Frage von BlackBox4711, 110

Vater tyrannisiert mich und droht mich rauszuwerfen. Bin 18. Wie sehen die Rechtsgrundlagen bzgl. Unterhalt etc. aus?

Ich bin 18 Jahre alt und lebe derzeit bei meinem Vater. Mein Vater hat sich im Dezember von meiner Mutter getrennt, da sie psyschisch krank ist. Meine Mutter lebt nun seit Dezember in einer anderen Wohnung und ich wohne mit meinem Vater seitdem meine Schwester (21) ausgezogen ist (Februar) alleine mit meinem Vater im Haus.

Ich hatte bis jetzt noch nie eine sonderlich gute beziehung zu meinem Vater, aber seitdem meine Mutter ausgezogen ist, habe ich das Gefühl, dass er mich regelrecht als Feind betrachtet. Ich mache jetzt nicht sonderlich viel im Haushalt, sprich ich spüle abends das Geschirr, kümmere mich alle zwei Wochen wechselnd mit meinem Vater um die Katze, bügel meine Wäsche, räume einmal in der Woche meine Etage auf und sauge sie und putze sie einmal im Monat und alle zwei Monate wische ich Staub in meiner Etage.

Ich koche auch mittlerweile immer mein Essen selbst, da mein Vater nur irgendwelchen Tiefkühlfras frisst und mir das zu einseitig ist. Er isst mein Essen nicht mit der Begründung es sei im zu fettig, obwohl ich eher magere Sachen verarbeite. Da merkt man auch schon, dass es bei ihm da ums Prinuip geht, dass er alles verweigert was ich mache.

Auch wenn er was im Haushalt gemacht hat, erzählt er mir immer wie anstrengend das für ihn war um von mir ein Lob zu bekommen. Wenn ich etwas mache, dann sucht er nur die Fehler, die ich mache. Wenn ich zum Beispiel mal morgens vergesse die Rolläden hochzumachen, weil ich mal früh los muss, dann sperrt er mir für drei Tage das Internet oder ich muss mir eine Strafe selbst ausdenken, was viel demütigender ist.

Derzeit bin ich im Urlaub und mein Vater hat mich angerufen und am Telefon mich angeschrien das er mich rauswirft, wenn ich bis Ende nächster Woche mein Zimmer nicht aufgeräumt und geputzt habe. Dabei hatten wir eine ganz andere Abmachung, dass ich einmal im Monat putze, was zwar noch nicht geschehen ist, aber auch am Ende geschehen kann.

Ich kriege auch nur 40€ Taschengeld im Monat. Mein Vater hat mir angeboter, dass er es mir um 20€ aufstockt, wenn ch neinmal im Monat sein Auto wasche und poliere, dass habe ich einmal gemacht und werde es nie wieder tun, da mein Vaster sich mit der Bierflasche hingestellt hat und mir jeden Fleck stolz gezeigt hat den ich vergessen hatte und ich alles nochmal von Vorne machen musste.

Ab August beginne ich eine Ausbildung zum Mechatroniker. Sprich ich habe ein Brutto einkommen von 900€ im Monat. Trotzdem zum guten Leben reicht es nicht, da ich auch ein Auto für die Arbeit benötige.

Wie sähe denn die Grundlage für Unterhalt für mich aus, wenn ich ausziehen würde? Wohin wende ich mich dann? Muss mein Vater einer Unterhaltszahlung zustimmen? Wie bringe ich es meinem Vater bei dass ich ausziehen will, wenn er mich nicht rauswirft? Wie sehen denn im Allgemeinen so meine Rechte aus, wenn ich ausziehen will, aber mein Vater nicht einverstanden wäre? Ist es überhaupt sinnvoll auszuziehen, denn er bietet mir Wohnraum und Lebensmittel?

Danke für eure Antworten.

Antwort
von Elfi96, 41

Wenn er duch rauswirft, hättest du bei eigener Wohnung einen Bedarfssatz (lt DüsseldorferTabelle) bon 760€. Deine Ausbildungsvergütung eird bis auf 90€ für berufsbedingten Mehrbedarf voll auf deinen Bedarf angerechnet. Da dir dann auch das KG zusteht, wäre da Ende im Gelände. Bei 900€ Brutto wird ca 700€ Netto herauskommen. Plus das Kindergeld von 190€ hast du (abzüglich des Nehrbedarfs von 90€) 800€. Ob dir dann ev noch BAB zusteht, weiß  ich nicht genau. Könntest es ja im Vorfeld abchecken. Wenn nicht, und dir das mit dem Geld zu knapp werden sollte,  dann solltest du in den sauren Apfel beißen und bei deinem Vater wohnen bleiben. LG

Antwort
von RonzoGonzo, 16

Meines Erachtens nach bist du volljährig und kannst auf eigenen Beinen stehen sprich such dir ne Wohnung, da du ne Ausbildung machst kannst du dein lehrgehalt aufstocken lassen und das Kindergeld steht ja dann dir zu bis zum 21 Lebensjahr wenn du nicht mehr zuhause wohnst.

Antwort
von BlackBox4711, 50

Bevor noch irgendwelche Missverständisse entstehen: Bei "meiner Etage" handelt es sich nicht um eine Wohnetage mit Küche etc. Sondern diese besteht nur aus meinem Zimmer dem alten Zimmer meiner SChwester und dem alten Zimmer meiner Mutter und einem Badezimmer.

