Frage von chtrede,

USt - D-Unternehmen, D-Auftraggeber, Erfüllungsort Drittland außerhalb EU/WEG

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage bzgl. Steuerrecht, speziell der USt.

Folgender Fall:

A) Ich bin eine GmbH in Deutschland B) Der Auftraggeber (auch eine GmbH) sitzt in Deutschland C) Für diesen Auftraggeber muss ich die komplette Leistung in einem Drittland außerhalb der EU(WEG (hier Ostasien) erfüllen

Fragen:

1) Muss meine Rechnung mit oder ohne MwSt ausgestellt werden? 2) Gibt es eine Unterschied ob der Auftraggeber in D oder der EU sitzt? 3) Wenn der tatsächliche Erfüllungsort eine Rolle spielt, wie viel der Leistung muss dann hier erbracht werden, damit - falls Antwort 1 ohne MwSt wäre - keine MwSt in meiner Rechnung auftaucht (z.B. 51 %, die komplette Leistung etc.)?

Bisher habe ich von fünf verschiedenen Steuerberatern dazu fünf verschiedene Antworten bekommen :-(

Besten Dank Christian

Antwort von ZauberinDanny,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Da Du nicht schreibst, welche Art der Leistung Du erbringst, kann die Frage nicht beantwortet werden. Ich werde mir an dieser Stelle nicht die Mühe machen und verschiedenen Fälle annehmen und jeweils eine Lösung runterschreiben. Wieso glaubt immer jeder, dass es im Steuerrecht nicht so genau auf den Sachverhalt ankommt?

Danny

Kommentar von chtrede,

Es geht um Serviceprojekte, d.h. ich fahre nach z.B. Usbekistan und arbeite da an Projekten der lokalen Wirtschaftsförderung, Ausarbeitung von Facharbeiten usw. Keine Bildungsprojekte (da ist mir die Antwort zu meiner Ausgangsfrage bekannt)

Und, Danny, keiner zwingt Dich hier irgend was zu schreiben...

Kommentar von ZauberinDanny,

Dann viel Glück - ich kann auch schweigen.

Kommentar von EnnoBecker,

Ich schweige mit. Wenn jemand, der etwas wissen will, zu faul ist, des Sachverhalt darzulegen, woher nimmt er dann das Recht anzunehmen, dass ein Antworter so fleißig sein möchte und die Arbeit erledigen will, die sich der Frager gespart hat?
 
Auch wenn es inzwischen klar ist, dass es hier wahrscheinlich um eine sonstige Leistung geht, die wahrscheinlich nach § 3a durchzuprüfen wäre, so ist der 3a immerhin noch lang genug für einen Roman.
 
DH an Danny.

Antwort von Sturmwolke,

Bei dieser Frage kommt es auf den "Ort der sonstigen Leistung" an.
Zu diesem Thema gibt es im Umsatzsteuergesetz viele Regeln und viele Sonderregeln und Ausnahmen.
Daher nochmal:
Für eine vernünftige Antwort braucht man hier alle Fakten zu der erbrachten Leistung und vorsichtshalber auch zum Vertrag, der der Leistungserbringung zugrunde liegt.
Ohne diese Angaben ist die Frage nicht zu beantworten.
Wenn das um einen größeren Auftrag geht, könntest Du auch eine Anfrage direkt ans Finanzamt machen und um eine verbindliche Auskunft bitten. Das kostet zwar auch was, aber das Finanzamt ist dann an die Auskunft gebunden.

Kommentar von ZauberinDanny,

Eine Verbindliche Auskunft beim FA zu beantragen kostet nichts, ist aber an dieser Stelle wahrscheinlich fehl am Platz! Denn eine verbindliche Auskunft wird nur dann beantragt, wenn der Sachverhalt rechtlich nicht eindeutig zu beurteilen ist. Und würde man hier die Fakten kennen, bin ich mir sicher, dass ich den Fall rechtlich beurteilen kann. Aber der Fragesteller schreibt ja immer noch, dass er "Projekte durchführt". Diesen Fall kann ich im Gesetz leider nicht wiederfinden. Als GmbH-GF sollte ich aber zumindest in der Lage sein, einen Sachverhalt eindeutig formulieren zu können, zumal wenn ich dazu aufgefordert werde! Hat er aber immer noch nicht geschafft. Ich finde jetzt sollte er mal kostenpflichtig einen Steuerberater beauftragen, denn als GmbH-GF hat er nach meinem Geschmach ohnehin zu wenig Ahnung und sollte ohne seinen Steuerberater keine Schritte mehr im Alleingang machen.

