Frage von Marielovescake, 84

Vegan-Wie Eltern überzeugen?

Hallo erst einmal :), ich bin 16 Jahre alt und seit 3 Jahre Vegetarier. Seit ungefähr 4 Jahren habe ich eine Essstörung und bin aber auf dem Weg der Besserung. Ich bin nur relativ selten zuhause (alle 2 Wochen für 2 Tage und in den ferien) desshalb verstehe ich nicht weshalb es so ein deutlichen Mehraufwand darstellen würde. Ich bin jetzt seit 3 Wochen vegan und es ging mir nie so gut. Ich kann essen so viel ich will, wann ich will und was ich will ohne mich schlecht zu fühlen und habe seit 3 Wochen nicht eine Mahlzeit ausfallen lassen. Ich denke endlich positiv über meinen Körper aber meine Eltern wollen mir eine weitere vegane Ernährung verbieten. Sie gehen sogar so weit mir zu drohen mich vom Internat zu nehmen, weg von all meinen Freunden. Ich verstehe ihre Sorge vor solchen Sachen wie Eiweißmangel aber ich habe sogar einen Termin bei einer Ernährungsberatung gemacht damitt ich soetwas vermeiden kann. Wie kann ich sie weiter davon überzeugen das ich es ernst meine, es nicht nur für meine Umwelt sondern auch für MICH gut ist? Bitte helft mir! Danke im Voraus Liebe Grüße Marie

Antwort
von BrightSunrise, 39

Du hast ja bereits einen Termin bei der Ernährungsberatung gemacht. Was hälst du davon, wenn deine Eltern mitkommen? Dann können sie sich vielleicht von der Meinung eines anderen, der sich mit (veganer) Ernährung auskennt, überzeugen lassen.

Verspreche ihnen, dass du dich mit veganer Ernährung auseinandersetzt, das wirst du auch müssen, und zeige ihnen, wo du welche Nährstoffe herbekommen kannst (https://vebu.de/fitness-gesundheit/naehrstoffe/).

Dann ist der Weg über den Magen meiner Meinung nach eine gute Methode, um jemanden von der veganen Ernährung zu überzeugen. Koche ihnen etwas leckeres und veganes.

Erkläre ihnen, wie gut es dir seit der Ernährungsumstellung geht und dass du auch für dich selbst kochen kannst.

Sollte all das nichts bringen, wäre vielleicht ein Kompromiss, dass du dich vegetarisch ernährst, wenn du bei deinen Eltern bist, und vegan ernährst, wenn du woanders (im Internat) bist. Das wäre sicherlich nicht die optimaleste Lösung für dich, aber zumindest etwas.

Grüße

Antwort
von Gabriel1992, 33

Zuerst einmal großen Respekt,Ich hab es auch versucht leider bin ich daran gescheitert,da ich mich immer schwach Gefühlt habe.Gibt es keine möglichkeit mal länger bei deinen Eltern zu bleiben? Damit du ihnen Beweisen kannst das Du es ernst meinst?

Ansonsten wüsste ich nur,dass Du mal einen Arzt termin dir besorgst und dich abchecken lässt.Dadruch kannst du doch bestimmt Beweisen das es dir besser geht?

Oder du gehst auf Nummer risiko und machst mit ihnen ein Deal was ich dir aber abraten sollte

Ich hoffe ich konnte helfen

Antwort
von Leck1944, 27

Hallo, rede ganz offen mit deinen Eltern darüber. Vegan ist eine Lebenseinstellung und es ist dein Leben was deine Eltern akzeptieren müssen. Wenn sie es nicht akzeptieren kannst du dir mit 16 Jahren auch noch Hilfe vom Jugendamt suchen. Dann wird eine Dame kommen und mit dir und deinen Eltern gemeinsam reden

Antwort
von strawberrygirl9, 32

Sag ihr all das was du hhier geschrieben hast, dass es dir damit besser geht und so. versprich ihr, dass du regelmäßig blutbilder machen gehst, damit du keine mangel hast. das beruhigt sie dann bestimmt.

