Frage von homer092, 28

Verantwortung zwischen Wohnungskündigung und Übergabe?

Hallo, ich habe vor 3 Monaten ordnungsgemäß meine Wohnung gekündigt. Nun habe ich 2 Wochen lang vor Ende der Mietzeit versucht meinen Vermieter zu erreichen ohne Erfolg. Selbst als er zwar im Büro war hieß es er habe jetzt keine Zeit obwohl ich auf die Dringlichkeit hinwies.

Nun hat sich heute (2. des Monats und damit nach Ablauf meiner Mietzeit) ein Vertreter des Vermieters gemeldet um die Übergabe zu machen. Aber frühstens am 10.11. demnach hätte ich die Wohnung trotz Ablauf des Mietverhältnisses noch über eine Woche an der Backe.

Nun ist meine Frage wer trägt in der Zeit die Verantwortung? Z.B: was heizen angeht? Tagsüber sind laut Vertrag 22°C zu halten. Soll ich jetzt jeden morgen um 6 und Abends um 22 Uhr zur Wohnung um die Heizung an und aus zu schalten?

Was wenn in der Zeit ein Wasserschaden entsteht, Gastherme ausfällt, Schimmel entsteht oder sonstwas. Ich sehe es auch nicht ein jetzt jeden Tag in die Wohnung zu fahren, die nicht um die Ecke liegt.

Wie sieht das ganze rechtlich aus? Den einwandfreien Zustand der Wohnung am Monatsende habe ich mit 2 Zeugen und Fotos dokumentiert (Da ich aus Erfahrung auf Ärger mit dem Vermieter eingestellt bin).

Würde mich über Infos freuen wie das rechtlich aussieht.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 18

Du hast die Wohnung zwar an der Backe, aber viel Aufwand musst Du nicht betreiben.

Den einwandfreien Zustand der Wohnung am Monatsende habe ich mit 2 Zeugen und Fotos dokumentiert (Da ich aus Erfahrung auf Ärger mit dem Vermieter eingestellt bin).

Daraus folgt: Wasserschaden, Schaden durch ausgefallene Gastherme können Dir nicht angelastet werden, wenn sie nachweislich nach Deiner Protkollierung entstanden sind.

Es werden in den nächsten Tagen keine Leitungen einfrieren.

Du musst auch nicht auf 22 °C heizen, denn wenn nicht in der Wohnung gewohnt wird, entsteht auch kaum Feuchtigkeit. Heizung Stufe 2 wurde bereits empfohlen, sodass es nicht ganz auskühlt.

Wie sieht es mit all den Zählerständen aus: Wasser, Strom, Heizung.

Vor allem bei der Heizung: Hast Du elektronische Messgeräte an den Heizkörpern? Diese speichern mindestens 2x monatlich die Werte. Also Mitte und Ende eines Monats, sodass der Verbrauch zu Ende Oktober feststehen müßte.

Der Wasser- und Stromzähler wird sich sowieso nicht mehr oder nur ganz minimal verändern.

Also, wenn Du die genannten Vorkehrungen getroffen hast, brauchst Du nicht jeden Tag hinzufahren.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 23

Tatsächlich bist du als M zur "Rückgabe in vertragsgemäßem Zustand" verpflichtet.

Dafür musst du "nicht versuchen, den VM zu erreichen", sondern ihm ein nachweislich zugegangenes, tatsächliches Übergabeangebot i. S. d. § 294 BGB machen und an dem vorgeschlagenen Termin tatsächlich und pünktlich anwesend sein.
Wenn man da schon einschlägige Erfahrungen hat, sollte man es besser wissen und stets zugangssicher per Einwurfeinschreiben korrespondieren - wieso dann bloß nicht auch in diesem Fall?

Erscheint der VM dann nicht oder vereinbart keinen anderen Termin, wäre er - für dich unschädlich - in Annahmeverzug.

So aber kann er die v. g., n. § 564 BGB von dir geschuildete konkrete Übergabe bestreiten und einen Nutzungsausfall für den Folgemonat beanspruchen :-O

Zu Mietvertragsobliegenheiten gehört es, bei längerer Abwesenheit Strom und Wasser abszusperren (Blitzeinschlag, Ventilbruch), ein Einfrieren der Heizungsrohe zu verhindern (Heizen mit Thermostat in Frotschutzstellung) und verderbliche Lebensmittel wie Müll rauszutragen (Ungezieferbefall). Dies hättest du auch jetzt zu leisten.

Wenigstens kannst du Zählerstände und Zustand der Wohnung beweisen, um Forderungen des VM auf Schadensbehebung, Mängelbeseitigung oder Renovierung entgegentreten zu können :-)

G imager761

Kommentar von bwhoch2 ,

Das würde ich in dem Fall nicht zu krass sehen, denn durch den Telefonanruf, wo der Vermieter trotz Dringlichkeit keine Zeit hatte, wurde belegt, dass man versucht hat, ihn zwecks Übergabe zu erreichen. Dass die Übergabe nun erst am 10.11. stattfindet, wird für den Mieter nicht schädlich sein.

Hätte der Vermieter schon einen Nachmieter gehabt, wäre es in seinem allergrößten Interesse gewesen, die Übernahme auch rechtzeitig zu machen, damit die neuen einziehen können. Da es offenbar keine Nachmieter ab 1.11. gibt, droht auch von dieser Seite keine Gefahr.

Kommentar von imager761 ,

Das würde ich in dem Fall nicht zu krass sehen, denn durch den Telefonanruf, wo der Vermieter trotz Dringlichkeit keine Zeit hatte, wurde belegt, dass man versucht hat, ihn zwecks Übergabe zu erreichen.

Eine Telefonat ist eben kein glaubhafter Nachweis einer tatsächlich angebotenen Rückgabe der Mietsache.

Zumal der M sich an anderer Stzelle durchaus eines Nachweises bzw. Zeugen versichert und damit zu erkennen gibt, das ihm die Bedeutung durchaus bewußt ist -O

Ich bin mit diesen Vorgängen zu lange befasst um mich noch zu wundern, wie viele Mieter tatsächlich meinen, mit Anrufen oder Treppenhausgesprächen nachweislich Erklärungen abgegeben zu haben :-)

"Nur was man Schwarz auf Weiß hat, ..." kann die Gegemseite eben nicht als Schutzbehauptung vom Tisch fegen.

Ich behaupte ja nicht, dass der VM einen Nutzungsaufall erleidet noch diesen selbst dann geltend macht, nur dass er es erfolgversprechend könnte.

Antwort
von HermineGlocken, 28

Ihr beide seit verantwortlich, rechtlich aber er. Und du, weil du noch die schlüssel hast. ich mein, du darfst kein anderen reinlassen.

Kommentar von HermineGlocken ,

stell die heizung auf minimalwert ( stufe 2 ), also so dass sie nicht einfriert. am Übergabetag wird alles abgelesen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community