Frage von Merlin100,

Verfügung über Bankkonto nach Todesfall

Frau A will nach dem Tod ihres Lebensgefährten über das Sparkonto auf seinen Namen verfügen. Eine Kontovollmacht bis über den Tod hinaus ist hinterlegt und zusätzlich hat ihr Lebensgefährte noch zu Lebzeiten eine notarielle Vorsorge- und Generalvollmacht gemacht, in der ihr u.a. die Verfügungsgewalt über das gesamte Vermögen, Bankkonten usw. eingeräumt wird.

Nun weigert sich die Bank trotzdem, das Geld auszuzahlen, weil sie warten möchte, ob sich evtl. noch Erben melden, die unter Umständen die Vollmacht widerrufen könnten.

Ist das zulässig? Ich meine ein, denn sonst bräuchte mann ja diese ganzen Vollmachten gar nicht erst zu erteilen.

Antwort von Blindi56,
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Das ist korrekt, sofortige Verfügung ginge nur bei einem gemeinsamen Konto (das muss auf beide Namen ausgestellt sein, dann müssen bei Änderungen - nicht Verfügungen wie Abbuchung) auch immer beide unterschreiben. So muss ein Antrag auf Erbschein (heißt das, glaube ich?) ausgestellt werden, wo alle Erbberechtigten "nach bestem Wissen" eingetragen werden, den auch alle unterschreiben müssten. Und eine Verfügungsvollmacht. Danach kann einer verfügen.

Es ist aber üblich, dann noch mindestens 3 Monate zu warten, wenn es nur einen Berechtigten gibt, der kein Ehepartner ist. Selbst dann bestehen manche Banken drauf.

Antwort von Franticek,

Eine Bankvollmacht gilt nicht über den Tod hinaus. Sobald der Kontoinhaber stirbt, ist das Konto gesperrt, dann kann nur noch ein gesetzlicher Erbe ran. Aus diesem Grund sollte man z.B. in einer Ehe nicht so arbeiten, dass einer Kontoinhaber ist und der andere einfach nur alle Vollmachten hat, die dann im Todesfall ja erlöschen.

Besser ist es, wenn BEIDE Personen (nennen wir sie mal A und B) Kontoinhaber sind. Stirbt A, dann kann man zwar das Konto eines Verstorbenen vorläufig sperren, aber die Bank hat keine Handhabe, nun das Konto der noch lebenden Person B zu sperren. Und da B ja ebenfalls Inhaber des gemeinsamen Kontos ist, behält sie, da es ja auch ihr eigenes Konto ist, weiterhin kompletten Zugang.

Und noch ein kleiner Tipp:
Das gemeinesame Konto, bei welchem BEIDE Inhaber sind, sollt nicht auf A und B lauten sondern auf A oder B. Im ersten Fall (bei und) können (wenn die Bank darauf achtet) immer nur beide gemeinsam etwas machen. Überweisungen z.B. müssen immer von A und B unterschrieben sein usw. Stirbt einer, dann kann das ebenfalls zu einem Fallstrick werden. Bei der Formulierung "oder" reicht es für alle Dinge aus, wenn einer von beiden das macht, also der eine ODER der andere.

Antwort von xxxBerlinxxx,

Ich habe in der Banklehre gelernt, dass eine Vollmacht über den Tod hinaus nicht in Frage gestellt wird. Die Bank zahlt aus. Eventuelle Erben müssen sich dann eben mit dem Bevollmächtigten auseinandersetzen. Banken wollen KEINE Erbstreitereien, weil diese extremen Verwaltungsaufwand bedeuten.

Es sei denn, es gibt Schulden. Dann ist die Bank natürlich daran interessiert, dass diese weitestgehend bezahlt werden und sperrt erstmal die Guthaben.

Antwort von hoermirzu,

Das ist trotzdem eine langwierige Angelegenheit, weil zuerst alle möglichen Erben gefunden werden müssen.

Antwort von Auskunft,

Ja, das ist zulässig und wird in der Regel von den Banken und Sparkassen auch so gehandhabt.

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