Verdummt Deutschland allmählich?

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53 Antworten

Behaupte bitte nicht,

*dass du an jede Arbeit mit einem lautem "Hurra" springst

*dass du nicht auch "deine Tage" hast, an dem dich alles und jeder mal gerne haben kann

*dass du ständig darauf achtest, dass du gewählt redest oder schreibst oder

*dass du eine große Ausnahme unter der Regel bist, die sich immer und überall gesittet aufführt.

Weißt du, was der Welt wirklich fehlt, sind Menschen, die Fünfe auch mal gerade sein lassen können. Gerade in der Erwachsenenwelt gibt es so viele verknöcherte Exemplare, dass ich mich für meinen Teil oft frage, ob die schon so aus dem Ei geschlüpft sind.

Man muss durchaus nicht alles für gut befinden. Da du schon die Rechtschreibung anführst, ist die doch seit ihrer Verschlimmbesserung oft nur noch verwirrender, als sie es für viele vorher schon war. Für mich persönlich sieht bspweise ein Känguru ohne H am Ende nur schwanzamputiert aus. Und wer schon früher nicht "das" und "daß" unterscheiden konnte, kann es heute mit dem Doppel-S auch nicht, denn die Regel ist albernerweise gleich geblieben.

Was die Handys und Schmartphons (bewusst falsch geschrieben!) angeht, muss diesen Trend doch keiner mitmachen. Ich gehöre zur handylosen Fraktion und mir fehlt nichts. Und wer das Teil für sich zum Lebensinhalt erkoren hat, naja, bitte. Muss ich das zu meinem Problem machen?

Ich saß mit meiner Tochter auch mal im Freibad und ihre Freundinnen und sie handierten miteinander, was das Zeug hielt. Früher war es dafür etwas anderes. Ich erinnere mich bei meiner älteren Tochter an diese Tamagotchis. Virtuelle Haustierchen, um die sich gekümmert werden sollte. Oder diese Gameboys.

Solche Späße entwickeln sich einfach nur weiter, das ist alles. Und wir leben nun mal in einer Welt, die der Meinung ist, nur mit Technik kann der Mensch atmen.

Ich für meinen Teil renne da nicht mit. Zum einen interessiert mich das Meiste davon nicht, zum anderen schreibe ich anderen Leuten aber auch nicht vor, wie sie zu leben hätten. Das muss doch jeder selbst wissen. Und wenn etwas übertrieben wird, regelt es sich auch oft von ganz allein. Menschen sind nämlich nicht durch die Bank solche Lemminge, die immer nur dem Vordermann folgen.

Meine eigene Lebensweise folgt dem Motto "Leben mit der Natur" und "zurück zu den Wurzeln". Und das nicht nur, weil ich die Sichtweise der Indianer als Vorbild habe, sondern weil ich schon immer ein Mensch bin, der mit kleinen und wenigen Dingen zufrieden ist. Wer viel hat, kann viel verlieren und das letzte Hemd hat keine Taschen.

Es gibt eine Indianerweisheit:

Die drei schlimmsten Übel sind Dummheit, Faulheit und Feigheit.

Jeder ist auf seine Weise oft dumm, faul oder feige. Keiner braucht sich davon ausnehmen. Wichtig ist bei all dem aber, dass ein Mensch lernt zu erkennen, wann die Grenzen erreicht sind, wo diese drei Dinge zur (Dauer)Belastung für den Gegenüber werden.

Erkennt er sie nicht, wird dafür gesorgt, dass er sie erkennt.

Also lange Rede, kurzer Sinn: Die Menschen waren, sind und bleiben, wie sie sind. Jeder ist für sein Verhalten und Tun selbst verantwortlich. Und keiner ist gezwungen, alles mitzumachen, nur weil es bestimmte Dinge gibt oder sie an den Tag gelegt werden.

Wisse, was du willst, das ist das Wichtigste. Und dann folge dieser Spur, auch wenn du keine anderen Spuren vor dir siehst. Ob dich dein Weg zu einem Ziel führt, siehst oder merkst du, wenn du angekommen bist.

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Kommentar von hasenknuffel
30.11.2016, 20:18

Das "die fünf mal sein lassen, so wie sie sind" stimme ich Ihnen nur bedingt zu.

Es ist ganz normal, dass die ältere Generation sich über die jüngere Generation beschwert. "In meiner Zeit haben wir so etwas nicht gemacht" und solche Sprüche fallen sehr oft. Ich mit 24 blicke auf die Generation der 14-Jährigen und kann nur den Kopf schütteln. Aber darum geht es ja nicht. Der Fragensteller hat schon einige gute Beispiele aufgeführt.

Trends kommen und gehen. Früher waren es Tamagotchis, das ist richtig. Aber der wesentliche Unterschied zwischen den damaligen und der heutigen Generation ist nicht das einfache Folgen von irgendwelche Trends wie Markenhandys und sowas. Man erkennt leider auch sehr deutlich der Wandel von Menschen, wie sie miteinander sprechen und welchen Respekt sie zeugen.

Der Unterschied zwischen den Jahrgänger von 70er, 80er, 90er und die von heute liegt in genau in diesen Detail. Ein ganz brachiales Beispiel: Stürzt ein älterer Herr auf der Straße, liefen noch viele Menschen zu diesen Herren um ihm zu helfen. Die wahrscheinlichkeit, dass heute noch diesen alten Herren helfen würden, ist viel geringer. Im Gegenteil: Es wird drüber gekichert und geklotzt.

Da ich öfters mit der Straßenbahn fahre, da ich zu blöd für ein Autoführerschein bin, kann ich auch hier ein gutes Beispiel nennen. Während man ruhig und still war, brüllt man heutzutage schon regelmäßig durch den kompletten Bahn.

Ein weiteres schönes Beispiel liefert einige Fälle bei der Feuerwehr. Bei einem Unfall fingen Leute an, die Feuerwehr durch Handyaufnahmen zu behindern. Mit der Bitte, aus dem Weg zu gehen bzw. das aufnehmen einzustellen, wurden die Einsatzkräfte vor Ort beleidigt und beschimpft. Es handelt sich hierbei keineswegs um sogenannte "Einzelfälle".

