Frage von LaFleurNoire, 119

Veränderungen nach schweren Depressionen?

Habe jetzt die schwersten 2 Jahre hinter mir und mit jeden Tag bekomme ich meine alten Gefühle wieder. Soviel Spaß am Leben wie jetzt hatte ich schon lange nicht mehr. Aber nun gut.
Es klingt evtl komisch aber kann es sein oder gibt es Studien darüber das Menschen nach solcher Krankenheit schlauer bzw der IQ deutlich gestiegen ist?
Bitte Leute mit Erfahrung antworten

Lg

Antwort
von zahlenguide, 57

es kann sein, dass du dich besser ernährst und jetzt als Beispiel einen ausgeglichenen Eisengehalt im Blut hast. Das bedeutet, dass das Eisen dafür sorgt, dass genug Sauerstoff in die Muskeln und in das Gehirn kommst.

Natürlich bist du auch erfahrener nach so einer Phase. Du hast schließlich etwas überstanden, was nicht jeder/jede übersteht. Du hast sozusagen ein Spezialwissen erworben.

Auch bist du wohl ein Stück reifer geworden und kannst dich jetzt besser auf Sachen konzentrieren.

Antwort
von SchizoSync, 30

Darf ich erfahren, inwiefern sich deine neu erworbene Lebenslust äußert? Also gefühlsmäßig? Würde mich über eine Antwort echt freuen :) habe nämlich morgen die erste Stunde meiner langzeitthreapie und mir fehlt innerlich soviel, dass ich gerne lese, wie sich Leben ohne Depression wirklich anfühlt...

Kommentar von LaFleurNoire ,

Wie es sich anfühlt ? Darüber könnt ich jeden Tag was schreiben. Ich könnte fast 2 Jahre lang meinen Kopf nicht selbst steuern bzw die Gedanken haben sich gedreht. Am Anfang hatte ich diese extremen Gefühls Schwankungen die wären 5 min ganz oben 1 Woche ganz unten oder halt in 2 min Takt hin und her. Ich war in 2 Kliniken und Einfn guten Psychiater. Nehme seit dem sertralin.
Ich weiß nicht wie ich es in kurzen Sätzen erklären kann. Aber was ich dazu sagen kann das mein Blick gegenüber der Welt sich nun sehr geändert hat. Ich denke das liegt daran das ich irgendwann doch die Hoffnung hatte aus der Dunkelheit und den schwarzen Loch ohne Ausweg rauszukommen. Suizid Gedanken waren vorher an der Tages Ordnung.
Es ist wirklich ein Stein harte Arbeit daraus zu kommen. Aber es funktioniert wenn man wirklich will. Rückschläge sind immer wieder  zu erwarten. Aber das ist normal. Man sollte jedoch niemals aufgeben .
Angefangen hab ich selbst daran zu arbeiten weil jeder Psychologe nur seinen Text runter geredet hat und mir nicht helfen wollte. Ich hab versucht mein leben seit Kindheit an nachzuvollziehen. Ängste die irgendwann erschienen sind ? Wann? Wieso ? Usw... Ich war das letzte Jahr mehr mein eigener Beobachter der Gefühle und habe sie gelernt zu verstehen. Dazu gehört weise zu denken. Ich war mein eigener kleiner Psycologe. Der Weg bis jetzt hier hin war schon krass. In dieser Phase jetzt müsst ich Gefühle wieder neu erlernen. Ich denke diese Gefühle hat jeder Mensch nur sind sie verborgen oder bedeckt. Was richtig geil momentan ist wenn Sie aufeinmsl wieder kommen und man sollte an Anfang Respekt davor haben. Keine Angst! Es macht echt soviel Spaß wenn man sich drauf einlässt. Eine bekannte sagte das ich vorher und jetzt 2 verschiedene Typ Mensch war. Unfassbar wie der Mensch sich zerstören kann. Dabei kriegt man das selbst garnicht mit.

Das war jetzt auch so die Kurzform :-)

Ich hab noch ein einiges zu kämpfen. Aber hab mich selbst und meine Gefühle viel mehr unter Kontrolle , weil ich dir verstehe. !!!!

Wenn die Hölle existiert dann nur im Kopf und das kann sehr sehr sehr tief in die Dunkelheit gehen. Aber wenn man anfängt daran zu arbeiten dann gibt es einen Ausweg. Viele Rückschläge sind vorprogrammiert. Es liegt an dir wie weit du gehen willst um gesund zu werden. Aber du solltest es auch nicht übertreiben mit dem arbeiten an dir selbst. Das dauert alles ... Lange aber wo ein Wille ist , ist auch ein Weg . Alles gute dir

Den Text hab ich gerade schnell runter geschrieben. Wenn du fragen hast. Frag ruhig

Kommentar von SchizoSync ,

Hey,

Vielen lieben Dank für deine Antwort :)

Ich hatte heute die erste Sitzung nach den fünf probatorischen und fand die schon verhältnismäßig anstrengend (emotional). Ich habe einen Verhaltenstherapeuten und diagnostisch hat er noch nichts geäußert. Zuvor besuchte ich eine Tagesklinik, in der er zuvor auch tätig war und dort wurde eine anfangsdiagnose von schweren Depressionen gestellt plus eine Sozialphobie. Vor ein paar Wochen meinte er, die Oberärztin hätte mein Problem mit schweren Depressionen umschrieben, aber ich bin nie drauf eingegangen oder hatte nachgefragt.

