Frage von Lxonxe, 78

Verderben Emojis unsere Sprache?

Hallo, 
Ich muss von der Schule aus eine dialektische/ antithetische Erörterung über das Thema ob Emojis der deutschen  Sprache schaden oder nicht schreiben...
Was meint ihr und warum?

Antwort
von maryberry97, 45

Ich denke sie sind im Alltag praktisch, da man schnell Emotionen ausdrücken kann. 

Allerdings verderben sie die Sprache auf jeden Fall. Kaum einer setzt sich mehr hin und schreibt einen ganzen Satz. Die Emojis werden zum Satzzeichen und ersetzen die übliche Kommunikation. Jemand der heute keine Emojis schreibt, wird von vielen als unsympathisch erklärt und das finde ich schon traurig. 

Beispiel: eine Klassenkameradin sitzt neben mir und schreibt mit einem anderen Zettelchen (wundert mich, dass das überhaupt noch jemand macht, da ja eh alle mit dem Handy im Unterricht sitzen). Auf diesem Zettel sind mehr Smilies als dass Text drauf ist. Dann sagt sie zu mir, dass sie eigentlich diesen Affen smilie malen wollte, aber ihr ist aufgefallen, dass das ganz schön schwer geht, wenn man mal auf normalem Papier kommuniziert. 

Ich selbst merke es auch, dass ich manchmal sogar bei meiner Chefin Smilies schreibe und sie dann wieder lösche, weil ich es so gewohnt bin.

Antwort
von kloogshizer, 43

Dazu müsste man erstmal wissen, was denn "Schaden an der Sprache" bedeutet. Emojis werden in Kurznachrichten in Chats, SMS, Foren etc verwendet, sind also ein sehr neues Phänomen und stark mit "modernen" elektronischen Kommunikationstechniken verbunden. In diesem Kontext finde ich Emojis absolut angebracht.

Man sieht aber mittlerweile natürlich auch schon oft handgemalte Emojis auf Postkarten. Da stellt sich die Frage schon, ob die Ausdrucksmittel in der Sprache nicht mehr ausreichen, um seiner Freude Ausdruck zu veleihen... Ich glaub aber eher nicht.

Kommentar von kloogshizer ,

Es ist wahrscheinlich vielmehr der telegrammartige Stil der schnellen Textkommunikation, welcher Veränderungen an der Sprache hinterlässt, als die Emojis, die nur der Tatsache Rechnung tragen, dass man sich zwar durch die schnelle wechselseitige Kommunikation irgendwie nahe ist, aber seinen Gefühlen nicht wie in einem Gespräch Ausdruck verleihen kann.

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