Idioten und Schwarze Schafe wird es wohl auch in Zukunft geben. Aber so einen massiven Umbruch an Respektlosigkeit kann ich nur seit einigen Jahren selbst berichten. Ob Einflussfaktoren wie der Fernseher oder auch das "Neumodische Fernsehen" wie Youtube (nach kurze Recherche findet man direkt raus, dass Youtube-Deutschland an Qualität im Vergleich zu anderen Länder die wirklich miserabelste ist) was bei den Kids zwischen 12 und 17 angesagt ist, dafür gesorgt haben dass die Hemmschwelle tiefer sinken ließ, halte ich für sehr wahrscheinlich.

Und eines kann ich mit Sicherheit behaupten weil du schreibst, man solle nicht behaupten: Die Hemmschwelle wird noch weiter sinken und die Menschen werden heutzutage tatsächlich immer respekt- und toleranzloser.

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Einesteils teile ich deinen kulturpessimistischen Standpunkt, weil mir manche Dinge genauso auf den Wecker gehen wie dir. Teilweise ist das sogar belustigend, teilweise macht es mir Angst, denn ich spüre ein wenig, wie die Gesellschaft aus dem Leim geht und der Egoismus überhand nimmt.

Das aber ist kein Phänomen, mit dem sich Deutschland alleine herumplagen muss; sieh dich in der Welt um, dann wirst du sehen, wie die neuen, alten nationalen Egoismen fröhliche Urständ feiern, als ob wir globale Probleme national lösen könnten.

Mein Lieblingsthema: die Sprache. Auch hier ist eine Verflachung zu beobachten, die allerdings auch tiefere Hintergründe hat. In einer Welt, in der mehr kommuniziert wird als je zuvor, kann man sich gar nicht mehr die Mühe geben, so tiefgründig zu kommunizieren wie früher; es muss ja auch alles viel schneller gehen.

Und im Zeitalter der Globalisierung bildet sich nicht nur im Deutschen, sondern vor allem auch im Englischen eine Einfachversion der Sprache, mit einem erweiterten Grundwortschatz und einer vereinfachten Grammatik heraus, die weltweit von vielen verstanden und benutzt wird. So wird eine einfache weltweite Kommunikation ermöglicht, die naturgemäß dann nicht in die Tiefe gehen kann. Dafür kann ich mich heute mit der halben Welt verständigen. Früher gab es dafür mal Esperanto. Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch erinnern.

Kunturpessimismus beiseite! Die Welt ist nicht unbedingt schlechter als früher, sie ist anders und sie verändert sich fortlaufend. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Manche Sachen verändern sich zum Positiven, manche zum Negativen, das ist allzuoft auch eine Frage der persönlichen Interpretation, da nicht jede Entwicklung objektivierbar ist. Und eine Frage des Zeitgeistes! Hätte sich dieser nicht immer wieder geändert, hätte es nie einen Barock und nie eine Romantik, nie eine Gotik und nie eine Latène-Kultur gegeben.

Dass gerade älteren Menschen der Wandel zu rapide geschieht, ist auch nichts Neues; die Klagen darüber ziehen sich durch die Jahrhunderte.

Und ja, was man da machen kann gegen den Verfall der Wert und die Verdummung der Menschheit: Kinder bekommen und vernünftig erziehen. Hilft manchmal!

Meine Kinder haben auch Handys und treiben sich in ihren sozialen Netzwerken herum, sind aber trotzdem in der Lage, sich ordentlich (sprachlich und sozial) zu artikulieren, legen bei Tisch das Phone zur Seite und können sich noch analog unterhalten, ja sogar musizieren. Und manchmal machen sie sich über ihren alten Vater und seine altertümlichen Ausdrucksweisen lustig. Dann merke ich, dass das Leben weitergeht.

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Kommentar von MarkusPK
29.11.2016, 09:15

Gleich die erste Antwort die ich lese lässt meinen Kopf bedächtig auf und ab nicken. Sehr gut dargelegt, danke!

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Kommentar von sanne172
30.11.2016, 20:48

Hier mag ich jedes Wort unterstreichen - merci  =)

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Diese Entwicklung gab es aber schon immer!

Überlege mal, wie deine Eltern oder Großeltern aufgewachsen sind! Da gingen teilweise Studenten noch im Anzug zur Uni, man siezte sich sehr, sehr lange und teilweise als Nachbarn oder Kollegen ein Leben lang, Höflichkeit war viel ausgeprägter als zu deiner Kindheit, es gab viel mehr Regeln.

Eine, an die ich mich erinnere: In den 80ern/ 90ern war es bei uns in der Nachbarschaft üblich, dass man zu bestimmten Zeiten aß und auch nur zu bestimmten Mahlzeiten bestimmte Sachen. Z.B. mittags immer eine große, warme Mahlzeit, Abends "Abendbrot". Wer abends Pizza bestellte, wurde schon komisch angesehen. Oder wer den Kindern mittags einen selbst gemachten Burger servierte. Heute fragt fast keiner mehr nach solchen ungeschriebenen Regeln.

Ich denke, durch das Internet - Chats, Foren - sind wir legerer geworden. Früher siezte man jeden Erwachsenen, der kein Verwandter oder Schulfreund war, heute wächst man im Internet mit dem Universal-Du auf. Da fällt es viel leichter, den Kollegen oder Nachbarn gleich zu duzen!

Höflichkeit: Mir fällt auf, dass keiner mehr sagt "entschuldigen Sie bitte", stattdessen sagt man "Hallo?!" Das tun alle, Kinder und Erwachsene, Leute, die gerade ihren Beruf ausüben (z.B. als Busfahrer) und Leute in ihrer Freizeit. 

Sprache: Wandelt sich immer. Und meistens kommt uns die Sprache früherer Zeiten formeller vor (Ausnahme evtl. die "wilden" 60er und 70er?). Oft glaubt man auch, früher hätten Kinder "mehr Respekt" vor Erwachsenen gehabt, dabei sind sie nur anders aufgewachsen, mit anderen Regeln, und wer die noch kennt, hält später geborene Kinder meist für unhöflich.

Kauf dir mal ein Buch über Sprachwandel und staune, wie schnell sich teilweise die Sprache innerhalb eines Jahrhunderts geändert hat (und im 20. Jahrhundert: Innerhalb eines Jahrzehnts!).

Candy-Crush: Kennst du noch die Tamagotchis? Die mussten sogar Abiturienten in der Pause füttern, damit sie nicht starben, Zeit für einen Plausch mit den Klassenkameraden blieb da auch nicht viel. ;-)

Unterhalten haben wir uns in der Schule bis zur Oberstufe selten, meist haben wir in der Pause gespielt oder, okay, erfahren, wer in wen verliebt ist und was die gestern gemacht haben (war also mehr Tratsch als Unterhaltung). Und sicherlich fanden meine Eltern die Sticker, die man zum Sammeln und Tauschen kaufte, überteuert und unnötig!

