Frage von morgenstern1983, 39

Verbrauchen wir wirklich soviel Wasser?

Hallo Community,

ich habe mich gerade beim Abwaschen etwas gefragt: Man liest ja sehr oft, dass gerade die westliche Zivilisation unheimlich viel Wasser verbraucht, um ihren Alltag zu gestalten. Da liest man von 200 Litern für einen Apfel, 15.000 Litern für einen Schuh und bis zu 500.000 Litern für die Produktion eines Autos. In diese Berechnung fließen ja sehr viele verschiedene Verwendungsarten von Wasser mit ein - Bewässern von Plantagen, Fütten von Tieren, Schleifen von Teilen usw. usf. Da fällt einiges an.

Jetzt wird ja immer der Eindruck vermittelt, mit dem Kauf und Konsum eines der besprochenen Produkte beteiligen wir uns am Raubbau unseres Planeten, auch in Bezug auf den Rohstoff Wasser. Das ist in vielerlei Hinsicht sicherlich auch richtig. Die Frage ist nur, inwiefern die Aufwendungen für Wasser dabei so bedeutend sind, wie es uns eher negativ mit dem Zeigefinger vermittelt wird? Immerhin befindet sich Wasser ja bekanntlich in einem Kreislauf, einige Betriebe verwenden bereits genutztes Wasser wieder und wieder. Gerade in Europa und weiten Teilen Asiens und Amerikas ist Wasser ja - im Gegensatz zu Kontinenten wie Afrika, der Nahe Osten oder Australien - eher keine Mangelware. Und trotzdem werden wir angehalten, über diesen Wasserfußabdruck stetig nachzudenken und uns schlecht zu fühlen.

Mir ist natürlich auch klar, dass viele Produkte, die wir konsumieren, unter enormen Wasseraufwand in Ländern hergestellt werden, die eher an Wassermangel leiden. Nur inwiefern muss ich mich da als europäischer Verbraucher, der bspw. aus der Region kauft oder klar in wasserreichen Gebieten gefertigte Produkte, da "schuldig" fühlen?

Bin gespannt auf eure Meinungen zu dem Thema.

Antwort
von dan030, 5

Hier in Europa wird wirklich eine Menge Wasser verbraucht. Zwar nicht so viel wie in den USA, aber dennoch reden wir über dreistellige Literzahlen pro Kopf und Tag.

Allerdings ist das hier in Europa - und speziell in Deutschland - auch nicht so kritisch. Denn Wasser ist genug da. Eher haben wir in manchen Städten sogar das Problem, dass private Haushalte eigentlich sogar noch mehr verbrauchen - oder sagen wir "verschwenden" - müssten, damit die Kanalisationen vernünftig durchgespült werden.

Was allerdings in der Tat bedenklich ist: Verlagerung wasserintensiver Produktionen (z. B. Textilherstellung) in Länder, in denen Wasserknappheit herrscht.

Als einzelner Verbraucher kannst Du das Problem nicht grundsätzlich lösen. Allerdings kannst Du durchaus darauf achten, wo von Dir gekaufte Dinge hergestellt werden, und wie ressourcenintensiv sie sind. Und Dich dann z. B. dafür entscheiden, gewisse "Billigprodukte" aus Produktion mit fragwürdigen Bedingungen nicht mehr zu kaufen.

Antwort
von Arlon, 15

Du hast das schon richtig erkannt. Wasser befindet sich in einem Kreislauf und die Menge an Wasser ist seit Millionen Jahren dieselbe. Es ist egal, ob ich 30 Liter im Klo runterspühle. Dank dieses Kreislaufes ist es nicht verloren, sondern steht irgendwann wieder als Trinkwasser zur Verfügung.

Kommentar von kunibertwahllos ,

yep das Wasser "steht" nie still

Antwort
von Middelmann, 15

das wasser ist doch da und bewegt sich in einem kreislauf. es verschwindet ja nicht. es fallen also nur energiekosten an um das wasser zu bewegen und zu reinigen. 

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