Frage von jainsagerin, 132

Vater macht meine Mutter immer wieder schlecht?

Ich könnte schon wieder durchdrehen.

Meine Eltern haben sich getrennt, als ich gerade in die Schule kam. Ich bin ohne meinen Vater aufgewachsen, aber, ich muss sagen - es hat mir an nichts gefehlt. Meine Mutter war quasi Mutter und Vater in einem und wir hatten einen starken Zusammenhalt in der Familie. Besonders mit einem Onkel hatte ich ein sehr gutes Verhältnis.

Meine Mutter hat meinen Vater auch nie schlecht gemacht, sie hatte mir nur gesagt, dass die beiden einfach nicht mehr so gut zusammengepasst haben, dass das aber nichts daran ändert, dass die beiden mich immer noch über alles lieben usw. Mein Vater war es, der irgendwann freitags einfach nicht mehr kam, um mich abzuholen (ich war damals jedes 2. Wochenende bei meinem Vater). Er ist einfach in eine andere, weit entfernte Stadt gezogen.

Jetzt habe ich nach etlichen Jahren seit ein paar Monaten wieder Kontakt zu meinem Vater. Ich mag ihn auch gern, er ist lustig, er fühlt sich trotz allem ziemlich vertraut an und ich kann eigentlich alles ansprechen. Es ist alles super eigentlich und es ist schön, dass wir wieder Kontakt haben.

Jedenfalls bis zu dem Moment, ab dem mein Vater wieder anfängt, plötzlich meine Mutter schlecht zu machen und alles zu verdrehen. Ich möchte das überhaupt nicht und ich bin auch überhaupt nicht sauer auf ihn wegen damals, er muss sich also auch für nichts rechtfertigen. Es ist alles in Ordnung, er soll bloß nicht meine ganze Kindheit infrage stellen. Meine Mutter hat es doch auch hinbekommen, meinen Vater vor mir NICHT schlecht zu machen.

Ich sage ihm auch klipp und klar, dass ich nicht möchte, dass er meine Mutter schlecht macht. Und dass mich das jedes Mal wieder von ihm wegbringt. Ich bekomme immer ein sehr mulmiges Gefühl, wenn mein Vater wieder mal alles verdreht und irgendwelche Stories erzählt. Mich verunsichert das total und es belastet mich.

Er entschuldigt sich meistens auch irgendwann, wenn ich ihm zum hundertsten Mal sage, dass ich das überhaupt nicht ab kann, wenn er damit anfängt - aber leider hält das dann maximal eine Woche und er fängt wieder damit an.

Ich überlege schon, den Kontakt zu meinem Vater wieder abzubrechen. Mir tut das nicht gut.

Aber eigentlich ist das wirklich schade - ich gewöhne mich langsam wieder an meinen Vater. Er soll bloß meine Mutter in Ruhe lassen, aber sein gekränkter Stolz bringt ihn immer wieder dazu, irgendwelche Stories zu erzählen. Ich finde das, um ehrlich zu sein, auch ziemlich egoistisch von ihm. Weil er weiß, dass er mich damit in wirklich ungute Zustände bringt.

Wie soll ich mich verhalten? Soll ich wirklich den Kontakt wieder abbrechen? Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ach, Leute. :(

Ach so: Mittlerweile bin ich Anfang 20.

Antwort
von adianthum, 29

Beim nächsten mal wenn er anfängt ganz klare Ansage:

Papa, das will ich gar nicht hören. Das geht mich nichts an und interessiert mich auch nicht! Das war zwischen dir und Mama und ich hab nichts damit zu tun. Und wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, fahre ich nach Hause!

Und wenn er nicht aufhört, ganz konsequent dein Zeug packen und gehen.

Ansage: Bis zum nächsten mal, für heute hab ich genug!

Das machst du höchstens 2 oder 3x, dann hat ers kapiert.

Antwort
von soissesPDF, 32

Dein Vater hat ein Recht auf seine Meinung.
Vermutlich ist Deine Mutter auch nicht gerade die Unschuld in Reinkultur.
Ergo belasse es dabei.

Für Beziehungen gilt "zerrschmissenes Porzelan kann man kitten, ein Riss bleibt immer".
Auch deshalb geht es eben nicht so romantisch zu "irgendwann muss man das auch einmal verarbeitet haben".