Handy: Ist halt so. In den 80ern kam der Walkman auf, und Großeltern konnten nicht verstehen, warum Kinder mit Kopfhörern dasaßen, statt mit ihnen zu reden, z.B. im Auto. Meine Oma ist noch zu Fuß überall hingegangen, mehrere Kilometer zur Schule oder Arbeit. Wir hatten als Kinder Fahrräder. Sie hat das nie kommentiert, es kam ihr aber vielleicht auch übertrieben vor. Wir sind 7 km mit dem Bus zur Schule gefahren, ein Weg, den sie problemlos gelaufen wäre. Als wir die Strecke mal mit dem Rad fahren mussten, kam sie uns fast unschaffbar vor. Heute wiederum fahren viele 15 bis 30 km mit dem Rad zur Arbeit und zurück!

"Isch": Anpassung an die Umgebung. Machen Jugendliche mit Vorlieben, Erwachsene oft unbewusst. Das merkt man, wenn jemand umzieht in eine Region mit einem anderen Dialekt und plötzlich Teile des neuen Dialektes unbewusst übernommen hat!

Auch wird man stark beeinflusst von der Sprache, die einen sonst umgibt, Sprache in Filmen, Büchern, im Internet. Teilweise wird Internetslang in die gesprochene Sprache übernommen. Oft unbewusst, manchmal, um sich bewusst abzuheben. 

Bequemlichkeit: Stichwort Fortschritt! 

Überlege mal, was Menschen vor noch nicht mal 10 Jahren, 20 Jahren, 30 Jahren, 50 Jahren, 100 Jahren noch selbst machen mussten bzw. umständlicher machen mussten! Oft staunt man dann, an welche Bequemlichkeiten man sich gewöhnt hat (Stichwort: Handy, Smartphone, Telefonzelle, Lexikon, Fahrplan!).

Wer früher ein Buch ausleihen wollte, musste in die Bücherei gehen, im (Zettel-!!!) Katalog schauen, ob es vorhanden war, es im Regal suchen und mitnehmen. Und wenn er 20 Bücher ausgeliehen hatte, musste er die alle zurückbringen, um sie verlängern zu lassen!

Heute schlägt man vom Sofa aus im Internet nach, welche Bücher vorhanden sind und ob und wie lange sie ausgeliehen sind und einige kann man sich als E-Book ausleihen, so dass man nicht mal das Haus verlassen muss! Und wenn man physische Bücher verlängern will, macht man das online. Man kann sie oft außerhalb der Öffnungszeiten der Bücherei zurückgeben und der Strichcode wird so gescannt, dass sie auch sofort als zurückgegeben registriert sind! Hatte man früher ein Buch bis Sonntag ausgeliehen, musste man es überziehen, wenn man es nicht Samstag zurückbringen konnte. 

Was für eine Bequemlichkeit heutzutage!!!

Jeder, der seine 20 Bücher zur Bücherei schleppt, um sie verlängern zu lassen, wäre schön dumm! Warum sich Arbeit machen, wenn man Zeit und Kraft anderweitig nutzen kann!?

Und das ist nur EIN Bereich!

Natürlich werden wir immer bequemer, weil Aufgaben wegfallen, aber an anderer Stelle fallen dafür neue Aufgaben an. Wir lesen z.B. heute viel mehr als frühere Generationen, weil wir das automatisch im Internet und bei E-Mail/ Nachrichten täglich tun müssen. Wir schlagen auch mehr nach, als frühere Generationen, denn die meisten tragen ihr Lexikon (wiki und Co.) mit sich rum! Wir lernen viel mehr (freiwillig), weil wir viel mehr kostenlose Gelegenheiten dazu haben (Dokus auf youtube, Infoseiten, Blogs, Fachforen usw.). Wir gewöhnen uns viel schneller an Neues. Früher kaufte man EIN neues Gerät, das man dann für Jahre bis Jahrzehnte hatte, z.B. den Fernseher, Videorekorder, die Kamera. Heute kauft man meist alle paar Jahre oder manchmal sogar jedes Jahr ein neues Gerät mit oft umfangreicher Bedienungsanleitung, die man sofort studieren muss!

Und nicht zu vergessen: Die vielen Leute, wie ich hier gerade ;-), die anderen kostenlos ihre Zeit und manchmal ihr Spezialwissen zur Verfügung stellen! Früher musste man Kurse belegen oder Fachpersonal aufsuchen, um Fragen zu beantworten, die man heute googlen kann, zu denen man umfangreiche Blogartikel und kurze Anleitungsvideos finden kann von Leuten, die ganz freiwillig in ihrer Freizeit anderen die unterschiedlichsten Dinge erklären (wie bediene ich das Menü dieser Kamera, wie falte ich eine Faltreflektor, wie pochiere ich ein Ei usw.). Sehr viele Leute geben sich sehr viel Mühe, andere in ihrer Freizeit zu unterstützen, zu bilden, ihnen zu helfen, Fragen zu beantworten, Lösungen zu finden. Diese Ressourcen waren früher gar nicht so zugänglich! Alle, die sich diese Mühe machen, kann man auf jeden Fall nicht als bequemlich ansehen, denn sie hätten sich die Mühe ja auch sparen können! Und sehr oft geht die Mühe über "schreiben am Computer" oder "Video erstellen"/ "Fotos für Blog erstellen" hinaus und man trifft sich zur Unterstützung, Hilfe, Bildung offline vor Ort!

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Kommentar von sanne172
30.11.2016, 20:45

Das ist eine richtig tolle Antwort! :-)

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Den gleichen Eindruck hatte ich - und keineswegs nur ich alleine - bereits vor mindestens 20 Jahren.

Damals war ich der Ansicht, daß dies zwar eine total ungünstige Entwicklung ist, daß es aber für solche, die sich nicht vom Mainstream einlullen lassen, auch zu einem erheblichen Vorteil werden könnte, und das nicht nur beruflich.

Inzwischen habe ich meine Ansicht darüber gründlich revidiert. Solche, die noch den eigenen Kopf zum Denken benutzen, die auch über den Tellerrand schauen und auch noch mit bewährten Problemlösungen des Alltags vertraut sind, haben (mindestens gefühlt) eindeutig das Nachsehen.

