstag. Bis zum Mai 1928 war die Anzahl der Sitze auf 12 zurückgegangen. Doch 1930 brach die Weltwirtschaftskrise herein. Die Nationalsozialisten erlebten daraufhin einen bedeutsamen Aufschwung, und die NSDAP erhielt bei den Wahlen in Deutschland im Juli 1932 von 608 Sitzen 230. Bald danach kam Franz von Papen, ehemaliger Reichskanzler und Päpstlicher Kammerherr, den Nationalsozialisten zu Hilfe. Gemäß Historikern dachte er an ein neues Heiliges Römisches Reich. Da er in seiner kurzen Amtszeit als Kanzler versagt hatte, hoffte er, durch die Nationalsozialisten zu Macht zu gelangen. Bis zum Januar 1933 war es ihm gelungen, von den Industrieführern für Hitler Unterstützung zu erhalten, und durch boshafte Intrigen bewirkte er, daß Hitler am 30. Januar 1933 deutscher Kanzler wurde. Franz von Papen wurde Vizekanzler; mit seiner Hilfe gewann Hitler die Unterstützung der katholischen Teile Deutschlands. Zwei Monate nach Hitlers Machtübernahme löste dieser das Parlament auf, ließ Tausende von führenden Parteigegnern in Konzentrationslager bringen und startete einen offenen Unterdrückungsfeldzug gegen die Juden. 
7 Am 20. Juli 1933, dem Tag, an dem Kardinal Pacelli (später Papst Pius XII.) in Rom das Konkordat des Vatikans mit dem nationalsozialistischen Deutschland unterzeichnete, wurde das Interesse des Vatikans an der aufsteigenden Macht des Nationalsozialismus offenkundig. Franz von Papen unterzeichnete die Urkunde als Hitlers Vertreter, und Pacelli verlieh von Papen ein hohes päpstliches Ehrenzeichen: das Großkreuz des Piusordens. Tibor Koeves schreibt diesbezüglich in seinem Buch Satan in Top Hat: „Das Konkordat bedeutete für Hitler einen großen Sieg. Es war die erste moralische Unterstützung, die er von der Außenwelt erhielt, und zwar aus höchster Quelle.“ Das Konkordat verlangte vom Vatikan, der katholischen Zentrumspartei Deutschlands seine Unterstützung zu entziehen, wodurch er Hitlers Einparteienstaat, den „totalen Staat“, sanktionierte. Außerdem lautete Artikel 14: „Die Bulle für die Ernennung von Erzbischöfen, Bischöfen, eines Koadjutors cum iure successionis oder eines Praelatus nullius wird erst ausgestellt, nachdem der Name des dazu Ausersehenen dem Reichsstatthalter in dem zuständigen Lande mitgeteilt und festgestellt ist, daß gegen ihn Bedenken allgemein politischer Natur nicht bestehen.“ Gegen Ende des Jahres 1933 (das von Papst Pius XI. zum „Heiligen Jahr“ ausgerufen worden war) war die Unterstützung des Vatikans in Hitlers Streben nach Weltherrschaft zu einem wesentlichen Faktor geworden.
8 Zwar protestierten eine Handvoll Priester und Nonnen gegen Hitlers Greueltaten — und litten auch dafür —, aber der Vatikan und die katholische Kirche sowie ihr Heer von Geistlichen haben die Nazityrannei entweder aktiv oder passiv unterstützt, die sie als ein Bollwerk gegen das Vordringen des Weltkommunismus betrachteten. Papst Pius XII., der es sich im Vatikan gutgehen ließ, sah der Judenvernichtung und der grausamen Verfolgung der Zeugen Jehovas und anderer kritiklos zu. Es ist eine Ironie, daß Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Deutschland im Mai 1987 die regimefeindliche Haltung e i n e s aufrichtigen Priesters lobend hervorhob. Was taten die anderen Tausende von deutschen Geistlichen während Hitlers Terrorherrschaft? Ein Hirtenbrief, den die deutschen katholischen Bischöfe im September 1939, beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, herausgaben, wirft Licht auf diesen Punkt. Er lautet auszugsweise: „In dieser entscheidenden Stunde ermutigen und ermahnen wir unsere katholischen Soldaten, aus Gehorsam zum Führer ihre Pflicht zu tun und bereit zu sein, ihre ganze Person zu opfern. Wir appellieren an die Gläubigen, sich in innigen Gebeten zu vereinen, damit Gottes Vorsehung diesen Krieg zu einem gesegneten Erfolg . . . führen möge.“
9 Diese katholische Diplomatie veranschaulicht, welche Art von Hurerei die Religion bei ihrem Buhlen um die Gunst des politischen Staates während der vergangenen 4 000 Jahre getrieben hat, um Macht und Vorteile zu erlangen. Diese religiös-politischen Beziehungen haben in großem Umfang Kriege und Verfolgungen geschürt sowie sehr zum Elend der Menschen beigetragen. 

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Kommentar von waldfrosch64
22.01.2016, 17:11

@Tiergartenhag 

Selten in meinem Leben habe ich eine solchen diffamierenden den Historischen Fakten nicht enstprechenden polemischen Kommentar gelesen .

