Frage von MariaCMeyer, 143

Vater lebt von Harz 4 was passiert wenn ich Geld Verdiene?

Guten tag,

Ich bin 15 Jahre alt.

Meine Eltern leben geschieden und ich entschied mich zu meinem Vater zu ziehen! Da er noch keine Rente bekommt (30% Schwerbehinderung) und ihn kein Arbeitgeber annimmt ist er auf Harz 4 angewiesen! Wir kriegen insgesamt im Monat ein Einkommen von 900 Euro und leben zu zweit. Was passiert wenn ich meine Ausbildung beginne und tatsächlich 800 Euro verdiene? Gilt das dann als Einkommen? Wird mir das Geld abgezogen weil ich bei meinem Vater lebe? Bin ich gezwungen auszuziehen um mein Geld zu behalten? Was empfehlt ihr mir? Ich benötige dringend Hilfe! Mein Vater möchte so gerne aus Harz 4 raus aber es ist sehr schwer wegen seiner Krankheit,er ist 53... Ich liebe ihn und möchte ihn weiter unterstützen aber ich selber möchte aus Harz 4 raus... Ich bitte um Hilfe

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von WosIsLos, 95

Das gilt als Einkommen.

Nicht dir wird etwas abgezogen, sondern deinem Vater, solange du zuhause wohnst, bzw. das Wohnverhältnis als Bedarfsgemeinschaft (  https://de.wikipedia.org/wiki/Bedarfsgemeinschaft ) gilt.

Dein Vater sollte wenn möglich übergangsweise einen 450€ Job annehmen, wegen der Rentenanwartschaft.

Antwort
von kevin1905, 75

Gilt das dann als Einkommen?

Natürlich.

Wird mir das Geld abgezogen weil ich bei meinem Vater lebe?

Der Bedarf der Bedarfsgemeinschaft reduziert sich aufgrund des Einkommens. Die ersten 100,- € die du verdienst sind anrechnungsfrei. Alles drüber wird zu 80% auf den Bedarf angerechnet.

Unter dem Strich habt ihr also mehr Geld.

Kommentar von jasminromina ,

Das stimmt so nicht. Das mit den 80 % Gilt nur bei Grundsicherung im Alter. Hierbei greift aber nicht SGB XII, sondern SGB II.

Evtl. hilft der Gesetzestext weiter:

§ 11 SGB II Zu berücksichtigendes Einkommen

(1) Als Einkommen zu berücksichtigen sind Einnahmen in Geld oder Geldeswert abzüglich der nach § 11b abzusetzenden Beträge mit Ausnahme der in § 11a genannten Einnahmen. Als Einkommen zu berücksichtigen sind auch Zuflüsse aus darlehensweise gewährten Sozialleistungen, soweit sie dem Lebensunterhalt dienen. Der Kinderzuschlag nach § 6a des Bundeskindergeldgesetzes ist als Einkommen dem jeweiligen Kind zuzurechnen. Dies gilt auch für das Kindergeld für zur Bedarfsgemeinschaft gehörende Kinder, soweit es bei dem jeweiligen Kind zur Sicherung des Lebensunterhalts, mit Ausnahme der Bedarfe nach § 28, benötigt wird.

(2) Laufende Einnahmen sind für den Monat zu berücksichtigen, in dem sie zufließen. Zu den laufenden Einnahmen zählen auch Einnahmen, die an einzelnen Tagen eines Monats aufgrund von kurzzeitigen Beschäftigungsverhältnissen erzielt werden. Für laufende Einnahmen, die in größeren als monatlichen Zeitabständen zufließen, gilt Absatz 3 entsprechend.

(3) Einmalige Einnahmen sind in dem Monat, in dem sie zufließen, zu berücksichtigen. Sofern für den Monat des Zuflusses bereits Leistungen ohne Berücksichtigung der einmaligen Einnahme erbracht worden sind, werden sie im Folgemonat berücksichtigt. Entfiele der Leistungsanspruch durch die Berücksichtigung in einem Monat, ist die einmalige Einnahme auf einen Zeitraum von sechs Monaten gleichmäßig aufzuteilen und monatlich mit einem entsprechenden Teilbetrag zu berücksichtigen.