Antwort
von webya, 34

Dein Vater ist dir Unterhaltsverpflichtet. Du bekommst aber ja außerdem noch dein Kindergeld von 190€ und deine Ausbildungsvergütung. Mehr wird nicht drin sein.  

Antwort
von apophis, 43

Unterhalspflichtig sind die Eltern bis das Kind entweder das 25. Lebensjahr vollendet oder die Erstausbildung abgeschlossen hat.
In Deinem Fall ist das "abgeschlossen" wichtig.

Sollte die Ausbildung abgebrochen werden gibt es eine Übergangszeit und noch andere Regelungen.

Heisst also Dein Vater darf Dich zwar rauswerfen, muss aber trotzdem für Deinen Unterhalt aufkommen, sprich Wohnung, Essen etc. bezahlen.
Ich meine in dem Fall erhälst Du (bzw. er) auch vom Jugendamt Unterstützung.

Kommentar von Elfi96 ,

Du vergisst,  dass die Ausbildungsvergütung bis auf 90€ für berufsbedingten Mehrbedarf voll auf den Bedarfssatz eines Jugendlichen mit eigener Wohnung (derzeit 760€) angerechnet werden. Plus KG ist da der Keks komplett gegessen. Seinem Vater steht übrigens ein Freibetrag von 1080€ zu.  LG

Kommentar von apophis ,

Klar, man kann auch ganz ins Detail gehen, dafür bräuchte man aber den Wohnort des Fragestellers, das Einkommen des Vaters, die genause Situation über die Mutter und noch mehr Dinge.

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Vater Unterhaltspflichtig ist, auch während der Ausbildung und auch, wenn der Fragesteller über 18 ist.

Antwort
von beangato, 50

Du solltest Dich mal im Jugendamt beraten lassen.

Den Unterhalt, der Dir bis zum Ende Deiner ersten Ausbildung zusteht, musst Du selbst einklagen.

Warum könnt Ihr Euch nicht einfach friedlich einigen? Ihr wohnt gemeinsam in einem Haus (wie es scheint), da musst Duschon ein bisschen mehr machen, als Du es jetzt tust.

Antwort
von DerHans, 21

Du bist volljährig.

Wenn es SEIN Haus ist, kann er dich auffordern das Haus zu verlassen. Mit seiner Unterhaltspflicht dir gegenüber, hat das nichts zu tun.

Antwort
von AlionaElena, 22

Ich denke da hilft Dir nur der Jugendamt .

Antwort
von Parnassus, 44

Es ist halt nicht alles selbstverständlich, was man mit 18 Jahren dafür hält. Vielleicht würde sich die Situation entspannen wenn du dich mehr einbringst auch wenn es im Moment schönere oder wichtige Dinge in deinem Leben gibt, ich glaube das reicht eventuell schon damit es entspannter läuft bei euch.

Kommentar von BlackBox4711 ,

Die Problematik ist aber auch, dass ich derzeit auch im Abitur stecke, weshalb ich etwas im Stress bin und ich jetzt zwar eine Woche pause habe und im Urlaub bin aber danach weiterlernen muss.

Kommentar von Parnassus ,

Oft reicht es schon wenn Eltern den guten Willen erkennen, wenn du dir jeden Tag 15Minuten für solche Putzeinsätze nimmst oder einfach mal fragst ob noch was zu tun ist wird er das sicher positiv aufnehmen.

Kommentar von StefMachine ,

So wie der Vorredner erkennen lässt, ist er nicht unbedingt ein Freund von Eigenverantwortung. Eher ein Freund von Kompromissen und Entschuldigungen. Wenn Du im Abitur steckst, ist das auch nicht schwer woanders Abitur weiterzumachen. Gehe nächstes Schul-Jahr einfach nach Berlin oder München. Da wo du wohnst leben halt nur Loser. Dein Vater eingeschlossen. Die sich hier äussern auch eingeschlossen. Es kommt nicht darauf an, die beste Lösung zu schaffen. Es kommt darauf an für sich das Allerbeste zu schaffen! Und das heisst Eigenverantwortung. Weg von einem Muttersöhnchen wie Deinem Vater. Er hat nichts anderes zu tun als den Fortschritt aufzuhalten. Hin zu neuen Wegen! Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute dabei.

Kommentar von StefMachine ,

Ausbildung zum Mechatroniker? Nach dem Abi? Geh studieren. Kann sein, das elternunabhängiges BaföGG nicht zurückzuzahlen ist. Und wenn doch zahlst du das mit einem 3500,- Euro Job, bspw. als Architekt in Raten aus der Portokasse später wieder zurück. Lass Dich in einer sozialen Unterkunft nieder. Schäm Dich nicht dafür. Hauptsache weg vom fortschrittaufhaltenden Vater. Vielleicht hast Du auch Verwandschaft in einer Großstadt wo Du studieren könntest. Mechatroniker soll Deine Zukunft sein? Wozu machst du Abitur vorher? Leuchtet mir nicht ein. Immer hohe Ziele setzen.

Kommentar von Parnassus ,

Wow ,ich nehme mal an, das du hier dein eigenes Versagen mit hinein projizierst StefMachine. Und außerdem wirst du selber noch keine eigenen Kinder haben oder erst ganz kleine. Ganz tolle Idee dem Vater noch so richtig eine rein zu würgen,nachdem die eigene Frau krankheitsbedingt momentan nicht greifbar ist. Da bleibt nur zu sagen: wie man in den Wald hinein ruft....

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