zeig ihr alternativen zu fleisch und milchprodukten. proteine sind in hülsenfrüchten drin, also kichererbsen, bohnen, erbsen, soja und noch vieles mehr. das ist ein totales gerücht, dass man durch vegan ernährung einen proteinmangel bekommt.

du musst dich halt informieren, wie du dich ausgewogen vegan ernährst und diese infos gibst du dann an deine mum weiter. dann sieht sie, dass es dir wirklich ernst ist.

zeig ihr vielleicht auch mal earthling, eine doku, die zeigt, wie tiere behandelt und geschlachtet werde. sag ihr dass du dafür nicht mehr verantwortlich sein möchtest und nebenbei ist eine vegane ernährung die umweltfreundlichste art zu leben, für mensch, tier und umwelt :)

recherchier vielleicht auch mal mit deiner mutter. versucht kompromisse zu finden, wie zb dass du für dich selbst kochst (und nebenbei auch noch lecker kochen lernst) und sie dadurch ein wenig entlastet wird. oder wie schon oben erwähnt eine regelmäßige kontrolle beim arzt.

mein arzt meinte zwar auch, dass es nicht gut ist, in der pubertät keine tierischen produkte mehr zu essen, aber wenn man weiß, wie man das ausgleicht, sehe ich da kein problem :D

viel glück

Antwort
von RECA7730G, 28

geh zu deinem arzt und sag das du einen blutbild haben willst und das du dich vegan ernährst. 

wenn deine ergebnisse im grünen bereich sind würde ich damit zu deinen eltern gehen und sie auf ihre heuchlerei aufmerksam machen. 

wenn sie nicht im grünen bereich sind würd ich kein weiteres wort darüber verlieren. evtl. ergänzungsmittel nehmen und die 2 tage die du bei deinen eltern bist dich so gut es geht vegan/vegetarisch zu ernähren.

abgesehen davon hab ich noch nie einen veganer gesehen der eiweismangel hatte

Kommentar von BrightSunrise ,

Nach drei Wochen wird kaum ein Mangel im Blut nachzuweisen sein, es sei denn, dieser war vorher schon da.

Kommentar von RECA7730G ,

das ist korrekt, ich denke aber das es wahrscheinlicher ist die eltern von einer neuen ernährung zu überzeugen wenn man körperlich gesund ist als wenn man mangel hat. vor allem wenn man im hinterkopf behält das der fragensteller eine essstörung hatte.

ich denke das wohlbefinden des kindes liegt den eltern hier an erster stelle und in sachen ernährung sind sie jetzt wegen der essstörung halt besonders vorsichtig. das kann man gut nachvollziehen, grade wenn eine neue ernährung/diät zu dieser essstörung geführt hat.

Antwort
von Akka2323, 16

Vegan zu leben ist auch eine Essstörung. Es ist nicht gesund, Du bist noch im Wachstum, die Folgen werden Dich dein Leben lang beeinflussen. Ich verstehe, daß Deine Eltern sich Sorgen machen.

Antwort
von Dave0000, 22

Ich kann die Meinung der Eltern verstehen...da man nur das beste für sein Kind will und man selbst ne andere Meinung hat
Jedoch mit 16 bist du reif genug über soetwas weitestgehend selbst zu entscheiden
Ob die Sorge deine Eltern mit der Essstörung zusammenhängt weiß ich nicht aber es gibt auch Argumente GEGEN Veganer leben
Warum bleibst du nicht erstmal weiter Vegetarier und wartest noch die 2 Jahre bis du wirklich vegan lebst

Antwort
von Mirarmor, 30

Liebe Marie.

Ich selbst denke nicht, dass die vegane Lebensweise die gesündeste ist. Andererseits, wenn du damit deine Essstörung gut unterdrücken kannst, hat das wohl mehr Vorteile für dich.