§ 11b SGB II Absetzbeträge

(1) Vom Einkommen abzusetzen sind

1.
auf das Einkommen entrichtete Steuern,
2.
Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung einschließlich der Beiträge zur Arbeitsförderung,
3.
Beiträge zu öffentlichen oder privaten Versicherungen oder ähnlichen Einrichtungen, soweit diese Beiträge gesetzlich vorgeschrieben oder nach Grund und Höhe angemessen sind; hierzu gehören Beiträge
a)
zur Vorsorge für den Fall der Krankheit und der Pflegebedürftigkeit für Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht versicherungspflichtig sind,
b)
zur Altersvorsorge von Personen, die von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind,
soweit die Beiträge nicht nach § 26 bezuschusst werden,
4.
geförderte Altersvorsorgebeiträge nach § 82 des Einkommensteuergesetzes, soweit sie den Mindesteigenbeitrag nach § 86 des Einkommensteuergesetzes nicht überschreiten,
5.
die mit der Erzielung des Einkommens verbundenen notwendigen Ausgaben,
6.
für Erwerbstätige ferner ein Betrag nach Absatz 3,
7.
Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen bis zu dem in einem Unterhaltstitel oder in einer notariell beurkundeten Unterhaltsvereinbarung festgelegten Betrag,
8.
bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, deren Einkommen nach dem Vierten Abschnitt des Bundesausbildungsförderungsgesetzes oder nach § 67 oder § 126 des Dritten Buches bei der Berechnung der Leistungen der Ausbildungsförderung für mindestens ein Kind berücksichtigt wird, der nach den Vorschriften der Ausbildungsförderung berücksichtigte Betrag.

Bei der Verteilung einer einmaligen Einnahme nach § 11 Absatz 3 Satz 3 sind die auf die einmalige Einnahme im Zuflussmonat entfallenden Beträge nach den Nummern 1, 2, 5 und 6 vorweg abzusetzen.

(2) Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist anstelle der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen. Beträgt das monatliche Einkommen mehr als 400 Euro, gilt Satz 1 nicht, wenn die oder der erwerbsfähige Leistungsberechtigte nachweist, dass die Summe der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 den Betrag von 100 Euro übersteigt. Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, gelten die Sätze 1 und 2 mit den Maßgaben, dass jeweils an die Stelle des Betrages von 100 Euro monatlich der Betrag von 200 Euro monatlich und an die Stelle des Betrages von 400 Euro der Betrag von 200 Euro tritt. § 11a Absatz 3 bleibt unberührt.

(3) Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist von dem monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit ein weiterer Betrag abzusetzen. Dieser beläuft sich

1.
für den Teil des monatlichen Einkommens, das 100 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 000 Euro beträgt, auf 20 Prozent und
2.
für den Teil des monatlichen Einkommens, das 1 000 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 200 Euro beträgt, auf 10 Prozent.

Anstelle des Betrages von 1 200 Euro tritt für erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die entweder mit mindestens einem minderjährigen Kind in Bedarfsgemeinschaft leben oder die mindestens ein minderjähriges Kind haben, ein Betrag von 1 500 Euro.

Kommentar von kevin1905 ,

Und jetzt hast du im Grunde genau das gleiche gesagt, wie ich auch, danke für die Ergänzung und dass du dir die Mühe gemacht hast die §§ 11 ff SGB II zu kopieren. ^^

Er bezieht keine SGB XII Leistung.

Dort geht die Anrechnung nämlich anders. 70% bis zur Hälfte der Regelbedarfsstufe I. Alles drüber zu 100%.

Kommentar von jasminromina ,

und wieso steht da was von 80 % und im Gesetz nicht? :D

Kommentar von kevin1905 ,

Weil dein Erklärweg genau anders herum war.

100% - 20% = 80%.

