Frage von Myrcella, 225

Vaterschaftstest wie bezahlen?

Ein Vater fordert von seiner Ex einen Vaterschaftstest, diesen stimmt sie nicht zu. Der Ex geht vor Gericht, es gibt eine Erörterung in der die Ex dem Vaterschaftstest doch zustimmt. Im Beschluss steht nur Die Ex trägt die Kosten des Verfahrens /Erörterung Gerichtskosten bei 1000 Euro festgesetzt.

Der Richter sagt, der Vater dürfe sich ein Institut aussuchen. Muss die Mutter jetzt den Vaterschaftstest bezahlen auch wenn heraus kommt das er der Vater ist? Der Richter sagte der Mutter nämlich "Da sie außergerichtlich nicht zugestimmt haben müssen sie jetzt sowieso alles bezahlen"

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von weelah, 139

Hallo,

kommt darauf an. Je nachdem worauf geklagt wurde.

Solltest du Zweifel an der Vaterschaft haben und die Mutter/Ex sagt du bist es

und es stellt sich heraus, das du wirklich ohne Zweifel der Vater bist, muss sie den nicht zahlen.

Da sie nicht zustimmte, muss sie die Gerichtskosten wohl zahlen, nicht aber automatisch die Kosten des Vaterschaftstest. Diesen muss derjenige zahlen, der den Prozess daraufhin verliert.

Ist es dein Kind und du hast Gegenteiliges behauptet, musst du den Test bezahlen. Die Mutter kann allerdings auch Widerspruch gegen die Gerichtskostenfeststellung einlegen, gerade wenn sie im Recht war.

Denn ein Verfahren wird nur nach berechtigtem Zweifel eröffnet und der Richter hat die Kosten noch vor Beendigung eines Verfahrens einer Person komplett übertragen, welches einen groben Verfahrensfehler dar stellt.

Über die Kosten wird erst nach der Vaterschaftsfeststellung entschieden.

Kommentar von Myrcella ,

Danke für deine sehr aufschlussreiche Antwort.

Der Richter meinte sie bekommt die Tage Post von der Justizkasse, es wäre ein ungefährer Betrag von 200 Euro, soll sie den jetzt zahlen?

Wäre es auch möglich das wenn herauskommt das er der Vater ist die Kosten für den Test geteilt werden?

& Beruft sich der Satz Die Mutter trägt die Kosten des Verfahren nur auf die Erörterung oder auf das ganze Verfahren inkl. Vaterschaftstest?

Kommentar von weelah ,

Das kann man so pauschal nicht sagen. Die Kosten bzw. deren Verteilung müssen/sollten gerecht verteilt werden und nicht willkürlich einer Partei.  Es wird ja einen Grund gegeben haben, warum der Vater klagte. Der Kläger ist der Vater, somit trägt er im Grunde der Mutter nachzuweisen, das diese im Unrecht ist. Sollte er dies etwa durch einen Vaterschaftstest erbringen, ist die Schuld erwiesen.

Das Verfahren dürfte erst abgeschlossen sein, wenn der Vaterschaftstest vorliegt und eben da wundert es mich das der Richter dem schon vorausgegriffen haben sollte, weil das eher untypisch ist und das ja praktisch einer Vorverurteilung gleich käme.

Nun kennt man ja nicht die näheren Umstände. Rechtlich gesehen muss eine Mutter keinem Test einfach so , weil dem Ex danach ist einem test zustimmen. Dafür bedarf es erheblicher Zweifel.

Die Feststellung der Kosten/Gesamtkosten werden nach der Vorlage des Gutachtens entschieden.

"Sie müssen sowieso alles zahlen" ist eine ziemlich merkwürdige Aussage eines Richter, wenn die Beweise noch nicht vor liegen.

Vorerst trägt die Mutter des Kindes max. die Verfahrenskosten. Ob die Mutter verpflichtet war, die Vaterschaft aussergerichtlich klären zu lassen, sollte ein Anwalt beantworten.

