Frage von Stefan1923, 31

Vergleich wegen Urlaubentgelt und Überstundenentgelt bei Kündigung?

Hallo,

da der Arbeitgeber mir im Krankenstand gekündigt hat und noch Resturlaub 2015, Urlaubstage 2016 und Überstunden vorhanden sind, soll ich mich mit 4500,- bis 5000,- Euro brutto im Vergleich zufrieden geben? Mir stehen noch 20 Tage Resturlaub 2015, ca. 100 Überstunden und 16 Tage Urlaub 2016 (inklusiv 5 Tage, wegen Behinderung) zu.

Bin wegen schwerwiegender krankheit und Folgekrankheiten weiterhin arbeitsunfähig geschrieben und Arbeitsverhältnis endet dieses Monat. Hatte einen Grundgehalt von ca. 3400,- Euro monatlich und habe das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden oder wären 4500 - 5000 Euro brutto in Ordnung?.

Ich bitte um Eure Unterstützung... Danke.

Habe bereits einen Fachanwalt für Arbeitsrecht und der hat den Betrag 4500,- bis 5000,- Euro brutto für den Vergleich angegeben, da der Arbeitgeber nur 3000,- Euro brutto angeboten hat. Habe nicht gerade das Gefühl, dass der Anwalt zu mir hält?

Antwort
von Parhalia, 7

Ein Problem an Deiner Situation könnte darin liegen, dass die 20 Tage Resturlaub aus 2015 seit dem Stichtag 31.03.2016 bereits "verfallen" sein könnten, wenn Dein Arbeitsvertrag dafür keine abweichende Regelung vom gesetzlichen Mindeststandard ( BUrlG ) vorsah.

Dann blieben im Zweifelsfall nur noch die 100 Überstunden und der genannte "Teilanspruch" von 16 Tagen aus 2016, wenn Du VOR dem Datum 01.07.2016 gekündigt bist.

Wenn Du die 3500 Euro pro Monat dann Brutto z.B. für 160 Arbeitsstunden bekamst, so kämen wir bei 16 Urlaubstagen zu je 8 Stunden Vergütung + 100 Überstunden = 228 Stunden × ~ 21,90 / h auf etwa ~ 4990 Euro ( Brutto ).

Dies' unter der Annahme, dass Dein Resturlaub ( 20 Tage ) aus 2015 wirklich inzwischen "verfallen" sein könnte.


Nachtrag : Zwecks Anstrebung einer aussergerichtlichen Eingung ohne Urteil ist ein "Vergleich" immer geringfügig niedriger angesetzt, als der reale ( rechnerische ) Schuldbetrag. Somit sehe ich Den Vorschlag Deines Anwaltes durchaus als angemessen an.

Antwort
von Hexle2, 14

Selbstverständlich will man Dich über den Tisch ziehen.

Auf welchen Termin hat man Dir gekündigt? Wenn die Kündigungsfrist erst im zweiten Halbjahr endet, steht Dir mehr als 16 Urlaubstage für 2016 zu.

Geh zu einem Anwalt für Arbeitsrecht oder wende Dich (als Mitglied) an Deine zuständige Gewerkschaft. Dieses "Angebot" ist nicht fair.

Antwort
von GanMar, 21

Rede mit einem fachanwalt für Arbeitsrecht darüber - mir erscheint das nicht ausreichend.

Antwort
von Elfi96, 14

Ist mE viel zu wenig! Schon allein der Resturlaub aus 2015: da sind 20 Urlaubstage im Endeffekt ein kompletter Monatslohn. Und 100 Stunden sind auch noch mal 12 Tage,  plus 16 Tage aus 2016 sind zusammen 28 Tage. Da müssen schon 2 Monstslöhne bei herum kommen. LG

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