Antwort
von jasminromina, 44

§ 11 SGB II Zu berücksichtigendes Einkommen

(1) Als Einkommen zu berücksichtigen sind Einnahmen in Geld oder Geldeswert abzüglich der nach § 11b abzusetzenden Beträge mit Ausnahme der in § 11a genannten Einnahmen. Als Einkommen zu berücksichtigen sind auch Zuflüsse aus darlehensweise gewährten Sozialleistungen, soweit sie dem Lebensunterhalt dienen. Der Kinderzuschlag nach § 6a des Bundeskindergeldgesetzes ist als Einkommen dem jeweiligen Kind zuzurechnen. Dies gilt auch für das Kindergeld für zur Bedarfsgemeinschaft gehörende Kinder, soweit es bei dem jeweiligen Kind zur Sicherung des Lebensunterhalts, mit Ausnahme der Bedarfe nach § 28, benötigt wird.

(2) Laufende Einnahmen sind für den Monat zu berücksichtigen, in dem sie zufließen. Zu den laufenden Einnahmen zählen auch Einnahmen, die an einzelnen Tagen eines Monats aufgrund von kurzzeitigen Beschäftigungsverhältnissen erzielt werden. Für laufende Einnahmen, die in größeren als monatlichen Zeitabständen zufließen, gilt Absatz 3 entsprechend.

(3) Einmalige Einnahmen sind in dem Monat, in dem sie zufließen, zu berücksichtigen. Sofern für den Monat des Zuflusses bereits Leistungen ohne Berücksichtigung der einmaligen Einnahme erbracht worden sind, werden sie im Folgemonat berücksichtigt. Entfiele der Leistungsanspruch durch die Berücksichtigung in einem Monat, ist die einmalige Einnahme auf einen Zeitraum von sechs Monaten gleichmäßig aufzuteilen und monatlich mit einem entsprechenden Teilbetrag zu berücksichtigen.

§ 11b SGB II Absetzbeträge

(1) Vom Einkommen abzusetzen sind

1.
auf das Einkommen entrichtete Steuern,
2.
Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung einschließlich der Beiträge zur Arbeitsförderung,
3.
Beiträge zu öffentlichen oder privaten Versicherungen oder ähnlichen Einrichtungen, soweit diese Beiträge gesetzlich vorgeschrieben oder nach Grund und Höhe angemessen sind; hierzu gehören Beiträge
a)
zur Vorsorge für den Fall der Krankheit und der Pflegebedürftigkeit für Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht versicherungspflichtig sind,
b)
zur Altersvorsorge von Personen, die von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind,
soweit die Beiträge nicht nach § 26 bezuschusst werden,
4.
geförderte Altersvorsorgebeiträge nach § 82 des Einkommensteuergesetzes, soweit sie den Mindesteigenbeitrag nach § 86 des Einkommensteuergesetzes nicht überschreiten,
5.
die mit der Erzielung des Einkommens verbundenen notwendigen Ausgaben,
6.
für Erwerbstätige ferner ein Betrag nach Absatz 3,
7.
Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen bis zu dem in einem Unterhaltstitel oder in einer notariell beurkundeten Unterhaltsvereinbarung festgelegten Betrag,
8.
bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, deren Einkommen nach dem Vierten Abschnitt des Bundesausbildungsförderungsgesetzes oder nach § 67 oder § 126 des Dritten Buches bei der Berechnung der Leistungen der Ausbildungsförderung für mindestens ein Kind berücksichtigt wird, der nach den Vorschriften der Ausbildungsförderung berücksichtigte Betrag.

Bei der Verteilung einer einmaligen Einnahme nach § 11 Absatz 3 Satz 3 sind die auf die einmalige Einnahme im Zuflussmonat entfallenden Beträge nach den Nummern 1, 2, 5 und 6 vorweg abzusetzen.

(2) Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist anstelle der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen. Beträgt das monatliche Einkommen mehr als 400 Euro, gilt Satz 1 nicht, wenn die oder der erwerbsfähige Leistungsberechtigte nachweist, dass die Summe der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 den Betrag von 100 Euro übersteigt. Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, gelten die Sätze 1 und 2 mit den Maßgaben, dass jeweils an die Stelle des Betrages von 100 Euro monatlich der Betrag von 200 Euro monatlich und an die Stelle des Betrages von 400 Euro der Betrag von 200 Euro tritt. § 11a Absatz 3 bleibt unberührt.

