Frage von Sonie1969, 106

Verhaftet mit Papierkügelchenpistole im Auto?

Mein lieber Sohn hat eine Papierkügelchenpistole bei mir im Auto rumliegen lassen und selbst geschlafen, während die Pistole auf dem Armaturenbrett rumgerutscht ist. - ich hab die Spielzeugpistole irgendwann genervt auf den Beifahrersitz geworfen.

Irgendjemand hielt das für echt und hat die Polizei angerufen, die mich dann wegen "Waffenbesitz" vermutlichen Drogenkonsum, Alkoholmißbrauch verhaftete.

Mein Sohn schlief auf dem Rücksitz. Als die Beamten feststellten, das die vermeintliche Waffe eine Plastik Pistole war, legten sie mir dennoch Handschellen an. Die Handschellen wurden so eng angelegt, dass sich ein Bluterguss bildete. Auch meinem Sohn wurden Handschellen angelegt. Mein Sohn teilte dann den Beamten mit, dass die besagte Waffe seine Spielzeugpistole sei, daraufhin haben die Beamten ihn die Handschellen wird abgenommen.

Ich wurde nicht auf meine Rechte hingewiesen. Ich durfte meinen Anwalt nicht kontaktieren. Auch ein Telefongespräch wurde mir verweigert. Der Beamte schrie mich an "Halts Maul!"

Ich habe darauf hin die Kommunikation eingestellt und aufgefordert, mehrfach meine Anwalt zu kontaktieren. Der Beamte lachte nur hämisch.

Dann wurde ich in die Arrestzelle mittels gebracht. Der Polizist neben mir fragte mich erneut, was ich mir dabei gedacht hätte.

Ich durfte 30min mit Handschellen in der Arrestzelle warten. Einem erneuten ersuchen auf anwaltliche Unterstützung wurde nicht gefolgt. Eine Blutabnahme oder ein Drogentest wurden nicht ausgeführt, der Beamte erklärte mir aber mehrfach, dass er mich drankriegen würde, mein Verhalten wäre besonders auffällig. Der Polizist durchsuchte meine Sachen, entnahm meinem Portemonai Führerschein und Ausweis. Dann nahm mir der hämisch lachende Polizist die Handschellen ab, führte mich zum Ausgang und erklärte, wo ich mein Auto wieder finden würde. Nach erneuter Aufforderung gab er mir Fahrzeug Schlüssel und Portemonnaie zurück.

Ein Protokoll wollte er mir nicht zur Verfügung stellen erklärte mir aber erneut, was ich böses getan haben soll.

Was soll ich tun?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AssassineConnor, 19

Die Dienststelle und insbesondere die beiden Beamten in Grund und Boden klagen. Sag ich dir als Polizist....jegliches verfahren gehen dich wird wegen Verfahrensfehlwrn eingestellt weren (der Anruf wurde verweigert und du wurdest nicht über deine rechte aufgeklärt. Außerdem liegt hier eventuell noch eine Körperverletzung im Amt und Freiheitsberaubung im Amt vor (Maßnahme ist unzulässig.) Wäre dann jedenfalls das letzte mal das die Beamten irgendetwas gemacht hätten da sie mehr als nur nen Disziplinarverfahrwn bekommen würden.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 41

Du kannst mehrgleisig vorgehen:

Reiche eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der dem Revier vorgesetzten Behörde ein. Bleibe dabei sehr sachlich und objektiv, unterstelle kein subjektives Verhalten (statt "lachte hämisch" nur "lachte"), da dies nur dein persönliches Empfinden ist, verlange die Rechtsgrundlagen für die Maßnahmen.

Vermutlich basierten die polizeilichen Maßnahmen auf Polizeirecht, so dass du dagegen verwaltungsrechtlich vorgehen kannst. D.h. lege Widerspruch gegen die Maßnahmen ein, verlange Akteneinsicht. Hierbei empfiehlt es sich, einen Verwaltungsrechtler  zu beauftragen, als Laie kommst du da kaum durch.

Erstatte Anzeige und stelle Strafantrag gegen den/die Beamten. Freiheitsentziehung könnte ggf. durch Polizeirecht gerechtfertigt sein. Die KV durch die zu enge Fesselung aber nicht. Ich kenne das Bundesland nicht, in dem es geschah, aber in den meisten Polizeien existieren Dienstvorschriften, die die Verriegelung der Handschellen vorschreiben, gerade damit sie sich nicht weiter zuzieht.  Wenn der Beamte das unterlassen hat, hat er seine Sorgfaltspflicht verletzt und deine Verletzungen -fahrlässig- zu vertreten.

Wie du vorgehen willst, musst du nun selbst entscheiden.


Kommentar von Sonie1969 ,

NRW - Nähe von Köln - und als hämisch würde ich das lachen schon bezeichnen, es hat ihm definitiv Spass gemacht.

Kommentar von furbo ,

Mit dem hämisch ist das so eine Sache. Diejenigen, die die Beschwerde bearbeiten, sind beileibe nicht dumm und verstehen sehr gut, subjektive Eindrücke von Fakten zu trennen. Sie gehen systematisch vor und suchen zunächst nach der Sachbotschaft. 

Man kann durchaus einen ganz normalen Lebenssachverhalt mit einem Polizisten derart mit subjektiven Eindrücken spicken, dass fast jedem das Grausen  ob des Polizeiverhaltens  kommt - obwohl letztlich nix an der Sache dran ist. Du kannst mir glauben, ich hab schon einige gesehen.

Deshalb sind sachliche Beschwerden immer wesentlich glaubwürdiger als etwas subjektive.

Ich persönlich würde dem Beamten aber über das Verwaltungsrecht die Hölle heiß machen, damit kann man sie am besten kriegen.

Antwort
von JemandJmd, 49

Zu einem anderen Polizeirevier gehen und den Verantwortlichen anzeigen. Man hat immer ein recht auf einen anwalt

Antwort
von 123Florian321, 56

Wow. So etwas in  Deutschland? Du tust mir echt leid

Ich an deiner Stelle würde möglichst bald mit einem Anwalt reden und dann je nach Meinung des Anwalts eine Klage einreichen.

Ich hoffe für dich, du hast Erfolg. So etwas darf nicht durchkommen. Viel Glück

Kommentar von Papassohnnemann ,

Du bist wohl noch nie unschuldig in die Fänge der Polizei geraten??? Glück gehabt das ein Kind dabei war sonst wer sie noch die Treppe runtergefallen.

Kommentar von 123Florian321 ,

Ja. Ich gebe zu da nicht besonders erfahren zu sein, ich bin 15 :D

Antwort
von Aliha, 46

Bevor ich hierzu meine Meinung kund tue, müsste ich erst die andere Seite hören. Jedenfalls zeugt es nicht von allzuviel Umsicht, eine Spielzeugwaffe so im Auto herumliegen zu lassen, dass sie mit einer echten Waffe verwechselt werden kann.

Antwort
von Omniscentor, 46

Erzähl das deinen Anwalt und verklage die Polizei. Falls du lust auf das alles hast. Ansonsten kann man es auch mal verkneifen, denk an die Polizei und all die Terrornachrichten, kein wunder das alle so Nervös sind. Sind halt schlechte Zeiten für vermeintliche Waffen auf dem Beifahrersitz

Kommentar von Sonie1969 ,

ich wäre ja damit klar gekommen, wenn die nachdem festgestellt wurde, dass es sich um eine spielzeugpistole für karneval handelt, dann ihre aktion eingestellt hätten und gut. aber danach kam ja der eigentliche film erst richtig zur geltung, das hat mit nervös nichts mehr zu tun - meine meinung.

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