Danny

Kommentar von EnnoBecker,

Die verbindliche Auskunft müsste das Finanzamt versagen, da es hier an einem besonderen steuerlichen Interesse mangelt. Der Sachverhalt dürfte - wie schon Danny ausführte - allein aus dem Gesetz eindeutig ableitbar sein. Es besteht kein Grund, das Finanzamt mit Banalitäten vollzustopfen. Damit genau das nicht passiert, hängt die Latte zur vA recht hoch und ist zudem mit Gebühren nach dem GKG belegt.

Kommentar von Sturmwolke,

Na ja, chtrede schreibt ja, daß er schon bei fünf Steuerberatern war
und von denen fünf verschiedene Meinungen gehört hat.
So eindeutig schein der Fall ja dann doch nicht zu sein.
Es sei denn, er hat mit denen nur telefoniert
und bei jedem Steuerberater eine andere Teilinformation rausgelassen. ^^

Kommentar von Sturmwolke,

@Zauberin:
>Eine Verbindliche Auskunft beim FA zu beantragen kostet nichts
Das war einmal, inzwischen gilt nach § 89 AO:

(3) Für die Bearbeitung von Anträgen auf Erteilung einer verbindlichen Auskunft nach Absatz 2 werden Gebühren nach den Absätzen 4 und 5 erhoben. ...
(4) Die Gebühren werden nach dem Wert berechnet, den die verbindliche Auskunft für den Antragsteller hat (Gegenstandswert). ...

Ist der Gegenstandswert auch nicht durch Schätzung bestimmbar, ist eine Zeitgebühr zu berechnen; sie beträgt 50 Euro je angefangene halbe Stunde und mindestens 100 Euro.

(5) Wenn sich die Gebühren nach dem Gegenstandswert richten, bestimmt sich die Gebühr in entsprechender Anwendung des § 34 des Gerichtskostengesetzes.

Der Gegenstandswert beträgt mindestens 5.000 Euro.

Kommentar von ZauberinDanny,

Ja - hatte das nach Ennos Kommentar gerade schon selbst schon nachgelesen. Aber trotzdem DANKE für Deinen Hinweis.

Kommentar von EnnoBecker,

Nicht so schlimm. Das ist sowieso die falsche Adresse für eine vA.

Antwort von chtrede,

Ich glaube wir reden an einander vorbei. Sorry, ich dachte es wäre - zumindest in der Frage - sonnenklar.

Ich versuche es nochmal den dargelegten Sachverhalt deutlicher zu machen und würde mich wirklich über Antworten freuen.

Meine deutsche GmbH führt als Auftragnehmer eines deutschen Auftraggebers Projekte (im bereiche Wirtschaftsförderung, Dienstleistungsförderung) in Zenrtralasien durch. Diese Projekte finden zu 100 % dort im Ausland statt und nicht in D oder der EU. In D sitzt nur die GmbH des Auftragnehmers (also meine) und der Auftraggeber.

Und da kommen meine Fragen ins Spiel, wovon die wichtigste ist: - Ich schreibe eine Rechnung als deutsche GmbH an den deutschen Auftraggeber für die im Ausland erbrachte Leistung. Muss ich hier MwSt ausweisen oder nicht (denn Leistungserbringung ist ja im Ausland).

Danke nochmals & Gruß Christian

Kommentar von EnnoBecker,

Nein, du hast es noch nicht verstanden. Und du hast dir den 3a nicht angesehen. Sonst wüsstest du, dass du allein mit dem Sitz des AG und dem physischen Ort der Tätigkeit allein keinen Blumentopf gewinnst.
 
Und was soll das überhaupt heißen: "Projekte ausführen"? Verschleppst du taiwanische Jungfrauen? Verkaufst du chinesischen Reisbauern Versicherungen? Sicherst du das Leben indischer Kastenmitglieder? Malst du künstlerisch wertvolle Bilder in Japan? Reißt du im Tibet die Weltherrschaft an dich? Mannmannmann, du wirst doch wohl noch wissen, was deine GmbH so treibt!
 

Antwort von chtrede,

Antwort von chtrede,

Sorry, habe mich bei meiner Ausgangsfrage nicht klar ausgedrückt. Ich bin das Unternehmen A, das die Aufträge bekommt.