Sie werden zum erheblichen Teil zu Unrecht als rückständig, querulantisch, umständlich oder auch als ahnungslos bezeichnet und mit solchen Begründungen quasi diskriminiert.

Schaut man in die Talkshows, in die meinungsmodifizierenden Massenmedien und auch in die täglichen Nachrichten und auf die Beurteilungen der Ereignisse, dann findet sich zwar überall die klare Erkenntnis von Notwendigkeiten, doch die daraufhin diskutierten Problemlösungsvorschläge sind zunehmend sinnfreie Problemverstärker, die auch noch als "genial" dargestellt werden.

Mir ist klar, daß Begehrlichkeiten schon immer vernünftige Entscheidungen behindert haben, und auch in früheren Zeiten gab es eine große Anzahl unsinniger Ansichten und Entscheidungen. Dennoch hielt sich alles soweit in Grenzen, daß man zumindest damit leben konnte.

Für recht neu halte ich jedoch das Phänomen, daß im Gegensatz zu früher Begehrlichkeiten kaum noch etwas mit Induvidualität zu tun haben, sondern inzwischen zu einem von Massenmedien und Kommerz vorgegebenen Diktat geworden sind, was aber kaum noch jemand bemerkt.

Der Effekt, daß Gier den Verstand ausschaltet, hat so anscheinend auch noch den Nebeneffekt, daß im Mainstream der unüberwindbarer Aberglaube entsteht, daß die Objekte der Begierde (besser: der Gier) die genialen Lösungen für sämtliche Probleme wären, ohne daß erkannt wird, daß dies lediglich die Ursachen der Probleme sind.

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Deine Frage erinnert mich an ein Zitat von Günter Grass, dem Autor von "Die Blechtrommel"

"Die heutigen Kommunikationsmittel führen in gewisser Weise mehr zu einer Vereinsamung als zur wirklichen Kommunikation zwischen Menschen". Grass beschreibt damit, wie Menschen durch den zu enormen Gebrauch von neuen Medien sowohl sozial, aber wahrscheinlich auch geistig langsam verarmen, vor allem dadurch, dass sie gar keine neuen geistigen Ansätze erhalten, wenn man sich nicht mehr die Mühe machen muss, eine verständliche Aussage in Worten zu fassen, wie es in der Zeit des Briefeschreibens (Die ich übrigens nicht mit erlebt habe!) notwendig war. Heute müssen wir eine handvoll Buchstaben dafür benutzen, um zu fragen, was jemand macht, Wahnsinn!

Allerdings gilt auch hierbei der alte Hut: Man kann und darf diese negativen Auffälligkeiten auf gar keinen Fall auf alle Menschen eines Landes oder auf neue Technologien insgesamt übertragen. Das ist schlichtweg falsch, ein einzelner Mensch besitzt gar nicht die notwendigen Kompetenzen, eine Gruppe zu verallgemeinern. Wir sind Individuen, mit unterschiedlichen Weltvorstellungen, Werten und Ansichten.

Fazit: Ja, es lässt sich bei manchen Personen eine gewisse "Verdummung" erkennen, diese wird aber durch den zu extremen Gebrauch (Der zumeist unerwünscht ist von den Herstellern dieser Geräte) verursacht. Auf keinen Fall solltest du dich diesen Leuten anschließen, denn das würde jegliche Individualität töten. Und schließlich brauchen wir andere Gewürze in unserer Gesellschaftssuppe!

LG


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Kommentar von Rocker73
29.11.2016, 22:50

Auch mich betreffen und belasten diese Punkte, direkt aufgefallen bei Freunden und Bekannten sind mir diese Dinge aber nicht.

LG

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Verdummt Deutschland? JA, leider! 

Jedes Jahr bestehen immer weniger jugendliche Bewerber die Einstellungstests von Firmen. Da gab es vor ziemlich genau einem Jahr mal einen Zeitungsartikel über eine Untersuchung der IHK Rheinland-Pfalz. 

Um Stellen zu besetzen, müssen selbst Mittelständler oft Deutschkurse für Deutsche anbieten oder exportorientierte Unternehmen beklagen absolut mangelhafte Geographiekenntnisse von Bewerbern. 

Es gilt natürlich: Kinder sind nur so, wie sie erzogen wurden. Sind die Eltern unfähig, ihre Brut (und vermeintlichen Nobelpreisträger) zu wertvollen Mitgliedern dieser Gesellschaft zu erziehen, ist auf Dauer natürlich Hopfen und Malz verloren, weil diese Verweigerungshaltung oder fehlende Manieren "weitervererbt" werden. 

Gute Manieren haben nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit Intelligenz und Bildung. Der frühere "Bildungsbürger" wird ja nur noch belächelt; der scheint irgendwie "uncool" zu sein. 

Das liegt aber auch an der Generation der Verweigerer und Müslifresser, die Eltern geworden sind und ihre Haltung aus den Siebzigern "Staat ist schlecht, Leistung ist doof, verwirkliche Dich selbst" usw. weitergeben. 

Bezogen auf die Jugend gilt immer noch: 

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. 

Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." 

(Sokrates, griechischer Philosoph, * um 469 v. Chr., † 399 v. Chr.) 

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Wem von euch ist dieser Werteverfall auch schon aufgefallen?

Ich würde eher von einem Wertewandel sprechen.

Das Beispiel mit dem Handy in der Kantine fand ich ganz gut. Man sitzt in der Kantine und könnte mit den Menschen um einen herum kommunizieren und früher wurde das auch immer so gemacht. Heutzutage hat man aber mit Hilfe der Technik die Möglichkeit anstatt mit den Arbeitskollegen, die einem im Grunde egal sind, mit Menschen zu kommunizieren, die einem wirklich etwas bedeuten. Für mich ist das ein Mehrwert und kein Werteverfall.

Das in der Schule kann ich so nicht bestätigen. Meine Kinder dürfen ihr Handy in der Schule überhaupt nicht benutzen, weshalb sie auch kein Candy Crush spielen können.

In meiner Jugend waren Walkman der letzte Schrei. Damals hieß es auch, dass die Jugendlichen nicht mehr miteinander reden, weil sie dauernd nur noch Musik hören und taub sollten wir auch alle werden. Ich höre immer noch gut und die Kommunikation kommt und kam auch nicht zu kurz.