Ist der jetzige Vater auch der biologische Kindsvater wird es wohl so sein, das er das Vaterschaftsgutachten allein zu tragen hat. Dies wäre auch aussergerichtlich so, da er es anzweifelte und die Mutter somit zu Unrecht beschuldigt hatte.

Ausnahme: Die Mutter hatte zum Zeitpunkt der Zeugung mehrere Männer, mit denen sie Verkehr hatte. da kommt es drauf an, ob der Kindsvater davon wußte oder nicht.

Hat die Mutter dem derzeitigen Noch_Kindsvater das Kind wissentlich untergeschoben und er ist nicht der leibliche Vater, trägt sie normalerweise sämtiche Kosten.

Hat der Vater schon immer Zweifel gehabt, gilt eine Zweijahresfrist.

Er hat dann ab Zeitpunkt der berechtigten Zweifel zwei Jahre Zeit die Vaterschaft an zu fechten. Danach ist dies nicht mehr möglich.

Die Beweislage ist da aber ziemlich haarig.

Bei gerichten kann man im Grunde nie vorhersagen wie es abläuft. Riochter sind oft für Überrraschungen gut. Eben deswegen gehen ja viele in Revision.

Kommentar von Myrcella ,

Das Kind wird im August 5 Jahre alt, der Vater hat sich immer gut darum gekümmert.

Nach der Trennung kam er auf den Trichter das Kind wäre nicht seines. Stellte unmögliche Lügen & Behauptungen auf die Ex hätte mit zig Männern geschlafen. Kümmert sich nicht mehr um das Kind.

Die Ex bestreite immer mit anderen Männern Verkehr gehabt zu haben & versicherte immer das der Vater der Vater ist.

Sie stimmte einem außergerichtlichen Test nicht zu da man ihr sagte sie solle das nicht tun & sie ihm auch 100prozent versichert hat der Vater zu sein.

Der Richter sagte ihr die ganze Sache ist abgeschlossen jetzt. Der Vater solle sich ein Institut aussuchen.

Bei der Verhandlung war der Richter auch nicht der netteste "Tzia jetzt zahlen sie ein teures Lehrgeld" "Ich sitze nicht umsonst hier" solche Dinge sind gefallen.

Sie hat mir per Whats*pp den Beschluss geschickt  & da steht "Ersetzung der Einwilligung auf Abstammungsgutachten". Sie meint jetzt es wurde sich darauf geeinigt das sie zustimmt & die Erörterung bezahlt, damit wäre gerichtlich alles beendet?

Kommentar von weelah ,

Oh alles klar. Der Vater hat sich demnach nur die Zustimmung für den Vaterschaftstest erstritten. Somit ist dieses Verfahren zur Klärung der Abstammung des Kindes abgeschlossen.  Jugendämter beraten oft schlecht und in dem Fall war dies für die Mutter ein teurer Rat. denn das Jugendamt hätte über die entstehenden Folgen aufklären müssen.  Der Richter war wohl auch schräg drauf, aber wenn die Mutter sich so sicher ist, hätte sie besser zugestimmt. Die Kosten hätte dann derjenige getragen, der im Unrecht gewesen wäre, bzw. der Kindsvater, wenn seine Vaterschaft erwiesen gewesen wäre.

Er hat sich nur die Zustimmung zum test gerichtlich eingefordert und dies verfahren ist in der tat damit erledigt.

Erst nach dem Vaterschaftstest, kann er dann weiter klagen - jedoch nur, wenn er nicht der biologische Vater ist.

 Ich würde gegen denoch gegen die Kostenfestsetzung Beschwerde/Widerspruch ein reichen.  Sollte dies nichts bringen, würde ich der Mutter raten, wenn die Vaterschaft einwandfrei fest steht, den Kindsvater wegen übler Nachrede zu verklagen und die entstandenen Kosten die aufgrund von Lügen basieren ein zu fordern.  Außerdem sollte sie beim Jugendamt orsprechen, die ihr zur Weigerung geraten hatten.

Kommentar von Myrcella ,

Danke Danke für deinen Tollen Rat :)

Nur eine letzte Frage habe ich da noch, muss sie auch die Anwaltskosten bezahlen (Vater bekommt Prozesskostenhilfe).