Jedenfalls ist das mit den Gefühlen ein wichtiges Thema für mich, da ich mich immer als ziemlich leer und gefühllos empfinde. Ich bin da heute mehr drauf eingegangen und er sagte mir, ich müsse meine Grundeinstellung ändern (Pessimist zu Optimist). Ich weiß aber nicht, ob mir das meine Gefühle zurückbringt. Ich weiß aber mit Sicherheit, dass ich emotional relativ verkümmert bin und das das meine Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.

Wie muss ich mir so einen Therapieverlauf denn vorstellen. Ich wünsche mir, positives und negatives aus der Kindheit aufarbeiten zu können und in Erinnerung zu rufen, da ich bestimmt vieles verdrängt habe. Ich habe einfach meinen gesunden Energiefluss verloren, kein belebendes Gefühl beim Gedanken an schönem, kein Schmerz bei schlechtem, aber trotzdem körperliche Reaktionen. Durch Lerndruck verengen sich zusätzlich zu dieser Qual meine Perspektiven.

Ansonsten vielen Dank für deine Genesungswünsche und Respekt vor deinen Prozess :) schreib gerne zurück!

Kommentar von LaFleurNoire ,

Ich kann mich in das was mit dir los ist hineinversetzen. Es ist wirklich wie eine Hölle. Wenn ich über meine Genesung nachdenke dann hat sich das über Schmerz , Suizid , keine Gefühle mehr und das war krass, weil ich irgendwann nichtmal mehr Angst verspürt hatte. Und halbes Jahr danach Tag oder Wochen einige Gefühle zurück kamen .

Was mir geholfen hat war , wenn ich z.b unterwegs war. Und ein negatives Gefühl einfach so auf mich zu kam. Hab ich mich nicht drauf eingelassen. Ich habe die Rolle als Beobachter gegeben. Irgendwann hab ich das bei vielen negativen Gefühlen gemacht. Und es wurd immer weniger. Teilweise kann es auch sein das alte schlimme negative Gefühle aus deiner Kindheit wieder da sind. Durch die Depressionen. So wars bei mir und dann hab ich selbst in mir rechachiert und festgestellt wann das zu Stande kam. Dann hab ich mich nicht mehr drauf eingelassen und es verschwand irgendwann. Alles hat auch mit Angst zu tun und das gilt es zu besiegen. Aber wie gesagt das dauert.

Wie du siehst gehört da jede Menge Arbeit.
In vielen Dingen hab ich versucht auch erwachsen zu denken. Das hat mir geholfen. Und Sachen zu akzeptieren. Sowas musst ich auch lernen.

Wünsch dir viel Erfolg

Antwort
von adianthum, 11



Ob es darüber Studien gibt weiß ich nicht. Aber ich weiß wie sich eine Depression anfühlt.

Dein IQ ist wahrscheinlich nicht wesentlich höher als vor der Depression.

Aber Jemand der Im Dunkel lebte, der weiß das Licht erst richtig zu schätzen!

Ich denke, viele deiner früheren Einstellungen haben sich (und auch dich!) grundlegend verändert.

Während der Depression ist man wie mit einem schwarzen Tuch bedeckt, und das schlägt sich nicht nur auf das Gemüt aus. Solltest du auch
Antidepressiva eingenommen haben in der Zeit, dann allerdings wird es
dir vorkommen, als seiest du intelligenter als vorher.

Sie dämpfen nicht nur die Gefühle, sondern verlangsamen auch das Denkvermögen.

Du hast dein Leben während der Depression wie ein Auto, das mit
angezogener Handbremse und dreckverschmierten Scheiben fährt, gelebt.
Diese Bremse ist jetzt weg und du kannst wieder deine volle Kraft
nutzen, das fühlt sich geil an!

Nichts, was wie ein Bleigewicht an dir zerrt, nichts, das dir die Sicht versperrt!

Weiterhin alles Gute für dein Leben!




Kommentar von LaFleurNoire ,

Ich meinte eigentlich das mit dem IQ weil mich das alles Waiser gemacht hat denk ich. Ich kann vieles besser nach vollziehen. Und mir fallen Sachen zu irgendwelche Themen ein. Das ich selbst von mir nicht gedacht hätte.

Antwort
von moyale, 12

Weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber viel Erfolg und Glückwunsch auf jeden Fall!

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 21

Der IQ vielleicht nicht, aber die Lebenserfahrungen. Vieles sieht man nach einer solchen Krankheit anders.

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