Man sieht ja immer nur einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben der Leute, die man beurteilt. Man weiß nicht wie sie sich verhalten und was sie machen, wenn du nicht da bist. Die beiden haben sich per Whatsapp Nachrichten geschickt, aber du weißt nicht, ob das gerade ein Scherz war, oder ob sie das wirklich immer so machen. Vielleicht haben sie sich auch irgendwelche Links geschickt. Man könnte zwar auch sagen "Schau mal auf die Seite >https://www.gutefrage.net/frage/verdummt-deutschland-allmaehlich<", aber es ist doch praktischer das schnell als klickbaren Link zu verschicken. Zudem kann man in Whatsapp in einer Gruppe sein und es kann sein, dass die beiden nicht nur miteinander geschrieben haben, sondern in einer Gruppe mit 10 anderen Leuten kommuniziert haben.

Ich glaube sogar, dass die Kommunikationsbereitschaft gestiegen ist, aber es werden andere Kommunikationsmittel verwendet. Ich lese hier oft "Wir haben Kontakt per Whatsapp und schreiben jeden Tag, aber in der Schule reden wir fast kein Wort miteinander". Das bedeutet ja in so einem Fall, dass Whatsapp die Kommunikations-Schwelle herab senkt.

Ich schätze, dass diese gesteigerte Kommunikationsbereitschaft auch zu einer "Verschluderung" der Sprache führt. Man kommuniziert so viel schriftlich, dass man geneigt ist zu Abkürzungen und Wortneuschöpfungen zu greifen um weniger tippen zu müssen. Bei einer Kommunikation kommt es ja nicht darauf an wie man etwas sagt/schreibt, sondern dass der andere versteht was ich sagen will. Problematisch finde ich es nur, wenn eine Art "Kleinsprech" entsteht, wo einem zur Darlegung der eigenen Gedanken die Worte fehlen, oder noch schlimmer, dass einem Worte fehlen, die einem überhaupt erst ermöglichen bestimmte Gedanken haben zu können.


Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.

Ludwig Wittgenstein

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Du sprichst mir aus dem Herzen. Bei uns ist es schon seit Jahren so, dass Lehrlinge erst mal eine Woche zum Benimmkurs geschickt werden.

Gegenüber haben wir einen Hort, da kannst du Erzieher sehen, die weit entfernt von guten Manieren und sichtlich noch in der Pubertät sind.

Doch es gibt auch die anderen. Kapitulieren vor Dummheit und schlechtem Benehmen sollte man schon aus reiner Selbstachtung nicht.

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Die Zeiten wandeln sich halt wie es schon immer der Fall war.
Schließlich heißt es nicht umsonst "nichts ist beständiger als der Wandel".

Ob du dich anpassen sollst?
Ich weiß nicht, wie sehr du mit der Masse (die nicht alle beinhaltet) mitlaufen willst.

Manche Leute (egal, welchen Alters) wollen halt in der Bahn oder sonstwo keine zusätzlichen Gespräche von Angesicht zu Angesicht, da ihr Bedarf daran wahrscheinlich schon gedeckt ist.

Übrigens war es in einer bestimmten Zeit eine Beleidigung für den Koch, wenn nach dem Essen nicht zumindest gerülpst wurde.
Und wurde auch nicht schon immer manierlich mit Messer und Gabel gegessen.

Was die Deutschkenntnisse mancher Deutscher anbelangt, ist meine Feststellung: Je mehr die deutsche Fahne hochgehalten und über Flüchtende geschimpft wird, ja Rassismus sowie andere respektloses Verhaltensweisen an den Tag gelegt wird von diesen "Ausländer raus"-Leuten, desto miserabler wird die eigene Sprache beherrscht.

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Natürlich ist mir das schon lange aufgefallen - mit Grauen. Aber ja... ich bin nicht mehr die Jüngste.

Es ist natürlich, dass ein ständiger Wandel stattfindet. Nur die Richtung, in welche diese Entwicklung stattfindet, ...  das wird uns wohl irgendwann auf den Kopf fallen.

Im täglichen Leben gibt es kaum einen Bereich - wo man mit Menschen zu tun hat, bei dem man nicht ständig nachhaken, ständig nachfragen und korrigierend eingreifen muss. Bestellungen werden vergessen oder nur teilweise geliefert, die vereinbarten Preise stimmen nicht,  etc.

Wenn aber wider Erwarten etwas gleich auf Anhieb funktioniert, so wie es vereinbart wurde. Oder wenn man benachrichtigt wird, weil man sich verspätet oder so.... das fällt mir auf! Das heißt: Das an sich NORMALE, SELBSTVERSTÄNDLICHE, wird zum BESONDEREN.

Dass weder Satzzeichen, noch Großschreibung irgendeine Bedeutung zu haben scheinen - bei so manchen Usern...  ist das so kompliziert bei den Smartphones? Oder ist das schlicht Respektlosigkeit?

Ich kann nicht auf alle Bereiche eingehen, die mir aufgefallen sind. Aber ja, die Entwicklung geht in eine Richtung, die mir nicht gefällt.

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Du sprichst mir mit deiner Beschreibung der "neuen Gesellschaft" aus dem Herzen.

Dass die Bildung nachlässt, merkt man daran, dass die Betriebe die Anforderungen beim Einstellungstest inzwischen gesenkt haben, um überhaupt noch Azubis zu finden.

Warum die Arbeitsqualität nachlässt, erkläre ich mir so, weil viele Tätigkeiten nicht mehr ausreichend und wertentsprechend entlohnt werden. Durch die zeitlich befristeten Arbeitsverträge kommt keine Bindung und keine Identifizierung mehr mit dem Betrieb auf, weil viele sich sagen, nächstes Jahr heißt mein Arbeitsgeber nicht mehr Schmidt & Co. sondern XYZ GmbH.

Die Mitarbeiter sehen, dass die Aktie ihres Arbeitgebers an der Börse steigt, mehr Umsatz und Gewinne macht, das Management sich immer höhere Gehälter abzweigt, aber die Mitarbeiter finaziell kurz hält mit der Begründung, dass gespart werden muss. Sehr "motivierend"!

Frage doch heute mal die Leute, wer noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommt?

Frage mal bei Großfirmen wo ihr Rechnungswesen ist? In Polen oder in Rumänien, weil dort der Debitoren-/Kreditorenbuchhalter nicht 3.500 € im Monat bekommt, sondern nur 800 €? Frage aber erst gar nicht nach dem Chaos in der Buchhaltung und nach welchen Steurgesetzen verstoßen wird!

