Frage von bingo00, 81

Vaterersatzperson finden?

Das klingt vielleicht komisch aber seit ich etwa 11 Jahren hat mein Vater kaum mehr Zeit mit mir verbracht oder sich für mich auch nur ansatzweise interessiert...und wenn dann meistens wenn ich irgendwas falsch gemacht habe oder negativ verlaufen ist. Irgendwann habe ich dann unbewusst angefangen extra Sachen falsch zu machen was sich bis heute auch durch einfache Dinge äußert das ich unbewusst oder bewusst z.B den Kaffeeautomat-Aufsatz nicht säubere wenn ich mir einen Kaffee gemacht habe damit er sich bei mir beschwert. Ich habe schon einige Male mit ihm versucht darüber im Großen und Ganzen zusprechen das ich gerne etwas mehr Zuwendung oder er zumindest Interesse vorspielt. Mit meiner Mutter habe ich darüber auch schon mal gesprochen und mttlerweile schafft Sie das ganz gut. Er allerdings meint das ich alt genug sei und schon lange niemanden mehr brauche. Für manche klingt das nun vielleicht Alles nach Kinderkram aber mich belastet das sehr. Daher wollte ich fragen wo ich vielleicht eine Vaterersatzperson finden könnte. Vielleicht irgendein Dozent später dann im Studium? Mir ist das alles sehr peinlich, wäre aber sehr dankbar wenn mir jemand weiterhelfen könnte. LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Vierjahreszeit, 23

Du bist nicht zu beneiden. Aber dein Vater scheint nicht in der Lage zu sein, menschliche Wärme zu vermitteln. Ihm fehlt das Gefühl dafür. Offensichtlich ging es ihm in seiner Kindheit genauso wie dir. Und du läufst Gefahr, dass sich dies bei dir später wiederholt.

Hole dir doch die Zuwendung, auf die du Anspruch hast. Aber nicht bei deinem Vater, sondern versuche über eine Freundschaft Zuwendung/Liebe weiter zu geben, damit du diese zurückbekommst. Aber darauf musst du achten, sonst läufst Gefahr, dass du gibst - aber nichts erhältst. Dann fällst du irgendwann in ein seelisches Loch - und hast ein psychisches Problem.

Auch wenn ich nicht religiös bin, muss ich doch zugeben, dass die von der katholischen Kirche gepredigte "Nächstenliebe" ein wichtiger Bestandteil des Miteinanders ist. Ich empfehle dir hierzu die in den Kirchen ausliegenden Schriften anzuschauen und dich damit zu beschäftigen. Du musst ja deswegen nicht gläubig werden oder konvertieren. Aber es gibt nun mal Grundsätze beim Miteinander-Leben, die die Kirche deutlich hervorhebt. Dass in der heutigen Zeit des allgemeinen Wohlstands diese Grundsätze weniger beachtet werden, weil die einzelne Person aufgrund ihrer relativen finanziellen Unabhängigkeit meint, darauf verzichten zu können, ist ein anderes Thema. Die Menschen, die im Konsum das Glück suchen, sind das Ergebnis. Kein Wunder, dass heutzutage in der Gesellschaft/Wirtschaft nicht mehr von Menschen, sondern überwiegend von Konsumenten gesprochen wird - im Prinzip - seelische Krüppel.

Ich habe den Eindruck, dass du mit deiner Mutter noch am ehesten über diese Situation sprechen kannst. Frage sie doch, wie sie früher behandelt wurde, und mit schwierigen Situationen fertig geworden ist. Tausche dich auch mit anderen aus. Verschaffe dir jedoch Kenntnisse zu diesem Thema durch Bücherstudium.

Es braucht dir nicht peinlich zu sein, dass du diese Frage stellst. Im Gegenteil finde ich es sehr mutig, dass du damit auch anderen Menschen Gelegenheit gibst, über ihre Situation und das Verhalten der Menschen untereinander sowie die möglichen Ursachen hierzu nachzudenken.

Kommentar von bingo00 ,

Danke, du hast mir echt weitergeholfen:)

Antwort
von Myrine, 23

Das Verhältnis zu Dozenten ist meist recht unpersöhnlich. Klar kann das auch anders sein z.B. bei kleinen Lerngruppen, wenn man ständig nach der Vorlesung vorne steht oder einen HiWi-Job bei denen macht.

Bei Hobbys, die man mit anderen zusammen macht (Sport, Musik, Kirche, Aquarien, Astronomie...), trifft man wahrscheinlich eher auf jemanden, der diese Rolle erfüllen kann/will.
Mein Vater war und ist zwar immer für mich da, aber auf mein Studium bin ich z.B. durch ein längeres Gespräch mit jemanden aus der Herrenmannschaft gestoßen. Sowieso war der Sportverein bei mir manchmal eine erweiterte Familie. Meine Mannschaftskollegen gehören auch heute noch zu meinen besten Freunden. Der Trainer hat uns natürlich trainiert, ist mit uns zu den Punktspielen gefahren und war Anlaufstelle für alle Probleme die in dem Zusammenhang so auftauchten. Die "Großen" haben uns zu den oft mehrtägigen Tunieren mit genommen und haben dafür gesorgt, dass wir es wieder unbeschadet (vom Sport, Feiern oder diversem Blödsinn) nach Hause geschafft haben.

Kommentar von bingo00 ,

Danke dir!

Antwort
von Volkerfant, 9

Ja, evtl. später mal einen Dozenten, der Vater deines Freundes, ein Onkel oder der Opa.

Antwort
von Wonnepoppen, 34

wie alt bist du jetzt?

Kommentar von bingo00 ,

18 Jahre alt

Kommentar von Wonnepoppen ,

Hast du keine Freundin?

Natürlich ist das nicht dasselbe, aber in dem Alter solltest du dich damit abfinden, daß es so ist, auch wenn es dir noch so schwer fällt!

du kannst seine Gefühle nicht erzwingen!

du kannst vielleicht mal einen väterlichen Freund finden, wenn du Glück hast, aber keinen Vater Ersatz!

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