Frage von elaber18, 58

Vater zahlt keinen Unterhalt wegen geringem Einkommen. Ich muss ihm seine Haushälfte auszahlen (ca. 45.000) Wird diese Summe dann als Einkommen einberechnet?

Mein Mann und ich wollen uns scheiden lassen. Sind seit April letzten Jahres getrennt. Wir haben zwei Kinder (10J und 14J). Im August 2015 ist er ausgezogen. Bis jetzt hat er keinen Cent gezahlt. Er sagt, er verdient zu wenig. Nun besitzen wir auch eine gemeinsame Immobilie im Wert von 170.000. Darauf sind noch 80.000 Darlehnsschulden, die ich, seit er ausgezogen ist, selbst trage. Im Falle der Scheidung muss ich 45.000 an ihn auszahlen. Nun denke ich, wenn er dieses Geld von mir bekommt, kann er doch nicht mehr argumentieren, dass er für Kindesunterhalt zu wenig Geld verdient (ca. 1200 im Monat)? Wie wird dieses Geld angerechnet? Ich überlege nämlich für 5 Jahre auf Kindesunterhalt zu verzichten und dass er im Gegenzug auf eine Auszahlung von mir verzichtet. So würden wir weiteren Streitigkeiten aus dem Weg gehen und ich müßte nicht noch einen Kredit aufnehmen (K.A. ob die Bank da überhaupt mit macht). Ich verdiene selbst gerade soviel, dass es für mich und die Kinder ausreicht, das wäre so in Ordnung und er könnte auch soviel verdienen, wie es ihm gefällt, ohne die Angst zu haben, dass ihm Jemand das Geld abknöpft.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MaraMiez, 35

Du kannst nicht auf Kindsunterhalt verzichten. Der ist, wie der Name schon sagt, für die Kinder, nicht für dich. Nur deine Kinder könnten sagen, dass sie drauf verzichten und das geht erst, wenn sie 18 sind.

Er kann zwar drauf verzichten, sich seinen Anteil am Haus auszahlen zu lassen, aber das entbindet ihn nicht von der Unterhaltspflicht. Er kann dann also nicht so viel verdienen, wie er will, ohne dass er Unterhalt zahlen muss. Das muss er auch jetzt, und falls du das als Vorschuss vom Jugendamt bekommen solltest, muss er das ans Jugendamt auch zurück zahlen, sobald er kann.

Und ja, eine Auszahlung wird als Einkommen berechnet, kann aber unter umständen vor der Aushalung schon mit dem zu leistenden Unterhalt verrechnet werden.

Antwort
von rasperling1, 18

Das Geld würde ihn in die Lage versetzen, wenigstens den Mindestunterhalt zu zahlen. Diesen Unterhalt müsste er dann auch zahlen, und zwar für das ältere Kind 355,- Euro und für das jüngere 289,- Euro monatlich, zusammen 644,- Euro. Bei 45.000,- Euro, die er Dir schuldet, müsstes Du im Gegenzug auf 70 Monate Kindesunterhalt "verzichten". Das sind 5 Jahre und 10 Monate. Zwar kannst Du nicht förmlich auf Kindesunterhalt verzichten (insoweit sind die anderen Antworten richtig) Aber: Du kannst mit ihm eine Vereinbarung treffen, wonach Du den Kindesunterhalt leistest, den er eigentlich leisten müsste. Konkret heißt so etwas "Freistellungserklärung".

Antwort
von Tronje2, 15

Wie lange hat er denn keinen Unterhalt gezahlt???

Hast du das dem Jugendamt gemeldet?

Es ist nämlich so, dass das Amt in Vorleistung geht und das Geld vom Zahlungspflichtigen zurück fordert.

Dein erster Weg muss also zum Amt sein. Die müssen dir helfen.

Du darfst diesen Vorschlag nicht deinem Mann gegenüber machen!

Für eine Scheidung brauchst du in jedem Fall einen Anwalt. Der rechnet seinen Anteil nach dem "Streitwert". Also kann er auch dafür arbeiten.

Dem musst du deinen Gedankengang vortragen, der ihn an das Scheidungsgericht  und den Anwalt deines Ex weiterleitet.

Das Gericht und ggf das Amt muss dem zustimmen, weil es ja das Geld der Kinder ist. MfG

Kommentar von elaber18 ,

Nun ja. Seit August letzten Jahres ist er aus der Wohnung und auch aus allen Verpflichtungen. Ich habe im Mai durch den Anwalt eine Forderung an ihn geschickt, er solle eine Jugentamturkunde erstellen lassen, mit der Forderung vom Mindestunterhalt in Höhe von 645 Eur., worauf er mit der Forderung durch seinen Anwalt geantwortet hat, ich solle Trennungsunterhalt an ihn zahlen, denn ich verdiene zu viel (gerade mal 200 Euro mehr als er und das ohne der Berechnung des fehlenden Kindesunterhalts). Also wird es immer dreckiger:(

Ich will weiter gehen und kein Anker an dieser Stelle werfen. Das ist der Gedanke, der mir durch den Kopf geschossen ist.

Klar frage ich meinen Anwalt. Nun ist es heute schon zu spät.

Kommentar von Tronje2 ,

Ich schrieb schon, dass du unbedingt zum Jugendamt musst.

Du bist dazu sogar verpflichtet.

Das vertritt die Interessen eurer Kinder. Er ist nicht aus den Verpflichtungen raus. Das du mehr verdienst als er, das ist dabei unerheblich. Die Kinder sind ja auch bei dir.

Ausserdem ist seine Gegenforderung nur eine Finte um dich einzuschüchtern. Lass dich auf keinen Fall auf einen Kuhhandel ein. So wie du das schilderst soll es darauf ausgehen.

Du bekommst in jedem Fall deinen Unterhalt, von wem auch immer. MfG

Antwort
von Bambi201264, 31

Frage einen Fachanwalt für Familienrecht. Solche Geschichten sind viel zu individuell, als dass Du hier einen vernünftigen Rat erwarten könntest...

Viel Glück!

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