In Haushalten, in denen die Eltern rund um die Uhr arbeiten müssen, bleibt eben keine Zeit mehr für Erziehung. Frage mal die Jugendlichen, wer wie oft mit seinen Eltern noch eine gemeinsame Mahlzeit einnimmt?

Die verproletarisierung der Sprache ist mir auch schon aufgefallen. Selbst zu einem Mädchen bzw. Mädchen unter sich sagen "Aldä eh" statt "AldE eh" und merken gar nicht, dass sie weiblich sind. Also übersetzt: Mann = Alter (Aldä), Frau = Alte (Alde). Auch hört man dann von deutschen Jugendlichen: "Ich geh' Schule!" statt "Ich gehe zur Schule!" Sorry, aber da spechen oft Syrer oder Afghanen, die erst acht Monate hier in Deutschland sind, ein besseres Deutsch.

Darum suche ich mir halt Leute, die auf meiner "Wellenlänge" geistige Signale funken! Das kann ich dir auch nur raten!

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Kommentar von Tasha
30.11.2016, 00:44

Die Bildung lässt nicht nach, sie findet nur in anderen Bereichen statt! Sicherlich gibt es auch viel mehr punktuell gebildete Menschen und Autodidakten. Menschen, die nicht mehr DEN Bildungskanon beherrschen, sondern sich in einem oft selbstgewählten Bereich sehr gut auskennen, dafür aber vielleicht in anderen Bereichen, mit denen sie wenig zu tun hatten, gar nichts wissen (Stichwort z.B. klassische Literatur und daraus zitieren können: Kann heute vielleicht ein Deutsch-Leistungskursschüler oder ein Germanist oder ein Literaturliebhaber, aber nicht mehr der Durchschnittsmensch. Früher mussten Schüler halt noch viel mehr dieser Texte auswendig lernen. Dafür lernen sie heute ganz andere Fächer, die es früher noch gar nicht gab!).

Auch der Lehrplan ändert sich. Das kann man mMn im Fach Geschichte sehr gut nachvollziehen: Früher lernten Schüler ganz andere Schwerpunkte als heute, und so könnten ältere Menschen glauben, die heutigen Schüler wären weniger gebildet, dabei sind sie nur ANDERS gebildet. Und müssen z.B. nicht so viel auswendig lernen, dafür mehr analysieren, was wiederum die ältere Generation als Schüler nicht so intensiv geübt hat.

Und man darf nicht vergessen, dass es quasi stündlich neues, wichtiges Wissen gibt, dass "man" wissen sollte, also immer mehr Stoff zum Lernen und Durchdenken, und immer weniger Zeit (verkürzte Schulzeit, mehr Hobbys, außerschulische Aktivitäten inklusive außerschulische Bildung im weitesten Sinne), sich dieses Wissen anzueignen!

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Pass dich nicht der Masse an! Momentan verstärken sich die Abhängigkeiten von sozialen Netzwerken, WhatsApp

 und so. Das ist eigentlich eine absolute Überforderung. Schwimm nicht mit der Masse, sonst wirst du mit ihr untergehen. Ich habe auch WhatsApp und Facebook, aber ich hänge nicht permanent am Handy und meine Mitmenschen müssen auch mal paar Stunden auf eine Antwort warten. Manche regen sich darüber total auf. Aber da bin ich stur. Ich bin nicht der Sklave meines Handys. Wenn die Leute was dringendes wollen, können die mich auch anrufen. Aber die Generationen, die damit aufwachsen, werden es schwer haben sich dem zu entziehen. Durch diese neuen Kommunikationswege leiden die anderen wie Sprache, Schriftbild und so. Man hat ja permanenten Zeitdruck.

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Ja.

Die "Schuld" ist jedoch nicht bei Kindern und Jugendlichen zu suchen, sondern bei uns: den Eltern oder allgemein den Erziehern. Damit schließe ich auch die Lehrer in der Schule ausdrücklich mit ein.

Kinder machen das, was wir ihnen vorleben. Als Vater zweier Jungs bemühe ich mich, ein kulturelle Grunderziehung zu leisten. Zum Beispiel Benehmen, Höflichkeit, Tischmanieren, sozialer Umgang miteinander usw. Völlig "veraltete" Vorstellungen, ich weiß. :)

Ich habe mir vorgenommen, meinen Kindern ein "Rüstzeug" mitzugeben, damit sie es in der Gesellschaft, bei der der Herstellung von sozialen Kontakten und deren Erhaltung leichter haben. Oft scheitere ich an Kleinigkeiten, weil diese "Scheiß-App" nicht funktionieren will :), aber sie haben es von Anfang an gelernt, um Hilfe zu bitten UND Hilfe anzubieten.

Ich gebe offen zu, dass mich die Vergewaltigung unserer schönen Sprache in sozialen Medien unglaublich stört und ärgert. Die ständige Kleinschreibung, das "Straßen-Sprech", Fäkalsprache ... Manchmal denke ich (hier), das viele nicht in der Lage sind, einen zusammenhängenden Satz oder eine sinnvolle Frage zu formulieren. Macht das Internet dumm?

Vielleicht brauchen wir eine Reform der Reform. Nach Einbruch des industriellen Zeitalters ist dies alles hier nur eine logische Konsequenz. Wundern wir uns wirklich, dass eine Veränderung der Umwelt auch eine Veränderung der Kultur bedeutet?

Es ist Zeit, dass wir, der "Homo Sapiens", erwachsen werden.

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Ich finde die Frage ziemlich einfach gestellt. Hier wird viel vom offensichtlichen Werteverfall gesprochen und Bequemlichkeit.

Ich finde es viel schlimmer, wenn Menschen sich hinter Normen und Werten verstecken und am Ende nur hinterhältige Heuchler sind. Auf einige Politiker trifft dies zu. Oder vlt. auch dem Chef eines Rüstungskonzerns, der sich zwar mit Leichtigkeit gewissen Normen und Werte bedient und dann im Hinterzimmer mit einem Federstrich an der Auslöschung ganzer Familien beteilitg ist.

Ich denke es ist eines was den Kulturen schadet. Die Hinwendung zum alleinigen Götzen "Geld"!

