Frage von Soulbottle93, 114

Verdachtsdiagnose bipolare Störung?

Ich habe gestern meine Diagnose bzw. Verdachtsdiagnose erhalten...bipolare Störung. Danach bin ich zu Hause erstmal zusammengebrochen. Ich wusste immer dass mit mir nicht alles stimmt bzw. ich mich manchmal anders benehme als ich gerne würde, aber das es so arg ist, kam sehr unerwartet. Ich möchte nicht mein Leben lang Therapien machen und Tabletten nehmen. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, wie ich es schaffen soll, eine vernünftige Beziehung zu führen, wenn ich ständig diese Aufs und Abs habe - für meinen Freund ist das alles auch sehr belastend und jetzt mit der Diagnose stellt sich mir einfach das ganze Ausmaß dar.

Wie geht ihr damit um, falls ihr betroffen seid? Oder habt ihr Ratschläge wie ich damit klarkommen könnte?

Antwort
von Ostsee1982, 46

Eine Diagnose und eine Verdachtsdiagnose sind zwei paar Schuhe.

Ich möchte nicht mein Leben lang Therapien machen und Tabletten nehmen.

Das musst du auch nicht, du kannst auch gar nichts machen und weiterleben wie bisher. Das ist deine Entscheidung.

Ein wenig wundert mich auch dein "Zusammenbruch" wenn du doch bereits seit 2 Monaten eine Gesprächstherapie machst. Es ist wohl auch damit zu rechnen, wenn man sich in Therapie begibt, dass dann auch eine Diagnose herauskommt. Auch hast du dich schon vor Monaten selbst als psychisches Wrack bezeichnet. Fragen zu deiner Psyche hattest du ja schon sehr viele eingestellt. Fertig werden kannst du damit nur selbst, das kann dir keiner abnehmen und es gibt auch keinen Trick dazu. Sicher ist deine Therapeutin dafür der beste Adressat.

Antwort
von MissPiggy85, 24

Hey
Ich hab auch diese Diagnose bekommen und lebe heute "normal" (normal ist ja ein sehr dehnbarer Begriff) und ohne Medikamente.
Als ich jünger war und das ganze angefangen hat war ich mit der Situation sehr überfordert und hab viel Mist gebaut. Da hab ich dann eine Therapie gemacht (ca. 1 Jahr) und hatte auch Medikamente. In dieser Therapie hab ich gelernt mit diesen Schwankungen umzugehen und sie zu verstehen. Heute kann ich das ohne Therapeut, bin aber froh dass ich mich bei jemandem melden könnte wenn es mir schlecht geht.
Ich kann heute meine Schwankungen positiv nutzen, denn gerade die viele Energie bei einem Hoch kann sehr praktisch sein 😉
Lass den Kopf nicht hängen, dass ganze klingt am anfang Schlimmer als es ist und mit der richtigen Unterstützung kannst du alles machen was du möchtest 😉

Antwort
von PuNk4M3, 49

Ich habe jemanden in meinem engsten Umfeld dem es ähnlich mit der Krankheit geht. Als erstes solltest du so weit du es kannst versuchen dir nicht zu viele Vorwürfe zu machen. Das bringt deinen Kopf nurnoch mehr durcheinander als sonst schon.

Nimm den Moment in dem du lebst so wahr wie er ist und konzentriere dich nicht auf das was dich zukünftig runterbringen könnte. Es wird keine leichte Zeit aber wenn du allen Mitmenschen genau erklärst was du hast und woran sie erkennen, dass du in manchen Situationen nicht "normal" handelst wird alles irgendwann einen positiven Lauf nehmen können.

Versuch die Angst vor dem was du nunmal hast zu verlieren! Klar, ist leichter gesagt als getan, dennoch darfst du nicht den Glauben an dich selbst auf der Strecke lassen. Es ist auch wichtig dass dein Freund bescheid weiß, dass wenn du dich mal anders, überemotional oder gar beleidigend verhältst er weiß dass es nicht deine Schuld ist!