Ich kann deine Eltern schon verstehen, sie sind ja noch weisungsberechtigt. Du sagst, du hast dich noch nie so gut gefühlt. Aber drei Wochen sind kein Zeitraum, um so etwas sagen zu können. Da kann eine Ernährungsumstellung schwerlich schon etwas spürbares bewirkt haben. Das macht mir ein bisschen Sorgen, denn der positive Effekt bei dir scheint ja ein psychischer zu sein.

Ob du nicht da die eine Besessenheit vom Essen durch die nächste austauschst?

Ich hoffe, du supplementierst Vitamin B12?

Soja enthält Phytoöstrogene und kann deinen Hormonhaushalt beeinflussen. Ich bekam davon eine Zyste und hörte mit dem Soja Essen auf ärztlichen Rat hin auf.

Ehrlich gesagt, deine Geschichte bringt in mir Gedanken hoch, dass viele Veganisten doch mehr psychologische Gründe und essgestörtes Verhalten haben als eine vernünftige Einstellung. :-/ Sorry, so sehe ich das.

Bei einer Essstörung sollte Essen selbstverständlicher werden und weniger Raum einnehmen -  und nicht noch das pflanzliche Essen mit einem Heiligenschein überhöht und das Fleisch mit Ekel und Böse belegt werden!

Kommentar von Marielovescake ,

Hallo, danke für die ausführliche Antwort! Ich fürchte ich habe mich unklar ausgedrückt bezüglich des gut fühlens... Ich vermute es kommt daher das ich tatsächlich seit Monaten an in einer Woche  selten mehr als 8 Mahlzeiten zu mir genommen habe, was dazu führte das ich immer müde und kraftlos war. Ja ich kann mir gut vorstellen das es eine Art austauschen ist und ich mich eventuell darauf fixiert habe aber ist es nicht eine bessere Idee zu therapieren wenn ich wenigstens irgendwas esse?

Kommentar von Mirarmor ,

Tja, das ist die Frage, Marie.

Ist halt die Frage, wie lang der Schwung anhält. Wenn du nach einer Weile vegan die Lebensmittel noch mehr unterteilst, und dann sind Bohne böse, oder Wurzelgemüse, weil dass das Herz der Pflanze ist - und dann wirst du Frutarier und am Ende isst du nur noch den Schatten von Pflanzen...? Du weißt, worauf ich hinaus will. Kann das passieren, was meinst du?

Sprich doch mal mit den Leute darüber, die dich wegen der Essstörung behandeln. Wenn die dafür sind, können sie auch deine Eltern überzeugen.

Aber wenn die dagegen sind, lasse es.

Kommentar von Marielovescake ,

Ich persönlich halte frutarier für relativen Schwachsinn, zumindest solange nicht glaubhaft nachgewiesen ist das Pflanzen Schmerz empfinden. Bei Tieren ist dies bereits geschehen ...

Kommentar von Mirarmor ,

Es geht aber nicht nur um Frutarismus. Kann es sein, dass du ausweichst?

Kommentar von BrightSunrise ,

Mirarmor, du bist doch zuerst auf den Frutarismus eingegangen ("[...] und dann wirst du Frutarier und am Ende isst du nur noch den Schatten von Pflanzen...?"). Folglich bist du zuerst ausgewichen, denn ihre Beweggründe für den Veganismus standen überhaupt nicht zur Debatte.

Kommentar von Mirarmor ,

Hallo Sunrise.

Doch, ihre Beweggründe waren bereits Teil der Debatte. Sie hat ja selbst gesagt, dass es eine Art Fixierung sein könnte. Ich möchte nicht, dass sie sich schadet.

Bist du etwa Veganer und greifst deswegen hier ein? Vielleicht möchtest du, dass angehenden Veganern nichts entgegengestellt wird. Aber eine Essstörung ist kein Spaß und da heiligt nicht der Zweck die Mittel.