Kommentar von weelah ,

Über die Kosten der anderen Partei hätte der Richter entscheiden müssen, bzw. diese müßten im Urteil vermerkt worden sein. ich verstehe auch nicht warum sie keine Prozesskostenbeihilfe bekommen oder beantragt hat, wenn sie ein zu geringes Einkommen hat. Man kann auch eine rückwirkende Bewilligung der Prozesskosten beantragen. ich denke da ist einiges extrem schlecht gelaufen oder sie schlecht beraten worden. Einer rückwirkenden Prozesskostenbeihilfe kann nur positiv bewilligt werden, wenn sie zuvor alles getan hat, um diese zu erhalten, sowie das Gericht diese hätte rechtlich auch bewilligen  müssen. Mir kommt da vieles willkürlich vor. (im Anschluss an BVerfG v. 14.04.2010 1 BvR 362/10 -; BAG v. 16.02.2012 - 3 AZB 34/11 - NJW 2012, 2828).

Kommentar von Myrcella ,

Es steht nur da Beschluss:

1 Die Mutter trägt die Kosten des Verfahrens.

2 Der Verfahrenswert wird auf 1.000,00 Euro festgesetzt.

mehr nicht. Darüber ist wirklich gar nichts vermerkt.

Deswegen weiß sie jetzt nicht wie viel sie zahlen muss (Das Geld muss sie sich leihen) und ob sie auch den Anwalt bezahlen muss.

Prozesskostenhilfe hatte sie nicht beantragt weil der Vater diese bekommt & ihr gesagt wurde das nur eine Partei von beiden diese bekommt.

Als sie heute nachgefragt hat hies es, es wäre zu spät für Prozesskostenhilfe.

Sie möchte es einfach nur bezahlen & ihre Ruhe aber sie hat Angst das es zu viel wird.

Kommentar von weelah ,

Ich vermute, da wurde ihr etwas Falsches gesagt. Ich finde die Kosten auch sehr hoch angesetzt. Die Verfahrenskosten rechnen sich aus dem Streitwert. Mal ehrlich der liegt doch nicht bei kanppen 5000 Euro. Ich würde ihr raten ein Beratungsgespräch beim Anwalt zu nehmen. Eine Erstberatung ist meist nicht so teuer. Vorher erfragen und das sollte ein Fachanwalt sein, also auf Familierecht spezialisiert sein.   Den hätte sie von Anfang an befragen sollen. 

Kommentar von Myrcella ,

Ich Danke dir für deine Geduld & deinen Rat.

Sie wird einen Anwalt aufsuchen aber naja...die Kosten muss sie ja jetzt sowieso bezahlen, hoffentlich wird das nicht zu teuer :/.

Kommentar von weelah ,

Kein Problem.Ich habe aber mal was gefunden, was dir möglicherweise weiter hilft:

http://ratgeber-vaterschaftstest.de/vaterschaftsanfechtung/

Wie gesagt...in solchen Fälle immer vorher erkundigen. Das hätte viel Kosten ersparen können. Auch sollte sie sich überlegen ihn wegen übler nachrede zu belangen, wenn er vor gericht gelogen hat - beispielsweise, das sie was mit mehreren Männern hatte und er das genau wußte das dem nicht so ist, handelte er unter Vorsatz und wenn ihm das nachgewiesen werden kann, wird er dafür auch belangt.

Kommentar von Myrcella ,

Sie hat jetzt einen Beratungsschein geholt & am Montag einen Termin bei einer sehr netten Anwältin für Familienrecht.

Alleine schon weil die Anschuldigungen ihres Ex immer unmöglicher werden, wird sie dagegen jetzt vorgehen.

Bei Gericht heute hat man ihr die Kosten ungefähr ausgerechnet (ca. 150 Euro). Sie sagt sie zahlt es jetzt einfach & ärgert sich nicht mehr darüber, es ist ja nicht mehr zu ändern & er bekommt sein Fett sowieso weg weil der Vaterschaftstest positiv ausfällt weil er seit 4 Jahren keinen Unterhalt zahlt.