Du kannst das alles schaffen! :)

Bei Medikamenten rate ich dir davon ab allzu viele Tabletten zu schlucken. Sprich mit deinem Arzt mal über medizinisches Cannabis (man liest negatives von konservativen Seiten dazu, jedoch half es der Person in meinem Umfeld sehr und sie konnte alle anderen Medikamente absetzen!).

Greetz, PuNk


Antwort
von jerkfun, 47

Ja ! Du freust Dich eine Diagnose zu haben,bzw.die Möglichkeit zu haben,mit einem erfahrenen,offenen und netten Menschen,einem Therapeuten das Gespräch führen zu können,was Dir in jedem Falle helfen kann und nicht schaden kann.Und dann kommt es genau darauf an,Dich medikamentös so einzustellen,das Du zwar "gelenkt" wirst,aber nicht gedrückt,gedämpft,blockiert wirst.Es ist überhaupt nicht gesagt,das Du ein Leben lang,Psychopharmaka benötigst.Es ist durchaus möglich,das es in zwei Jahren gar nicht mehr nötig sein wird.Oder eine Langzeitdosierung möglich ist.Dein Freund muß lernen,das es Dinge gibt,mit denen man tolerant umgehen muß.Dazu gehört es,Dich zu unterstützen,Dir Trost zu geben,wenn es nicht so gut läuft bei Dir.Also schwarz sehen,zieht Euch beide herunter.Versuche das positive zu sehen,die Möglichkeiten die es gibt und die Du wahrnehmen kannst.Liebe Grüße

Antwort
von Mira1204, 36

Hol dir eine zweite Meinung ein und wenn es dann bestätigt wird, kannst du mit deinem Arzt reden, wie ihr weiter vorgehen wollt. Es gibt Medikamente, mit denen die Krankheit sehr gut behandelt werden kann. Wichtig ist nur, dass du dich so akzeptierst wie du bist und es nicht verdrängst.

Antwort
von Happy87, 53

Hallo, ich denke erst mal musst du die verdachtsdiagnose verarbeiten.sie akzeptieren..

Dann würde ich mit meinem Arzt sprechen wie ich weiter vorgehen kann, thrapie möglichkeiten etc...(es ist  nicht unbedingt eine Tabletten einnahme notwendig) das kommt auf das Ausmaß deiner bipolaren Störung an.

Bestimmt wird es auch nicht einfach in deiner Beziehung werden, aber wenn du den richtigen Partner an deiner Seiter hast,dann wird er dich unterstützen.

(Ich hab übrigens keine bipolare Störung aber auch einige psychische Probleme, einfach ist es nicht immer für mich nicht,für meinen Partner nicht und für meine Familie nicht...aber man kann das alles schaffen)

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.

Antwort
von Trela1809, 33

Mein Arzt sag mir immer, dass es keine Krankheit sei, sondern eine Gabe die mich mitunter einzigartig macht. 
Ich wollte früher Verkehrsflugzeugführer, also Pilot werden, dass hatte sich dann erledigt. So sehr wie sie mich manchmal stört, will ich sie eigentlich gar nicht so wirklich loswerden. 
Wenn du dich in Tiefs befindest, dann freue dich auf die Manie. Du wirst nicht unbedingt leben lang Tabletten nehmen müssen, wer sagt sowas?

Liebe Grüße 

Alex

Antwort
von DaSu81, 41

Ich kann nicht ganz aus eigener Erfahrung sprechen, aber als "Ex-Partnerin" => mein Ex-Freund hat eine Bipolare Störung. Für mich war es damals sehr schwer auszuhalten - das ist dir ja aber klar.

Ich weiß aber auch, dass Medikamente hierfür wirklich gut helfen (können, wenn es denn die Richtigen sind!) und sehr (!) sinnvoll sind, damit man selber und auch das Umfeld nicht so darunter leiden. Mein Rat ist es: Lass dich richtig einstellen und mache so bald wie möglich Therapie(n) => Das hilft die Ursache schnell "zu erkennen" und mögliche "Trigger" zu erkennen und evtl sogar zu beheben. Es ist nicht unbedingt eine Diagnose "auf ewig" = es ist möglich die Bipolare Störung zu heilen!!! Die Chance auf Heilung sinkt allerdinngs mit der Anzahl der durchgemachten "Perioden".

