Frage von Usedefault, 33

Vakuumfluktuationen und Bewegungen?

Hallo!

Wenn man in der Leere, welche ja an sich kräftefrei sein müsste, eine Fe-Kugel in Bewegung setzt, so sollte sie sich ja für immer so bewegen.

Nimmt die Vakuumenergie irgendeinen Einfluss auf diese Bewegung? Oder allgemeiner: Nehmen diese Vakuumfluktuationen überhaupt irgendeinen Einfluss auf die Wirklichkeit? Und woher weiß man eigentlich, dass es diese gibt?

Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rolle216, 14

Quantenvakuumfluktuationen sind ein Modell, die nur auf sehr sehr kleinen Skalen anwendbar sind - nämlich dann, wenn man von Quantenobjekten redet. Eine massive Eisenkugel ist in keinster Weise ein quantenmechanisches Objekt. Das bedeutet aber nicht, dass Quantenvakuumfluktuationen keinen Einfluss auf die Realität nehmen. 

Abgesehen davon würde sich die Eisenkugel tatsächlich ungestört in einem kräftefreien Raum bewegen. Nur gibt es einen solchen Raum nicht.

Kommentar von Usedefault ,

Und was wäre ein Beispiel für eine Einflussnahme von Quantenfluktuationen?

Antwort
von Grautvornix16, 17

Hi,- ich möchte jetzt nicht so tun als wäre ich der zukünftige Nobelpreisträger in Physik oder ein Doktorant in selbiger Fakultät. Aber du hast eine Frage "aufgemacht" die mich selbst auch des Längerem beschäftigt. Deshalb hier mal zum Start eine zusammenfassende Anleihe aus Wiki:


"Vakuumfluktuationen stehen dafür, dass das quantenmechanische Vakuum
nicht im klassischen Sinne „leer“ ist. Der niedrigste Energiezustand hat
einen positiven Wert. Vom kosmologischen Standpunkt aus betrachtet,
könnte diese Vakuumenergie der Grund für die beschleunigte Expansion des
Universums sein und demnach eine nicht verschwindende Kosmologische Konstante bzw. ein Kandidat für Dunkle Energie sein. Der Casimir-Effekt (Anziehungskräfte zwischen parallelen Metallplatten), die Lamb-Verschiebung und die Paarerzeugung in überkritischen Feldern können über Vakuumfluktuationen beschrieben werden."

Wenn ich den 2. Satz richtig verstehe bedeutete dieser also, dass es in der klassischen Physik und auch in der Mathematik eigentlich keine "echte" Null geben könnte (zum Leidwesen der Mathematik). Oder philosophisch ausgedrückt: Es kann nicht NICHTS geben solange wir über ein Universum von Ursache und Wirkung sprechen. - Wir brauchen zur systematischen Darstellung unseres Weltverständnisses offensichtlich immer einen "aktiven" Anfang /Ursprung.

Und scheinbar lehrt uns jeder Teilchenbeschleuniger, dass es am Ende immer darum geht, dass logischerweise das "letztmögliche" Teilchen eines sein muß, dass nur noch aus sich selbst besteht, um seiner Definition gerecht zu werden. Aus der "Falle" kommen wir im Rahmen von Teilchenvorstellungen wohl auch nicht heraus. Ob "Quantenfluktuationen" in diesem Zusammenhang nun ein Postulat sind, welches aus den Widersprüchen der Mathematik mit sich selbst als metatheoretischer Formalismus entsteht oder ein realphysikalischer Sachverhalt --- ich finde die Frage auf jeden Fall spannend! :-)

Gruß

Kommentar von Usedefault ,

Mir erscheint der Wikipediaartikel sehr kurz für dieses Thema.

Der reine Hausverstand würde mir sagen: Wo keine Objekte, da keine Energie.

Dass im leeren Raum dann auch etwas sein sollte, ist mir ohnehin nicht plausibel. 

Und warum nimmt dieses in der Leere verborgene etwas dann keinen Einfluss auf den Alltag? 

Und wie leer muss ein Raumausschnitt sein, damit dort dann aufeinmal wieder etwas ist?

Kommentar von Grautvornix16 ,

Wie gesagt: ich finde diese Denke "cool" - Antworten habe ich allerdings so spontan auch nicht. Vielleicht kommt ja hier in diesem Thread noch was von den "Spezialisten". Ich würde da auch gespannt drin lesen. ;-)

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