Sie findets halt Unmöglich einen Test machen zu müssen nur weil er lügt & ihr und dem Kind jetzt Blut abgenommen wird.

Es geht ihr schon wieder viel viel besser :)


Kommentar von weelah ,

Nach dem positiven Vaterschaftsbescheid gleich eine Unterhaltsklage einreichen. Sie soll sich wehren. Meist sind ja die Kinder die Leidtragenden. Möchte gar nicht wissen, wie das wird, wenn das Kind ein Girokonto möchte oder die Unterschrift vom Vater für den Ausbildungsvertrag - da gibt es noch viel Alltägliches, wo er dazwischen grätschen kann. Am Besten versucht sie das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Nun ja viel Erfolg und durchhalten

LG

Antwort
von konstanze85, 141

Hast Du keinen Anwalt, den Du fragen kannst? Leider macht es bei solchen Sachen immer schon einen sehr verdächtigen Eindruck, wenn die Mutter so einen Test verweigert. Da steht sofort der Verdacht im Raum, dass es ein Kuckuckskind ist. Frag mal Deinen Anwalt, sicher ist sicher.

Kommentar von Myrcella ,

Es geht nicht um mich, ich selber habe keine Kinder.

Das ist einer guten Freundin heute passiert & sie hat keinen Anwalt daher meine Frage :/

Sie hat halt leider kein Geld um solche Unsummen für Tests etc. zahlen zu können.

Sie hat dem Test nicht zugestimmt da man ihr beim Jugendamt sagte man solle niemals einem außergerichtlichen Test zustimmen.

Kommentar von konstanze85 ,

Wenn sie kein Geld verdient, dann könnte sie zu einer juristischen Beratungsstelle in einer Behörde gehen oder sich einen sogenannten Beratungshilfeschein holen. Vom Jugendamt wird sie den Hinweis ja sicher nicht schriftlich bekommen haben, somit steht Wort gegen Wort.

Kommentar von Myrcella ,

Der Richter sagte ihr bereits das es zu spät für Prozesskostenhilfe ist & das ihr Ex die schon bekommt & von beiden Parteien nur eine.

Kommentar von konstanze85 ,

Entschuldige, aber bei solchen Sachen frage ich mich immer, warum nicht direkt vor Ort sowas wichtiges erfrag wird. Sie saß doch mitten im Gericht und hatte den Richter vor der Nase und da wartet man erstmal bis man zu Hause ist und fragt dann fremde Laien im Internet?

Ja tut mir leid, da kann ich auch nicht helfen. In der Regel ist es so: Wer verliert, der zahlt, also behauptet er, dass es nicht sein Kind ist und es ist sein Kind, zahlt er, ist es nicht sein Kind, zahlt sie alles.

Was es nun mit der letzten Äußerung des Richters auf sich hat, weiß ich nicht. Kann also auch sein, dass sie den Test doch zahlen muss, weil sie nicht außergerichtlich zugestimmt hat

Kommentar von Myrcella ,

Ich weiß das sie sich "Dumm" verhalten hat, das habe ich ihr auch gesagt.

Sie war sehr eingeschüchtert hat kaum geredet & mit den Tränen gekämpft.

Sie sagte das sie einfach nur noch raus wollte bevor sie anfängt zu weinen.

Kommentar von konstanze85 ,

Vielleicht kann sie Montag nochmal bei Gericht anrufen und das telefonisch erfragen.

Antwort
von Leisewolke, 88

ja, steht doch da:  ... Die Ex trägt die Kosten des Verfahrens ... und weiter unten schreibst du: ....Da sie außergerichtlich nicht zugestimmt haben müssen sie jetzt sowieso alles bezahlen"...  Du hast dir die Antwort schon selbst gegeben.

Kommentar von Myrcella ,

Damit ist meiner Meinung nach die Erörterung von heute gemeint, da ja auch dort steht "Der Wert wird auf 1 Tausend Euro fest gesetzt" aber nicht der Test.

Verbessert mich jemand wenn ich Unrecht habe aber so kommt das für mich herüber.

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