Vemutungen warum leisteten die beiden großen christlichen kirchen keinen widerstand gegen den NS-staat?

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4 Antworten

Viele, wahrscheinlich auch die Kirche, redeten sich — aus unterschiedlichen Gründen (Angst, Verdrängen der Gräuel, Glaube an die Richtigkeit des Handelns eines Staates, etc.) — ein, dass alles okay sei und leisteten somit keinen Widerstand.

Wer Widerstand leistete — das siehst du an den zahlreichen fehlgeschlagenen Hitlerattentaten und ähnlichen Widerstandsaktionen und -organisationen wie zum Beispiel der Weißen Rose unter Sophie Scholl und ihrem Bruder und deren gemeinsamen Freund — den traf damals ebenso die volle Härte des Staates.

Nicht selten wurde dies — wie auch Fahnenflucht — mit dem Tod, dem "Aufenthalt" in einem Konzentrations- oder Arbeitslager oder sonstiger schwerwiegender "Degradierung" geahndet.

Viele — besonders wenn sie aus dem gut-bürgerlichen Hause kamen — sahen auch vielleicht nicht den akuten Anlass, etwas an der Lage zu ändern, da diese für sie oft bei weitem nicht so schlimm und unmittelbar war.

Darüber hinaus kam ihnen der Rassismus nicht selten auch noch zugute. Dazu hat auch die Gleichschaltung weitestgehend aller Organisationen beigetragen.

Auch die Kirche ist nicht frei von Fehlern, wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat. Nicht wenige Geistliche beider Konfessionen waren damals wahrscheinlich Befürworter wenn nicht sogar Teil der NSDAP, andere hielten sich mit Kritik zurück oder waren schlichtweg zu feige. Da waren sie alle normale Menschen...

Wobei dies — und das muss man dazu sagen — nicht für alle galt. Es gab durchaus auch positive Gegenbeispiele.

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Die Kirchen waren am Anfang überzeugt, dass im Nationalsozialismus das Positive überwiege. Sie begrüßten die harte Haltung gegenüber dem "gottlosen" Kommunismus und hatten am Antisemitismus nichts auszusetzen, da die Kirche selbst immer antisemitisch war. Erst allmählich haben die Kirchen versstanden, dass das Unrecht bei weitem diese angeblich positiven Seiten überwog. Widerstand ist dann vor allem von einfachen Kirchenleuten gekommen. Das gilt aber nur für Deutschland. In Italien hat die katholische Kirche den Faschismus bis zuletzt aktiv unterstützt. Noch aktiver war die katholische Kirche in Spanien auf der Seite der Franco-Faschisten, ganz zu schweigen von der aktiven Beteiligung der katholischen Kirche im faschistischen Kroatien an den Unta5en des faschistischen Ustascha-Regimes..

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Aus denselben Gründen, warum auch sonst niemand ernsthaften Wiederstand gegen den NS-Staat leistete.

Sobald jemand, egal ob Priester, Hausmann/Frau oder Offizier den Mund zu laut gegen das NS Regieme aufmachte, tauchten Gestapo-Agenten auf und die Nachbarn dieser Personen konnten nur noch erzählen dass der "Wiederständler" nicht mehr zu Hause zu finden sei.

Hitler hatte um seine Regierung aufzubauen ein effektives System aus Angst und Verfolgung eingeführt. Jeder potentielle Wiederstand wurde im Keim erstickt, Militär und Gestapo sorgten für das Verschwinden solcher Leute und setzten sogar Belohnungen für deren Verrat aus.

So wurden die engsten Freunde und Nachbarn zu den besten Überwachern. Jeder fürchtete sich bald vor jedem und daher blieben die Wiederstandsgruppen klein und recht erfolglos.

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Die kirche hat Politisch schon länger nicht mehr viel Mitzureden.

Und wie wollen sie Eingreifen ?
Militär gegen Priester.

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Kommentar von Dahika
03.03.2016, 13:47

Na, ich denke, ganz machtlos war die Kirche nicht. Wenn der damalige Papst Pius XII jeden exkommuniziert und mit ewiger Verdammnis bedroht hätte, hätten es sich zumindest die Katholiken zweimal überlebt, Hitler hinterherzulaufen.
Einzelnen, individuellen Widerstand gab es natürlich, aber die Organisation der Kirche hat sich schmählich zurückgehalten. Um ihre eigene Machtposition nicht zu gefährden. Und der Kommunismus galt immer als der größere Feind.

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