In dem du einige völlig das Bild verzehrenden Ausschnitt bringst .

Wenn du mal auf Wikipedia gehen würdest dann könntest du ein sehr lange Liste von Katholiken finden die im KZ gerade wegen ihrem Katholischen Glauben inhaftiert und oft genug auch elendig krepiert und Totgeschlagen worden sind .

Auch Sophie Scholl war im übrigen katholisch motiviert ,wie so vieler Widerstand im 3 Reich .

Du hast wohl eine  extreme überdosis des Lügners Hochhut abbekommen .Der längst entarnt worden ist .

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Kommentar von wolfruprecht
24.01.2016, 16:43

Dein Kommentar hat --- abgesehen von seiner Tendenz --- eine ganze Reihe sachlicher Fehler bzw. falsche Behauptungen. Davon will ich nur drei herausgreifen:

1. Nur allein aus der Diözese Ausgburg wurden etwas über 1000 (in Worten: Eintausend !!!) Priester während der Nazizeit umgebracht. Im KZ in Dachau --- das zum "Vorbild" für fast alle anderen KZs auf deutschen Boden wurde --- gab es einen eigenen Priesterblock.

2. Die Enzyklika, die du zitierst, heißt "Mit brennender Sorge" und wurde nicht 1939, sondern 1937 unter strenger Geheimhaltung vor den Nazis veröffentlicht und hatte noch in der Nacht zahlreiche Verhaftungen zur Folge sowie die sofortige Schließung und Enteignung der Druckereien. War schon kurz nach dem Abschluss der Reichskonkordates im September 1933 deutlich erkennbar, dass die national-sozialistische Regierung in Deutschland nahezu kein Interesse zeigte, die Verpflichtungen aus dem Konkordat zu erfüllen --- außer dort, wo es der Propaganda der Nazis nützte --- so zog sich die Katholische Kirche spätestens nach der Veröffentlichung der Enzyklika "Mit brennender Sorge" den Zorn der Nazis zu.

3. Hitler war zwar katholisch getauft, aber so weit mir bekannt überhaupt nicht praktizierend. Seine ablehnende Haltung gegenüber der "schwarzen Brut" ist historisch genug belegt. Nach "Mein Kampf" wäre übrigens nach der Auslöschung aller Juden die Christen und hier besonders die Katholiken dran gewesen. Hitler war alles andere als kirchenfreundlich eingestellt.

Ich habe hier nur historisch gesicherte Fakten genannt. Unter diesem Blickwinkel ist dein Kommentar leider nicht gerade der Wahrheit verpflichtet. Wie willst du damit gehört und ernst genommen werden?

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Ich empfehle dazu die Lektüre des Buches "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth: liest sich wie ein Krimi und wurde bereits erfolgreich verfilmt.

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Kommentar von waldfrosch64
22.04.2016, 19:14

Ach diese Mär geht also  immer noch um .

Alle wissen Hochhut ist ein professioneller Diffamierer  

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Anhand der vielen Haarsträubenden  Antworten hier die bar jeglichen Historischen Erkenntnissen sind und nur als Diffamie bezeichnet werden kann , lassen wir hier mal Kompetente Leute  zu Worte kommen :

Wie den Historiker Pater Gumpel  der Historiker ,der selbst  auch nocjh Zeitzeuge war: vor allem der 2 Teil könnte sehr interessant werden .

 

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Kommentar von matmatmat
22.01.2016, 19:17

Ja, *der* ist einer der wenigen Priester der damals was dagegen gesagt hat. Deswegen mußt er ja auch vor den Nazis aus dem Land fliehen, oder? Aber ob ein Priester das neutral beurteilen kann?

Es gibt nun mal sehr viel Text, der sich anders anhört und nicht nur aus dieser Zeit. Man lese nur mal, was "der Held der Nation" Luther so zu den Juden geschrieben hat (und das war nicht "die Meinung der Zeit", er hatte da Zeitgenossen die ihm heftig widersprochen haben).

Warum sollte eine Kirche die so gelitten hat als Fluchthelfer nach Kriegsende agieren wenn doch alles schlecht und aufgezwungen war?

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Kommentar von Schmusescholle
01.03.2016, 15:37

KLingt ja ganz toll... aber es wird nicht mit einem Wort erwähnt, WAS genau er denn jetzt so für die Juden getan hat?! Angeblich 100.000 und mehr gerettet..wie hat er das denn angestellt ohne das es jemand offensichtlich gemerkt hat?

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Hallo Zazou

Bibelkenner wissen, dass die symbolische Frau aus der Offenbarung 19:1, 2 (und in anderen Texten), die wegen ihres (geistig und geistlich) unsittlichen Verhaltens von Gott verurteilt wird, unverkennbar die Verhaltensweisen der katholischen Kirche an den Tag legt - und das besonders im Dritten Reich.

