Frage von madsokrates2, 43

Vater hat Panikattacken beim Baby?!

Ich leide unter massiven Panikattacken wenn ich länger als 20 Minuten allein mit meiner Tochter - 6 Wochen alt - bin (während sie wach ist). Es ist unerträglich und ich kann nicht richtig auf sie aufpassen. Was ich selber auch nicht gut finde, anders geht aber irgendwie nicht.

Habe dasselbe Problem schon mit dem 1. Kind gehabt - in einer anderen Beziehung, vor 8 Jahren - und bin seit 1 Jahr in Therapie; kann nicht beurteilen ob es besser wird, ich habe jedenfalls besseren Umgang damit (kurz bis ca. 15-20 Minuten Kind animieren und am besten wenn jemand da ist). Wir haben beide gehofft dass es sich gebessert hat, leider ist es aber nicht so.

Für meine Partnerin ist es natürlich eine ernsthafte Belastung. Sie verlangt, dass ich mich verändere. Ich bin überfordert und versuche mich aus dem Familienmiteinander zu drücken um seelische Entspannung zu erlangen. Während der Woche geht mit viel Arbeit, am Wochenende wird das Problem offensichtlicher und eskaliert. Sie fragt mich, wie lange das noch gehen soll.

Hat jemand schon Erfahrungen mit so etwas?

Antwort
von DODOsBACK, 37

Wovor hast du Angst? Dass ihr etwas passiert? Dass du wütend wirst? Die Kontrolle verlierst? Überfordert bist? Deine "Männlichkeit" aufgibst? Die Babysitter-Rolle nicht mehr "loswirst"? Viele Befürchtungen sind nicht politisch korrekt. Und werden deshalb verdrängt. Lass sie zu, sonst wirst du nie lernen, dagegen vorzugehen!

Spiele die Situation in Gedanken durch und ersetze deine schlimmsten Befürchtungen durch ein positives "Ende". So kannst du die selbsterfüllende Prophezeiung, die jetzt noch "Katastrophe" schreit, "umprogrammieren".

Denk über Lösungen für mögliche "Probleme" nach, lerne, sie anzuwenden und umzusetzen! (Erste-Hilfe-Kurs für Babies, Entspannungstechniken, Telefonliste für Notfälle usw.)

Fahr deine Ansprüche an dich selbst herunter! Du bist nicht perfekt und musst es nicht sein! Deine Tochter erwartet das auch nicht - aber DU!!! Warum?

Grundsätzlich behandelt man Angststörungen, indem man sich zwingt, die Panikattacken auszuhalten! Die Angst baut sich auf wie eine Welle - und bricht dann in sich zusammen! Je öfter du das durchstehst, desto mehr nimmt die "Angst vor der Angst" ab, und du kannst dich wieder auf das Wesentliche konzentrieren!

Im Moment ist es v.a. die "Angst vor der Angst", die dich lähmt! Du versuchst, Situationen zu vermeiden, überlegst Argumente für dein Verhalten und hast dich schon kilometerweit ins "Was wäre, wenn..." hineinfantasiert.

Versuche, das abzuschalten und überleg dir lieber, was du unternehmen könntest. Werde wieder selbst aktiv!Und sSuch dir Unterstützung dabei!

Bleib das nächste Mal bei deiner Tochter, bis die Panik wieder nachlässt! Leg sie ins Bettchen, wenn du Angst hast, sie fallenzulassen und sorge dafür, dass eine zweite Person anwesend ist. Aber versuche, die Sache trotzdem durchzustehen!

Antwort
von priesterlein, 39

Das einzige, was mir anhand der Beschreibung einfällt, ist, dass die Partnerin eine sehr große Wissenlücke in ihrem Wissen über Panik hat. Vielleicht wäre ein bisschen Aufklärung angebracht. Die beschriebenen Aufforderungen sind weder hilfreich noch unterstützend. Sie bewirken gar nichts.

Kommentar von BiggerMama ,

Doch, sie bewirken, dass es noch schlimmer wird. Ich begrüße das hier Geschriebene.

Nimm Deine Freundin und das Baby einfach zur nächsten Sitzung beim Psych mit! Vom Fachmann werden Auissagen wie "ich kann nicht" eher akzeptiert.