Du hörst vielleicht bei mir ihr gegenüber einen Tonfall heraus, der nicht da ist.

Ich möchte ihr nicht Vorwürfe machen, dass sie ausweicht. Ich möchte sie nur zum Nachdenken anregen, ob sie lieber auf den Teil mit dem Frutarismus antwortet als darauf, ob die psychologische Motivation später einen neuen Motor benötigen wird. Und ob sie darauf nicht antwortet, weil sie selbst vielleicht denk, es könne so sein.

Kommentar von Marielovescake ,

Hallo liebe(r) Mirarmor, ich verstehe deine Besorgnis bezüglich meines Ausweichens was auf keinen Fall meine beabsichtigt war. Ich habe deine Argumente inzwischen aufgegriffen und mit meiner Psychologin besprochen so das es einen Menschen in meiner Umgebung gibt der ein bestimmtes Auge darauf hat das ich mich in nichts hinein steigere. Ich denke der Grund warum es momentan das beste für mich ist, ist das ich mir selbst einrede das Gemüse und Obst etc. gesund sind und ich sie desshalb essen muss. Außerdem fällt es mir leichter viele Dinge mit geringen kcal zu kombinieren als wenige mit einer hohen Anzahl, was letztendlich dazu führt das ich inzwischen jeden Tag meine mindest kcal Aufnahme erreiche ich habe mich noch nie auf diese art mit Nahrungsmitteln auseinander gesetzt und fange jetzt endlich an auch das positive an ihnen zu sehen. Und wer weiß, vielleicht integrie ich ja irgendwann wieder  tierische Produkte in meinen Alltag ? Bis dahin freundlichen Grüße Marie 

Kommentar von Mirarmor ,

Hallo Marie. Freut mich zu hören. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei deinem unterstützten Arbeiten an dir selbst. Und viel Gesundheit. :-)

Antwort
von Elumania, 24

Ich sollte letztens eine vegane Vorspeise zubereiten und bin irgendwann aggressiv geworden weil man jedes einzelne Lebensmittel hinterfragen muss und nur mit einer winzig kleinen Anzahl von Lebensmitteln arbeiten kann.

Ich kann mit allen Leuten essen gehen, aber reine Veganer kann ich nicht mehr einladen weil sie nichts in der Speisekarte finden dürften.

Es ist ein extremer Mehraufwand und stresst auch andere und schränkt sie ein sollte sich jemand nur noch vegan ernähren wollen. Vegan ist für mich eine Ideologie. Wenn man alleine lebt und für sich kocht kann man das selbstverständlich machen, wenn aber andere ins Spiel kommen sollte man auch auf ihre Bedürfnisse achten. ein sehr großes Entgegenkommen ist da schon vegetarisch zu essen.

Ich rate daher nicht nur an deine Vorlieben zu denken, sondern auch an die deiner Eltern. Es müssen sich immerhin mindestens 2 Personen umstellen um deine Wünsche zu erfüllen.

Kommentar von Marielovescake ,

Ich erwarte nicht von meinen Eltern das sie vegan oder vegetarisch leben, ich sehe sie ja sowieso nur jedes 2. Wochenende und koche den Rest der Zeit für mich, ich hätte kein Problem mein Essen an den 2 Tagen auch selbst zu kaufen und zuzubereiten. Ich verstehe nur nicht wieso sie mir nicht einmal die Möglichkeit geben es zu erklären. Ich persönlich finde das einkaufen sehr einfach und bin immer wieder überrascht was alles vegan ist.

Antwort
von Liesche, 35

Für Dich ist es auf Dauer bestimmt nicht gut, es werden Mangelerscheinungen auftreten, die Du dann nur mit Tabletten usw. wieder ausgleichen kannst. Weshalb reicht Dir vegetarisch nicht, ich kann Deine Eltern gut verstehen, sie wollen nur Dein Bestes, deshalb die Fürsorge.

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