So kommt es einem zumindest in unserer Gesellschaft vor. Alles muss berechenbar und effizient sein. Es muss mit Zahlen ausdrückbar sein. Eine einfache gute Tat reicht nicht. Die bringt mich in diesem Leben nicht unbedingt weiter... :-S

Ich kann es verstehen, dass bestimmte und gerade auch z.T. inelligente Menschen in eine Sch**ß-Egal-Mentalität verfallen (über den Sinn kann man freilich noch streiten).

Und der Rest sind halt Dumme die auf alles sch**ßen und ein paar die intelligent aber dennoch optimistisch sind?! :D

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Hallo! Ist mir alles auch schon aufgefallen. Aber dennoch : Die Menschen werden auch in Deutschland immer intelligenter - das ist belegt. Hat vor kurzem auch Prof. Lesch im T V so ausgeführt. 

Dafür degenerieren die Körper weil Bewegung fehlt.

Ich wünsche Dir einen schönen Mittwoch

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-Werteverfall?: Ich finde nicht, dass Werte verfallen sondern neue hinzukommen. Und mal ganz ehrlich, ist doch gut so, dass sich Werte ändern sonst würden wir immer noch unsere Kinder zwangs verheiraten und Sex wäre immer noch ein Tabuthema. Die Welt ist im Wandel und wir können nicht immer auf der Stelle stehen bleiben. Natürlich, gibt es dabei nicht nur gute Sachen, soziale Kontakte verfallen durch die moderne Technik, finde ich persönlich auch schade aber ist nun mal so.

-Arbeitsmoral: Vielleicht fällt Leuten langsam auf, dass Arbeit das Leben verpfuscht? Für einen Chef, den ich nicht ab kann geb ich mir ja keine Mühe und die wenigsten haben Glück mit ihrem Job und der Arbeitsstelle.

-Grammatik: Ich denke du redest von Jugendlichen, was erwartest du? Das ist Jugendslang der sich gebildet hat, weil es unglaublich viele Immigranten in Deutschland gibt. Da können wir relativ wenig für und da muss man sich auch nicht wundern in der heutigen Zeit. Wir sind es, die sich anpassen.

-Höflichkeit und Etikette: Höflichkeit und Etikette ist ein individuelles Phänomen, in China sind diese schlürfenden Affen total normal. Außerdem sind diese beide Sachen Zwänge, die sich die Menschen auferlegt haben. Warum also beibehalten? Warum sich irgendwelchen sinnlosen Etiketten hingeben, die man nicht mal versteht und die einen nerven? Willkommen im 21. Jahrhundert.

-Wie begegne ich solchen Menschen?: Wie jedem anderen auch, weil ich es akzeptiere. Toleranz.

-Zustände verbessern: Nein kannst du nicht.

-Anpassen: Hier ist der Knackpunkt deiner Frage. Ich bin 19 Jahre alt gehöre also auch zu der ach so verkorksten Generation. Ich hole mein Handy ca. 3 mal am Tag raus um einmal meinen Leuten zu schreiben oder Musik zu hören. Ich rede lieber mit Leuten als am Handy zu sitzen. Bin ich deswegen ein Außenseiter? Nein, weil ich genug Selbstbewusstsein habe mein eigenes Ding zu machen. Ich rede leider auch in einem Slang aber glaub mir, jeder 2. Jugendliche redet so, damit wächst man halt auf und gewöhnt sich das an. Ich weiß jedoch, wann ich mich benehmen muss und wie ich reden muss, auf der Arbeit wäre so eine Sprechweise undenkbar. Also nein, pass dich nicht an dann wäre deine Frage sinnlos gewesen.

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Kommentar von MarkusPK
29.11.2016, 09:26

Danke für deine Antwort!

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Kommentar von Irukandji00
29.11.2016, 10:16

"schlürfende Affen" ist unangebracht. Bitte in Zukunft auf die Wortwahl achten. Danke

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Kommentar von mikke95
29.11.2016, 12:27

Vielleicht fällt Leuten langsam auf, dass Arbeit das Leben verpfuscht? 

Diese Einstellung ist aber sehr armselig. Arbeit macht Spaß und bringt Erfüllung. Sie ist niemals nur auf das reine Geldverdienen beschränkt. Vermutlich hast du dir nur den falschen Beruf ausgesucht. 

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Verdummung gab es schon immer, in jeder Generation auf andere weise. Damals gab es noch gar keine Kommunikation wie heute, sondern nur Staatsfunk, wo sich Menschen leicht manipulieren ließen, noch viel früherer gab es nicht mal das und die Menschen wurden nur von Mundpropaganda beeinflusst. So konnte man Feindbilder schüren, die z.B. nur von einer einzigen Person entstammten, dem Herrscher.

Was die soziale Verwahrlosung angeht, die du ansprichst, so ist das meiner Meinung nach eine Folge von vielen Faktoren. Es gibt heute viele Freiheiten für das Individuum, niemand ist auf andere angewiesen und kann sich mit staatlicher Unterstützung ein Eigenleben erschaffen, Familie steht nicht mehr an oberster Stelle, über unzählige Medien werden verschiedene unerreichbare Ideale vorgespielt, die viele auf verschiedene Art und Weise an den Rand der Gesellschaft spülen, der Wohlstand und Frieden bringt Menschen dazu sich über kleinste Dinge zu streiten und voneinander abzuspalten, unser Gesellschaftskonstrukt lehrt uns, das Konsum, Besitz, Selbstbestimmtheit und Karriere wichtiger sind als unsere eigenen Mitmenschen. Ich weiß nicht, es kann natürlich noch viel mehr Faktoren geben, aber es ist heute schwieriger für viele Menschen sich zu integrieren, weil sie einfach nicht mehr richtig wissen, wo ihr Platz ist bzw. sich nirgends so richtig aufgehoben fühlen. Dann begeben sie sich schnell in ihre eigene Welt, bei der sie das Gefühl haben, dass sie niemand mit ihnen teilt.

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Kommentar von MarkusPK
29.11.2016, 17:41

Sehr nachdenklich stimmende Antwort, bei der ich dir in allen Punkten Recht gebe.

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Kommentar von hummpelbein
29.11.2016, 19:26

Ich muss dir Widersprechen. Ich arbeite im Verkauf (bin Bäcker, aber habe immer wieder Kundenkontakt) und mir fällt auf, dass vor allem die älteren Leute (60+) unfreundlich sind und kein "Guten Tag", "Danke" oder "Tschüss" kennen. Das sind auch die, die das Brot einfach aus der Hand reissen und gleich wieder verschwinden. Es sind nicht alle so, es gibt auch sehr aufgestellte ältere Menschen, mit denen man einfach so Witze machen kann. 