Was Du tun kannst ist, Dich aus diesen Befindlichkeiten heraushalten, Du bist nicht Partei in diesem "Streit".

Kommentar von jainsagerin ,

Lügen sind keine Meinung. Außerdem kennst du meine Mutter überhaupt nicht und ich finde das echt unpassend, dass du dir hier anmaßt, beurteilen zu können, ob sie die Dinge getan hat, die mein Vater ihr unterstellt.

So läuft's nicht, soissesPDF. So läuft's nicht, sorry, Kleiner!

Abgesehen davon: Gegen meine Mutter wird mein Vater immer den Kürzeren ziehen. Niemals im Leben wird er mir wichtiger sein als meine Mutter. Wenn er also will, dass ich den Kontakt wieder abbreche, soll er nur weitermachen. Ist mir egal. Ich halte zu meiner Mutter.

Und an "irgendwann muss man das auch einmal verarbeitet haben" ist überhaupt nichts romantisch. Das ist 'ne Tatsache, die Realität. Mein Vater hat 'ne Menge Dinge nicht auf die Reihe bekommen und bekommt's immer noch nicht hin. Niemand kann etwas für sein Versagen. Nur er selbst.

Mein Vater ist meiner Mutter einfach komplett egal. Da besteht auch kein Interesse die Beziehung irgendwie zu "kitten". Sie hat längst 'nen neuen Partner, mit dem sie glücklich ist und hat schon vor Jahrzehnten mit meinem Vater abgeschlossen. Nur der kommt nicht drauf klar.

Und ich finde das affig und egoistisch und verantwortungslos von meinem Vater, dass er mich da mit reinziehen will. Macht man nicht. Ist ein Armutszeugnis und fertig aus.

Kommentar von soissesPDF ,

Emotionen sind das was Deine Eltern auseinander gebracht hat.
Emotionen sind das was Du hier äußerst.
Emotionen sind kein guter Ratgeber.

Wenn Du den Kontakt zu Deinem Vater abbrechen willst ist Deine Entscheidung, wenn auch nicht von besonderer Klugheit.

Kommentar von jainsagerin ,

Und dass mein Vater Lügen erzählt rührt dann woher genau? Nicht aus Emotionen?

Wo lebst du, soissesPDF?!

Kommentar von soissesPDF ,

Oh, ich lebe in Deutschland.
Aber bitte zu Frage 1, sagte ich bereits es beruht auf Emotionen.

Derartige Trennungsgeschichten beschäftigen die Familiengerichte schon Jahrzehnten.
Und seoweit es Familien betrifft gar seit Jahrhunderten.

Kommentar von jainsagerin ,

Und was genau hat das jetzt damit zutun, dass es verwerflich ist, dass mein Vater Lügen erzählt, mich manipulieren will und einfach nicht die geistige Größe besitzt, seine Tochter aus so 'nem Müll rauszuhalten, weil es ihr nicht guttut?!

Meine Mutter hat es DE FACTO immer hinbekommen, sich für mein Wohl, das Wohl ihres Kindes, zu entscheiden und nicht für ihr eigenes Wohl (wenn dieses in dem Fall ihrem Kind schadet).

Und das rechne ich ihr hoch an und mein Vater ist einfach echt unfähig... was soll ich dazu sagen, es ist nun mal Realität.

Kommentar von soissesPDF ,

Erst einmal aufhören Deinen Vater der Lüge zu bezichtigen.
Du reflektierst emotional.

Wie wäre es mit zuhören, hinterfragen, analysieren.

Zum urprünglichen Streit gehören immer zwei, sonst streitet sich da nichts.

Kommentar von jainsagerin ,

Ich habe zugehört, hinterfragt und analysiert. Darauf basieren meine Aussage.

Langsam wird es wirklich lächerlich, dass du jetzt auch noch meinst beurteilen zu können. ob mein Vater lügt oder nicht... ähm, hä?

Es gab auch keinen Streit zwischen meinen Eltern, auf den sich die Aussagen meines Vaters beziehen. 

Meine Mutter hat sich von meinem Vater getrennt, weil er Alkoholiker ist/war und das ganze Geld für irgendwelche Drogen ausgegeben hatte, er hat meine Mutter und meine Großeltern beklaut, er hat sogar Geld aus meiner Spardose geklaut. Das sind Fakten und er hat dies alles auch schon zugegeben.