Aber das ist doch dann ein Ziel: Ich möchte (will, muss, werde) unbedingt ganz gesund werden, also muss ich alles dafür tun.

Der Umkehrschluss ist eben "nur" der, dass man über einen (möglichst kurzen) Zeitraum konsequent "seine" Medikamente und Therapien machen "muss" und nach Möglichkeit auch einen "Ausgleich" finden sollte, um die Gefühle "im Zaum halten zu können."

Viel Erfolg dabei und alles Gute für dich, deinen Partner, deine Familie und dein ganzes Umfeld. Glaub an dich - dann "packst" das! ;-)

Antwort
von katalas, 47

Das ist kein Grund, dass für Dich die Welt zusammenbricht. Das lässt sich medikamentös ganz gut in den Griff bekommen. Dafür brauchst Du keine Psychotherapie.
Aber nichts machen geht natürlich nicht.

Kommentar von BellAnna89 ,

Anders rum bitte: Es lässt sich mit Therapie in den Griff kriegen, sollte sich diese nicht funktionieren, weil der Patient zu gefangen ist, müssen Medikamente die Therapie unterstützen, mit dem Ziel, sie wieder absetzen zu können!

Wenn du selbst betroffen bist und deine Weisheit daher rührt, wechsle bitte deine behandelnden Ärzte.

[+++ durch Support editiert +++]

Kommentar von schloh80 ,

Nope, sorry. Eine bipolare Störung ist, wie z.B. eine Schizophrenie, nur medikamentös zu behandeln. Psychotherapie kann hier nur helfen, mit der Erkrankung und den Einschränkungen zu leben, die Compliance bezüglich der Medikamente aufzubauen usw.

Kommentar von mimi142001 ,

Therapie ist das wichtigste bei dieser Diagnose! Medikamente sind/können eine Unterstützung sein! katalas du musst vorsichtig sein mit dem was du schreibst!

Kommentar von schloh80 ,

Nein sind sie nicht, sie sind bei einer bipolaren Störung die einzige Möglichkeit. Psychotherapie kann nur dabei helfen, mit der Erkrankung und den Einschränkungen zu leben, die Compliance bezüglich der Medikamente aufzubauen usw.

Antwort
von skipworkman, 61

Hi,

ich würd mir noch eine zweite Meinung einholen. Gibt so ein Sprichwort, geh zu 10 Ärzten und du bekommst 10 verschiedene Diagnosen.

weiterhin würde ich versuchen, kontakt zu anderen aufzunehmen, die auch diese Diagnose haben. Es gibt ja für alles und jeden Foren oder Selbsthilfegruppen. Kontakt zu Gleichgesinnten ist sehr hilfreich, da kannst du offen reden und von deren Erfahrungen profitieren.

Deine innere Einstellung zu dem Thema (und auch allgemein) macht sehr viel aus, wenn du denkst das ist alles ganz, ganz Schlimm. Dann ist es das auch für dich. Versuch bitte eine postive Einstellung zu entwickeln.

Ein Psychologie oder Therapeut wird dir garantiert auch weiter helfen können, da ist der Zug noch lange nicht abgefahren. Medikamente musst du nicht nehmen, wenn du nicht willst. Du bist ja nicht unmündig.

Ich wünsch dir alles Liebe und Gute

Skippi

Antwort
von mimi142001, 17

Mit einer guten Therapie wirst du das schaffen!
Lass dir die Diagnose erstmal bestätigen!

Antwort
von Miete187, 42

Ich bin nicht betroffen, aber ich finde das der 2. Schritt die Therapie sein sollte.

Der Auslöser vieler psychischer Krankheiten, sind Ereignisse/Probleme die man oft nicht selber sehen will.

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