Frage von MrHeadofOSK, 75

US-Präsidentschaftswahl nicht demokratisch?

Liebe Community,

es scheint entschieden: Trump wird Präsident. Ob das gut oder schlecht ist, ist hier nicht die Frage. Meine Frage bezieht sich eher auf das Wahlsystem und die Bedeutung der Wahlmänner.

Clinton hat mehr Stimmen erhalten, als Trump. The winner takes it all, heißt es in den Bundesstaaten (nicht in jedem). Wenn man dort also mehr Stimmen hat, dann gehen die Wahlmänner doch an denjenigen mit mehr Stimmen.

Wie kann es also sein, dass jemand mit weniger Stimmen, mehr Wahlmänner bekommt?

Vorab, vielen Dank für jede Antwort!

LG

Antwort
von WiihatMii, 33

Vorab: Ich habe keine Ahnung, wer insgesamt mehr Stimmen bekommen hat, aber was die Wahlmänner angeht, hat Donald Trump die Wahl gewonnen.

Das System in Amerika sieht vor, dass alle Stimmen eines Staates an denselben Kandidaten gehen bzw. je nach Größe des Staates sogenannte Wahlmänner für ihren Staat abstimmen.

Das hat den Ursprung in einer Zeit, wo es noch sehr aufwändig war, Stimmzettel durch das weite Land zu transportieren, sodass es geschickter war, einfach nur stellvertretende Wahlmänner zusammen zu rufen.

Dieses Prinzip hat den Nachteil, dass ein Kandidat gewinnen kann, der in Wahrheit nicht die meisten Stimmen hat. Ein ganz vereinfachtes Beispiel:

Es gibt drei Bundesstaaten mit je 100 Wählern und zwei Kandidaten. Kandidat 1 hat in den drei Bundesstaaten 99, 49 und 48 Stimmen. Kandidat 2 hat 1, 51 und 52 Stimmen. Insgesamt hat Kandidat 1 196 Stimmen und Kandidat 2 104 Stimmen. Dennoch gewinnt Kandidat 2 die Wahl, weil zwei der Wahlmänner für ihn stimmen werden.

Antwort
von Gilgaesch, 24

Das System ist halt sehr alt, und nicht mehr so durchdacht.

Damals als es entwickelt wurde hatte das schon seinen Sinn, heutzutage ist es aber vertaltet.

Antwort
von LKZUM, 30

Du hast dir die Frage doch selbst beantwortet: die Kandidaten gewinnen durch die Mehrheit im Staat den ganzen Staat. Als Folge kann und kam schon öfters genau das dabei raus: ein Kandidat hat zwar mehr Stimmen erhalten, konnte aber nicht genug Staaten für sich gewinnen, hat also nicht genug Wahlmänner hinter sich.

So funktioniert eben in diesem das System. Das kann man gut finden oder nicht.

Antwort
von MangoDodo, 20

Das Problem ist: Bei manchen Bundesstaaten braucht man einfach mehr bzw. weniger Stimmen um einen Wahlmann zu kriegen.

Zu sehen hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlmann

Antwort
von HeymM, 20

Im Grunde ist die Wahl demokratisch.

Man kann Wahlen aber auch manipulieren.

Wenn man sích die Wahllokale in den USA so anschaut . . .

http://uncut-news.ch/2016/11/09/so-sehen-in-wahrheit-nicht-gerade-wenige-wahllok...

Antwort
von Busverpasser, 9

Ich frage mich eher, ob es demokratisch ist, dass man ohne einen 3-stelligen Millionenbetrag gar nicht mit Wahlkampf beginnen braucht...

Antwort
von martin0815100, 32

Ist halt keine Milchmädchenrechnung.

Wenn er in einem ganz großen Staat mit 20 Mio Wählern genau eine Stimme mehr bekommt als die Hälfte, dann bekommt er alle Wahlmänner (sagen wir es gibt 20).

Wenn Clinton dann in einem Staat mit 19 Mio Wählern alle Stimmen bekäme bekäme Sie alle Wahlmänner von dort (Sagen wir es gibt 19).

Ergo hat Clinton insgesamt 29 Mio Wähler gehabt und bekommt 19 Wahlmänner.
Trump hätte in dem Beispiel nur 10 Mio und einen Wähler und bekommt 20 Wahlmänner.

Verstanden?

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