Bei den Jungen ist es genau so, es gibt solche und solche, aber die meisten sind netter als die älteren. Krass. Okay, ich bin selber auch erst 18, aber trotzdem, sind sie auch den Verkäufern gegenüber freundlicher. 

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Ich bin selber erst 18, aber ich denke so schlimm ist es nicht. Wir reden in den Pausen sehr viel (alle Lehrlinge sind bei uns von 15-20 Jahre alt.) Und wir sind zwar auch am Handy, aber wir zeigen uns halt auch verschiedene Videos o.ä. Oder wenn der eine wieder mal an einem Turnier war, zeigt er es halt auch mit Stolz, da er in seinem Randsport sehr gut ist. 

Wir reden bei uns auch viel über Politik usw. Also die Gespräche gehen oft in die Tiefe, da wir uns jetzt seit 2.5 Jahren kennen.

Das mit dem Slang kann ich eher schlecht bestätigen, da wir auch schon Geschäftsintern manchmal ganz andere Sprüche haben, als die anderen xD Aber ja, es gibt schon einen Slang. Im Moment sagen wir "Jo, voll" (Ich wohne in der Schweiz) heisst im Deutschen: Ja, voll". Aber wir sagen dies nie zu unserem Lehrmeister o.ä sondern immer nur untereinander. Wir Siezen unseren Lehrmeister, er Siezt uns auch noch, bis wir aus der Lehre sind :D

Ich bin Bäcker, habe aber immer wieder Kundenkontakt und mir ist aufgefallen, das an einem Samstag im Supermarkt (Bin Bäcker Lehrling in einem Supermarkt, ja es gibt Supermärkte mit einer Show Bäckerei :D) und da sind es meistens die älteren Menschen (60+) die das Brot aus der Hand reissen, kein "Guten Tag" oder "Danke" über die Lippen bringen und gleich wieder verschwinden. Oder ist man schnell den Ofen am umstellen, weil er geklingelt hat, dann packen die ihr Brot selbst ein (was sie eigentlich nicht dürften - wegen Hygiene und sehr freundlich finde ich das auch nicht, zeigt mir eher wie ungeduldig sie sind, bzw. wie heikel. Es hat zu 90% im Regal Brot, welches genau gleich alt ist wie das im Gitterwagen....) 

Es sind nicht alle ältere Menschen so, mit manchen kann man wirklich einfach mal so Witzchen machen und die sind sehr locker drauf. Diese ältere Menschen respektiere ich sehr und finde ich einfach klasse. Ältere Menschen die nicht so verklemmt sind :D 

Diese Egal-Mentalität gibt es auch bei den älteren, nicht nur bei uns :D Manchmal gibt es Situationen, bei denen man keine Lust hat und sich denkt: "Mir jetzt egal, ich mache es so, wem es nicht passt, soll es doch selbst machen." Na, wer fühlt sich jetzt ertappt? Mein Lehrmeister ist auch nicht mehr der jüngste, aber er hat dies auch schon öfters gesagt. Meine Mutter ist auch 40, aber denkt sich das ab und zu auch beim Arbeiten ^^ Ich denke nicht, das es am Alter o.ä liegt, sondern einfach in der Natur des Menschen.

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Nicht einen der Punkte, die Du hier bemängelst, kann ich Dir bestätigen.
Bei mir in der Umgebung ist nichts davon der Fall. In keinster Weise.
Eventuell ist es einfach Deine subjektive Wahrnehmung.

Aber was das "falsch Sprechen und Schreiben" angeht, beehauptest Du tatsächlich, dass diese Leute (wovon Du scheinbar bei jeden ganz genau weisst, dass er keinen Migrationshintergrund hat) absichtlich falsch reden und schreiben?
Genau das ist nämlich Deine Aussage.

Ich denke Du übertreibst da ganz schön.
Wie gesagt, bei mir in der Umgebung trifft kein einziger Deiner Punkte auch nur ansatzweise zu.

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Kommentar von MarkusPK
29.11.2016, 09:32

Dann hast du Glück. :-) Sag mir mal wo du wohnst, ich ziehe dort hin!:-D

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ENDLICH!!!!!!!! endlich mal einer der das gleiche denkt wie ich! du hast vollkommen recht ! diese Verdummung kommt von den fernseh Serien die heutzutage im fernsehen laufen von sachen die im internet stehen und natürlich vor dem handy das wie ein Gott behandelt wird, und süchtig macht wie eine Droge . ich bin 13 Jahre alt und hatte noch nie ein handy und bin sehr stolz darauf. ich muss zugeben , dass ich mir natürlich auch dumme sachen im internet anschaue, aber ich weiß ja , dass sie dumm sind ! die sprechfaulheit hat natürlich auch damit zu tun, dass das leben der menschen immer gemütlicher wird, ( handy, computer, Fernseher ) aber das kann man halt nicht stoppen.

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Kommentar von MarkusPK
17.12.2016, 10:01

Dein Text bringt mich ein wenig zum Schmunzeln. =)

Du denkst wie ich, aber du schreibst wie ein Paradebeispiel für meine Kritik. Du legst keinen Wert auf Groß- und Kleinschreibung, scheinst nicht zu wissen, welche Wörter man zusammen oder getrennt schreibt und setzt inkonsequent vor einigen Satzzeichen ein Leerzeichen (was falsch ist), vor anderen aber wiederum nicht. Kurz: Du schreibst, wie dir der Schnabel gewachsen ist. Das soll jetzt auf gar keinen Fall ein Angriff oder eine Beleidigung sein, denn dein Text macht mich wirklich sehr neugierig.

Hast du eine Idee, woher das kommt? Schreibst du so, weil du dir darüber keine Gedanken machst? Weil es dir Wurscht ist? Oder weil du es nicht besser kannst beziehungsweise es niemals richtig gelernt hast?

Das sind keine rhetorischen Fragen, die dich provozieren sollen, im Gegenteil: Ich interessiere mich wirklich sehr dafür, wo die Ursachen bei den Rechtschreibproblemen deiner Generation liegen. Wenn du mir antworten möchtest, dann schreib mir hier aber bitte keine Nachricht in Form eines Kommentares (das sehe ich dann nämlich nicht), sondern schicke mir eine Freundschaftsanfrage oder ein Kompliment. Es würde mich wirklich sehr interessieren, was du dazu meinst.

Liebe Grüße,

Markus

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