Frage von Peripher, 73

Verbittert wie ein Psychopath?

Ich bin ein Individualist, der sich im Prinzip selbst erzogen hat und niemals in Berührung mit Zuneigung, Liebe, Empathie oder Familienalltag kam. Einerseits bin ich ein sehr sensibler, liebebedürftiger Mensch, der aber so sehr in Hass, Verbitterung und Enttäuschung ertrank, dass er diese Seite einfach niemals jemandem zeigen konnte und nach Außen hin sehr unempathisches, gar psychopathisches Fehlverhalten an den Tag legt. Ich hasse die Menschheit dafür, ihre geistigen Waffen verrosten zu lassen, ihre Sinneswerkzeuge nicht zu benutzen und dadurch die wahre Schönheit der Idee dieser Welt zu verstoßen. Ich verstecke meine Intelligenz, will nicht das Genie sein, sondern der, den alle unterschätzen. Der, der so überlegen ist, dass er sich unterlegen gibt. Ich denke mir, ein reicher Mann muss niemandem sagen, wie reich er ist.

Aber dennoch - wie kann ich lernen, auch mal etwas von meiner sensiblen Seite zu zeigen, ohne befürchten zu müssen, dass man wieder auf mir herumtritt und mich belächelt? Das war immerhin der Grund, wieso ich bisher in Ageschiedenheit meine Verbittterung fütterterte und irgendwann nach Außen hin das kalte, verachtende Wesen wurde, dass sich jetzt als leere Hülle nach seiner füllenden Mitte umsucht.

Bitte diese Frage nicht löschen, auch wenn sie untypisch erscheint, so soll sie nicht ephemerisch sein - denn das ist das Leben an sich schon!

Antwort
von ItsAkina, 35

Du brauchst eine Person, die dir das Gefühl gibt sicher zu sein. Mit der Zeit wirst du merken, dass du dich ihr langsam öffnest. Natürlich ist es schwer so einen Menschen zu finden, da viele in dieser Generation dich nicht verstehen würden. Jeder ist geblendet von Geld, Trends, Fame und anderen unwichtigen Sachen. Sie würden alles tun um diese zu bekommen, dass die sogar Leute ausschließen und sie damit physisch zerstören.

Antwort
von HUGElp, 29

Zunächst einmal... ein "Psychopath" ist nicht bindend an diese Bezeichnung auch einer geistigen Verbitterung ausgesetzt. In der forensischen Psychologie bzw. Psychiatrie wird mit "Psychopath" eine schwere Form der dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung bezeichnet. Das nur vorweg.

Ich finde deine Selbstanalyse sehr interessant, aber auch sehr unaussagekräftig.

Wenn ich spontan auf Grund deines Textes eine Diagnose stellen müsste würde ich folgendes sagen (aber das ist nicht psychologisch fundiert, wie auch ohne tiefeninterview?) :

1. Ein sehr auf sich bezogenes Selbstbildnis/ Eine Form von alltäglichen Narzissmus. 

2. Einsamkeit uns Isoliertheit 

3. (Aus beidem resultierendem) Geltungsbedürfniss.

Zu letzt noch eine Frage

Wie alt bist du denn?

Kommentar von Peripher ,

Hallo,

erstmal danke für die aussagungskräftige Antwort auf meine Frage.