Und ob mein Vater lügt oder nicht, das weiß ich ja wohl am Besten, wenn ich besagte Situationen live miterlebt habe und mich noch daran erinnern kann.

Und jetzt ist mal gut, soissesPDF. Verausgabe dich nicht zu sehr.

Kommentar von jainsagerin ,

Mein Vater ist egoistisch, will immer das letzte Wort haben, ist stur, selbstgefällig, dreht sich alles zu seinem Gunsten, er ist verantwortungslos und wird noch dazu recht schnell aggressiv.

Und das alles sagt nicht meine Mutter, sondern ICH, weil ich es beobachte.

Kommentar von soissesPDF ,

Je nun, dann hast Du einen Streit mit Deinem Vater.
Aus ebenso emotionalen Gründen.

Du hast bereits geurteilt "Mutter ist unschuldig, Vater ist schuldig":
Du erhebst Dich zur Richterin, eine Schlichterin bist Du nicht.

Stell Dir vor, Deine Mutter ist unschuldig, Dein Vater ist unschuldig.
Dann hättest Du ein nicht unerhebliches Problem, Du wärest ein Irrtum.

Genau deshalb solltest Du Dich heraushalten, statt Schuld zuzuweisen.

Kommentar von jainsagerin ,

Ich möchte mich liebend gerne da raushalten, super dass du das sagst, denn das war mein hier angesprochenes Problem: Mein Vater zieht mich mit rein und macht meine Mutter schlecht.

Du kannst mir leider nicht verbieten, bei den Tatsachen zu bleiben, soissesPDF. Auch wenn's dir, aus welchen Gründen auch immer, in den Kram passen würde.

Kommentar von soissesPDF ,

Was hat das mit meinem Kram zu tun?
Schau auf den Anfang der Diskussion, ich sagte Dir es beruht auf Emotionen.
Deine, die Deiner Mutter und die Deines Vaters.
Emotionen sind kein guter Ratgeber.

Kommentar von jainsagerin ,

Du redest... aber irgendwie kommt nichts bei rum. Merkste, oder?

Kommentar von soissesPDF ,

Yep, wer nicht hören will, muss fühlen.
Eine klassische Situation das ist.

Kommentar von jainsagerin ,

Was sich auf dich bezieht. Hast du aktuell vllt irgendwelche Drogen intus? Wenn nicht.. tust mir leid.

Kommentar von soissesPDF ,

Ja, Ingwer-Tee.
Aber was hilft Dir das jetzt von Deinen Emotionen herunter?

Antwort
von ballonfee, 51

Na dann bist Du ja alt genug um wirklich sagen zu können, dass Dir das nicht gut tut. Wenn Du Deinem Vater das schon sooo oft gesagt hast und er das nicht versteht, versteht er es vielleicht erst, wenn Du wirklich dem Kontakt abbrichst.

Sag ihm nochmal all das, was Du in Deiner Frage geschrieben hast. Und sag ihm auch, dass Du das nicht brauchst iund dass es Dir nicht gut tut und es Dir dann schlecht geht, wenn Du mit ihm zusammen bist.

Wenn er dann nochmal anfängt, stehst Du auf und gehst einfach und sagst ihm, dass Du jetzt keinen Kontakt mehr willst, wenn er sich nicht wirklich daranhält. Dann ist es an ihm, sich zu ändern und Du wartest erst mal ein paar Wochen ab, was er dann macht.

Sag ihm doch mal, dass er sich Hilfe beim Psychiater suchen soll, wenn er die Trennung von Deiner Mutter nicht verarbeiten kann, Du aber dafür nicht der richtige Ansprechpartner bist.

Wenn er sich dann wieder meldet, fragst Du ihn gleich, ob das dann abläuft wie sonst auch oder ob er mit Deinen Bedingungen, das Thema nicht mehr anzusprechen, einverstanden ist.

Antwort
von weelah, 35

Hallo,

irgendwann sollte man das auch mal verarbeitet haben, also dein Vater.

Zudem sollte er respektieren, das du nicht möchtest, das er über deine Mum her zieht.

Womöglich hilft es, wenn due einfach gehst, wenn er damit anfängt.

Sage einfach " Tschüss Vadder, bis nächstes mal...dann aber ohne den Mist, sonst bin ich auch gleich wieder weg"

Das konsequent durch ziehen, dann merkt er das er das mit seinem eigenen Verhalten in der Hand hat.

LG

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