Frage von Chion, 127

Vater hat zu hohes Einkommen für BAföG, muss er mehr Unterhalt zahlen?

Meine aktuelle Problematik bezieht sich auf mein Studium und die finanzielle Absicherung dessen. Ich erhalte aktuell 340€ Kindesunterhalt von meinem leiblichen Vater. Dieser wohnt in Frankreich und ist pensionierter Apotheker, arbeitet aber nach eigenen Angaben um seine Pension aufzustocken. Seit Oktober 2013 bin ich Student. Auf meinen ersten Antrag auf BAföG-Leistungen erhielt ich den Bescheid, dass ich monatlich 161€ an Leistung erhalten werde.

Nun, nach dem Folgeantrag für das aktuelle WS 2015/16 erhielt ich den Bescheid, dass auf Grund des Einkommens meines Vaters nach Steuern und Abzügen noch 602€ auf MEINE Leistung angerechnet wird, so dass ich aktuell nur noch 57€ BAföG bekomme. Dies reicht zum Leben in einem eigenen Haushalt und die Finanzierung meines Studiums absolut nicht aus! Ich arbeite bereits schon 16 Stunden pro Woche, so dass ich mir die Wohnung leisten kann.

Nun meine Frage: wie soll ich vorgehen? Soll ich meinen Vater um Erhöhung des Kindesunterhaltes bitten, oder sehen Sie da eher geringe Chancen? Er selbst behauptete vor nicht allzu langer Zeit, nicht mehr Geld zahlen zu können, was sich mit dem heutigen BAföG-Bescheid widersprechen würde. Des Weiteren würde mir doch die gesamte angerechnete Summe also 602€ (anstatt 340€) zustehen, oder irre ich da?

Antwort
von schleudermaxe, 85

... und warum wird nicht der Antrag abgegeben auf elternunabhängige Vorausleistungen, wenn denn die Eltern nicht leisten können oder wollen? ... für den Studenten gibt es den vollen Bedarf und ob die Eltern wirklich müssen, wird später nicht nach dem BAföG mit seinen läppischen Pauschalen ermittelt, sondern von jeweiligen Land nach dem deutlich besseren BGB. Wenn denn die Damen und Herren überhaupt die Zeit dafür haben.

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 103

Die 602 Euro, die den BAföG-Anspruch entsprechend mindern, setzen sich zusammen aus dem möglichen (hier nur) väterlichen Anteil, dem Kindergeld und dem anrechenbaren eigenen Einkommen/ Vermögen des Studierenden.

Es sollte erstmal geprüft werden, ob sich der väterliche Anteil tatsächlich erhöhen würde... bevor entsprechend höhere Forderungen an den Vater herangetragen werden....

Antwort
von FordPrefect, 84

In Anbetracht der komplexen Berechnungen, die dem BAFÖG zugrundeliegen, ist es in einem Forum schlicht nicht möglich, diesbezüglich qualifizierte Aussagen zu treffen, die zumindest einen annehmbaren Grad an Päzision aufweisen würden. Hier ist unbedingt der direkte Gang zur BAFÖG-Stelle zu empfehlen, um die Berechnungsgrundlagen in Erfahrung zu bringen, auf die sich die Stelle stützt bei ihrem Bescheid. Rätselhaft erscheint mir insbesondere, warum zwischen dem Erstbescheid und den Folgebescheid auf einmal der pensionierte Vater einen derartigen Einkommenssprung zu verzeichnen haben sollte. Mit € 340.-- KU läge er mit seinen monatlichen Nettoeinkünften gerade so über dem Selbstbehalt nach Düsseldorfer Tabelle; das kann sich eigentlich nicht so radikal geändert haben.

Vom Klageweg gegen den Bescheid würde ich abratebn; das bringt in aller Regel nichts (sofern es sich nicht um Formfehler o.ä. handelte).
Ratsam wäre wohl auch, die Aufnahme eines Studienkredits zu prüfen, denn aller Wahrscheinlichkeit nach wird es mit der ausreichenden BAFÖG-Förderung vermutlich nichts.

Kommentar von FordPrefect ,

In Betracht käme allerdings auch ein Vorausleistungsantrag an das BAFÖG Amt nach § 36 BAFÖG.  Dann prüft das Amt selbst, welche Unterhaltsleistungen ggfs. durch die Eltern zu erbringen sind und fordert diese an Deiner Stelle ein. Der Antragsteller selbst erhält damit unabhängig von Verfahrensausgang die beantragten Leistungen ausbezahlt. Dazu muss das Formblatt 8 ausgefüllt und innerhalb des Bewilligungszeitraums (!) eingereicht werden:

http://www.bafög.de/de/alle-formblaetter-433.php

Antwort
von Feeeeeeeeee, 115

Ja, theoretisch müsste dein Vater mehr Unterhalt zahlen. Praktisch gestaltet sich das aber sehr schwierig, denn schließlich will man seine Eltern nicht finanziell "auspumpen". Du könntest alternativ versuchen dich um ein Stipendium zu bewerben oder einen Studienkredit zu beantragen. Die Studienkredite werden mittlerweile fast alle über die KfW vergeben und dort sind die Konditionen realtiv studentenfreundlich.

Antwort
von Thraalu, 91

Du kannst einen Antrag auf Vorausleistung stellen, indem du sagst, dass dein Vater dir keinen unterhalt zahlt.

In Kauf nimmst du dadurch allerdings, dass das bafög Amt einen Unterhaltsprozess gegen deinen Vater führt.

Kommentar von ginatilan ,

Du kannst einen Antrag auf Vorausleistung stellen, indem du sagst, dass dein Vater dir keinen unterhalt zahlt.

Unsinn, er zahlt doch schon Unterhalt

Kommentar von Thraalu ,

Dann eben dass er dir zu wenig Unterhalt zahlt.

Aber ich rate dir erstmal zu der Beraterin vom bafög Amt zu gehen, die sagt nämlich ca. wie viel dir dein vater geben sollte.

In deinem Fall ist es echt schwierig, es reicht nämlich dass dein vater dir unterhalt zahlt.

Einen Unterhaltsprozess müsstest du selber führen und ein Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle würde dir auch zustehen, doch sage ich dir aus aller Erfahrung, dass du damit schlechte Chancen hast.

Frag das Bafög amt mal ob andere möglichkeiten bestehen..

ist echt kritisch bei dir

Kommentar von ginatilan ,

bei mir ist nichts kritisch:-)

Antwort
von blumenkanne, 66

was zahlt denn deine mutter?

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