Kommentar von priesterlein ,

Ja, ich war etwas ungenau: Die Aufforderungen bewirken nicht das, was sie verlangen: Panikkontrolle und Herrschaft über einen erst eimal nicht kontrollierbaren Zustand. Es ist ja nicht so, dass man die Panik will und begrüßt. Ich mag meine Panikattacken überhaupt nicht und könnte gut und gerne auf sie verzichten. Zum Glück habe ich so etwas sehr selten.

Antwort
von Hyperius, 40

Das Problem ist eher selten, aber kommt vor. Um das Problem zu lösen muss deine Familie bzw. Lebensgefährtin Verständnis zeigen und besonders Geduld haben. Dich unter Druck zu setzten bringt schon mal gar nicht, außer dass du dir nur noch mehr Gedanken machst. Nimm dir also Zeit und erkläre ihr ganz genau wie du dich fühlst und was dabei in dir vorgeht. Es ist gut, dass du dich in Therapie befindest. Es wird dauern, aber wenn du dran arbeitest, wird das wieder. Ich wünsche dir viel Erfolg!

Antwort
von Goodnight, 33

Seit einemJahr in Therapie und du kannst es immer noch nicht, da läuft aber extrem etwas schief. Mir scheint deine Panik wird gepflegt.

Antwort
von beangato, 43

Da Du in Behandlung bist, frag das Deinen Arzt.

Aber ich denke nicht, dass Dir jemand sagen kann, wie lange das noch geht.

Deine Partnerin sollte Dich nicht so unter Druck setzen, das machts nicht besser. Ihr solltet gemeinsam an dem Problem arbeiten.

Aber ein 6 Wochen altes Kind muss nicht wirklich bespasst werden. Setz Dich einfach zum Kind und sing ihm etwas vor oder sprich mit ihm - auch wenn es das noch nicht versteht.


Antwort
von Tokij, 43

Ich habe zwar keine Erfahrung damit, mich würde aber mal interessieren, ob du dir Vorstellen kannst, dass das vielleicht verkappte Todesängste sind?

Hast du das Gefühl, dass dein Kind/dein Erbe dich mal von deinem Leben ablösen wird (sozusagen)? Es hört sich jedenfalls nicht nach etwas oberflächlichem an. Ich würde eher vermuten, dass du etwas Zeit brauchst, um daran zu arbeiten bzw. dass es wichtig ist, dich nicht unter Zeitdruck zu stellen.

Antwort
von user8787, 36

Bitte keine Therapieversuche durch Laien. 

Panik gehört in die Hände von Fachleuten. Da es bei dir ein bereits länger bekanntes Problem rate ich dir zu einen Erstgespräch mit einem Psychologen. 

Hier kann sich klären ob eine Therapie nötig ist. 

Glückwunsch zum Baby und alles Gute dir. 

Antwort
von Shiranam, 31

Erfahrung damit, nein.

Aber ich würde sagen, deine Partnerin hat recht. Das muss sich ändern. Alles, was man an sich ändern möchte, sollte man in kleinen Schritten, aber kontenuierlich anpacken.

Das heißt, Du solltest jeden Tag einwenig daran arbeiten und nicht vor dem Problem weglaufen. Im Gegenzug sollte deine Partnerin dir bewußt Pausen lassen, die Du zu Hause verbringen darfst und dir nicht durch mehr berufliche Arbeit "erschummeln" mußt. Da bekommst Du dann ohne schlechtes Gewissen Erholung.

Sprich mit deiner Partnerin darüber, wie der Alltag aussehen könnte, was Du jeden Tag tun könntest und auch am Wochenende. Vielleicht irgendetwas regelmäßiges, immer wiederkehrendes. Die Gewöhnung wird sicherlich helfen. Vielleicht ist die Partnerin zunächst dabei, später mal zwischdurch 5 min im anderen Raum, noch später 10 Minuten. Du versuchst durchzuhalten, und im Notfall ist sie ja nicht weit.

Das verlangt auch deiner Partnerin eine Menge Verständnis und Durchhaltevermögen ab. Denke daran, bevor Du aufgeben willst. Denn das Kind nie abgeben können ist ja auch noch sehr belastend.

Aber flüchte nicht weiter auf die Arbeit, sondern zeige deiner Partnerin, dass Du daran arbeitest. Jeden Tag!

Viel Erfolg!

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