Ich bin 20 Jahre alt, männlich, lebe weder in Einsamkeit, noch in Isolation, da ich es vielmehr als Abgeschiedenheit bezeichnen würde und als erleichternd wahrnehme. Ich habe es früh aufgegeben, von anderen verstanden zu werden, da die meisten Menschen in meinem Umfeld mir intellektuell nicht gewachsen waren, diese einfach einen ganz anderen Bewusstseinszustand pflegten und mit Kontemplation, Expressionismus, Euklidischen Räumen oder Aphorismen einfach nichts anfangen konnten. Ich habe bereits im Alter von 10 Jahren die Welt mit breitgefächertem Gedankengut gefüttert, ohne jemals irgendwie Anerkennung oder Respekt erwidert bekommen zu haben, weil alle Außenseiterkünste und deren Bewunderer scheinbar ausgestorben sind. Auch eine unterstützende Familie war mir nie zugesprochen worden, weshalb ich all diese Leistungen alleine erbringen musste, ich habe auch heute noch keinen Kontakt zu meiner Familie, weshalb ich generell auch kein Problem mit Abgeschiedenheit habe. Das Problem sehe ich also in der Gesellschaft, dem Grund dieser verhängnisvollen Weltstruktur, nicht in mir selbst. Die Werkzeuge der Sinne sind bei den meisten Menschen dauerhaft verstopft, wenn sie überhaupt noch irgendwo vorhanden sind. Man schaue sich Gleichgesinnte an, die mein Leid geteilt haben, ob Kleist, Schopenhauer, Tesla, oder Turing. Mir ist psychopathologisch einiges bewusst, ich mag wohl wirklich etwas narzisstisch veranlagt sein, würde mich jedoch nicht als Narzissten bezeichnen, da ich durchaus Empathie habe, zum Beispiel für jede Art von Lebewesen, außer für den Menschen. (Natürlich gibt es auch hier fein selektierte Ausnahmen, hasse nicht jeden Menschen einfach so. ;)) Aber bin schon ein Misanthrop, wie ich behaupten kann.

Grüße,

Poete Maudit. :P

Kommentar von Peripher ,

Habe leider vergessen den obigen Text meiner Anfangsfrage miteinzubedenken und deshalb leider 1-2 Zeilen von oben nochmal hier in der Antwort mitaufgeführt, editieren und damit entfernen kann ich den Text leider nicht, aber doppelt hält wohl besser, ha.

Kommentar von HUGElp ,

Ich frage mich was du dir hier erhoffst. Für Menschen mit zum Beispiel einem ungewöhnlich hohen IQ ist es schwierig nicht narzisstisch zu sein. Aber möglich. 

Wenn du nicht einsam bist, dann suchst du hier keinen Kontakt.

Wenn du so überlegen bist auf geistige weise, wirst du hier kaum jemanden auf deinem "Niveau" finden.

Und so weiter.

Auf mich wirkst du durch deine Art sehr ich bezogen, also im Zügen narzisstisch und vor allem auch wenn du dir das nicht eingestehst sehr aufmerksamkeins suchend. Und die gründe dafür führst du selber an.

Was für einen IQ hast du?

Kommentar von Peripher ,

Als ich das erste mal einen Test absolvierte, erreichte ich nur einen Wert von 132, weil ich damals aber auch kein wirkliches Interesse an einem akuraten Ergebnis hatte, da war ich 16. Auf dem offiziellen Test der Mensa habe ich dann im Alter von 18 Jahren ein Ergebnis von 158 erreicht, was kein superseltener Wert ist, aber doch schon hoch genug, um Anpassungsschwierigkeiten zu erfahren. ;) Aber ein IQ ist ja auch nur ein Richtwert, geschaffen von Menschen, nichts offizielles, sozusagen.

Naja, erhofft habe ich mir hier wenig, durch deine Antwort schon mehr bekommen, als ich erwartet habe, da die meisten Menschen hier gerade bei solchen Themen sehr abweisend oder sarkastisch reagieren. Was machst du denn "beruflich", oder generell, dass du dich auf dem Thema so auskennst und dich dafür interessierst? Wenn du willst, können wir ja per Email weitertexten, muss ja nicht alles öffentlich sein.

Kommentar von HUGElp ,

Ich bin Psychologe, daher das wissen ;)

Antwort
von Seanna, 38

Schon mal was von ner Verbitterungsstörung gehört?

Denke nicht, dass es überhaupt um eine Störung geht und nach Psychopathie klingt es ebenfalls nicht.

Kommentar von Peripher ,

Klar, weil ich jetzt auch meine Fehlverhalten hier offenlege ;) Verbitterungsstörung, Antisoziale Persönlichkeitsstörung, Narzissmuss...alles nur menschliche Definitionen für ein spezifisches Bild einer Situation oder Auswirkung.. Amygdala, Amygdala :)

Kommentar von Seanna ,

Und was willst du dann von uns dummen unwissenden unwürdigen Menschen?

Antwort
von Feuerherz2007, 41

Ich empfehle dir das Buch "Sorge dich nicht, lebe!" von Dale Carnegie.

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