Ein weiterer Text in diesem Bibelbuch, nämlich Offenbarung 18:4, 5, wendet sich deshalb mit einem eindringlichen Appell an alle, die mit dieser Institution in Verbindung stehen: „Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.“

Kann man das wirklich so deutlich sagen?

Nun, wie konnte, um nur ein Beispiel anzuführen, der Tyrann Adolf HitIer deutscher Reichskanzler — und letztlich Diktator — werden? Das wurde durch die politische Intrige eines päpstlichen Kammerherrn möglich, über den sein Amtsvorgänger, Kurt von Schleicher, sagte, er sei so ein großer Verräter, dass Judas Iskariot im Vergleich ein Heiliger sei. Gemeint war Franz von Papen, der die Katholische Aktion und führende Industrielle gegen den Kommunismus aufmarschieren ließ und Deutschland unter Hitler vereinte.

Im Rahmen vorgeblicher Großzügigkeit wurde von Papen Vizekanzler. Hitler sandte damals eine Abordnung unter der Führung von Papens nach Rom, um zwischen dem nationalsozialistischen Staat und dem Vatikan ein Konkordat auszuhandeln. Papst Pius XI. bemerkte vor den deutschen Gesandten, wie froh er sei, dass „an der Spitze der deutschen Regierung nun ein Mann steht, der sich dem Kommunismus kompromisslos widersetzt“, und am 20. Juli 1933 wurde im Vatikan das Konkordat mit großem Zeremoniell von Kardinal Pacelli (der bald Papst Pius XII. werden sollte) unterzeichnet.

Ein Historiker schreibt: „Das Konkordat [mit dem Vatikan] bedeutete für Hitler einen großen Sieg. Es war die erste moralische Unterstützung, die er von der Außenwelt erhielt, und zwar aus höchster Quelle.“ Während des Zeremoniells im Vatikan verlieh Pacelli von Papen ein hohes päpstliches Ehrenzeichen: das Großkreuz des Piusordens. Winston Churchill schreibt in seinem Buch Der Sturm zieht auf (veröffentlicht 1948), wie von Papen weiterhin „seinen Ruf eines guten Katholiken“ verwandte, um die Unterstützung der Kirche für den „Anschluss“ Österreichs zu erlangen. Im Jahre 1938 ordnete Kardinal Innitzer anlässlich des Geburtstags von Adolf Hitler an, an allen österreichischen Kirchen die Hakenkreuzfahne zu hissen, alle Kirchenglocken zu läuten und für den Nazidiktator zu beten. 

Auf dem Vatikan lastet daher eine furchtbare Blutschuld. Als führender Teil „Babylons der Großen“ trug er entscheidend dazu bei, dass Hitler an die Macht kam und „moralische“ Unterstützung erhielt. Der Vatikan bewahrte darüber hinaus Stillschweigen über die Gräueltaten Hitlers. In dem langen Jahrzehnt des Naziterrors schwieg der römische Oberhirte, als Hunderttausende katholische Soldaten für die Ehre des Naziregimes kämpften und starben und als Millionen weitere Unglückliche in Hitlers Gaskammern umgebracht wurden.

Die katholischen Bischöfe Deutschlands gaben Hitler sogar offen ihre Unterstützung. Am selben Tag, als Japan — Deutschlands damaliger Kriegsverbündeter — den Angriff auf Pearl Harbor unternahm, brachte die New York Times folgenden Bericht: „Auf der Tagung der deutschen katholischen Bischöfe in Fulda wurde vorgeschlagen, ein besonderes ‚Kriegsgebet‘ einzuführen, das zu Beginn und am Schluss eines jeden Gottesdienstes vorgelesen werden sollte. Das Gebet enthält die Bitte, Gott möge den deutschen Truppen gnädig sein, ihnen den Sieg geben und das Leben und die Gesundheit aller Soldaten schützen. Die Bischöfe wiesen die katholischen Pfarrer außerdem an, mindestens einmal im Monat in einer besonderen Sonntagspredigt der deutschen Soldaten ‚an Land, auf dem Meer oder in der Luft‘ zu gedenken.“

Ohne die Liebschaft zwischen dem Vatikan und den Nationalsozialisten wäre der Welt möglicherweise vieles erspart geblieben: der schmerzliche Tod von 55 Millionen Soldaten und Zivilisten im Krieg, die Ermordung von 6 Millionen Juden, weil sie „nichtarisch“ waren, sowie die unbeschreiblichen Gräueltaten an Tausenden von Zeugen Jehovas — an etwas überaus Kostbarem in Jehovas Augen — , und der Tod vieler Zeugen in den NS-Konzentrations-lagern (Johannes 10:10, 16).

(Auszugsweise entnommen dem WT vom 15.04.1989)

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der unrühmlichen Geschichte dieser Kirche.

Vielleicht hilft Dir das weiter.

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Kommentar von waldfrosch64
22.01.2016, 17:19

Da die Hauptverkündigung der  Zeugen Jehovas ,zu denen du bekanntlich gehörst ,die Polemik gegen die Katholische Kirche ist ,ist der Kommentar zwar verständlich und nichz verwunderlich  aber nicht richtiger als die Realität .

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