Und Frage 3 erübrigt sich nicht, da ich zig solche Aufträge habe wo ich z.B. nur 1 Woche im Ausland die Leistung erfülle und eine Woche in D.

Es sind alles Dienstleistungen die ich erbringe, keine Produkte o.ä.

Danke nochmal!

Kommentar von EnnoBecker,

Leider drückst du dich hier auch nicht klarer aus. Wir wollen dir ja gern helfen, aber wenn du nicht sagts, wo es wehtut, dann wissen wir auch nicht, wo wir pusten müssen.
 
Wenn es dir soviel Schwierigkeiten bereitet, den Sachverhalt zu beschreiben, dann steige mal eben in den 3a ein und suche deine Position. Selle dann die Frage nochmal, mit etwas mehr Substanz drin.
 
Hier geht es zum 3a: http://www.buzer.de/s1.htm?a=3a&g=ustg

Antwort von Caudex,

Wenn du als Subunternehmer für einen in Deutschland ansässigen Auftraggeber tätig bist, bekommt dieser die Rechnung. Dabei spielt es keine Rolle wo der Erfüllungsort ist, denn der deutsche AG muß dich ja bezahlen. Wenn es eine handwerkliche Rechnung über 500€ ist, braucht keine MwSt. auftauchen. Wieviel der Leistung erbracht werden muss, um eine Rechnung zu stellen, müsste im Bauvertrag stehen. Entweder nach der Lieferung des Materials, nach Teilabschnitten, nach förmlicher Abnahme oder erst nach Erfüllung des vollständigen Auftrages.

Kommentar von Sturmwolke,

> Wenn es eine handwerkliche Rechnung über 500€ ist, braucht keine MwSt. auftauchen
Wie kommst Du denn auf diese Idee??

Kommentar von pollo,

@Sturmwolke: Moin! Wahrscheinlich meint er 13 b UStG.... @caudex: gefährliches Halbwissen!

Antwort von pollo,

Meiner Meinung nach ist das in D ein nichtsteuerbarer Umsatz, da die Leistung im Drittland erfolgt. Zu Frage 3.) erübrigt sich doch, da Du geschrieben hast, daß Du die komplette Leistung im Drittland erfüllen musst.

Kommentar von EnnoBecker,

pollo, da wir hier von einer sonstigen Dienstleistung reden, kommt es in vielen Fällen gar nicht darauf an, wo der Körper des Dienstleister im Moment der Dienstleistung gerade ist, jedenfalls nicht bei Rechtslage ab 2010. Der im Drittland könnte ja beispielsweise auch ein in DE ansässiger Unternehmer ohne Betriebsstätte in dem Land sein und der Umsatz unter das B2B-Prinzip fallen.
 
Wer weiß das schon nach den dürftigen Angaben hier?

Kommentar von pollo,

Da hast Du recht. Genauso wie die Zauberin. Ich sollte mir wohl mal abgewöhnen auf so halbherzige Fragen zu antworten... Als ich die Frage beantwortet habe, stand noch nicht dabei, um was es sich genau handelt...

Kommentar von ZauberinDanny,

Um was es sich genau handelt, kann der GmbH-GF ja immer noch nicht genau bezeichnen. Auch mit den angeblich 5 erhaltenen Lösungsvorschlägen hält er hinterm Berg. Ohne einen Steuerberater an seiner Seite, sollte der m.E. keinen Schritt mehr tätigen.

Danke für Deine Zustimmung und LG, Danny

Kommentar von pollo,

Leider kann ja heute so ziemlich jeder Gesellschafter-Geschäftsführer, Geschäftsführer oder Unternehmer werden... Als seriöser Geschäftsführer hätte ich hier sowieso die Frage nicht gestellt. 5 Stb und 5 Meinungen, ich denke eher 5 verschiedene Ausführungen bei den Stb. und keine verstanden...

Kommentar von EnnoBecker,

Jetzt hackt mal nicht so auf dem GF rum. Wenn er Steuerberater werden wollte, hätte er sicherlich das studiert. Aber er will "Projekte machen", und wahrscheinlich kann er das auch. Fürs Beraten sind andere da - zu recht!
 
Ich kann beispielsweise keine "Projekte machen". Müsste ich es, so würde ich mit sicherlich den Fragesteller zur Unterstützung holen.
 
Aber eines ist doch klar geworden: Dieser Mann braucht nicht fünf Steuerberater, sondern einen, der ihn begleitet.

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