(3) Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist von dem monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit ein weiterer Betrag abzusetzen. Dieser beläuft sich

1.
für den Teil des monatlichen Einkommens, das 100 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 000 Euro beträgt, auf 20 Prozent und
2.
für den Teil des monatlichen Einkommens, das 1 000 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 200 Euro beträgt, auf 10 Prozent.

Anstelle des Betrages von 1 200 Euro tritt für erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die entweder mit mindestens einem minderjährigen Kind in Bedarfsgemeinschaft leben oder die mindestens ein minderjähriges Kind haben, ein Betrag von 1 500 Euro.

Kommentar von kevin1905 ,

Genau meine Rede! =)

Antwort
von ellaluise, 15

Möglicherweise fälltst du aus der Bedarfsgemeinschaft heraus, wenn du genügend Einkommen hast.

Damit stellt das Amt die Zahlungen für dich ein und du musst dich mit deinem Einkommen selber unterhalten. D.h. die Hälfte der Miete + Nebenkosten zahlen sowie deinen Bedarf an Lebensunterhalt decken.

Es wird dir kein Geld beim Arbeitgeber abgezogen sondern der ALG2-Betrag wird gekürzt.

Kindergeld, es gibt für dich noch Kindergeld. Wenn du das Kindergeld rechnerisch für deinen Bedarf brauchst, wird es dir zugerechnet, wenn du genügend verdienst, dann wird das Kindergeld dem Vater zugerechnet.

Du musst mit deinem Einkommen nicht den Vater unterhalten, das kann und muß formlos abgelehnt werden.

Wenn du ausziehen würdest, musst du ja auch eine Wohnung/Unterkunft haben und zahlen, plus Nebenkosten, Strom, Telefon/Internet, Rundfunkbeitrag und Lebensmittel , Versicherungen usw.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du am Ende mehr freies Geld hast. Denn in der Whg. des Vaters hast du erstmal nur den hälftigen Anteil an den Wohnkosten.

Antwort
von ersterFcKathas, 75

wenn ihr in einem gemeinsamen haushalt lebt , wird dein einkomen mitgerechnet.

 30% schwerbehindert ist ja ein kleiner % satz... es gibt genügend menschen die arbeiten auch noch mit 70 - 90 % ?? 

nicht auf dem harz4 satz ausruhen... irgendwoh gibt es immer arbeit !

Kommentar von MariaCMeyer ,

Mein Vater ruht sich nicht drauf aus..Aber niemand nimmt einen alten Mann mit Krankheit.Er will doch raus.

Kommentar von ersterFcKathas ,

alter mann ?????  der "" alte mann ""  ist 53 jahre jung !!! 

es kommt natürlich auf die krankheit an , aber mit 53 Jahren ist doch das leben nicht zu ende  , nur weil er 30% behindert ist

Kommentar von FelixLingelbach ,

Bekommst du H4, bist du blöd, bist du älter als 50, bist du auch blöd, so wird das allgemein gesehen. Also ist der Vater doppelt blöd. Seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind mehr als mies. Zeitarbeitsfirmen würden ihn vielleicht noch nehmen. Da kann er die ganze Woche voll arbeiten, ohne aus dem Harz rauszukommen. Oder jemand stellt ihn ein, weil das jobcenter einen Teil seines Lohns übernimmt. Fällt dieser Zuschuss weg, steht er wieder vor der Tür.

53 ist so eine Grenze. 50 ist heute wirklich kein großes Problem mehr, wenn die Arbeitslosigkeit vorher nicht lange gedauert hat. Mit Mitte 50 und einer längeren Pause bist du draußen. 

Kommentar von kevin1905 ,

wenn ihr in einem gemeinsamen haushalt lebt , wird dein einkomen mitgerechnet.

Das ist nicht die Voraussetzung für eine Bedarfsgemeinschaft.

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